DE8669C - Neuerungen an Modellplatten und in dem Verfahren zur Herstellung derselben - Google Patents
Neuerungen an Modellplatten und in dem Verfahren zur Herstellung derselbenInfo
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- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22C—FOUNDRY MOULDING
- B22C7/00—Patterns; Manufacture thereof so far as not provided for in other classes
- B22C7/04—Pattern plates
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- Moulds For Moulding Plastics Or The Like (AREA)
Description
1879.
Klasse 81.
GEORGE WOOLNOUGH und FRIEDRICH DEHNE in HALBERSTADT.
Neuerungen an Modellplatten und in dem Verfahren zur Herstellung derselben.
Patentirt im Deutschen Reiche vom I.Februar 1879 ab.
Das Bestreben, die in den Giefsereien etwa schon vorhandenen Modelle ohne weiteres zum
Formen mit der Platte direct zu verwenden, hat die Erfinder zu nachstehend erläuterten
Neuerungen bezw. nachstehendem Verfahren geführt.
Die Erfindung beschränkt sich auf die eigentliche Modellplatte auf den in letzter Linie zur
Bildung der Form beitragenden Theil; sie trennt von ihr diejenigen Bestandteile, deren Bestimmung
die Aufrechterhaltung des Zusammenhanges (eigentliche Platte) ist und die zur
Handhabung der Platte, sei es in der Formmaschine oder mit freier Hand, dienen sollen,
Sie schreibt als Material der eigentlichen Formplatte eine plastische, sich giefsen lassende
Masse vor (wie Gyps, Cement, eine leichtflüssige Metallmischung oder Blei, auch Hartgummi
u. dergl.) und stellt den diese Platte fassenden Rahmen (Modellplattenrahmen) aus einem dauerhaften
Metall (etwa Gufseisen) her.
Dieser Modellplattenrahmen oder kurz Modellrahmen, der'sowohl ein- wie mehrtheilig
sein kann, ist für sich in den Fig. 1 bis 4 (mehrtheilig), sowie in den Fig. 13 bis 18 (aus
einem Stück bestehend) dargestellt, im übrigen kehrt er in den meisten anderen Figuren wieder.
Sein Querschnitt ist, wenn mehrtheilig (vergl.
z. B. Fig. 4a, 4b auch 10, sowie 22 und 23), so beschaffen, dafs die einzelnen Theile desselben,
sobald zusammengeschraubt, ihren Inhalt, d. i. die plastische Modellplatte, fest zu
fassen vermögen. Der gleiche Zweck mufs durch gewisse entsprechende Vorrichtungen an
dem aus einem Stück hergestellten Modellrahmen, Fig. 13 bis 18, erreicht werden; als
hierfür anzuwendende Mittel sind beispielsweise die in diesen Figuren zur Verwendung gekommenen
zu bezeichnen.
Die Fig. 1 bis 4 beziehen sich auf einen nach der Linie o-f, Fig. 3, getheilten Modellrahmen
und zwar zeigt Fig. 1 und 2 je eine der beiden Hälften aus einander geklappt
im Grundrifs, Fig. 3 den zusammengesetzten Rahmen in der Ansicht, Fig. 4 Querschnitte
desselben. Mit der einen Hälfte B sind die Zapfen <z' α2 vereinigt, mit welcnen der Rahmen
bei · seiner Benutzung in die Lager der Formmaschinen eingelegt wird. Eine gewisse Anzahl
Schrauben c c dient zum Zusammenschrauben beider Hälften; cl c% sind Lehrstifte, während
des Zusammensetzens des Modellrahmens mit den Formkasten (z. B. mit D in Fig. 10)
functionirend. Bei dl d2 sind um Zapfen drehbare
Schrauben angebracht, welche je nach Bedarf nach oben oder nach unten hin herumgelegt
werden können.
Nichts würde im allgemeinen hindern, die Theilung des Modellrahmens auch in anderer
als der oben beschriebenen Weise vorzunehmen, etwa in diametraler oder diagonaler Richtung,
Fig. 22 und 23. Die Gestalt des Modellrahmens richtet sich nach gerade vorliegenden
Verhältnissen.
Ueber die Herstellung der Modellplatten, als deren Einfassung bezw. Halter
der vorstehend beschriebene Modellrahmen anzusehen ist, erübrigt es weiter, hinzuzufügen,
dafs sie im allgemeinen von jener der eisernen Modellplatten, deren Erzeugung in der Patentschrift
P. R. No. 1391 sich eingehend erläutert findet, abgeleitet ist.
Hierbei sind einige Fälle zu unterscheiden:
a) Das Original-Holzmodell, oder statt dessen ein etwa schon vorhandenes Gufsstück, wird
auf gewöhnliche Weise in einen geeigneten, zweitheiligen Formkasten eingeformt. Hierauf
hebt man dieses Modell aus, setzt auf den einen Formkastentheil den weiter oben beschriebenen
leeren Modellrahmen A B, Fig. 3, auf, legt den anderen Formkastentheil darüber und
giefst in den vom Modellplattenrahmen A B umschlossenen Hohlraum die plastische Masse
ein. Diese, d. i. also nach Befinden Gyps, Cement oder ein leichtflüssiges. Metall, eine
dergleichen Metallcomposition, Hartgummi oder ein ähnlicher Stoff, wird in alle Vertiefungen
des Formmateriales der beiden Formkästen genau eindringen. .
Ist die Masse erhärtet, was schnell geschieht, so wird der Oberkasten abgenommen und es
kann alsdann dasselbe mit dem, nun die Modellplatte enthaltenden, Modellrahmen A B geschehen.
Dieser ist, zusammengenommen mit seinem Inhalt, die Modellplatte, das vollständige
Seitenstück zu der eisernen Modellplatte des in der Patentschrift Nq. ι39ι beschriebenen
Verfahrens; mit dieser neuen Modellplatte können unter Benutzung der in gedachter Patentschrift
dargestellten Formmaschinen dieselben Manipulationen behufs Formens ausgeführt werden,
wie mit den eisernen Modellplatten.
Nach Lösung der Verbindungsschrauben c c, Fig. ι bis 5, können die beiden Modellrahmenhälften
A und B von einander getrennt, und, nachdem die erforderliche Anzahl von Giefsformen
mit der Platte hergestellt sind, die letztere herausgenommen und vorläufig weggestellt werden.
In den leeren Rahmen kann alsdann eine andere zu einer andern Zeit auf gleiche Weise
wie beschrieben hergestellte Modellplatte eingelegt, seine beiden Hälften zusammengeschraubt
und alsdann mit ihm operirt werden.
b) Hat man getheilte Modelle, so werden, nachdem selbige wie bei gewöhnlicher Handformerei
eingeformt und die Kastenhälften von einander getrennt sind, die Modelltheile mit
Schrauben, an deren Enden Muttern oder Anker befestigt werden, versehen, wie in Fig. 7 mit e
bezeichnet, und wieder in die betreffenden Sandformen hineingelegt, wobei zu bemerken
ist, dafs die im Oberkasten befindlichen Modelltheile vor dem Herausfallen »geschützt werden
müssen, etwa durch Haken, Schrauben oder Bindedraht etc.
Giefst man nunmehr nach erfolgter Zusammenstellung der beiden Formkästen und des zwischen
beide wie schon oben erwähnt gelegten Modellrahmens den Zwischenraum mit der gedachten
plastischen Masse aus, so werden die Bolzen e für eine sichere Verbindung der beiden
Modelltheile mit der plastischen bald erhärtenden Masse sorgen und wird letztere
eine Modellplatte bilden, bei welcher die ursprünglichen Modelle zur Herstellung der Sandform
direct zur Verwendung kommen und mit welcher ebenso wie mit der unter a) gekennzeichneten,
oder wie mit den eisernen Modellplatten (P. R. No. 1391) gearbeitet bezw. geformt
werden kann.
c) Nicht selten wird es sich als vortheilhaft herausstellen,, die unter a) und jene unter b)
beschriebene Herstellungsweise insofern zu vereinigen, als man ein betreffendes ungetheiltes
Modell, nachdem es wie gewöhnlich eingeformt ist, und die Kästen unter Zwischenlegung des
Modellrahmens zum Abgufs bereit sind, wieder in den Ober- oder Unterkasten eingelegt und
wie bei a) und b) beschrieben, mit der plastischen Masse abgiefst. Hierdurch wird erreicht,
dafs auf der einen Seite der plastischen Platte das Modell genau so weit hervorragt, als es
zum Formen des Gufsstückes in dem betreffenden Kasten nöthig ist, während auf der anderen
Seite der Platte das Modell (wie unter a) negativ abgeformt ist.
Auf diesen Fall beziehen sich die Darstellungen Fig. 5 und 6 (als Ansichten der Modellplatte
von der Vorder- und von der Kehrseite), Fig. 7 (als Durchschnitt nach x-y in
. Fig. 5), Fig. 8 (als Schnitt nach u-v in Fig. 5), Fig. 9 (als Schnitt nach w-z in Fig. 5), desgleichen
die Fig. 13, 14, 15, 16, 17, 18, auch
Fig. 22 und 23.
d) Bei complicirten Gufsstücken, von denen zwei gleiche ungetheil te Modelle vorräthig
sind, wird es rathsam sein, nach gewöhnlichem Einformen des einen Modelles, unter Belassung
desselben in dem Sande des einen Kastens, das andere gleiche Modell in die Sandform der
anderen Kastenhälfte zu legen und das Abgiefsen, wie aus dem angeführten sich von
selbst ergebend, vorzunehmen. Die plastische Platte wird dann auf beiden Seiten Theile der
beiden Modelle zeigen und zwar so viel von jedem frei vorstehen lassen, als die plastische
Masse von dem anderen verdeckt.
e) Eine weitere Art der Herstellung ist folgende (cfr. Fig. 19, 20, 21):
Nachdem wie gewöhnlich eingeformt ist und die Kastenhälften von einander getrennt sind,
wird der eine Theil des in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Modellrahmens A' auf den Unterkasten
D1, der andere Theil B1 auf den Oberkasten
C gelegt und die durch die getrennten Modellrahmen mit den Kastenhälften gebildeten
zwei Hohlräume, jeder für sich, mit der plastischen Masse gefüllt, gleichgültig, ob unter Entfernung
oder Beibehaltung der Modelle, wie unter a) bis d) beschrieben. Hierdurch werden
zwei Plattenhälften hergestellt, die an ihren Rückenwänden G H geebnet und mit diesen
zusammengelegt ein Ganzes bilden, welches dieselben Manipulationen gestattet, wie die
unter a) bis d) erwähnte Platte oder die im Patent No. 1391 angegebene eiserne Platte.
Die Modelle, wie z. B. M1AP in Fig. 6
und 7, bleiben für gewöhnlich (d. i. so lange, als die Modellplatte erhalten werden soll) mit
letzterer vereinigt. Will man sie in der Zwischenzeit einmal herausnehmen (etwa zum Zweck
des Putzens oder dergl.) so ist nur erforderlich, die Bolzen e aus den Muttern oder Ankern <?,,
die fest in der Masse sitzen bleiben, herauszuschrauben, wodurch die Modelle gelöst sind.
Befinden sich die Modelle in angeschraubtem Zustande, so treten die Köpfe der Bolzen e
etwas unter die Modelloberfläche zurück und es wird die so entstehende Lücke mit Wachs oder
Kitt ausgefüllt und geebnet.
Es bedarf kaum der Erwähnung, dafs in einer oder in den beiden Flächen der Modellplatte
die erforderlichen Giefskanäle bezw. Laufkanäle vorgesehen werden müssen, sowie die Eingüsse.
In dem durch die Figur dargestellten Beispiel sind die Eingüsse mit g und h bezeichnet; der
erstere gilt für den Gufs des konischen Zahnrades, der andere für die übrigen Stücke.
Die Fig. 10 und 11 beziehen sich auf während
der Benutzung der Modellplatte zu Formzwecken eintretende Zwischenstadien. Sie setzen
die im Modellrahmen A B festgeklemmte Modellplatte, als mit dem Zapfen ax a2 der letzteren
in den Lagern irgend einer Formmaschine liegend, voraus, auf ihr eine Formkastenhälfte D
It
(in Fig. ι ο) stehend. Sie zeigen ferner den
Modellrahmen um i8o° gedreht, Fig ii, und
die andere Formkastenhälfte C aufgesetzt.
Man sieht aus diesen Figuren die Wirkungsweise der Lehrstifte c * c 2 und die Functionirung
der Schrauben dl d2. Sie dienen namentlich
zur festen Verbindung des Modellplattenrahmens mit dem Formkasten während des auf der
Formmaschine erfolgenden Umwendens.
Beide durch die eben angegebenen Figuren dargestellte Stadien im Formverfahren, die
selbstredend nach einander eintreten, kennzeichnen den Augenblick zum Einschütten und
Einstampfen des Formmaterials in die leeren Formkästen. Ist dieses geschehen, so erfolgt
jedesmal das Umwenden von Modellrahmen und Formkästen, die Aufhebung der Verbindung
von letzteren beiden durch Lösung der Schraube d1 d2 und dann das Wegbringen des
Formkastens. Die zusammengehörigen Theile eines solchen bilden mit einander eine fertige
Form (s. Fig. 12).
Zweckmäfsigerweise wird man in der Regel abziehbare Formkästen verwenden, um letztere
nach Zusammensetzung der Form abziehen und anderweitig weiter benutzen zu können. Die
Fig. ι ο und 11 nehmen auf diesen Fall Bezug.
Die Modellplatten werden nach ihrer Fertigstellung zum Zweck guter Erhaltung mit Firnifs
oder einer anderen passenden Substanz überstrichen. Es braucht nicht besonders aus einander
gesetzt zu werden, dafs die wie beschrieben hergestellten neuen Modellplatten ebensowohl
zum Formen mit der Formmaschine bezw.
mit dem hydraulischen Apparat, als auch mit der Hand verwendet werden können. In letzterem
Fall werden die Zapfen β1 «2 überflüssig,
müssen vielmehr durch Handhaben ersetzt werden.
Claims (4)
1. Für die Zwecke der Herstellung von Giefsformen:
ein mit Vorrichtungen, einestheils zum Aufnehmen und sicheren Fassen, anderntheils
zur leichten und bequemen Handhabung von Modellplatten versehener, aus einem Ganzen oder aus mehreren Theilen
bestehender Modellplattenrahmen, im wesentlichen wie beschrieben.
2. In Verbindung mit diesem Modellplattenrahmen oder Modellrahmen eine aus elastischer
Masse, wie Gyps, Cement, leichtflüssigem Metall oder einer solchen Metallcomposition,
Hartgummi oder aus ähnlichen Stoffen bestehende und wie beschrieben hergestellte
Modellplatte, im wesentlichen wie dargestellt.
3. In Zusammenstellung mit der aus plastischer Masse bestehenden Modellplatte vorhandene,
getheilte oder ungetheilte Modelle (letztere einzeln oder zu zweien, wie unter c) und d)
dargethan), im wesentlichen wie erörtert und zu dem bezeichneten Zweck.
4. Das Verfahren zur Darstellung von Modellplatten aus beregter plastischer Masse, in
der unter a) bis d) und in der unter e) beschriebenen Weise.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2536146A (en) * | 1945-11-23 | 1951-01-02 | Leonard J Wiese | Wristband |
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