DEP0014870DA - Verfahren zur Herstellung einer wasserhaltigen Salbengrundlage - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer wasserhaltigen Salbengrundlage

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DEP0014870DA
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water
sulfur
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oils
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Expired
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English (en)
Inventor
Erich Arnold Wernicke
Original Assignee
Ichthyol-Gesellschaft, Cordes, Hermanni & Co., Hamburg
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Description

Die vorliegende Erfindung betrifft eine wasserhaltige Salbengrundlage, die vornehmlich für pharmazeutische Zwecke Verwendung finden soll, aber auch für technische Zwecke benutzt werden kann.
Wasserhaltige Salbengrundlagen, wie sie bisher unter Verwendung von Wollfett, Tragant, Eiweiss, Stearaten, Polysacchariden, Cholesterin, oxycholesterinhaltigen Paraffinen, Lanettewachs u.a. hergestellt werden, haben den Vorteil, dass ihr Wasseranteil einen sehr billigen und überall zugänglichen Rohstoff darstellt und dass wasserlösliche Wirkstoffe bereits in gelöster Form ihnen zugesetzt werden können. Die genannten bisher zur Herstellung wasserhaltiger Salbengrundlagen verwendeten Körper sind teilweise teuer und auch sehr schwer beschaffbar. Demgegenüber verwendet die vorliegende Erfindung sehr billige und leicht zu beschaffende Rohmaterialien, und zwar werden erfindungsgemäss wasserhaltige Salbengrundlagen dadurch hergestellt, dass partiell sulfonierte Mineralöle oder deren Gemische mit überschüssigen Sulfonierungsmitteln behandelt und dann nach Neutralisation durch Zusatz von Wasser in eine Gallerte verwandelt werden. Es ist bekannt, Mineralöle oder deren Gemische mit Sulfonierungsmitteln im Überschuss zu behandeln. Aber diese Verfahren hatten den Zweck, wasserlösliche Verbindungen zu schaffen, die ihrerseits einen gewissen Anteil nicht sulfonierter Mineralöle in klare wässrige Lösung zu bringen imstande sind. Nach der Sulfonierung wurden die überschüssigen, nicht sulfonierten Anteile aus dem Reaktionsgemisch entfernt und die so gewonnenen Sulfonsäuren als Lösungsvermittler verwendet zur Herstellung klarer, wässriger Lösungen.
Demgegenüber wird erfindungsgemäss das Sulfonierungsgemisch nur neutralisiert und dann ohne Abtrennung irgendwelcher Ölanteile mit Wasser in die die Salbengrundlage darstellende Gallerte verwandelt.
Es wurde nämlich beobachtet, dass die nach den bekannten Verfahren hergestellten Sulfonierungsprodukte nicht in der Lage sind, unbehandelte, nicht sulfonierte Mineralölanteile auf Zusatz von Wasser in eine als Salbengrundlage brauchbare Gallerte zu verwandeln. Es muss zur Herstellung derartiger Gallerten vielmehr der nicht in Sulfonsäuren überführte Anteil des Sulfonierungsgemisches an Mineralöl mitverwendet werden. Versuche ergaben, dass im allgemeinen der günstigste Wassergehalt in einer solchen Gallerte zwischen 40 und 80% liegt.
Als Ausgangsmaterial für das erfindungsgemässe Verfahren sind verwendbar: Steinkohlenteere, Braunkohlenteere, Schieferteere, Torfteere, Asphalte und Erdöle, sowie Extrakte aus Kohlen, Ölschiefern, Asphalten und Erdölen; auch Destillate und Redestillate der genannten Produkte können verwendet werden. Sämtliche hier genannten Rohstoffe werden im Rahmen dieser Erfindung unter der Bezeichnung "Mineralöle" zusammengefasst. Es hat sich herausgestellt, dass im allgemeinen die Anwesenheit hochmolekularer nicht- oder wenig gekrackter Anteile im Ausgangsmaterial die Gallertbildung begünstigt. Da bei fossilen Rohstoffen dieser Art, wenn sie keiner thermischen Zersetzung ausgesetzt worden sind, zuweilen die Sulfonierbarkeit sehr gering ist, kann es sich in solchen Fällen empfehlen, eine Mischung zu verarbeiten, die aus nichtgekracktem Material unter Zusatz eines leichter sulfonierbaren Materials, z.B. eines Destillates oder Redestillates, besteht. Man erhält dann einerseits einen ausreichenden Sulfonierungsgrad und dadurch ausreichende Wasseraufnahmefähigkeit als Folge des Destillatzusatzes, andererseits eine ausreichende Dickflüssigkeit als Folge des Gehaltes an dickflüssigem, ungekracktem Material.
Als Sulfonierungsmittel kommen in Betracht: Konzentrierte Schwefelsäure, rauchende Schwefelsäure sowie Chlorsulfonsäure. Die Stärke des Sulfonierungsmittels richtet sich nach dem Widerstand, welchen das zu sulfonierende Produkt dieser Reaktion entgegenstellt.
Die Durchführung des Verfahrens erfolgt in der Weise, dass ein Mineralöl oder eine Mischung von Mineralölen und Sulfonierungsmittel, nötigenfalls unter zusätzlicher Erwärmung oder Abkühlung, vermischt werden und dass nach dem Abklingen der Sulfonierungsreaktion das Sulfonierungsgemisch durch Waschen mit Wasser von der Hauptmenge der überschüssigen Schwefelsäure getrennt wird; es ist wichtig, dass die Sulfonierung nur so weit getrieben wird, dass ein erheblicher Teil des Mineralöles nicht in Sulfonsäuren umgewandelt wird. Die gewaschenen Sulfonsäuren werden neun neutralisiert, wobei man als Base zweckmässig Ammoniak verwendet, da von diesem ein etwaiger Überschuss leicht zu entfernen ist. Das so erhaltene Produkt wird nun unter ständigem Rühren so lange mit Wasser versetzt, bis die entstehende Gallerte die gewünschte Dickflüssigkeit erreicht hat.
Nach einer besondere Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens kann man eine Heilsalbe z.B. für Hautkrankheiten, Furunkel, Frost, Rheumatismus und Wundbehandlung dadurch herstellen, dass als
Ausgangsprodukte schwefelreiche Mineralöle mit mindestens 2% S, vorzugsweise ca. 10% S, oder deren Gemische mit schwefelfreien oder schwefelarmen Ölen verwendet werden. Die Heilwirkung von Sulfonierungsprodukten hochschwefelhaltiger Mineralöle, insbesondere von Schieferölen, ist bekannt, doch die beschriebenen Anwendungsform ist neu.
Beispiel 1:
70 g eines dünnflüssigen Erdöldestillates werden mit 30 g eines dickflüssigen, rohen, getoppten Erdöls vermischt, welches bei Zimmertemperatur ausgesprochen zähflüssig ist. Die Mischung beider Öle wird mit 200 g konzentrierter Schwefelsäure von 66° Be' einige Stunden gerührt. Das Sulfonierungsgemisch wird mit 300 g Wasser gewaschen und nach dem Abtrennen des Waschwassers mit Natronlauge neutralisiert. Die entstehende Masse wird nunmehr unter Rühren mit Wasser versetzt, bis die gewünschte Gallerte-Konsistenz erreicht ist, was nach Zugabe von 135 ccm der Fall ist.
Beispiel 2:
100 g eines Schieferschwelöles mit einem Schwefelgehalt von 13,5% werden mit 150 g konzentrierter Schwefelsäure mit 92% H(sub)2SO(sub)4 unter Erwärmen digeriert bis zum Abklingen der Reaktion. Nach Auswaschen mit 100 g Wasser und Abtrennen des Waschwassers wird das Sulfonierungsgemisch portionsweise mit Wasser versetzt, bis die Masse die gewünschte Gallerte-Konsistenz angenommen hat, wozu 207 ccm gebracht werden. Die aus dem schwefelreichen Öl erhaltene Gallerte kann als Heilmittel verwendet werden.

Claims (4)

1) Verfahren zur Herstellung einer wasserhaltigen Salbengrundlage, dadurch gekennzeichnet, dass partiell sulfonierbare Mineralöle oder deren Gemische mit überschüssigen Sulfonierungsmitteln behandelt und dann nach Neutralisation durch Zusatz von Wasser in eine Gallerte verwandelt werden.
2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung einer Heilsalbe schwefelreiche Mineralöle oder deren Gemische mit schwefelreichen oder schwefelarmen Ölen als Ausgangsprodukte verwendet werden.
3) Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mineralölgemisch aus leichter sulfonierbaren und schwerer sulfonierbaren Anteilen verwendete wird.
4) Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das einzusetzende Mineralöl oder ein oder mehrere Bestandteile des einzusetzenden Mineralöl-Gemisches dickflüssige Anteile enthält.

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