DE906063C - Einrichtung zum Abblasen von Faserteilchen u. dgl. an Spinnmaschinen - Google Patents
Einrichtung zum Abblasen von Faserteilchen u. dgl. an SpinnmaschinenInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 8. MÄRZ 1954
S243/8 VII j 76 c
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Abblasen von Faserteilchen u. dgl. an Spinnmaschinen.
Baumwollringspinnmaschinen verschmutzen sehr schnell infolge Ablagerns der während des Spinnens
losgelösten einzelnen Fasern. Die Arbeiterinnen müssen daher einen großen Teil ihrer Zeit damit
zubringen, diese Ablagerungen von allen Teilen der Maschine, wie z. B. Aufsteckgattern, Spulen,
Streckwerken und Tischen, zu entfernen. Nun sind die Ringspinnmaschinen aber sehr lang und sind
außerdem auf beiden Längsseiten mit je einer Spindelreihe versehen, die zwischen sich nur einen
engen Zwischenraum lassen. Diese Anordnung besitzt den Nachteil, daß ein Reinigen durch Ventilatoren
oder Exhaustoren mit festem Ständer für jede Maschine eine Vielzahl von Apparaten erforderlich
macht, wodurch eine solche Lösung des Problems als reichlich lästig empfunden werden
würde.
Ein ganz ähnliches Problem tritt auf, wenn man außerdem die Decke der Räume, in denen die
Spinnmaschinen aufgestellt sind, reinigen will. Man stellt in der Tat fest, daß der Faserflug an
den Decken haftenbleibt und sich von Zeit zu Zeit ablöst, um dann auf die Spinnmaschinen herabzufallen.
Man müßte also diese Decken laufend abblasen, um das Anhaften des Faserfluges zu verhindern.
Die Aufstellung einer großen Anzahl fest angeordneter Ventilatoren zu diesem Zweck würde
die Anlage sehr verwickelt gestalten.
Hier Abhilfe zu schaffen, ist die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe.
Die Erfindung besteht darin, daß mitten über jeder einzelnen von mehreren parallel nebeneinander
angeordneten Spinnmaschinen ein um die
senkrechte Traggehäuseachse drehbarer, vorzugsweise mit Gummiflügeln versehener Ventilator
schräg zur senkrechten Traggehäuseachse angeordnet ist, dessen Drehbewegung um die senkrechte
Achse nach Maßgabe einer Kurvenführung erfolgt, derart, daß der schräg nach unten gerichtete Luftstrom
die dem Ventilator zugewandten Außenflächen der benachbarten Ringspinnmaschinen bestreicht.
Die Stärke des Luftstroms und die Umdrehungsgeschwindigkeit des Ventilators um die
senkrechte Gehäuseachse werden derart bestimmt, daß jeder Punkt der zu reinigenden Flächen in
hinreichend kurzen Abständen und mit einer Kraft abgeblasen wird, die genügt, um das Ablagern von
Faserflug zu verhüten.
Wenn man außerdem die Decken reinigen will, so wird noch ein zweiter schräg nach oben blasender
Ventilator mit den gleichen Drehbewegungen wie der vorstehend geschilderte eingebaut. Eine auf
solche Weise vervollständigte Einrichtung sichert gleichzeitig die Reinigung sowohl der Spinnmaschinen
wie auch der Decken.
Die Erfindung sieht ferner die Verwendung von Gummiflügeln für den Ventilator vor, wodurch
Schutzvorrichtungen um das Flügelrad herum entbehrlich werden. Derartige Schutzvorrichtungen
wurden unter den eingangs geschilderten Umstanden rasch verschmutzen und dann ein häufiges Säubern
erforderlich machen. Schließlich läßt die Einrichtung nach der Erfindung eine besonders vorteilhafte
Form zu, die in an sich bekannter Weise nur kugelförmige oder zylindrische Flächen aufweist
und dadurch das Ablagern von Staub weitgehendst verhindert.
Die Erfindung wird nunmehr unter Bezugnahme auf die in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele
beschrieben.
Fig. ι ist ein schematischer Aufriß einer Reihe
von Spinnmaschinen mit erfindungsgemäß eingebauten Ventilatoren;
Fig. 2 ist der Grundriß zu Fig. 1; Fig. 3 ist ein senkrechter Schnitt durch den
Ventilator der lediglich zum Reinigen der Spinnmaschinen bestimmten Einrichtung;
Fig. 4 ist der Aufriß eines Doppelventilators zum gleichzeitigen Reinigen der Spinnmaschinen und
der Raumdecke;
Fig. 5 zeigt eine Variante des Antriebes des Ventilators um seinen Schwerpunkt herum;
Fig. 6 und 7 zeigen Einzelheiten der Vorrichtung.
In Fig. ι und 2 sind eine Anzahl der üblichen Ringspinnmaschinen 1, 2, 3, 4 und 5 dargestellt, von
denen jede mit Vorratsbehältern 6 für Aufsteckspulen, Aufsteckspulen 7 und Streckwerken 8 versehen
ist. Gemäß der Erfindung ist über jeder Spinnmaschine in angemessener Höhe je ein drehbarer
Ventilator 9, 10, 11, 12 und 13 angeordnet,
von denen ein jeder die äußeren ihm zugewandten Flächen der benachbarten Spinnmaschinen abblasen
soll. So richtet z. B. der Ventilator 10 seinen Luftstrom
auf die ihm zugewandten Flächen der Spinnmaschinen ι und 3, während Ventilator 12 die ihm
zugewandten Außenflächen der Spinnmaschinen 3 und 5 abbläst.
In Fig. ι dienen die Ventilatoren 12 und 13 zum
gleichzeitigen Reinigen der Spinnmaschinen und der Raumdecke. Beim Reinigen der Spinnmaschinen
arbeiten die Ventilatoren 12 und 13 genau so wie
die Ventilatoren 9, 10 und 11, die nur für ein
Reinigen der Spinnmaschinen geeignet sind. Wenn das zweite Flügelrad der Ventilatoren 12 und 13
seinen Luftstrom nach oben richtet und dabei die gleiche Bewegung wie. das erste, die Spinnmaschine
abblasende Flügelrad vollführt, wird eine Fläche gereinigt, die der von einer Spinnmaschine eingenommenen
Fläche gleichkommt. Auf diese Weise kann also der Ventilator 12 zuerst den über der
Spinnmaschine 5 liegenden Teil der Decke und alsdann denjenigen über der Spinnmaschine 3
reinigen.
In Anbetracht der Länge der Spinnmaschinen
und weil der Ventilatorluftstrom parallele, symmetrisch zur senkrechten Achse des Ventilators angeordnete
Oberflächen bestreichen soll, muß man dem Ventilator nicht nur eine Drehbewegung um
seine Achse, sondern auch noch eine Pendelbewegung in senkrechter Ebene erteilen, und zwar
so, daß der Ventilator mehr dem Boden zu geneigt ist, wenn er einen nahe gelegenen Teil der Spinnmaschine
abbläst, als wenn er einen entfernteren Teil bestreicht. Diese Bewegung wird dadurch erreicht,
daß man den beweglichen Teil des Ventilators zwingt, sich an einer im Inneren der Schutzhaube
angeordneten Führungskurvenleiste entlang zu bewegen.
Aus Fig. 3, die einen Ventilator gemäß der ersten, zum Reinigen der Spinnmaschinen allein bestimmten
Ausführung darstellt, ist ersichtlich, daß der Ventilator aus einem ortsfesten Aufhängeteil 14
und einem beweglichen Teil 15 nebst einem aus drei Gummiflügeln bestehenden Propeller zusammengebaut
ist.
Der ortsfeste Teil 14 umfaßt einen Aufhängedeckel
16, einen dichten zylindrischen Körper 17 und eine kugelförmig gestaltete Kappe 18. In dem
ortsfesten Teil 14 ist mittels einer Lagerbüchse 19
ein drehbares Rohrstück 20 aufgehängt, das oben die Schleifringe 21 und 22 für die im Körper 17
befestigten Stromzuführungsbürsten 23 und 24 und unten einen Bügel 25 trägt, der mittels eines Ringes
26 das sctnvingende, aus Motor und Untersetzungsgetriebe
bestehende Aggregat hält. Dieses letztere, das sich innerhalb einer kugelförmigen, mit sehr
geringem Spiel in die kugelförmige Kappe 18 eingepaßten
Schutzhaube 27 befindet, wird durch das Untersetzungsgetriebe 28 und den den Propeller
mit den Gummiflügeln 30 antreibenden Motor 29 außen an der Haube gebildet. Am Ende des Untersetzungsgetriebes
28 und von diesem angetrieben befindet sich eine Rolle 31 mit einer Rille 32, die
an einer in sich geschlossenen, am Ende des zylindrischen Körpers 17 angebrachten Kurvenführungsleiste
33 abrollt. Dieser Kurvenführungsleiste 33 ist eine derartige Form gegeben, daß der sich beständig
um seine Achse drehende Ventilator seinen Luft-
strom in jedem Augenblick auf eine andere Stelle der zu reinigenden Spinnmaschine richtet.
Das Aggregat von Motor und Untersetzungsgetriebe treibt gleichzeitig das Ventilatorflügelrad
30 und, mit angemessener Untersetzung, auch die Rolle 31 an, die durch ihre Bewegung das Aggregat
von Motor und Untersetzungsgetriebe dazu zwingt, eine Bewegung auszuführen, die sich nach der
Formgebung der Kurvenführungsleiste 33 richtet.
Ebenso ist es aber auch möglich, die gleiche Bewegung zu erzielen, wenn man, wie in Fig. 5 dargestellt,
die Rolle 31 durch ein Ritzel 41 und die Kurvenführungsleiste 33 durch eine Zahnstange 42
ersetzt, so daß man einen zwangsläufigen Antrieb ohne eventuelles Rutschen erhält.
Die Form der als Führung dienenden Zahnstange ist in Fig. 6 im Aufriß und in Fig. 7 im Grundriß
dargestellt.
Aus vorstehendem ist ersichtlich, daß diese An-
ao Ordnung der Teile des Ventilators gestattet, diesem eine außen völlig dichte Form ohne ebene Flächen
und unter Vermeidung aller Ecken zu geben, wodurch jede Ablagerung von Faserflug vermieden
wird..
Fig. 4 schließlich zeigt einen Doppelventilator in den Einzelheiten gemäß der zweiten Ausführungsform für das gleichzeitige Reinigen der Spinnmaschinen
und der Raumdecke. Zu dem Ventilator 34 nach Fig. 3 ist also einfach ein zweiter Ventilator
35, der nach oben bläst, hinzugefügt. Der Ventilator 35 ist nur mit einem Motor 36 ohne
Untersetzungsgetriebe und mit einem Flügelrad aus Gummi 37 versehen. Die Pendelbewegung des Ventilators
34 zieht auch die des Ventilators 35 nach sich, d. h. er bestreicht nach oben zu eine Zone, die
der nach unten zu durch den Ventilator 34 abgeblasenen gleichkommt.
Claims (7)
- Patentansprüche:i. Einrichtung zum Abblasen von Faserteilchen u. dgl. an Spinnmaschinen, dadurch gekennzeichnet, daß mitten über jeder einzelnen λΌη mehreren parallel nebeneinander angeordneten Spinnmaschinen ein um die senkrechte Traggehäuseachse drehbarer, mit Flügeln, vorzugsweise aus Gummi, versehener Ventilator schräg zur senkrechten Traggehäuseachse angeordnet ist, dessen Drehbewegung um die senkrechte Achse nach Maßgabe einer Kurvenführung (33 oder 42) erfolgt, derart, daß der schräg nach unten gerichtete Luftstrom die dem Ventilator zugewandten Außenflächen der benachbarten Ringspinnmaschinen bestreicht.
- 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Ventilator mit zwei Flügelrädern (30 und 37) versehen ist, von denen das erste schräg nach unten auf die ihm zugewandten Außenflächen der benachbarten Spinnmaschinen bläst, während das zweite schräg nach oben bläst, um die über den benachbarten Spinnmaschinen gelegenen Teile der Raumdecke zu reinigen.
- 3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die gesamte Halte- und Führungsvorrichtung wie auch die Teile für die Drehbewegung des Ventilators in einem Gehäuse (14, 15) eingeschlossen sind, das in an sich bekannter Weise nur kugelförmige und zylindrische Formen aufweist und damit das Ablagern von Fasern oder Staub unmöglich macht.
- 4. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein aus Motor und Untersetzungsgetriebe bestehendes Aggregat, das, einerseits das Flügelrad (30) und andererseits die mit der Kurvenführungsleiste (33 oder 42) im Eingriff befindliche Antriebsrolle (31 oder 41) drehend, im Inneren einer Haube (27) mittels eines um die senkrechte Achse drehbaren Bügels (25) schwenkbar aufgehängt ist.
- 5. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 4, gekennzeichnet durch einen ortsfesten, zylindrischen, die Schleifringe (21 und 22) und Bürsten (23 und 24) für die Zuführung des elektrischen Stromes sowie einen Tragbügel (25) enthaltenden Teil (14), der in eine kugelförmige Kappe (18) ausläuft, in deren Inneres die den Motor nebst Untersetzungsgetriebe umgebende Kugelhaube (27) eingepaßt ist.
- 6. Einrichtung nach den Ansprüchen 1, 4 und 5, gekennzeichnet durch einen zweiten, nach oben blasenden Ventilator (35, 36, 37).
- 7. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehbewegung des Ventilators um die senkrechte Traggehäuseachse durch ein mit einer Zahnstange (42) im Eingriff befindliches konisches Ritzel (41) erfolgt.Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 152875.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 5812 2.54
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