DE877655C - Verfahren zur Herstellung von Heilmitteln aus tierischem Gewebe und innersekretorischen Druesen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Heilmitteln aus tierischem Gewebe und innersekretorischen Druesen

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DE877655C
DE877655C DEP37617A DEP0037617A DE877655C DE 877655 C DE877655 C DE 877655C DE P37617 A DEP37617 A DE P37617A DE P0037617 A DEP0037617 A DE P0037617A DE 877655 C DE877655 C DE 877655C
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Germany
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animal tissue
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glands
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Expired
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DEP37617A
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English (en)
Inventor
Willy Oehl
Franz Dr Poschmann
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BONOMEDIC LAB
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BONOMEDIC LAB
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL, OR TOILET PURPOSES
    • A61K35/00Medicinal preparations containing materials or reaction products thereof with undetermined constitution
    • A61K35/12Materials from mammals; Compositions comprising non-specified tissues or cells; Compositions comprising non-embryonic stem cells; Genetically modified cells

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Heilmitteln aus tierischem Gewebe und innersekretorischen Drüsen Bekanntlich werden bei der Herstellung von Heilmitteln (Wirkstoffe noch ungeklärter chemischer Konstitution, Hormone, Fermente usw.) aus tierischem Gewebe und innersekretorischen Drüsen dieselben einem Extraktionsverfahren mit selektiv wirkenden Lösungsmitteln unterworfen, wobei dann anschließend noch differenzierte Reinigungsverfahren angeschlossen werden. Bei diesen Verfahren werden die in den Drüsen vorhandenen Wirkstoffe aus ihrem natürlichen Verband gelöst und dann in mehr oder weniger reiner Form zur Anwendung gebracht.
  • So ist u. a. schon bekanntgeworden, Extrakte aus Venenblut und Hoden mit 3oo/oiger Glycerinlösung in Wasser unter Zusatz von Seesalzlösung herzustellen, wobei die Seesalzlösung eine Veränderung des Gewebes und,der Gewebeinhaltsstoffe, insbesondere bezüglich des kolloidalen Aufbaus und der organischen Substanz, herbeiführte.
  • Ebenso wurden bereits Organextrakte mit der 6- bis iofachen Menge 87o/oigen Glycerins oder mit ioo°/oigem Glycerin hergestellt.
  • Mit dem Ziel einer Gewebezerstörung, um Wirkstoffe vom Gewebe freizusetzen, hat man auch schon zerkleinerte Bauchspeicheldrüsen mit wäßrigen Lösungen von Säuren, Laugen oder Pufferlösungen autolysiert.
  • Es sind auch Verfahren bekanntgeworden, deren Ziel es ist, die Gesamtwirkstoffe der verarbeiteten Drüsen in schonender Form zu konservieren, um sie dann, so haltbar gemacht, unter möglichst natürlichen Bedingungen der gewerblichen Verwertung zuzuführen. Hierher gehören z. B. die Trockenpräparate und Totalextrakte. Das Bestreben aller dieser Verfahren geht grundsätzlich dahin, unter Verwendung verschiedener Methoden eine Anreicherung der Wirkstoffe zu erzielen.
  • Es wurde nun gefunden, daß es bei Anwendung geeigneter Extraktionsverfahren und Extraktionsmittel gelingt, aus Frischdrüsen hochwirksame Extrakte herzustellen, in denen die Wirkstoffe im natürlichen Verband stabilisiert vorliegen. Die Wirksamkeit dieser Extrakte ist derart, daß sie auch ohne weitergehende Anreicherung der in ihnen enthaltenen Wirkstoffe zur Anwendung gebracht werden können.
  • Zur Durchführung der Extraktion werden die frischen, fein gemahlenen Ausgangsstoffe bei gewöhnlicher oder wenig erhöhter Temperatur mit den in Frage kommenden Extraktionsmitteln innig vermengt und einer befristeten Lagerung unterworfen. Die Lagerdauer kann durch Rühren abgekürzt werden. Nach der Lagerung werden die Extrakte in üblicher Weise von den festen Bestandteilen befreit und kommen, nötigenfalls nach Zusatz konservierend wirkender Stoffe, wie Ester der p-Oxybenzoesäure, Thymol, p-chlorbenzoesaures Natrium usw., zur Anwendung. Die so gewonnenen Extrakte sind ausgezeichnet haltbar und zeichnen sich durch hohe Wirksamkeit aus. Als Extraktionsmittel werden beansprucht: Zucker sowie Hydrolysate derselben, wie sie aus Di- und Polysacchariden gewonnen werden können, ferner Zuckeralkohole und mehrwertige aliphatische Alkohole mit mindestens zwei Hydroxylgruppen und 4 bis 6 C-Atomen. Die bei gewöhnlicher Temperatur als Flüssigkeit vorliegenden Extraktionsmittel kommen als solche zur Anwendung, während die kristallisierten Stoffe in konzentrierter wäßriger Lösung verwendet werden. Zur weiteren Stabilisierung können vor, während oder nach der Extraktion Salzpuffer hinzu# gegeben werden.
  • Es ist zwar bekannt, daß die genannten Extraktionsmittel eine stabilisierende Wirkung auf gelöste organische Stoffe ausüben können. So werden z. B. Zucker und Zuckeralkohole angewandt, um aus Pankreas hergestelltes Kallikrein zu stabilisieren. Es war aber nicht vorauszusehen, daß mit ihnen aus tierischem Gewebe und Drüsen Extrakte hergestellt werden können, die ohne Zwischenschaltung eines Anreicherungsverfahrens eine zur unmittelbaren therapeutischen Anwendung ausreichende Wirksamkeit entfalten. Das ist aber von ausschlaggebender Bedeutung, denn dadurch kann jeder chemische Eingriff in den in natürlicher Form vorliegenden Wirkstoffkomplex vermieden werden. Beispiel i i kg frische Rinderovarien werden durch einen Fleischwolf mehrfach gemahlen. Der so erhaltene feinzerteilte Organbrei wird mit einer 5oo/oigen Glucoselösung (mit o,i o/o eines Esters der p-Oxybenzoesäure) im Verhältnis i : 3 versetzt. Durch ein schnell laufendes Rührwerk wird die Masse täglich einige Stunden gerührt. Nach einer Lagerzeit von 5 Tagen wird die Masse nach üblichen Methoden zum klaren Extrakt weiterverarbeitet. Durch Zugabe von Phosphatpuffer wird schließlich auf pH 4 eingestellt.
  • Beispiel e i kg Lactose wird durch Kochen mit verdünnter Salzsäure in Glucose und Galactose gespalten, und zwar so, daß ein 5oo/oiger Sirup entsteht. Nach beendeter Verseifung wird mit -Natronlauge auf ein pH von 4 bis 5 neutralisiert. Durch kurzes Aufkochen mit Aktivkohle wird entfärbt und anschließend filtriert. Der so erhaltene klare Sirup, der einen Zusatz von o,i °/o eines Esters der p-Oxybenzoesäure erhält, wird dann mit fein gemahlenem Pankreas im Verhältnis 2 : z gemischt und nach einer Lagerzeit von 7 Tagen aufgearbeitet. Nach Fertigstellung erhält die klare Flüssigkeit noch einen Zusatz von o,i je Mille Thymol.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Extrakten aus tierischen Drüsen und Geweben, dadurch gekennzeichnet, daß die fein gemahlenen Frischdrüsen und Gewebe mit Zucker oder Hydrolysaten von Di- und Polysacchariden oder mit mehrwertigen aliphatischen Alkoholen mit mindestens zwei Hydroxylgruppen und 4 bis 6 C-Atomen bei gewöhnlicher oder nur wenig erhöhter Temperatur behandelt werden und nach einer Lagerung ohne Anwendung weiterer Reinigungs- oder Anreicherungsverfahren in an sich bekannter Weise zum unmittelbar verwendbaren therapeutisch wirksamen Extrakt aufgearbeitet werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Zucker in konzentrierter wäßriger Lösung angewendet werden.
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1052063B (de) * 1953-05-18 1959-03-05 A P Rheinlaender G M B H Dr Verfahren zur Gewinnung von haltbaren embryonalen Wuchsstoffpraeparaten
DE1182386B (de) * 1953-09-21 1964-11-26 Else Kern Geb Woehrmann Verfahren zur Herstellung haltbarer, therapeutisch verwendbarer Suspensionen tierischer Gewebezellen

Non-Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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