DE78460C - Vorrichtung zur selbstthätigen Einstellung der Signalflügel auf „Halt" durch den vorüberfahrenden Zug - Google Patents
Vorrichtung zur selbstthätigen Einstellung der Signalflügel auf „Halt" durch den vorüberfahrenden ZugInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B61—RAILWAYS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 20: Eisenbahnbetrieb.
W. WOLLERT in BERLIN.
vorüberfahrenden Zug.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. April 1894 ab·
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung,
mittelst welcher der auf »Fahrt« gestellte Signalflügel durch den vorüberfahrenden
Zug selbst auf »Halt« gestellt wird, ohne dais hierbei auf den zum Ziehen des Signalflügels
dienenden Drahtzug bezw. das Stellwerk irgendwelche Rückwirkung ausgeübt würde. Die
Vorrichtung kann in verschiedener Weise ausgeführt werden.
Bei der durch die Fig. 1, 2, 3 und 4 der beiliegenden Zeichnung dargestellten Ausführungsform
sind auf einer- am Signalmast befestigten Achse α vier Hebel b c de angeordnet,
von welchen der Winkelhebel b durch die ebenfalls am Signalmast gelagerte, in den Drahtzug
eingeschaltete Curvenscheibe f beeinflufst wird. Der zweite Schenkel des Hebels b ist
jedoch nicht unmittelbar mit der am Signalflügel A angreifenden Zugstange g verbunden,
sondern trägt einen um einen Zapfen bl drehbaren
Haken h, welcher am anderen Ende durch eine Gelenkstange i mit dem zweischenkligen
Hebel c verbunden ist. Letzterer besitzt am freien Schenkel einen Ansatz c\ welcher in die
Bahn des einen Schenkels des dritten auf der Achse α sitzenden, winkelförmigen Hebels d
vorspringt. Am Hebel b ist eine Feder c2 befestigt,
welche den Hebel c beständig derart zu drehen bestrebt ist, dafs sein Ansatz c1 am
Hebel d anliegt. Der zweite Schenkel dieses Hebels d steht durch ein Gestänge k k1 k2 mit
einem Kurbelarm Z in Verbindung, welcher an einer parallel neben dem Eisenbahngleise gelagerten
Welle m sitzt, die an Armen η eine Schiene ο trägt.
Der vierte auf der Achse α sitzende Hebel e
ist mit der Zugstange g verbunden. Der Verbindungsbolzen e1 ist derart verlängert, dafs
bei einer gegenseitigen Annäherung des Hebels e und des Winkelhebels b der an letzterem sitzende
Haken h den Bolzen e1 erfassen und auf diese Weise die Zugstange g mit dem Winkelhebel b
gekuppelt werden kann.
Angenommen, der Signalflügel A sei, wie
Fig. ι veranschaulicht, auf »Fahrt« gezogen. Alsdann ist die Zugstange g durch den Haken h
mit dem von der Curvenscheibe/ beeinflufsten Winkelhebel b gekuppelt, und dieser und die
anderen drei auf der Achse α sitzenden Hebel nehmen die in Fig. 1 und 2 dargestellte Lage
ein. Die Schiene o, Fig. 1, steht alsdann über die Oberkante der Fahrschiene vor.
Die Schiene 0 wird durch das erste Rad des heranrollendeh Zuges niedergedrückt, hierdurch
der Kurbelarm / zum Ausschlag gebracht und damit die Stange k in der Richtung des. Pfeiles 1
bewegt. Die Stange k ertheilt hierdurch dem Winkelhebel d einen Ausschlag in der Richtung
des Pfeiles 2, Fig. 2. Der Winkelhebel d nimmt hierbei, sobald sein freier Schenkel
gegen den Ansatz c1 stöfst, den Hebel c mit
und dieser zieht nun mittelst der Gelenkstange i den Haken h vom Bolzen e1 herab. Die
Feder c2 wird hierbei entsprechend gespannt. Sobald der Haken h den Bolzen e1 freigiebt,
fällt der Signalarm A durch Eigengewicht in
Claims (4)
- die Haltstellung, wobei die Zugstange g und der Hebel e einfach entsprechend mitgenommen werden. Die verschiedenen Theile nehmen dann die durch Fig. 3 veranschaulichte Lage ein, worauf die gespannte Feder c2, welche selbstredend auch durch ein geeignet eingeschaltetes Gewicht oder dergl. ersetzt werden könnte, den Hebel c wieder zurückdreht. Dieser nimmt den Hebel d mit und bringt damit auch das Hebelgestänge k k1 k'21mn mit der Schiene 0 wieder in seine Ruhelage.
- Wird hierauf der zum Ziehen des Signals dienende, in der Zeichnung nicht dargestellte Hebel in seine Ruhelage zurückgelegt, so erfährt die Curvenscheibe f hierdurch eine Drehung im Sinne des Pfeiles
- 3, Fig. 3, und dies veranlafst eine Schwingung des Hebels b im Sinne des Pfeiles
- 4. Bei diesem Ausschlag des Hebels b stöfst der wieder aufgerichtete Haken h schliefslich gegen den Bolzen e\ wird hierauf·—■ unter abermaligem Spannen der Feder c1 und gleichzeitiger geringer Rückdrehung des Hebels c in der Richtung des Pfeiles 5, Fig. 3 —, zunächst wieder etwas umgelegt, bis der Haken h mit seiner Spitze den Bolzen e1 passirt hat, worauf die gespannte Feder den Haken über den Bolzen e1 wirft und hierdurch die Zugstange g und damit auch gleichzeitig den Signalflügel A mit dem Hebel b kuppelt, so dafs der Signalflügel jetzt in der gewöhnlichen Weise durch Umlegen des den Drahtzug beherrschenden Stellhebels auf »Fahrt« gestellt werden kann. Der durch die hierbei stattfindende Drehung der Curvenscheibe f veranlafste Ausschlag des Hebels b hat ein entsprechendes Senken des Hakens h zur Folge und dieser nimmt hierbei die Zugstange g nach abwärts mit, wodurch der Signalflügel auf »Fahrt« gestellt wird.Wie Fig. 5 veranschaulicht, kann die Zugstange g — unter Fortfall des auf der Achse a drehbar gelagerten Hebels e — durch ein scharnierartiges, aus den Stäben e2 und e3 bestehendes Gelenk mit dem den Haken h tragenden Schenkel des Winkelhebels b verbunden sein. So. lange der Haken h die Zugstange g mit dem Hebel b kuppelt, nimmt das Gelenk e2 e3 die aus Fig. 5 ersichtliche Stellung ein. Wird der Haken dagegen ausgeschaltet, wie dies bei auf »Fahrt« gezogenem Signalflügel durch den vorüberfahrenden Zug in oben beschriebener Weise erfolgt, so nimmt das Gelenk e2 e3 beim Niederfallen des Signalflügels auf »Halt« eine mehr gestreckte Lage ein, worauf es bei Rückdrehung der Curvenscheibe durch den Ausschlag des Hebels b sich allmälig wieder so weit schliefst, bis der Haken h wieder die Kuppelung mit der Zugstange g herbeigeführt hat.Die Auslösung der Hakenkuppelung kann, statt durch Niederdrücken der in die Bahn der Räder emporragenden Schiene o, auch auf elektrischem Wege bewirkt werden. Die Fig. 6 und 7 veranschaulichen eine derartige Ausführung. Bei derselben ist der Hebel d als Gewichtshebel ausgebildet. Der belastete Schenkel dl wird bei auf »Fahrt« gezogenem Signalflügel von einer Klinke ρ festgehalten, deren über die Drehungsachse hinaus verlängerter Schenkel ρ' den Anker eines Elektromagneten q bildet, welcher durch Ruhestrom beständig erregt ist und — unter Spannung der Abreifsfeder u — den Anker festhält. An die Leitung ist eine Zweigleitung r angeschlossen, welche in eine Contactschiene s endigt, die von dem Fahrzeuge bei der Vorüberfahrt in leitender Weise berührt wird. Sobald dies der Fall ist, tritt durch die Eisenbahnschiene t hindurch Kurzschlufs ein, die Feder u zieht den Anker ab, der Schenkel dl mit dem Gewicht verliert seinen Stützpunkt, der Hebel d schlägt aus und es wird hierdurch in derselben Weise, wie oben beschrieben, die Hakenkuppelung zwischen der Zugstange g und dem Hebel b gelöst, der Signalflügel fällt also auf »Halt«. Bei vorerwähntem Ausschlag des Hebels d kommt der zweite Schenkel d2 gegen einen auf der Scheibe f angeordneten , curvenförmig verlaufenden Steg f1 zu liegen. Sobald der Zug die Contactschiene s passirt hat, geht der elektrische Strom wieder durch die Elektromagnetwickelung , der Anker ρl wird angezogen. Wenn nun beim Rücklegen des Stellhebels die Curvenscheibe f ihre in der Richtung des Pfeiles 6 erfolgende Drehung macht, so bringt der curvenförmige Steg_/' den Gewichtshebel d wieder in entgegengesetzter Richtung zum Aus^ schlag, wodurch der das Gewicht tragende Schenkel d1 derart gehoben wird, dafs die Klinke ρ wieder unter denselben einfällt und dann den belasteten Schenkel d1 in angehobener Lage festhält. Gleichzeitig mit dem Ausschlag des Winkelhebels d vollzieht sich bei der vorerwähnten Rückdrehung der Curvenscheibe f in derselben Weise, wie oben beschrieben, die Kuppelung der Stange g mit dem Hebel b. Wird das Signal aufs Neue auf »Fahrt« gezogen , so dreht sich die Scheibe f entgegengesetzt zur Richtung des Pfeiles 6, wodurch zwar der Hebel b mit dem Haken h und der Zugstange g in dem erforderlichen Sinne bewegt werden, der Gewichtshebel d dagegen völlig.unbeeinflufst bleibt.Patenτ-Ansprüche:ι i Eine Vorrichtung zur selbsttätigen Einstellung der Signalflügel auf »Halt« durch den vorüberfahrenden Zug, dadurch gekennzeichnet, dafs die Signalflügel - Zugstange (g) mit einem von einer in den Drahtzug eingeschalteten Curvenscheibe (f) beeinflufsten Hebel (b) durch einen aufdem freien Schenkel des letzteren drehbar angeordneten Haken (h) gekuppelt ist, welcher durch ein vom Zuge bewegtes Hebelgestänge (k k1 k*11 m η ο) mittelst nach einer gewissen Drehung sich gegenseitig mitnehmender Hebel (c d) unter gleichzeitigem Spannen einer das Hebelgestänge wieder zurückbewegenden Feder (c ^j ausgelöst wird.Eine Ausführungsform der im Anspruch ι. angegebenen Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dafs der eine Schenkel (dl) des Mitnehmerhebels (d) als Gewichtshebel ausgebildet ist und in angehobener Lage auf dem Anker (pl) eines Elektromagneten (q) ruht, bei dessen durch den Zug bewerkstelligter Entmagnetisirung der Gewichtshebel (d1) und damit der Kuppelungshaken (h) ausgelöst wird, während das Anheben des Gewichtshebels mittelst eines an der Curvenscheibe ff) angebrachten zweiten curvenförmigen Steges ff1), welcher auf den zweiten Schenkel fd^) des Mitnehmerhebels einwirkt, herbeigeführt wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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