DE95186C - - Google Patents

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DE95186C
DE95186C DENDAT95186D DE95186DA DE95186C DE 95186 C DE95186 C DE 95186C DE NDAT95186 D DENDAT95186 D DE NDAT95186D DE 95186D A DE95186D A DE 95186DA DE 95186 C DE95186 C DE 95186C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D487/00Heterocyclic compounds containing nitrogen atoms as the only ring hetero atoms in the condensed system, not provided for by groups C07D451/00 - C07D477/00
    • C07D487/12Heterocyclic compounds containing nitrogen atoms as the only ring hetero atoms in the condensed system, not provided for by groups C07D451/00 - C07D477/00 in which the condensed system contains three hetero rings
    • C07D487/18Bridged systems
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H13/00Compounds containing saccharide radicals esterified by carbonic acid or derivatives thereof, or by organic acids, e.g. phosphonic acids
    • C07H13/02Compounds containing saccharide radicals esterified by carbonic acid or derivatives thereof, or by organic acids, e.g. phosphonic acids by carboxylic acids
    • C07H13/08Compounds containing saccharide radicals esterified by carbonic acid or derivatives thereof, or by organic acids, e.g. phosphonic acids by carboxylic acids having the esterifying carboxyl radicals directly attached to carbocyclic rings

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Versetzt man eine wässerige Lösung von Hexamethylentetramin mit einer wässerigen Tanninlösung, so erhält man eine weifse Fällung. Dieser Niederschlag ist je nach den Mengenverhältnissen der angewendeten Agentien in Bezug auf Zusammensetzung und physikalische Beschaffenheit verschieden. Die Analysen der auf verschiedene Weise dargestellten Fällungen ergaben, dafs 1 Mol. Hexamethylentetramin im Stande ist, 3 bis 6 Mol. Tannin zu fällen. Arbeitet man mit einem Ueberschusse von Hexamethylentetramin, d. h. nimmt man auf 1 Mol. Tannin 1 Mol. oder mehr Hexamethylentetramin, so erhält man ein Product, welches auf 1 Mol. Hexamethylentetramin 3 Mol. Tannin enthält. Dieselbe Zusammensetzung zeigt das Product, dargestellt aus 3 Mol. Tannin und 1 Mol. Hexamethylentetramin. Erhöht man noch die ■ Tanninmenge, so erhält man bei Anwendung-. von 6 Mol. Tannin auf 1 Mol. Hexamethylentetramin schliefslich ein Product, welches in seiner Zusammensetzung den angewendeten Mengenverhältnissen entspricht. Läfst man sehr verdünnte Lösungen genannter Körper auf einander wirken, so beobachtet man nur eine Trübung, welche beim Rühren wieder verschwindet, denn die Niederschläge lösen sich in viel Wasser wieder auf und man kann alle oben erwähnten Niederschläge mit viel kaltem oder leichter mit warmem Wasser in Lösung bringen, und zwar ist das Product, je mehr Tannin es enthält, desto leichter löslich in Wasser. Dasselbe gilt von der Löslichkeit in Alkohol. Auch ist der Niederschlag mit höherem Tanningehalt leichter schmelzbar als der mit einem geringeren. So läfst sich ein bei gewöhnlicher Temperatur mit einem Ueberschusse von Hexamethylentetramin hergestelltes Product auch nach tagelangem Stehen noch sehr gut abfiltriren und pressen; es schmilzt, mit Wasser erwärmt, erst, wenn letzteres über 400 heifs ist, zu einer zähflüssigen Masse zusammen. Läfst man hingegen ein in der Kälte bereitetes Product von höherem Tanningehalt einige Zeit bei gewöhnlicher Temperatur stehen, oder versucht man es abzusaugen, so schmilzt es schon zu einer zähen braunen Masse zusammen.
An Stelle von reinem Hexamethylentetramin können selbstverständlich bei allen hierher gehörenden Reactionen auch die dasselbe bildenden Componenten — Formaldehyd und Ammoniak — und an Stelle des Tannins sämmtliche Auszüge aus gerbsäurehaltigen Materialien, wie Ratanhia, Catechu, Eichenrinde, Quebracho etc., gesetzt werden.
Sämmtliche Niederschläge zeigen nun neben ihrer leichten Schmelzbarkeit und ihrer Löslichkeit in Wasser noch einen adstringirenden Geschmack. Mit diesen Eigenschaften behaftet, würden die Producte bezüglich ihrer Anwendung in der Medicin wenig Werth besitzen, wäre es nicht durch eine einfache Operation gelungen, diese unvorteilhaften Eigenschaften vollständig zu beseitigen. Durch kurzes Erhitzen der lufttrockenen Niederschläge auf eine Temperatur von 100 bis iio° für sich oder
mit einer indifferenten Flüssigkeit, ζ. Β. Glycerin, oder durch längeres Erhitzen des abgesaugten, noch feuchten Niederschlages mit ganz wenig Wasser auf dem Wasserbade, verlieren sie unter schwacher Braunfärbung nicht nur ihren adstringirenden Geschmack, sondern sie werden auch in Wasser und Alkohol unlöslich und schwer schmelzbar. Damit sind aber werthvolle Darmadstringentia von hohem Tanningehalt gebildet und dieselben sollen als solche in der Medicin verwendet werden. .
Der Gang der Darstellung sei durch die folgenden beiden Beispiele erläutert:
I. 1,4 kg Hexamethylentetramin werden in ca. 20 1 Wasser gelöst und dazu unter Rühren eine Lösung von 3,2 kg Tannin in 20 bis 30 1 Wasser kalt einfliefsen gelassen. Es scheidet sich sofort ein weifser amorpher Niederschlag ab: Nachdem alles Tannin eingeflossen, läfst man noch einige Zeit rühren, filtrirt dann den Niederschlag und prefst ihn scharf ab. Der Prefskuchen wird nun zerkleinert und in einer Thon- oder Porcellanpfanne, welche mit Dampf geheizt wird, langsam erhitzt. Dabei wird die Masse zuerst dünnflüssig und weich. Man rührt nun kräftig durch und beobachtet nach Y2 bis ι stündigem Erwärmen auf 90 bis ioo°, dafs die Masse immer zähflüssiger wird, bis schliefslich ein harter Klumpen entsteht, der sich mahlen läfst. Das gleiche Resultat erhält man, wenn man den Prefskuchen mit so viel Wasser übergiefst, dafs er sich in der Wärme auflöst. Erhitzt man nun diese Lösung einige Zeit auf ioo°, so trübt sie sich und scheidet ein Harz ab, das sich ebenso verhält wie das oben erwähnte. Ein anderer Weg, diese Substanz zu gewinnen, ist der, dafs man den Prefskuchen mit Glycerin überschichtet, auf iio° erwärmt und etwa l/t Stunde bei dieser Temperatur hält, dann in Wasser giefst, wobei ein darin unlöslicher Niederschlag ausfällt. Auch kann man so verfahren, dafs man Glycerinlösungen von Tannin und Hexamethylentetramin zusammenbringt, die Lösung gleich auf 100 bis 1050 erhitzt und dann in Wasser giefst.
Das so bereitete hellbraune Pulver wird mit heifsem Wasser ausgelaugt, wobei nur noch äufserst wenig in Lösung geht, und zeigt sich nun als ganz unlöslich. Es wird gut geschleudert, an der Luft oder gleich bei go bis ioo° getrocknet und gesiebt. Der so auf verschiedene Art gewonnene Körper ist geruch- und geschmacklos, unlöslich in Wasser, Alkohol und Aether und schmilzt mit Wasser erwärmt nicht zusammen.
Die Analyse ergab -"°7 P · · berechnet
für ein Condensationsproduct aus 1 Mol. Hexamethylentetramin und 3 Mol. Tannin — 5,06 JV.
II. 4,8kg 37,4proc.Formaldehydlösungwerden mit 2,8 kg 24,4 proc. Ammoniak vermischt — entsprechend i,4 Hexamethylentetramin —, mit ca. 12 1 Wasser verdünnt, abgekühlt und mit einer kalten Lösung von 19,4 kg Tannin in ca. 50 1 Wasser unter Rühren versetzt. Läfst man die Reactionsmischung bei gewöhnlicher Temperatur ca. 1 Tag stehen, so hat sich der gröfste Theil des Productes als zähe Masse am Boden abgesetzt. Sie wird nach Entfernung der Brühe auf Email - oder Thonplatten ausgebreitet und bei gewöhnlicher Temperatur getrocknet. Hiernach läfst sich die hellgelbe, fast durchsichtige Masse leicht fein pulvern. Durch l/2 bis 1 stündiges Erhitzen auf 100 bis 1050 wird sie, wie das Product in I., gehärtet.
Es stellt danach ein geschmack- und geruchloses hellbraunes Pulver dar, welches unlöslich in Wasser, Alkohol und Aether ist,
Analyse: Gefunden 2,01 pCt. JV; berechnet für das Condensationsproduct von 1 Mol. Hexamethylentetramin auf 6 Mol. Tannin = 2,22 pCt. JV. . · ■ .

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Darstellung von wasserlöslichen Condensationsproducten von Tannin und anderen Gerbsäuren mit Hexamethylentetramin oder mit einem Gemisch von Formaldehyd und Ammoniak, darin bestehend, dafs man die genannten Substanzen mit einander in Reaction bringt.
2. Verfahren zur Ueberführung der nach Anspruch ι entstehenden ,Producte in wasserunlösliche Körper, darin bestehend, dafs man die genannten Producte für sich oder bei Gegenwart indifferenter Lösungsmittel höheren Temperaturen aussetzt.
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