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Verfahren und Vorrichtung zum Packen von Schüttgut
Beim Packen von
Schüttgut, wie Kalk, Zement, Chemikalien aller Art, besonders Kunstdünger u. dgl.,
hat man bisher Säcke aus Papier oder anderem Stoff benutzt, die so fest waren, daß
die während der Beförderung zur Wirkung kommenden Einflüsse und Kräfte allein von
dem Sack aufgenommen werden konnten. Dies erfordert für jeden Sack eine beträchtliche
Menge von Werkstoff, also Papier, vorzugsweise Natronzelistoffpapier. Um dies ganz
oder teilweise zu ersparen, wird nach der Erfindung das Schüttgut einer Behandlung
unterzogen, die die abgewogenen oder abgemessenen losen Gutmengen in Körper von
hinreichender Festigkeit verwandelt, um sie unzerstört bis an die Verwendungsstelie
befördern zu können, wobei vor allem die Körperaußenfläche gegen Abrieb, Witterungseinwirkungen
u. dgl. widerstandsfähig genug gemacht wird.
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Dies wird beispieisweise dadurch erreicht, daß die einzelnen Gutsinengen
in Behälter eingerüttelt und bzw. oder eingepreßt werden und daß vor oder bei dem
Aufbringen einer Umhüllung aus Papier oder anderem Stoff die Oberfläche des Preßlings
verfestigt wird. Hierzu kann die Oberfläche des entstandenen Preßlings mit Wasser
oder einem anderen Mittel behandelt werden, so daß das Gut in ihr abbindet oder
zusammenbackt. Es kann auch auf den Preßling ringsum ein Stoff aufgetragen werden,
der sich zu einer Kruste verfestigt, wobei das Gut an der Bildung dieser Kruste
teilnehmen
kann. Die Behandlung der Oberfläche kann auch ein Ankleben des zum Einwickeln benutzten
Papiers oder sonstigen Stoffes an ihr heibeifuhren, wobei der Klebstoff die Festigung
der Außenschicht des Schüttgutes bewirkt. Dieses Behandeln kann durch Eintauchen
des Preßlings geschehen, auch durch Anfeuchten mit Bürsten oder durch Überbrausen.
Dabei kann auch mit Wärmewirkung gearbeitet werden. Als Flüssigkeit kann Wasser
benutzt werden, dem zweckmäßig Zusätze von Leim oder Salzen gegeben werden; je nach
der Art des Gutes und der angestrebten Festigkeit können auch andere Flüssigkeiten
verwendet werden, Öl und anderes mehr.
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Vorteilhaft ist es ferner, wenn eine solche oder ähnliche Flüssigkeit
dem Gut schon vor dem Rütteln oder Pressen zugeteilt wird, entweder dem gesamten.
Gut oder nur einzelnen Zonen oder Stellen darin, damit in dem Preßling ihn durchsetzende
feste Rippen oder Zonen gebildet werden.
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Die Erfindung ist besonders vorteilhaft in Fällen, in denen das Gut
bei seiner Verwendung in Maschinen aufgegeben wird, die mit großei Kräften darauf
einwirken, so daß die Preßlinge restlos wieder zerkleinert werden, oder denen leicht
eine einfache Zermahieinrichtung vorgefügt werden kann. So werden Preßlinge aus
Kalk oder Zement restlos zerdrückt, wenn sie in Mörtel- oder Betonmischer aufgegeben
werden; die bereits erfolgte Abbindung in der angefeuchteten Schicht bedeutet zwar
einen Verlust an abbiindefähigem Gut bei der Ausnutzung, doch ist sein Betrag nur
gering und zu ertragen. Wird Kunstdünger mittels Düngerstreuern auf den Acker gebracht,
so kann einem solchen Streuer ein einfaches Quetschwalzwerk vorgesetzt wer,dWen,
welches den erforderlichenfalls vorher in einige Stücke zerbrochenen Preßling zermalmt;
das Anfeuchten stellt hierbei überhaupt keinen Gutsveilust dar, weil kein Abbinden
stattfindet, sondern nur Klumpen gebildet werden, die sich hernach auf dem Acker
wieder auflösen.
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Mit der Erfindung wird eine sehr zu begrüßende P,apierersparnis erzielt,
denn der Preßling braucht höchstens mit einer einzigen Lage schwachen Papiers umhüllt
zu werden, und auch wenn der zu bildenden Kruste Fapierstoff, Zellstoff, Schnitzel,
Fasen od. dgl. zugefügt werden, so brauchen diese nur aus geringwertigen Stoffen
oder Abfällen zu be stehen.
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Das Herstellen des Preßlings gemäß der Er fludung kann auch in Ventilsäcken
erfolgen und da. bei auch auf den üblichen Ventilsackfüllmaschinen.
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Um dabei die Befeuchtung der Oberfläche des sich bildenden Preßlings
durchführ,en zu können, wird vorteilhaft an der Fülldüse eine Einrichtung angebracht,
mit welcher der aufgesteckte Ventilsack vor dem Einbringen des Gutes mit Flüssigkeit
aus gebraust wird, so daß seine innere Oberfläche feucht ist. Zum selben Zweck kann
auch der ganze Sack vor dem Einbringen des Gutes in die Flüssig. keit eingetaucht
werden, so daß er völlig mit dieser getränkt wird, wobei zweckmäßig ein Papier verwendet
wird, das stark fiüssigkeitsaufnehmend ist.
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Zur Durchführnng des Verfahrens gemäß der Erfindung können aber auch
Sondervorrichtungen benutzt werden, wie eine solche schematisch in der Zeichnung
als Ausführungsb eispiel dargestellt ist.
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Hier werden auf ein umlaufendes Förderband 1 (alle Laufrichtungen
sind durch Pfeile angedeutet) bodenlose Kästen 2 aufgesetzt und unter den Gutzuläufen
3 und 4 sowie der zwischen ihnen angeordneten Brause 5 hinweggezogen. Aus dem Auslauf
3 wird jeder Kasten etwa halb gefüllt, dann wird er aus der Brause 5 überbraust
und aus dem Zulauf 4 ganz gefüllt. Er läuft dann über eine Rütteleinrichtung, in
der durch die mit gegeneinander versetzten Exzentern 6 besetzte umlaufende Welle
7 Stempel 8 von unten gegen das Band I gestoßen werden, so daß die auf ihm befindlichen
Kästen 2 gerüttelt werden. Das in ihnen bLefind-Lichte Gut, in dessen Mitte sich
durch die tSber brausung eine feste Zone durch Abbinden oder Zusanunenballen des
Gutes bildet, sackt zusammen, so daß die Kästen nur noch teilweise voll sind, wenn
sie von dem Förderband I auf den ortsfesten Tisch 9 geschoben werden. Hier werden
sie von einer Förderkette 10 erfaßt, welche sie unter dem Preßstempel II hindurchschiebt
zu dem Ausschiebestempel 12. Unter jedem dieser beiden Stempel bleibt jeder Kasten
2 einen Augenblick stehen; der Preßstempel II preßt das bereits zusammengerüttelt
Gut vollends fest, der Stempel 12 schiebt es nach unten hinaus, so daß der Preßling
auf das quer zur bisherigen Förderrichtung laufende Band I3 gelangt. Der leere Kasten
2 wird sodann weitergeschoben und mit nicht dargestellten Mitteln wieder auf den
Anfang des Bandes I gesetzt.
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Die untere Hälfte der Zeichnung stellt den sich an das Band I3 anschließenden
Teil der Vorrichtung dar. Die Preßlinge A treten von dem Band 13 auf Förderwalzen
14. Zwischen diesen ist unter einer Auslaufdüse 15 eine in die Wanne 16 tauchende
Bürstenwalze 17 vorgesehen. Aus der Düse 15 läuft ein mit Hilfe von Fasern aus Papier
oder Webstoff gebildeter Schlamm über die Preßlinge A; der ablaufende Schlamm sammelt
sich in der Wanne I6, aus der die Bürstenwalze 17 die Unterseite der Preßlinge mit
Schlamm bestreicht.
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N<ach Verlassen der Walzen 14 läuft jeder Preßling A über Heizwalzen
I8, auf denen er getrocknet wird, so daß der aufgebrachte Schlamm schnell erhärtet
und seine Flüssigkeit nicht tief in das Innere des Preßlings eindringen kann, sondern
nur eine dünne, aber feste Kruste auf ihm entsteht. Indem der so getrocknete, noch
wanne Preßling A unter einem Klebstoffauslauf 19 mit darunter vorgesehener Abtraufwanne
20 und Bürstenwalzen 21 hinwegläuft, wird er ringsum mit Bitumen oder anderem Klebstoff
benetzt und kommt dann zwischen die Walzenstraßen 22 und 23, wd illzm ein Papierblatt
P zugeführt wird, das mit seinem Anfang an ih.m festklebt und hierdurch mitgezogen
wird. Er kippt hierauf auf die Walze 24, die entgegengesetzt umläuft und ihn daher
auf die Walzenstreeke 25 umlegt, von der er durch Abkippen auf die entgegengesetzt
umlaufende Walze 26 nochmals um-
gekantet wird. Durch dieses zweimalige
Umkanten des Preßlings wird der an ihm haftende Papierstreifen ganz um ihn herumgewickelt;
er klebt daher auf der ganzen Länge fest. So umwickelt, gelangt der Preßling über
die Walzen 27 in die Schließvorrichtuug 28, in der nicht dargestellte Klappen oder
andere Mittel seine Querseiten anlegen, worauf er durch den Auslaß 29 auf das ihn
abfühnende Förderband 30 gelangt.