DE95413C - - Google Patents
Info
- Publication number
- DE95413C DE95413C DENDAT95413D DE95413DA DE95413C DE 95413 C DE95413 C DE 95413C DE NDAT95413 D DENDAT95413 D DE NDAT95413D DE 95413D A DE95413D A DE 95413DA DE 95413 C DE95413 C DE 95413C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- acid
- uric acid
- uric
- mol
- hydroxycaffe
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07D—HETEROCYCLIC COMPOUNDS
- C07D473/00—Heterocyclic compounds containing purine ring systems
- C07D473/02—Heterocyclic compounds containing purine ring systems with oxygen, sulphur, or nitrogen atoms directly attached in positions 2 and 6
- C07D473/04—Heterocyclic compounds containing purine ring systems with oxygen, sulphur, or nitrogen atoms directly attached in positions 2 and 6 two oxygen atoms
- C07D473/06—Heterocyclic compounds containing purine ring systems with oxygen, sulphur, or nitrogen atoms directly attached in positions 2 and 6 two oxygen atoms with radicals containing only hydrogen and carbon atoms, attached in position 1 or 3
- C07D473/12—Heterocyclic compounds containing purine ring systems with oxygen, sulphur, or nitrogen atoms directly attached in positions 2 and 6 two oxygen atoms with radicals containing only hydrogen and carbon atoms, attached in position 1 or 3 with methyl radicals in positions 1, 3, and 7, e.g. caffeine
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)
- Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)
- Medicines That Contain Protein Lipid Enzymes And Other Medicines (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 12: Chemische Verfahren und Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 4. August 1896 ab.
Durch das Patent Nr. 91811 ist ein Verfahren
zur Darstellung alkylirter Harnsäuren bekannt geworden, das in der Einwirkung
von Halogenalkyl auf die alkalische Lösung der Harnsäure oder ihrer Alkylderivate besteht.
Der Verlauf dieser Alkylirung läfst sich am besten an Hand der Constitutionsformel der
Harnsäure veranschaulichen; zu diesem Zwecke sollen die vier Imidgruppen oder die vier Stickstoffatome
der Harnsäure nach dem Vorschlage von E. Fischer (Ber. d. d. ehem. Ges. 17, 1786)
in nachstehender Weise durch Zahlen bezeichnet werden:
(ι) HN-CO
I I
oc c —
c 0
(2) HN—C — NH (4)
Die Einführung der Alkylgruppen in das Harnsäuremolecül erfolgt nun nach den in dem oben genannten Patente angeführten Beispielen successive, und zwar in der Reihenfolge: i, 4, 3, 2.
Die Einführung der Alkylgruppen in das Harnsäuremolecül erfolgt nun nach den in dem oben genannten Patente angeführten Beispielen successive, und zwar in der Reihenfolge: i, 4, 3, 2.
Es entsteht z. B. zuerst (i)-Monomethylharnsäure, dann (1, 4)-Dimethylharnsäure, hieraus
(1, 4, 3)-Trimethylharnsäure, als Endproduct (1, 4, 3, 2)-Tetramethylharnsäure:
HN- CO
OC C-NH s,—
I . Il >co
HN—C — NH
CH3-N-CO
I I
OC C-NH
I Il > c
HN-C-NH
CH3- N— CO
I I
OC C-NH a
yco
HN-C-N-CH,
CH3-N-
CO
OC C-N-CH3
I Il /
HN- C-N- CHa
CH3-N- CO
OC C-N-CH3.
CH3-N-
CO
Durch Abänderung der in dem Patent Nr. 91811 angeführten Versuchsbedingungen
haben wir nun eine neue speeifische Ausführungsform jenes Verfahrens gefunden, welche
es ermöglicht, dem Verlaufe der Alkylirung eine andere Richtung zu geben. Die Einführung der
Alkylgruppen in das Harnsäuremolecül erfolgt hierbei an den Stickstoffatomen
3·
(2. Auflage, ausgegeben am 8. Mär\ i8g8.)
Bei der Methylirung z. B. entsteht als Endproduct die bis jetzt als alkylirte Harnsäure
HN-CO
I I
OC
NH
Il /
HN-C-NH noch unbekannte
säure:
säure:
(i, 2, 3)-Trimethylharn-
CH3-N- CO
OC C-N-CH3
I Il >co
CH-N- C-NH
Ebenso wie die Alkylirung der Harnsäure unter den von uns gefundenen Versuchsbedingungen
zu neuen Alkylharnsäuren führt, so liefern auch partiell alkylirte Harnsäuren bei weiterer Alkylirung nach unserem Verfahren
andere Endproducte als bei Anwendung der früheren Methoden.
Wird z. B. die #-Dimethylharnsäure, welcher
nach den Untersuchungen von E. Fischer
CH3-N-CO
(Ber. d. d. ehem. Ges. 28, 2482) die Formel einer (1, 3)-Dimethylharnsäure zukommt, der
weiteren Methylirung unterworfen, entweder durch Einwirkung von Jodmethyl auf das
Bleisalz der Säure (a. a. O. 2484) oder durch Anwendung der im Patent Nr. 91811 gekennzeichneten
Methode, so wird ausschliefslich die schon bekannte (1, 3, 4) - Trimethylharnsäure
erhalten (a-Trimethylharnsäure):
CH3-N-
CO
OC C-N- CH3 H^
I Il >co
HN—C—NH
Nimmt man dagegen die Methylirung der (1, 3)-Dimethylharnsäure nach dem von uns
gefundenen Verfahren vor, so entsteht auch OC C-N-CH3-
CH3-N
CO.
OC C-N- CH3
I /
HN-C-NH
HN-C-NH
Die von uns durch Methylirung der Harnsäure und (1, 3)-Dimethylharnsäure erhaltene
neue Trimethylharnsäure ist isomer mit den beiden bekannten Trimethylharnsäuren, der
(1, 3, 4)- oder a-Trimethylharnsäure und der Il / c
HN-C-N-CH3
hier als Endproduct eine Trimethylharnsäure, jedoch die (1,3, 2)-Trimethylharnsäure:
| CH3- | N — I |
C | O | N- | CH |
| O |
I
C |
C | \ | CO | |
CH3-N-C-NH
(1, 2, 4)- oder β-Trimethylharnsäure, und erwies
sich als identisch mit dem von E. Fischer (Liebig's Annalen 215, 268) aus Caffe'in
bezw. Chlorcaffe'in dargestellten Hydroxycaffei'n.
CH3-N- CO
CH3-N-CO
CH3 -N-CO
OC
CH3-N-
N-CH3
I > co
C-NH
- Trimethylharnsäure
Hydroxy caffem).
Hydroxy caffem).
OC C-N-CH3
HN- C-N- CH3
(ι, ϊ, 4) - Trimethylharnsäure
(α -Trimethylharnsäure),
Ber. d. d. ehem. Ges. 17, 1782
und 28, 2484.
OC C-NH.
I I >co
CH3-N- C-N- CH3
(1, 2, 4) -Trimethylharnsäure
(ß - Trimethylharnsäure), Ber. d. d. ehem. Ges. 28, 2478.
Da das Hydroxycaffe'in sich leicht in Caffe'in
umwandeln läfst (E. Fischer, Liebig's Annalen 215, 271 und 263), so gewinnt das
vorliegende Verfahren an erhöhter praktischer Bedeutung.
Das vorgenannte neue Resultat der Alkylirung von Harnsäure (bezw. deren Alkylderivaten)
in alkalischer Lösung haben wir dadurch erzielt, dafs wir in allen Fällen bei niederer
Temperatur, zum Theil unter Eiskühlung, operirten, sowie insbesondere auch dadurch,
dafs wir bei der Lösung der Harnsäure (bezw. der partiell alkylirten Harnsäuren) von vornherein
mindestens so viel Alkali zusetzten, dafs dadurch sämmtliche Imidgruppen während
der ganzen Operation abgesättigt erhalten werden konnten.
Bei den in dem Patent Nr. 91811 beschriebenen
Beispielen fand dagegen die Alkylirung bei erhöhter Temperatur statt, und es kam nicht
mehr Alkali zur Verwendung, als das jeweilig angewendete Halogenalkyl erforderte.
Zur Erläuterung des vorliegenden Verfahrens mögen folgende Beispiele dienen:
.i. Darstellung von (i, 2, 3)-Trimethylharnsäure
(Hydroxycaffe'in) aus Harnsäure.
loTheile Harnsäure werden in 200 Theilen
Wasser mittelst 20 Theilen (5 Mol.) Aetzkali (80 pCt.) zur Lösung gebracht, mit Eiswasser
gut gekühlt und mit 30 Theilen (3Y2 Mol.) Jodmethyl bis zum Verschwinden
des letzteren geschüttelt. Vortheilhaft ist es, während der ersten 12 Stunden mit Eiswasser
zu kühlen. Nach beendeter Reaction wird die klare alkalische Lösung schwach angesäuert und
zur Hälfte eingeengt. Etwa noch vorhandene Dimethylharnsäure scheidet sich nach mehrstündigem
Stehen beim Erkalten ab und wird durch Filtration entfernt. Das Filtrat wird nun eingeengt, bis Krystallausscheidung erfolgt.
Beim Erkalten scheidet sich ein grofser Theil des Hydroxycaffe'ins in feinen Nadeln
ab, während der Rest desselben nach Eindampfen des Filtrats zur Trockene mit einem
passenden Lösungsmittel, wie z. B. Chloroform, ausgezogen wird. Nach Verdunsten des
Lösungsmittels hinterbleibt das Hydroxycaffe'in als schwach gefärbte Krystallmasse, welche
durch einmaliges Umlösen aus Wasser völlig rein erhalten wird.
Die so gewonnene (1, 2, 3)-Triinethylharnsäure
besitzt die sämmtlichen charakteristischen Eigenschaften, welche E. Fischer (Annalen2i 5,
268) für das aus Caffe'in dargestellte Hydroxycaffei'n
gefunden hat.
2. Darstellung von (1, 2, 3)-Trimethylharnsäure (Hydroxycaffe'in) aus (1, 3)-
Dimethylharnsäure.
5,8 Theile (1, 3)-Dimethylharnsäure werden in 50 Theilen Wasser mit 4,5 Theilen (2 Mol.) Aetzkali (80 pCt.) in Lösung gebracht, mit Eiswasser gekühlt und nach Zusatz von 5,5 Theilen (1Y3 MoI.) Jodmethyl bis zum Verschwinden des letzteren geschüttelt. Die klare Flüssigkeit wird schwach angesäuert und zur Hälfte eingedampft. Beim Erkalten wird das Hydroxycaffe'in in farblosen Nadeln erhalten.
5,8 Theile (1, 3)-Dimethylharnsäure werden in 50 Theilen Wasser mit 4,5 Theilen (2 Mol.) Aetzkali (80 pCt.) in Lösung gebracht, mit Eiswasser gekühlt und nach Zusatz von 5,5 Theilen (1Y3 MoI.) Jodmethyl bis zum Verschwinden des letzteren geschüttelt. Die klare Flüssigkeit wird schwach angesäuert und zur Hälfte eingedampft. Beim Erkalten wird das Hydroxycaffe'in in farblosen Nadeln erhalten.
Nach einmaligem Umlösen aus Wasser ist das Hydroxycaffe'in völlig rein. Es ist identisch
mit dem aus Caffe'in dargestellten Producte.
Bei den oben angeführten beiden Beispielen kann das Jodmethyl ebenso vortheilhaft durch
Brommethyl oder Chlormethyl ersetzt werden; ferner kann statt der wässrig alkalischen Lösung
eine alkoholisch wässrige alkalische Lösung der Harnsäure bezw. Alkylharnsäuren angewendet
werden.
Claims (3)
1. Eine besondere Ausführungsform des in dem Patent Nr. 91811 beschriebenen Verfahrens
zur Darstellung alkylirter Harnsäuren durch Einwirkung von Halogenalkyl auf die alkalische Lösung der Harnsäure
oder ihrer Alkylderivate, darin bestehend, dafs man die Alkylirung bei niederer Temperatur und in Gegenwart von überschüssigem
Alkali sich vollziehen läfst, dessen Menge zum mindesten ausreicht,
um sämmtliche Imidgruppen vom Beginn bis zum Schlufs der Operation gesättigt zu erhalten.
2. Anwendung des unter Anspruch ι charakterisirten
Verfahrens zur Darstellung von (1,2,3)-Trimethylharnsäure (Hydroxycaffe'in) aus
Harnsäure durch Einwirkung von 3 Mol. .Halogenmethyl bei Gegenwart von wenigstens
4 Mol. Aetzalkali.
3. Anwendung des unter Anspruch 1 charakterisirten Verfahrens zur Darstellung von
(1,2, 3)-Trimethylharnsäure (Hydroxycaffe'in) aus (1, 3)-Dimethylharnsäure durch Einwirkung
von ι Mol. Halogenmethyl bei Gegenwart von wenigstens 2 Mol. Aetzalkali.
.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE95413C true DE95413C (de) |
Family
ID=366659
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT95413D Active DE95413C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE95413C (de) |
-
0
- DE DENDAT95413D patent/DE95413C/de active Active
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2154032C3 (de) | Verfahren zur Demethylierung des Dimethylaminorestes in Erythromycin-Antibiotika | |
| DE95413C (de) | ||
| DE927140C (de) | Verfahren zur Fraktionierung von Staerke | |
| AT163430B (de) | Verfahren zur Darstellung von neuen wasserlöslichen Derivaten höhermolekularer Acylbiguanide | |
| DE214783C (de) | ||
| DE1918253A1 (de) | Verbessertes Verfahren zur Herstellung von 3-Hydroxyisoxazolverbindungen | |
| EP0554216A1 (de) | Verfahren zum Pickeln und Vorgerben von Hautblössen | |
| DE264927C (de) | ||
| DE910779C (de) | Verfahren zur Darstellung von N-Sulfonylharnstoffen | |
| DE114974C (de) | ||
| DE617237C (de) | Verfahren zur Darstellung von ªÏ-Methylsulfonsaeuren primaerer oder sekundaerer Pyrazolonamine | |
| DE184144C (de) | ||
| DE93187C (de) | ||
| DE656741C (de) | Verfahren zur Darstellung von Lysergsaeurehydrazid | |
| DE365367C (de) | Verfahren zur Herstellung von 2-Oxy-1-arylaminonaphthalinen | |
| DE696404C (de) | Verfahren zur Herstellung einer Hexylresorcinsulfonsaeure | |
| DE562897C (de) | Verfahren zur Herstellung von Derivaten der Benzol-, Naphthalin- und Acenaphthenreihen | |
| AT213385B (de) | Verfahren zur Herstellung alkylsubstituierter Hydrazine | |
| DE113723C (de) | ||
| DE194935C (de) | ||
| AT269886B (de) | Verfahren zur Herstellung neuer Benzomorphanderivate und ihrer Salze | |
| DE663586C (de) | Verfahren zur Darstellung neuartiger Abkoemmlinge des 8-Oxychinolins | |
| DE150070C (de) | ||
| AT130030B (de) | Verfahren zur Darstellung von Methylolverbindungen. | |
| DE881942C (de) | Verfahren zur Darstellung des N-2'-[4"-Chlor-2"-sulfophenoxy-(1")]-5'-chlorphenyl-N'-3, 4-dichlorphenyl-harnstoffs |