DE646651C - Verfahren zur Herstellung eines hochwirksamen Auszuges aus Sennesblaettern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines hochwirksamen Auszuges aus Sennesblaettern

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DE646651C
DE646651C DEH142650D DEH0142650D DE646651C DE 646651 C DE646651 C DE 646651C DE H142650 D DEH142650 D DE H142650D DE H0142650 D DEH0142650 D DE H0142650D DE 646651 C DE646651 C DE 646651C
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senna leaves
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HOFFMANNI LA ROCHE and CO AKT GE
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H15/00Compounds containing hydrocarbon or substituted hydrocarbon radicals directly attached to hetero atoms of saccharide radicals
    • C07H15/20Carbocyclic rings
    • C07H15/24Condensed ring systems having three or more rings
    • C07H15/244Anthraquinone radicals, e.g. sennosides

Description

DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
18. JUNI 1937
19Jül=ai931
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30 h GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 5. Februar 1935 ab
Die Sennesblätter sind im Mittelalter in den Arzneischatz eingeführt worden. Seither bilden sie ein beliebtes und viel benutztes Abführmittel. Ihre Anwendung erfolgt als Aufguß, als Pulver mit oder ohne geschmacksverbessernde Zusätze, oder als Auszug. In den Sennesblättern ist eine große Anzahl von Stoffen enthalten, glucosidisch gebundene, sowie freie Anthrachinonderivate (Emodin), ätherische öle, organische Säuren, Harze u. dgl. Die harzartigen Bestandteile werden für die namentlich bei Verabreichung von größeren Gaben hin und wieder auftretenden Leibschmerzen verantwortlich gemacht.
Stellt man aus den getrockneten Sennes-^ blättern in üblicher Weise einen wässerigen Auszug her und bringt ihn zur Trockne, so zeigt sich, daß ein Teil der Wirksamkeit zerstört worden ist. Zur Bestimmung der Wirksamkeit der Sennespräparate kann die in der Patentschrift 528 921 beschriebene Methode an der weißen Maus verwendet, werden.
Es wurde nun gefunden, daß ein Wirksamkeitsverlust nicht eintritt, wenn man aus der zerschnittenen Droge unter Zugabe geringer Mengen alkalischer Stoffe, z. B. Natriumcarbonat, einen Aufguß mit siedendem Wasser herstellt, diesen bei vermindertem Druck eindampft und den Rückstand zur Entfernung von Verunreinigungen mit Äthanol auszieht. Ein ohne Zusatz alkalischer Stoffe hergestellter Aufguß ist schwach sauer, und es muß angenommen werden, daß dieser geringe Säuregehalt genügt, um einen Teil der Wirkstoffe zu spalten. Vorteilhaft ist es, die zerschnittenen Sennesblätter vor der Herstellung des Aufgusses durch Behandlung mit Petroläther zu entharzen und hernach mit Äther emodinfrei zu waschen. Der beim Eindampfen des Aufgusses gewonnene Rückstand bildet nach dem Zerkleinern ein braunes Pulver, das die gesamten Wirkstoffe der Droge enthält. Diese Wirkstoffe sind in Äthanol nur wenig löslich. Durch Behandlung des Trockenauszuges, welcher etwa 50 °/„ äthanollösliche Bestandteile aufweist, mit Äthanol wird eine erhebliche Reinigung erzielt. Im Äthanolauszug sind nur Wirkstoffe im Ausmaße von etwa S °/o der Gesamtwirkung vorhanden. Damit ist eine Reinigungsmethode für den mit alkalischem Wasser hergestellten Gesamtextrakt aus Sennesblättern gefunden, die gestattet, einen großen Teil der unwirksamen Bestandteile zu entfernen, ohne daß ein wesentlicher Verlust an Wirkstoffen eintritt. Das erhaltene Erzeugnis stellt einen hochwirksamen, von Begleitstoffen weitgehend gereinigten Sennesblätterauszug dar, der als solcher therapeutische Verwendung finden oder als Ausgangsmaterial zur Darstellung der reinen Wirkstoffe der Sennesblätter dienen kann.
Nach Tschirch (Handbuch der Pharmakognosie, 2. Band, 2. Abteilung [1917], Seite 1416, Absatz 2 und 3) werden die Sennesblätter mit heißer, starker alkoholischer Kalilauge (bis zu 10 °/o) behandelt mit dem Ziel, die in der Droge vorhandenen Anthrachinone in freier Form zu gewinnen. Durch diese Be-
handlung wird ein wesentlicher Teil der Wirkstoffe zerstört.
In der Tat haben neuere Untersuchungen ergeben, daß die freien und in Freiheit gesetzten Anthrachinone nur einen Bruchteil der gesamten Wirksamkeit der ursprünglichen Droge ausmachen und am Versuchstier erst in so großen Mengen wirksam sind, wie sie zu Heilzwecken nicht verwendet werden können, ίο Ein großer Teil der Anthrachinone ist in der Droge in Form höherer, zum Teil sehr zersetzlicher Verbindungen enthalten, die wesentlich wirksamer sind als die Anthrachinone. Diese höher molekularen Verbindungen werden sowohl durch schwache Säuren als auch durch starkes Alkali leicht gespalten.
Nach dem vorliegenden Verfahren wird die Droge bei schwach alkalischer Reaktion ausgezogen. Der Zusatz von Alkali erfolgt deshalb, um die stets vorhandenen natürlichen Pflanzensäuren zu neutralisieren. Eine o,o5°/0ige Natriumcarbonatlösung genügt für diesen Zweck. Durch diese schonende Behandlung der'Sennesblätter erhält man einen neutralen Auszug, der den in üblicher Weise gewonnenen Aufguß, der sauer ist und den alkalischen Auszug nach Tschirch an Wirksamkeit bedeutend überragt.
Während ein io°/0iger Aufguß, nach dem üblichen Verfahren hergestellt, eine Wirksamkeit von 200 Mäuse-Einheiten im g verarbeiteter Droge zeigt, liefert das neue Verfahren ein Erzeugnis mit einer Wirksamkeit von 330 Mäuse-Einheiten im g verarbeiteter Droge.
Beispiel
Fein zerschnittene Sennesblätter (FoI.
Sennae Tinnevelly) werden im Soxhlet mit Petroläther behandelt und darauf mit Äther ausgezogen. Die Behandlung mit Äther wird so lange fortgesetzt, bis der Äther beim Durchschütteln mit 5°/oigem Ammoniak nur noch eine schwache Rosafärbung gibt. Der Petrolätherauszug hinterläßt beim Eindampfen einen Rückstand, der etwa 3,5 °/o> der Ätherauszug einen solchen, der etwa r °/0 der angewendeten Droge beträgt.
ι kg der so gereinigten Blätter wird mit 10 1 siedendem destilliertem Wasser, welches 6 g wasserfreies Natriumcarbonat gelöst enthält, Übergossen und 10 Minuten im Wasserbad unter gelegentlichem Rühren erhitzt. Dann wird die Flüssigkeit von den Blättern abgetrennt und der erhaltene Auszug bei vermindertem Druck möglichst rasch zur Trockne gebracht, wobei die Außentemperatur des Siedegefäßes 80 bis 900 nicht übersteigen soll. Der schaumige Trockenrückstand läßt sich leicht zerkleinern und gibt dann ein braunes Pulver, das die Gesamtwirkung der Droge zeigt. Das erhaltene Pulver wird während 24 Stunden mit 96°/0igem Alkohol ausgezogen. Der hinterbleibende, in Äthanol unlösliche Rückstand wird getrocknet. Er stellt ein gelbbraunes Pulver dar, das sehr leicht und klar mit neutraler Reaktion in Wasser löslich

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zur Herstellung eines hochwirksamen Auszuges aus Sennesblättern, dadurch gekennzeichnet, daß aus der zerschnittenen Droge mit geringe Mengen alkalische Stoffe enthaltendem siedendem Wasser ein Aufguß hergestellt, dieser bei vermindertem Druck eingedampft und der Rückstand zur Entfernung von Verunreinigungen mit Äthanol ausgezogen wird.
DEH142650D 1935-02-05 1935-02-05 Verfahren zur Herstellung eines hochwirksamen Auszuges aus Sennesblaettern Expired DE646651C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1050506B (de) * 1958-03-01 1959-02-12 Nattermann A & Cie Verfahren zum Herstellen eines Wirkstoffkonzentrates aus Sennesdrogen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1050506B (de) * 1958-03-01 1959-02-12 Nattermann A & Cie Verfahren zum Herstellen eines Wirkstoffkonzentrates aus Sennesdrogen

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