DE89400C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- C09B—ORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
- C09B11/00—Diaryl- or thriarylmethane dyes
- C09B11/04—Diaryl- or thriarylmethane dyes derived from triarylmethanes, i.e. central C-atom is substituted by amino, cyano, alkyl
- C09B11/10—Amino derivatives of triarylmethanes
- C09B11/24—Phthaleins containing amino groups ; Phthalanes; Fluoranes; Phthalides; Rhodamine dyes; Phthaleins having heterocyclic aryl rings; Lactone or lactame forms of triarylmethane dyes
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Heterocyclic Carbon Compounds Containing A Hetero Ring Having Oxygen Or Sulfur (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAM
Ueber die Einwirkung von Ammoniak auf das Fluorescein liegen bereits verschiedene Beobachtungen
vor. R. Meyer & Oppelt (Ber. XXI, S. 3376) erhielten durch Erhitzen
von Fluorescein mit Ammoniak auf i8o° C.
einen Körper G20 H15 iV3 O2, in welchem zwei
Amidogruppen und eine Imidogruppe an Stelle von Hydroxyl bezw. Sauerstoff getreten waren.
Durch seine Fähigkeit, ein salzsaures Salz und eine Diazoverbindung zu liefern, ist der Körper
als ausgesprochene Base charakterisirt. Die Patentschrift Nr. 73334 benutzt dieses Product,
um daraus durch Alkylirung gelbe basische Farbstoffe darzustellen.
Nach der Patentschrift Nr. 56506 entsteht ferner bei der Einwirkung von Ammoniak auf
Fluorescein bei i8o° C. ein Körper von basischen Eigenschaften, in dem nur eine Hydroxylgruppe,
und zwar durch die Amidogruppe ersetzt ist. Seine Amidogruppe läfst sich durch
Methylirung in die Dimethylamidogruppe überführen, wodurch dann ein mit dem Dimethylrhodaminol
identischer basischer Farbstoff erhalten wurde.
Die Einwirkung von Ammoniak und primären Basen der fetten und aromatischen Reihe auf
das Fluorescein findet sehr viel leichter und in anderer Weise, als wie es durch obige Beobachtungen
bisher bekannt war, statt, sobald man Substitutionsproducte des Fluoresce'ins,
namentlich die Nitrosubstitutionsproducte der aus Phtalsäure und den substituirten Phtalsäuren
(Di- und Tetrachlorphtalsäuren u. s. w.) dargestellten Fluoresceine, sowie das Disulfofluorescein
verwendet. Die Stickstoff bestimmung ergiebt, dafs hierbei ein Basenrest eingeführt
wird. Die neuen Producte besitzen jedoch keine basischen Eigenschaften, sondern behalten
ausgesprochen sauren Charakter, sowohl in ihrem chemischen Verhalten, als in ihren Färbeeigenschaften.
Sie lösen sich leicht schon in kohlensauren Alkalien und werden durch Säuren wieder gefällt. Hierdurch unterscheiden
sie sich scharf von den bisherigen aus Fluorescein und Ammoniak bei hoher Temperatur
erhaltenen Producten.
i. 10 kg Dinitrofluoresce'in werden mit 10 kg
Wasser zum Teig angerührt und 7,5 kg Ammoniak von 22 bis 24 pCt. hinzugegeben. Unter
freiwilliger Erwärmung auf 45 bis 500C. löst
sich alles zu einer tiefbraunrothen Flüssigkeit. Nach kurzer Zeit verdickt sich die Masse unter
Ausscheidung schimmernder Blättchen und erstarrt schliefslich zu einem beinahe festen
Krystallbrei. Derselbe wird mit Kochsalzlösung angerührt und auf ein Saugfilter gebracht.
Ein rothgelber' Farbstoff geht ins Filtrat, das Hauptreactionsproduct bleibt als
Ammoniaksalz in Form gelber glänzender Blättchen zurück. Es wird zur Reinigung von
der Mutterlauge noch einmal in heifsem Wasser aufgelöst und durch Kochsalz wieder gefällt.
Es löst sich leicht in Wasser mit reingelber Farbe (das Dinitrofluoresce'in rothgelb), über-
schüssige Natronlauge verändert die Farbe nicht, während sich das Dinitrofluoresce'in in
Natronlauge violett löst. Säuren fällen die freie Farbsäure in lebhaft gelb gefärbten
Flocken, welche sich schwer in Alkohol lösen und daraus in gelben Nadeln krystallisiren.
Der Farbstoff färbt Wolle rein gelb. Die Färbungen zeigen betreffs des Egalisirungsvermögens
und der Lichtechtheit einen bedeutenden technischen Fortschritt gegenüber den bisher bekannten Fluorescemderivaten
sauren Charakters.
2. io kg Dinitrofluorescein werden mit ι 5 kg
Anilin auf 1200C. erhitzt. Unter Wasserabgabe
vollzieht sich die. Condensation und ist beendet, wenn eine Probe mit Natronlauge nicht mehr
die violette Färbung des unveränderten Dinitrofluorescems zeigt. Das überschüssige Anilin
wird durch Ausziehen mit wässeriger Salzsäure entfernt, der Rückstand mit Soda gelöst und
der neue Farbstoff aus dem Filtrat durch Kochsalz gefällt. Man erhält so das Natronsalz als braungelbes, in Wasser mit gelbrother
Farbe lösliches Pulver. Säuren fällen die Farbsäure in bräunlichgelben Flocken. Concentrirte
Schwefelsäure löst sie mit rothgelber Farbe. Der Farbstoff färbt röthlichgelb.
3. 10 kg Dichlordinitrofluoresce'in (Nitroproduct
des aus Dichlorphtalsäure + Resorcin erhaltenen Fluorescent) werden mit 10 kg
Wasser angerührt und 7,5 kg Ammoniak von 2 3pCt. zugefügt. Die Masse erwärmt sich auf
40 bis 50° C. Zeigt eine Probe mit Natron nicht mehr den Farbenumschlag von braunroth
in blauviolett, so verdünnt man mit Wasser, fällt die Farbsäure durch Salzsäure aus, filtrirt
ab, löst in Soda und dampft zur Trockene. Man erhält so den Farbstoff als braunrothes
Pulver, welches sich leicht in Wasser mit lebhaft oranger Farbe, in concentrirter Schwefelsäure
gelbroth löst; Säuren fällen die Farbsäure in gelbbraunen Flocken. Das Product färbt Wolle ziegelroth.
4. ι ο kg Disulfofluorescein werden mit ι ο kg
Wasser und 5 kg Ammoniak von 23 pCt. vier Stunden auf i8o° C. erhitzt bezw. so lange,
bis das Product mit Natron nicht mehr den Farbenumschlag in Blau, zeigt, wie das Ausgangsproduct.
Man verdünnt mit Wasser, fällt die Farbsäure durch Salzsäure unter Zusatz von Kochsalz, filtrirt sie ab, löst in Soda und
dampft zur Trockene. So erhält man den Farbstoff als hellgelbbraunes Pulver, leicht
löslich in Wasser mit lebhaft gelber Farbe und grüner Fluorescenz. Säuren fällen die Farbsäure,
jedoch erst auf Zusatz von Kochsalz, in gelben Flocken, die sich in Wasser mit
gelber Farbe lösen. Der Farbstoff färbt Wolle lebhaft und rein gelb.
Ganz analog den angeführten Beispielen wurden die in nachstehender Tabelle charakterisirten
Farbstoffe dargestellt:
| Farbstoff aus: | Aussehen | Löst sich in Wasser |
Bei Zusatz von Salzsäure |
Mit concen trirter Schwefel säure |
Färbt |
| Dinitrofluoresce'in 4- Monoäthylamin | Braunrothes Pulver |
Lebhaft gelbroth |
Lebhaft gelbe Flocken |
Hellgelb | Lebhaft orange |
| Dinitrofluorescein + p-Toluidin | Gelbbraunes Pulver |
Gelbroth | Bräunlich gelbe Flocken |
Rothgelb | Bräunlich gelb |
| Tetrachlordinitrofluoresce'in (durch Ni- triren des Fluorescei'ns aus Tetrachlor- phtalsäure + Resorcin) + Ammoniak |
Dunkel braunes Pulver |
Rothgelb | Rothgelbe Flocken |
Gelbroth | Gelbraun |
| Trinitrofluoreseem (aus dem aus Nitro- phtalsäure + Resorcin erhaltenen Nitro- fluorescem durch Nitriren) +Ammoniak |
Lebhaft gelbrothes Pulver |
Lebhaft gelb |
Lebhaft hellgelbe Flocken |
Hellgelb | Lebhaft gelb. |
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:i. Verfahren zur Darstellung neuer Phtalemfarbstoffe sauren Charakters, darin bestehend, dafs man Ammoniak oder primäre Basen der fetten oder aromatischen Reihe auf die Nitrosubstitutionsproducte des Fluoresceins und der aus substituirten Phtalsäuren (Di-und Tetrachlorphtalsäure u. s. w.) erhältlichen Fluoresceme, sowie auf die Sulfosäuren des Fluorescein^ einwirken läfst.
Ausführung des unter i. geschützten Verfahrens unter Anwendung von Ammoniak, Monoäthylamin, Anilin, p-Toluidin einerseits und des Dinitrofluoresceins, des Tnnitrofluoresce'ins (dargestellt durch Nitriren des aus Nitrophtalsäure und Resorcin erhältlichen Nitrofluoresceins), des Dinitrodichlorfluoresceins, des Dinitrotetrachlorfluoresceins und des Disulfofluoresce'ins andererseits.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE89400C true DE89400C (de) |
Family
ID=361218
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT89400D Active DE89400C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE89400C (de) |
-
0
- DE DENDAT89400D patent/DE89400C/de active Active
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