DE72168C - Verfahren zur Darstellung einer resorbirbaren organischen Eisenverbindung - Google Patents

Verfahren zur Darstellung einer resorbirbaren organischen Eisenverbindung

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DE72168C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07KPEPTIDES
    • C07K14/00Peptides having more than 20 amino acids; Gastrins; Somatostatins; Melanotropins; Derivatives thereof
    • C07K14/435Peptides having more than 20 amino acids; Gastrins; Somatostatins; Melanotropins; Derivatives thereof from animals; from humans

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Wenn Eiweifsstoffe, Eiereiweifs, Bluteiweifs, Fibrin, Muskeleiweifs u. s. w. mit Alkalien erhitzt werden, so entstehen hierbei die sogen. Alkalialuminate, aus welchen die Albuminsä'ure mit Säuren ausgefällt werden kann.
Ebenso wie mit Alkalien bildet diese auch mit Calcium und Eisen u. s. w. Salze. Eisenderivate der Albuminsäure von ganz anderer scharf unterscheidbarer Beschaffenheit als die bisher bekannten Eisensalze der Albuminsäure entstehen aber bei Anwendung des hier näher beschriebenen Verfahrens.
Im Nachstehenden geben wir diejenigen Verhältnisse wieder, welche wir als die besten zur Darstellung dieser Verbindungen festgestellt haben; an Stelle der Weinsäure, der weinsauren Alkalisalze und des weinsaüren Eisens können auch andere Säuren bezw. andere Alkalisalze und andere Eisensalze zur Anwendung kommen.
Verfahren.
100 Theile Eiereiweifs oder anderes Eiweifs werden in 2000 Theilen kaltem, destillirtem Wasser durch Schütteln gelöst. Diese Lösung versetzt man nach einander mit:
1.25 Theilen weinsaurem Eisen (in 2 5 ο Theilen destillirtem Wasser gelöst und mit loprocent. Natronlauge neutralisirt);
2. 100 Theilen einer loprocent. neutralen weinsauren Natronlösung;
3. 38 Theilen ioprocent. Natronlauge.
Die erhaltene gelbbraune Lösung wird auf
90 ° C. erwärmt oder bei niederer Temperatur sehr lange stehen gelassen, bis eine vollkommen klare, dünnflüssige, braunrothe Lösung erzielt ist, d. h. bis der, z. B. bei der Erwärmung auf 900, nach 1 bis 2 Stunden auftretende schwarzrothe Farbton in einen etwas helleren wieder übergegangen ist; gewöhnlich wird dieses in 2 Y2 bis 4 Stunden erreicht sein.
Um den grofsen Alkaliüberschufs zu beseitigen, versetzt man die Lösung nach dem Erkalten mit 2 5procent. Weinsäurelösung bis zur sauren Reaction, beseitigt den Ueberschufs von Weinsäure durch Zusatz von 2 5procent. Ammoniaklösung, mit welchem man bis zur deutlich alkalischen Reaction fortfährt.
Die alkalische Lösung wird dann 48 Stunden bei 900C. gehalten, oder statt auf 90° zu erwärmen, bei niederer Temperatur sehr lange Zeit sich selbst überlassen, worauf man solche erkalten läfst und mit 2 5procent. Weinsäure bis zur deutlich sauren Reaction versetzt und damit das gebildete Eisenalbuminderivat, getrennt von fremden Salzen, welche allenfalls dem thierischen und menschlichen Organismus schädlich sein können, zur Ausfällung bringt. Der Niederschlag wird auf das Filter gebracht und ausgewaschen, bis im Waschwasser kein Eisen mehr nachzuweisen ist.
Zur weiteren Reinigung des erhaltenen Niederschlages löst man die feuchte Masse in 1400 Theilen destillirtem Wasser, welchem 20 Theile 2 5procent. Ammoniaklösung und 20 Theile ioprocent. neutraler oder vielmehr schwach alkalischer weinsaurer Ammoniumlösung zugesetzt sind, erhitzt 48 Stunden bei 90° C. bezw. man läfst die Lösung während sehr langer Zeit bei einer niederen Temperatur stehen, läfst gut erkalten und setzt, um das Eisenalbuminderivat von den in der Lösung vorhandenen, dem Organismus allenfalls schäd-
lichen Salzen zu trennen, 2 5 procent. Weinsäurelösung bis zur deutlich sauren Reaction hinzu und filtrirt von dem entstandenen Niederschlag ab, welchen man mit destillirtem Wasser bis zum Verschwinden der sauren Reaction auswäscht.
Die feuchte Masse wird bei wenig erhöhter Temperatur zur Trockne gebracht.
Das erhaltene künstliche Eisenalbuminderivat ist von dunkelbrauner Farbe, in Wasser oder in schwach angesäuertem Wasser unlöslich, in grofsen Mengen Weinsäure jedoch löslich, frisch gefällt in kaltem, schwach alkalischem Wasser, scharf getrocknet, in gelinde erwärmtem, schwach alkalischem Wasser sehr leicht löslich.
Dasselbe enthält ca. 7 bis 10 pCt. Eisen, jedoch nicht in der Form eines Salzes.
Das bei der Reaction im Anfang sich bildende Eisenalbuminderivat wird durch die fortgesetzte, langdauernde Erwärmung auf 90 ° in Gegenwart von Alkali bezw. durch die bei niederer Temperatur während sehr langen Stehens sich von selbst vollziehende Einwirkung in der Weise umgelagert, dafs das Eisen in das veränderte Eiweifsmolecül eintritt und dort derart gebunden wird, dafs es durch die gewöhnlichen Eisenreagentien nicht mehr nachweisbar ist.
Erst durch eine tiefgehende Zersetzung der Verbindung wird das Eisen wieder' in eine nachweisbare Form gebracht.
So kann das mit diesem Eisenpräparat in den Organismus eingeführte Eisen derResorption durch den im Darminhalt anwesenden Schwefelwasserstoff nicht entzogen werden, während bei anderen Eisenpräparaten, bei welchen Eisen durch Schwefelwasserstoff sofort als Schwefeleisen gefällt wird, eine Resorption des Eisens überhaupt unmöglich ist.
Dagegen ist das Eisen auch wieder nicht so festgebunden, wie in den Ferro- und Ferricyaniden, welche als Nahrungsmittel und als therapeutische Eisenmittel werthlos sind und nicht angewendet werden.
Um das Präparat noch genauer zu charakterisiren, geben wir hier noch drei dasselbe scharf kennzeichnende Reactionen:
1. 20 ecm der ammoniakalischen, 0,06 g des Eisenalbuminderivates enthaltenden Lösung werden mit einem Tropfen einer 50 procent. wässerigen Schwefelanimoniumlösung (Fresenius, qualitative Analyse, XIV. Aufl., S. 68) versetzt, innerhalb 5 Minuten nicht verändert und innerhalb 25 Minuten nicht undurchsichtig schwarz gefärbt.
2. Eine neutrale Lösung darf beim Kochen nicht coaguliren.
3. Aus einer wässerigen Lösung wird das Präparat durch Zusatz von gröfseren Mengen Alkohol innerhalb 24 Stunden vollständig ausgefällt, so dafs die überstehende Flüssigkeit wasserhell erscheint.
Die Bedeutung des Eisenalbuminderivates liegt darin, dafs es, wie eingehende Untersuchungen ergeben haben, eine resorbirbare, im Organismus vorkommende Eisenverbindung ist, mit deren Hülfe der Eisengehalt von Nahrungsmitteln leicht erhöht werden kann und welche für sich allein leicht und bequem in solchen Gaben verabreicht werden kann, dafs eine ausreichende Eisenzufuhr und Eisenaufnahme im Organismus ermöglicht wird, so z. B. als Zusatz zur Milch bei Ernährung von Kindern und Blutarmen, wodurch die Milch im Werth als Nahrungsmittel eine gröfsere Bedeutung gewinnt und auch als Hauptnahrungsmittel dienen kann.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung einer resorbirbaren Eisenverbindung, darin bestehend, dafs man Eiweifsstoffe a) in Gegenwart von weinsauren Alkalisalzen oder anderen Alkalisalzen, welche Eisen in Gegenwart von Alkali in Lösung halten, oder auch ohne solche, insoweit Eiweifsstoffe allein Eisen in Gegenwart von Alkali in Lösung halten, und b) von weinsauren oder anderen Eisensalzen längere Zeit, und zwar nicht unter 12 Stunden in geeigneter Weise mit Alkalien erhitzt.
DENDAT72168D Verfahren zur Darstellung einer resorbirbaren organischen Eisenverbindung Expired - Lifetime DE72168C (de)

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