DE140690C - - Google Patents

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DE140690C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B35/00Disazo and polyazo dyes of the type A<-D->B prepared by diazotising and coupling
    • C09B35/02Disazo dyes
    • C09B35/039Disazo dyes characterised by the tetrazo component
    • C09B35/205Disazo dyes characterised by the tetrazo component the tetrazo component being a derivative of a diaryl- or triaryl- alkane or-alkene
    • C09B35/21Disazo dyes characterised by the tetrazo component the tetrazo component being a derivative of a diaryl- or triaryl- alkane or-alkene of diarylmethane or triarylmethane

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

PATENTAMT.
Λ* 140690 -KLASSE 22 a.
In der Patentschrift 72490 wird ein Verfahren zur Darstellung von Dinitrodioxydiphenylmethan und Dinitrodiäthoxydiphenylmethan beschrieben, wonach o-Nitrophenol bezw. o-Nitrophenetol in Gegenwart eines Kondensationsmittels, wie konzentrierte Schwefelsäure mit Formaldehyd behandelt wird. Die Reaktion verläuft in der gleichen Weise, wenn man an Stelle des o-Nitrophenetols o-Nitroanisol zur Anwendung bringt.
Es hat sich nun gezeigt, daß das so erhaltene Dinitrodimethoxydiphenylmethan, welchem sehr wahrscheinlich die Formel
(H, C) O -<(~V C H, -
zukommt, bei Behandlung nach den üblichen Reduktionsmethoden ein entsprechendes Diamin liefert, welches, wie gefunden wurde, sich leicht in die entsprechende leicht lösliche Tetrazoverbindung überführen läßt, und daß diese mit ß-Naphtol auf der Faser oder außerhalb derselben, bei Gegenwart eines Substrates oder ohne dasselbe kombiniert, einen unlöslichen blauroten Disazofarbstoff liefert.
Es sind bisher weder Azofarbstoffe aus p-Diamidodiphenylmethanen noch solche aus den entsprechenden m-Diamidoderivaten dargestellt worden. In der Patentschrift 43644 wird die Darstellung von Farbstoffen aus Diamidotriphenylmethan und dessen Homologen einerseits und 2 Mol. β - Naphtoldisulfosäure R andererseits beschrieben. Es handelt sich hierbei um die Darstellung von leicht löslichen, zum Färben von Wolle zu verwendenden, ponceauähnlichen Farbstoffen. Es konnte selbstredend aus den Eigenschaften dieser Kombinationen kein Schluß ■ auf diejenigen der vorliegenden Kombination gezogen werden, die sich von einem bisher unbekannten Derivat des m-Diamidodiphenylmethans ableitet und durch Kombination mit 2 Mol. ß-Naphtol hergestellt ,wird.
Es hat sich übrigens gezeigt, daß p-Diamidodiphenylmethanderivate praktisch zur Erzeugung von Kombinationen auf der Faser vollständig ungeeignet sind, da die Tetrazoverbindungen beim Versetzen mit mineralsäurebindenden Mitteln, z.B. Natriumacetat, momentan unter heftigem Aufschäumen zersetzt werden, während das in dem beschriebenen Verfahren verwendete Derivat des m-Diamidodiphenylmethans sich ganz besonders durch die sogar das p-Nitrodiazobenzol übertreffende Beständigkeit seiner Diazoverbindung auszeichnet.
Die Nuancen, welche man auf der Faser mittels dieses Farbstoffs erhält, sind dem Nitrosamin- bezw. ρ - Nitranilinrot in Bügel- und Chlorechtheit gleich; sie sind in der Aufsicht etwas gelber, aber weit klarer, zeigen einen schöneren blauen Überschein und werden bei
alkalischer Wüsche nicht braun, wie dies beim Nitrosaminrot der Fall ist. Endlich ist die Kupferempfindlichkeit eine wesentlich geringere, wie bei Nitrosaminrot.
Von hervorragender Bedeutung ist ferner der Farbstoff für Druckzwecke, indem es gelingt, mittels der Diamidobase bezw. deren Tetrazoverbindung auf mit ß-Naphtol präpariertem Stoff Farbtöne zu erzeugen, welche wesentlich
ίο blauer sind als die bei der Uni-Entwicklung erzielten und somit dem Alizarinrot nahestehen. Hierzu kommt noch, daß die Tetrazolösung sich in der Druckmasse, also in essigsaurer Lösung, lange Zeit unverändert hält, während p-Nitrodiazobenzol unter gleichen Umständen schon nach 12 bis 15 Stunden fast vollständig zersetzt ist.
Ebenso wie die Drucke sind auch die Farblacke den Entwickelungen auf der Faser gegenüber wesentlich blauer.
Es braucht nicht hervorgehoben zu werden, daß alle diese Vorzüge der ß-Naphtolkombination bezw. der neuen Base mit Rücksicht darauf, daß die letztere bisher unbekannt war, nicht vorhergesehen werden konnten. Unerwartet ist vor allem die absolute Bügelechtheit des ß-Naphtolfarbstoffs, nachdem alle ähnlichen Kombinationen (z. B. diejenigen aus o-Anisidin oder p-Kresidin) gerade infolge des Fehlens dieser hier in erster Linie erforderlichen Eigenschaft von der praktischen Anwendung ausgeschlossen sind.
Auch war nicht vorauszusehen, daß die Vereinigung der Tetrazolösung mit ß-Naphtol so rasch erfolgen werde, daß stets gleichzeitig zwei Moleküle desselben in Reaktion treten und so die Bildung eines Zwischenproduktes mit einem Molekül ß-Naphtol, welche die Anwendbarkeit des neuen Verfahrens zum mindesten fraglich gemacht haben würde, ausbleibt.
Beisp iele.
Beispiel 1.
Darstellung des m-Dinitro- und Diamido-p-dimethoxydiphenylmethans.
Zur Darstellung des Kondensationsproduktes aus o-Nitranisol und Formaldehyd wurde gemäß den Angaben des Patentes 72490 verfahren.
153 Teile (== 1 Mol.) o-Nitranisol wurden bei 15 bis 200 in 500 Teile Schwefelsäure von 660B. eingerührt und das Gemisch wurde bei derselben Temperatur allmählich mit 38 Teilen Formaldehyd von 40 Prozent versetzt. Die nach kurzer Zeit erstarrte Masse wird so lange weiter gerührt, bis der Geruch nach Aldehyd verschwunden ist. Man gießt in 5000 Teile Wasser, filtriert und wäscht bis zum Verschwinden der sauren Reaktion.
Das fein zerriebene, schwach gelb gefärbte Kondensationsprodukt wird allmählich bei Wasserbadtemperatur eingetragen in ein Gemisch von 250 Teilen Eisen, 500 Teilen Wasser und 30 Teilen Essigsäure. Nach beendigter Reduktion macht man mit 10,6 Teilen calc. Soda alkalisch und filtriert nach dem Erkalten den Eisenschlamm und damit auch das unlösliche Reduktionsprodukt ab. Die Base wird den Eisenverbindungen durch Alkohol entzogen. Nach dem Eindampfen des Alkohols hinterbleibt sie als eine braungelbe Masse; zur Reinigung kann man dieselbe in Wasser unter Zusatz von Salzsäure lösen und durch Kochsalz als salzsaures Salz wieder abscheiden.
Das Dinitrokondensationsprodukt ist von grauweißer Farbe; aus einem Gemisch von Alkohol und Benzol umkristallisiert schmilzt es bei etwa i6o°. Es ist unlöslich in Wasser, leicht löslich in Chloroform und Benzol, schwerer löslich in Alkohol.
Die freie Diamidobase löst sich leicht in Benzol, Chloroform, Alkohol und in verdünnter Mineralsäure; sie ist unlöslich in Wasser. Alkalien fällen aus ihren Salzen die Base in braunweißen Flocken. Aus heißem Ligroin, worin sie selbst beim Kochen nur schwer löslich, kristallisiert sie in feinen weißen Nädelchen vom Schmp. 1070.
Beispiel 2.
Farbstoffdarstellung auf der Faser.
a) Tetrazoverbindung.
33,1 Teile des salzsauren Salzes der Diamidobase werden in etwa 1000 Teilen Wasser und 35 Teilen Salzsäure von 210B. gelöst und nach dem Abkühlen mit einer konzentrierten wässrigen Lösung von 14 Teilen Natriumnitrit versetzt. Nach der (sehr rasch beendeten) Tetrazotierung werden 40 Teile kristallisiertes Natriumacetat zugegeben und dann die Lösung auf 2000 Volumteile aufgefüllt.
b) ß-Naphtolgrundierung. iog
Man klotzt mit einer Lösung von 20 Teilen ß-Naphtol, 20 Teilen Natronlauge von 400 B. und 50 Teilen Türkischrotöl in 910 Teilen Wasser und trocknet.
110 c) Entwickelung.
Der Stoff passiert auf der Klotzmaschine langsam die Tetrazoflüssigkeit, wird etwa 2 Minuten an der Luft verhängt, sodann gespült, 5 Minuten bei 500 mit einer Lösung von 5 Teilen Seife in 1000 Teilen Wasser geseift und, event, auf der Kupfertrommel, getrocknet.
Für die Darstellung eines Farblackes verwendet man unter Benutzung der obigen Tetrazolösung an Stelle der mit ß-Naphtol im-
prägnierten Faser eine erforderlichenfalls noch mit Acetat, versetzte Lösung von ß-Naphtolnatrium, welcher event, ein beliebiges Substrat (Blanc fix etc.) beigemischt ist.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Darstellung eines wasserunlöslichen blauroten Azofarbstoffe, zum Zweck der Erzielung waschechter roter Färbungen und von roten Farblacken, darin bestehend, daß man m-Diamido-p-dimethoxydiphenylmethan nach erfolgter Tetrazotierung mit 2 Mol. ß-Naphtol auf der Faser oder in wässriger Lösung bei Anoder Abwesenheit eines Substrates kornbiniert.
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