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Technischer
Hintergrund
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Radaufhängungsanordnung bei einem Fahrzeug
entsprechend der Einleitung zu Anspruch 1. Als integrierte Radaufhängungsanordnung
soll die Erfindung insbesondere dazu dienen, das jeweilige Rad eines Kraftfahrzeugs
zu lenken, anzutreiben und zu bremsen.
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Hintergrund
der Erfindung
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Heutzutage
sind bei Fahrzeugen, z.B. PKW, verschiedene Systeme der Rad-und
Achsaufhängung
anzutreffen. Bei solchen Radaufhängungen geht
es bekanntermaßen
darum, dass sie für
eine Befestigung und federnde Aufhängung der Fahrzeugräder sorgen,
und gleichzeitig den Fahrzeuginsassen einen hohen Komfort bieten,
die Straßengängigkeit
verbessern und die Lebensdauer des Fahrzeugs verlängern.
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Es
ist eine Vielzahl von Radaufhängungsarten
bekannt, z.B. Systeme mit starren oder geteilten Radachsen, die
je nach Bedarf durch Federbauteile, Stoßdämpfer und andere Bauteile ergänzt werden können. Außerdem werden
oft auch Fahrzeugräder und
Fahrwerk verbindende kraftdämpfende
Gestänge
und Querstabilisatoren zur Verringerung übermäßiger Rollbewegungen des Fahrzeugs
eingesetzt.
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Die
heutigen Fahrzeuge sind gewöhnlich
so konstruiert, dass die Radantriebsachsen mit einem Motor verbunden
sind, z.B. einem herkömmlichen Otto-
oder Diesel-Verbrennungsmotor. Die Verbindung zwischen den Radachsen
und dem Motor wird dann über
ein Getriebe und mechanische Kraftübertragungseinrichtungen hergestellt.
Zudem sind die Fahrzeugräder
mit Bremsvorrichtungen, wie herkömmlichen
Scheiben- oder Trommelbremsen ausgerüstet, die in der bekannten
Art und Weise durch das Betätigen
des Bremspedals aktiviert werden. Bei dieser Konstruktion werden
die Bremsvorrichtungen an den Rädern über ein
hydraulisches Bremsleitungssystem betätigt.
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Auch
verfügen
die heutigen Fahrzeuge normalerweise über eine Lenkvorrichtung mit
deren Hilfe ein bestimmter Lenkeinschlagswinkel auf die Räder übertragen
wird, wenn der Fahrer das Lenkrad dreht. Zu einem nach dem jetzigen
Stand der Technik bekannten Lenkgetriebe gehört eine mit dem Lenkrad verbundene
Antriebswelle, wobei diese Welle die Lenkradbewegungen an ein Ritzel überträgt, das
seinerseits mit einer Zahnstange verbunden ist. Die Zahnstangenbewegungen
werden dann zum Lenken des Fahrzeugs auf die Fahrzeugräder übertragen. Ein
solches Lenkgetriebe kann zusätzlich
mit einem Stellaggregat ausgestattet sein, das aus einem Hydraulikzylinder
mit einem auf der Zahnstange angeordneten Kolben besteht. Dadurch
kann beim Drehen des Lenkrades eine größere Kraft auf die Zahnstange
aufgebracht werden.
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Die
vorstehend beschriebene Ausrüstung
für den
Antrieb, die Radaufhängung,
das Bremsen und Lenken basiert auf bewährten Prinzipien, die heutzutage
verbreitete Anwendung in der Fahrzeugkonstruktion finden. Obzwar
es sich bei diesen Prinzipien um eine gut funktionierende Technik
handelt, treten auch hier bestimmte Einschränkungen zu Tage. Da ist beispielsweise
das Problem, dass alle vorstehend genannten Bauteile (d.h. Motor,
Getriebe, Kraftübertragungseinrichtungen,
Federanordnung, Querstabilisatoren, Bremsen, Lenkung usw.) in dem
Fahrzeug auf relativ kleinem Raum untergebracht werden müssen. Des
Weiteren kann es schwierig sein, eine große Anzahl von mit einem Radaufhängungssystem verbundenen
Funktionen auf eine Kosten sparende und sichere Art und Weise miteinander
in Einklang zu bringen. Insbesondere kann es in einigen Fällen darum
gehen, dass der Forderung nach einem hohen Grad der Integration
von Fahrzeugfunktionen für
die Aufhängung
und den Antrieb der einzelnen Räder Rechnung
getragen werden muss.
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US 5150763 A beschreibt
ein Rad mit eingebautem Elektromotor und
US 5087229 A ein Fahrzeugrad
mit eingebautem Elektromotor und eingebauter Bremsvorrichtung.
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EP 0340823 A1 ,
das die in der Einleitung zu Anspruch 1 aufgeführten Punkte enthält, legt
eine Anordnung einer Aufhängung
und Lenkung von zwei Rädern
in einem Fahrzeug offen, bei der die beiden Räder mittels zweier Gestänge mit
dem Fahrwerk verbunden sind.
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Offenlegung
der Erfindung
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Das
Ziel der Erfindung besteht darin, eine verbesserte Radaufhängungsanordnung
bei Fahrzeugen zu schaffen, welche insbesondere als eine Radaufhängung mit
integrierten Funktionen vor allem für die Lenkung und vorzugsweise
auch für
den Antrieb und das Bremsen jedes einzelnen Rades am Fahrzeug verwendet
werden kann. Erreicht wird dies mit Hilfe einer Anordnung, deren
Funktionsmerkmale in dem begleitenden Anspruch 1 offen gelegt werden.
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Verglichen
mit herkömmlichen
Radaufhängungssystemen
bietet die Erfindung eine Reihe von Vorteilen. In erster Linie muss
darauf hingewiesen werden, dass es sich bei der Erfindung um eine
hoch integrierte Radaufhängungsanordnung
handelt, die eine individuelle Einstellung des Lenkeinschlags und der
Radausrichtung an den jeweiligen Rädern des Fahrzeugs gestattet.
Damit kann jedes einzelne Rad des betreffenden Fahrzeugs gelenkt
werden. Zudem ist es möglich,
ein Fahrzeug mit der erfindungsgemäßen Anordnung so zu konstruieren,
dass es ohne herkömmliches
Lenkgetriebe bzw. Lenksäule
auskommt.
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Die
erfindungsgemäße Anordnung
kommt vorzugsweise im Zusammenhang mit einer computergestützten Steuereinheit
zum Einsatz, die Softwarefunktionen für die dynamische Einstellung
der Radausrichtung, insbesondere des so genannten Radsturzwinkels
und des so genannten Vorspurwinkels erfüllt. Somit ist es möglich, dass
ein Fahrzeug mit dem erfindungsgemäßen Aufbau ohne die herkömmlichen
mechanischen Mittel zur Radausrichtung auskommt.
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Des
Weiteren kann ein mit der erfindungsgemäßen Radaufhängungsanordnung ausgerüstetes Fahrzeug
mit einer Art „Joystick" oder dergleichen
als Lenkvorrichtung ausgestattet sein, die das herkömmliche
Lenkrad ersetzt.
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Entsprechend
einer bevorzugten Ausführungsform
enthält
die Erfindung eine Antriebsvorrichtung in Form eines elektrisch
betriebenen Motors, der in jedes einzelne Rad eingebaut ist. Damit
wird es möglich,
das betreffende Fahrzeug ohne einen herkömmlichen Verbrennungsmotor
und ohne herkömmliches
Getriebe bzw. ohne Antriebswelle, die das einzelne Rad mit einer
Antriebsvorrichtung am Fahrwerk des Fahrzeugs verbindet, zu konstruieren. Auch
müssen
in der Fabrik keinerlei mechanische Verbindungen vorgesehen werden,
was wiederum die Voraussetzung für
eine einfache und kostengünstige
Produktion schafft.
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Entsprechend
der bevorzugten Ausführungsform
ist eine Bremsvorrichtung vorgesehen, die in den Elektromotor integriert
ist. Ein Fahrzeug mit der erfindungsgemäßen Radaufhängungsanordnung benötigt aus
diesem Grunde keine herkömmliche Trommel-
oder Scheibenbremsanlage.
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Entsprechend
der Ausführungsform
ist außerdem
ein weiteres Gestänge
vorgesehen, das sich zwischen dem jeweiligen Rad und dem Fahrwerk
befindet und mit einer Drehstabfeder ausgestattet ist, die die vertikale
Ausrichtung des Rades regelt und eine Querstabilisatorfunktion erfüllt. Der
Vorteil besteht darin, dass das Fahrzeug keinen herkömmlichen,
mechanischen Querstabilisator benötigt.
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Vorzüge der Ausführungsformen
der Erfindung werden in den entsprechenden Ansprüchen beschrieben.
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Beschreibung
der Zeichnungen
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Die
Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf eine bevorzugte
Ausführungsform
und die dazugehörigen
Zeichnungen im Detail beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:
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1 eine
Seitenansicht als Teilschnitt einer erfindungsgemäßen Anordnung,
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2 eine
perspektivische Ansicht einer möglichen
praktischen Anwendung der erfindungsgemäßen Anordnung an einem Fahrzeug
und
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3 den
Aufbau der erfindungsgemäßen Anordnung
in Form eines Blockdiagramms.
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Bevorzugte
Ausführungsform
der Erfindung
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1 zeigt
eine Seitenansicht bzw. einen Teilschnitt einer erfindungsgemäßen Anordnung. Entsprechend
einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung wird die Anordnung als eine Radaufhängungsvorrichtung bei einem
Kraftfahrzeug eingesetzt, welches vorzugsweise, aber nicht unbedingt ein
Personenkraftwagen sein kann. Die Figur veranschaulicht, wie eine
derartige erfindungsgemäße Radaufhängungsanordnung
bei einem der vier Räder
eines solchen Kraftfahrzeugs aussehen könnte. Vorzugsweise würden dann
alle Räder
des Fahrzeugs die entsprechende Radaufhängungsanordnung aufweisen.
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Aus 1 ist
ersichtlich, dass das betreffende Rad 1 auf herkömmliche
Art so angeordnet ist, dass es sich um eine gedachte Achse 2 dreht
und zudem aus einem Reifen 3 und einer Radnabe 4 besteht.
Mittels eines Radlagers, das über
einen Innenring 5 verfügt,
welcher wiederum über
einen zur Achse 2 radial verlaufenden Flansch 6 mit
der Nabe 4 verbunden ist, ist die Nabe drehbar aufgehängt. Auf diese
Art und Weise lassen sich durch den Flansch 6 eine Reihe
von Radbolzen (hier nicht dargestellt) einführen und in entsprechend auf
der dem Flansch 6 zugewandten Oberfläche des Innenrings 5 angeordneten
Löchern
(nicht dargestellt) fest schrauben. Zu diesem Zweck ist der Flansch 6 der
Nabe 4 mit für derartige
Radbolzen passenden (nicht dargestellten) Gewindebohrungen versehen.
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Das
oben genannte Radlager enthält
zudem einen um den Innenring herum verlaufenden Außenring 7 und
Lagerkugeln 8, die sich zwischen dem Innenring 5 und
dem Außenring 7 befinden.
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Entsprechend
der Ausführungsform
sieht die Erfindung eine in das Rad 1 eingebaute Antriebsvorrichtung
vor, welche vorzugsweise aus einem Elektromotor 9 besteht.
Der Motor 9 wiederum setzt sich zusammen aus einem Anker 10,
der Motorspulen enthält
(nicht dargestellt) und fest an dem Außenring 7 angebracht
ist. Zu dem Motor 9 gehört
ferner ein Rotor 11, der von einem Anker 10 umgeben
ist. Während
der äußere Ring 7 still
steht, dreht sich der Rotor 11 in Bezug auf den Außenring 7 des
Radlagers. Aus diesem Grund ist der Außenring 7 wie ein
verzahntes zentrales Ritzel ausgeführt, genauer gesagt besitzt er
eine äußere Verzahnung,
die mit einer Vielzahl von entlang des Umfangs des Außenringes 7 angeordneten
Planetengetrieben 12 ineinander greift. Vorzugsweise sollten
drei Planetengetriebe vorgesehen werden. Zwei davon sind in 1 dargestellt.
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1 ist
die bis zu einem gewissen Grad vereinfachte Darstellung des Grundprinzips
der Erfindung. In der Praxis müsste
der Anker 10 mit einem extra Bauteil verbunden sein, das
als Nabenhalter (nicht dargestellt) ausgebildet ist und an den Anker 10 festgeschraubt
ist.
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Die
Planetengetriebe 12 sollten in etwa dem gleichen Rollkreisdurchmesser,
wie die oben genannten Radbolzen um den Außenring 7 herum angeordnet
sein. Zudem ist jedes Planetengetriebe 12 drehbar auf einer
Planetenradträgerwelle 13 gelagert,
die fest in eine Öffnung
des Nabenflansches 6 eingedrückt ist. Zu diesem Zweck ist
der Innenring 5 des Radlagers mit Durchgangslöchern versehen, durch
die die jeweilige Planetenradträgerwelle 13 geführt wird.
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Der
Rotor 11 ist über
ein Hohlrad 14 mit jedem Planetengetriebe 12 verbunden.
Dieses Hohlrad 14 besitzt sowohl eine Innenverzahnung,
die mit der Verzahnung des jeweiligen Planetengetriebes 12 ineinander
greift, als auch äußere Schiebekeile,
die über
eine Presspassung eine nicht umlaufende Verbindung mit dem Rotor 11 herstellen.
Gegenüber dem
Außenring 7 des
Radlagers, genauer gesagt, gegenüber
der Außenseite
des Außenrings 7 ist
das Hohlrad 14 außerdem
fest gelagert. In 1 wird das durch weitere Lagerkugeln 15 veranschaulicht.
Demzufolge bildet der Außenring 7 des
Radlagers für
das Hohlrad 14 eine Innenlaufbahn der Planetengetriebeübersetzung.
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Der
Anker 10 ist mit zwei Spurstangenhebeln verbunden (von
denen nur einer in 1 dargestellt ist). Entsprechend
der nachfolgenden detaillierten Beschreibung stellen die Spurstangenhebel 16 somit Betätigungsmittel
dar, die in Abhängigkeit
von dem aktuellen Betriebszustand des Fahrzeugs und des Rades 1 eine
dynamische Einstellung der Achsausrichtung des Rades 1 ermöglichen.
Bei der Einstellung möglicherweise
zu berücksichtigende
Beispiele für
Radausrichtungswinkel sind der so genannte „Vorspurwinkel", d. h. ein Winkel
zwischen der Längsachse
des Fahrzeugs und einer gedachten Fläche entlang dem Rad 1 und
der so genannte „Sturzwinkel", d.h. der Neigungswinkel
des Rades 1 in Bezug auf eine senkrecht zu einer darunter
liegenden Fahrbahn verlaufenden gedachten Fläche. Zudem sind die einzelnen
Spurstangenhebel 16 so ausgeführt, dass sie in Abhängigkeit
von der Absicht des Fahrzeugführers
während
der Fahrt und von dem aktuellen Betriebszustand des Fahrzeugs und
des Rades 1 eine dynamische Einstellung des Lenkeinschlagswinkels
des Rades 1 ermöglichen.
Für die Einstellung
des Rades 1 ist jeder Spurstangenhebel 16 mit
einem verschiebbar gelagerten Gestänge 17 versehen, das
sich aus dem jeweiligen Spurstangenhebel 16 herausziehen
bzw. in ihn hinein schieben lässt,
was in 1 durch einen Pfeil angezeigt ist. Das Gestänge 17 wird
dann von einem Antriebselement, vorzugsweise einem elektrisch betriebenen Achsmotor,
mit dem jeder Spurstangenhebel 16 ausgestattet ist (in 1 nicht
im Detail dargestellt) betätigt. Über ein
Drehgelenk 18 ist das Gestänge 17 mit dem Anker 10 drehbar
verbunden. Da die betreffenden Winkel normalerweise relativ klein
sind, sollte das Gestänge 17 vorzugsweise
mittels einer Gummimuffe befestigt werden. Eine alternative Befestigungsmöglichkeit
für das
Gestänge
wäre ein
Kugelgelenk.
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Der
elektrisch betriebene Achsmotor wird als bekanntes Antriebsmittel
vorausgesetzt und soll hier nicht weiter im Detail beschrieben werden.
Entsprechend der nachstehend folgenden Beschreibung dient der Achsmotor
der Einstellung der Radausrichtung und des Lenkeinschlags für jedes
einzelne Rad mittels einer computergestützten Steuereinheit.
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Des
Weiteren ist jeder einzelne Spurstangenhebel 16 über weitere
Befestigungspunkte 20 (von denen nur einer in 1 dargestellt
ist) mit dem Fahrwerk des Fahrzeugs 19 verbunden. Die einzelnen
Befestigungspunkte 20 enthalten vorzugsweise eine Gummimuffe.
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Entsprechend
der Ausführungsform
der Erfindung gehört
zu der erfindungsgemäßen Anordnung
eine Bremsvorrichtung in Form einer Bremsbetätigungsvorrichtung 21,
die an dem Anker 10 angeordnet ist. Die Bremsbetätigungsvorrichtung 21 enthält zudem
vorzugsweise einen elektrischen Linearachsmotor, bei dessen Betätigung ein
ausfahrbares Bremsgestänge 22 gegen
eine in dem Anker 10 aufgehängte Zapfenlagerung 23 stößt. Wird
die Bremsvorrichtung 21 betätigt, so bewirkt das Bremsgestänge 22 ein
Drehen der Zapfenlagerung 23, so dass eine Bremsbacke 24 an
eine zylinderförmige
Innenfläche
des Rotors 11 gedrückt
wird. Die Bremsbacke 24 ist mit einem Bremsbelag versehen,
dessen Werkstoff eine hohe Reibung an der Innenfläche des
Rotors 11 erzeugt. Auf diese Weise wird eine Trommelbremswirkung
erzielt, mit deren Hilfe der Rotor 11 abgebremst werden
kann. Entsprechend der nachfolgenden Beschreibung lässt sich
diese Wirkung beispielsweise mit dem Betätigen eines Bremspedals im Fahrzeug
herbeiführen.
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Während der
Motor 9 läuft,
d.h. während
sich das Rad 1 dreht, hat das Planetengetriebe in der Nabe
die Aufgabe, die Drehzahl des Rotors 11 auf ungefähr das Doppelte
der Drehzahl des Rades zu erhöhen.
Das hat den Vorteil, dass während
des Antriebs durch den Motor 9 ein geringeres Drehmoment erforderlich
ist. Dabei rollt das Planetengetriebe 12 gegen den unbeweglichen
Außenring 7 und
die jeweiligen Planetenradträgerwellen 13 des
Planetengetriebes 12 sind in dem Innenring 5 des
Lagers angeordnet, das sich dann ungefähr mit der halben Drehzahl
des Rotors 11 dreht. Durch den Einsatz des Planetengetriebes
wird für
den Antrieb bzw. das Bremsen des Rades 1 im Vergleich zu
dem fest, direkt an der Radnabe des Rades 1 befestigten
Rotors 11 etwa nur die halbe Kraft des mit der erhöhten Drehzahl
arbeitenden Rotors 11 benötigt.
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Der
Anker 10 ist entsprechend der Ausführungsform mit einem zweiten
Gestänge
in Form eines horizontalen Gestänges 25 verbunden,
das ähnlich wie
die oben erwähnten
Spurstangenhebel 16 über einen
weiteren, als Gummimanschette oder Kugelgelenk ausgeführten Befestigungspunkt 26 drehbar
an dem Anker 10 montiert ist. Das Gestänge 25 dient der Einstellung
der vertikalen Radausrichtung und erfüllt eine Querstabilisatorfunktion
des Rades 1. Das Gestänge 25 ist
aus diesem Grund mit einer Drehstabfedervorrichtung 27 ausgerüstet, die
wiederum um eine durchgehende Achse 28 herum angeordnet ist
und so eine Befestigung im Fahrwerk 19 bildet, und verläuft im Wesentlichen
in Längsrichtung
zum Fahrzeug. Die Drehstabfedervorrichtung 27 besteht aus
Gummi oder einem Werkstoff mit ähnlich
elastischen Eigenschaften. Die Befestigung am Fahrwerk 19 erfolgt
vorzugsweise über
Gummimanschetten (nicht dargestellt), wobei das Rad 1 in
Quer- und Längsrichtung über die
erforderliche dynamische Elastizität verfügen kann. Das wiederum hat
eine günstige
Wirkung auf die Schall- und Schwingungsdämmung im Fahrzeug.
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Eine
angemessene Anpassung der Werkstoffeigenschaften und des Aufbaus
der Drehstabfedervorrichtung 27 ermöglicht eine vertikale Ausrichtung
des Rades 1, d. h. eine Regelung der Einstellung der vertikalen
Position des Rades 1 in Bezug auf das Fahrwerk 19.
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Mit
Hilfe der Drehstabfedervorrichtung 27 funktioniert das
Gestänge 25 zudem
wie ein Querstabilisator, wie er zur Abfederung übermäßig großer Rollbewegungen von Fahrzeugen
benutzt wird. Für eine
Optimierung der Straßengängigkeit
eines Fahrzeugs lässt
sich die Federhärte
der Drehstabfedervorrichtung 27 beispielsweise so anpassen,
dass eine gute Querstabilisatorfunktion erreicht werden kann.
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Auf
eine einfache Art und Weise kann eine Optimierung der Querstabilisatorfunktion
der Drehstabfedervorrichtung 27 dadurch an einen aktuellen Betriebszustand
des Fahrzeugs angepasst werden, dass bei der Vorrichtung eine elektro-rheologische Flüssigkeit
zum Einsatz kommt. Wie aus dem bisherigen Stand der Technik bekannt
ist, kann eine derartige Flüssigkeit
in elastischen Bauteilen verwendet werden, wobei über einer
bestimmten Menge elektro-rheologischer
Flüssigkeit
eine relativ hohe elektrische Spannung angelegt wird, um ihre Viskosität zu beeinflussen.
So kann die Drehstabfedervorrichtung 27 für eine elektrisch
gesteuerte aktive Federung eingesetzt werden.
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Um
die Steuerung der vertikalen Radausrichtung und die Querstabilisatorfunktion
der erfindungsgemäßen Anordnung
weiter zu verbessern, wird das Gestänge 25 vorzugsweise
mit einem Stellhebel 29 verbunden, der einen weiteren (nicht
dargestellten) elektrisch betriebenen Achsmotor enthält. Der
Stellhebel 29 besitzt ein Gestänge 30, das sich mit
Hilfe dieses Achsmotors, wie durch einen Pfeil in 1 angezeigt,
nach hinten und nach vorn verschieben lässt. Das Gestänge 30 ist
in einer Gelenkstange 31 drehbar gelagert, die wiederum
unbeweglich an der Welle 28 befestigt ist, durch die die
Drehstabfeder 27 gehalten wird. Über ein weiteres Drehgelenk 32 ist
der Stellhebel 29 drehbar am Fahrwerk 19 festgemacht.
Folglich ist der Stellhebel 29 so angeordnet, dass er bis
zu einem gewissen Grad ein Vorspannen der Drehstabfeder 27 gestattet,
was durch eine entsprechende Betätigung
der Gelenkstange 31 geschieht. Dadurch wird eine variable
Beibehaltung der vertikalen Ausrichtung jedes einzelnen Rades 1 erreicht.
Außerdem
wird eine aktive „Anti-lift"- und „Anti-dive"- Funktion des Fahrzeugs
ermöglicht,
d. h. der Neigung des Fahrwerks, sich beim Bremsen bzw. Beschleunigen
jeweils vorn und hinten zu heben, kann wirksam entgegengewirkt werden. Auch
wird damit ein Widerstand gegen ein „Schlingern" des Fahrzeugs erzeugt,
d. h. ein ungewolltes Drehen um die Längsachse des Fahrzeugs kann
verhindert werden.
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Entsprechend
der Ausführungsform
besitzt die Drehstabfedervorrichtung 27 eine verstellbare Vorspannvorrichtung.
Wird dabei eine aus Gummi gefertigte Feder verwendet, so kann diese
Vorspannvorrichtung z.B. mit einer rotierenden Innenmanschette (nicht
dargestellt) versehen sein. In diesem Fall wird die vertikale Radausrichtung
durch die Drehbewegung der Innenmanschette gesteuert. Dabei lässt sich
die auf das Ende des mit dem Rad 1 verbundenen Gestänges wirkende
Kraft entweder erhöhen
oder verringern.
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Das
Gestänge 25 überträgt so nicht
nur eine Federkraft von der Drehstabfedervorrichtung 27, sondern
auch eine die Rollbewegung dämpfende Kraft
von der Drehstabfedervorrichtung 27 und ihrer Vorspannvorrichtung,
was auf dynamische Art und Weise, beispielsweise beim Befahren von
Kurven geschieht. Zudem überträgt das Gestänge 25 von
der Drehstabfedervorrichtung 27 und ihrer Vorspannvorrichtung
eine die vertikale Radausrichtung regelnde Kraft, was am besten
dann geschieht, wenn sich die Beladung des Fahrzeugs ändert.
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Entsprechend
der nachstehenden detaillierten Beschreibung gehören zu der erfindungsgemäßen Anordnung
eine Reihe von Sensoren zur Ermittlung unterschiedlicher Parameter,
die Auskunft über den
aktuellen Betriebszustand des Fahrzeuges bzw. seiner Räder geben.
Diese Sensoren (nicht in 1 dargestellt) werden für die Steuerung
der Spurstangenhebel 16, des Gestänges 25 und des Stellhebels 29 benötigt.
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2 ist
eine perspektivische Ansicht einer möglichen praktischen Anwendung
der erfindungsgemäßen Anordnung
in einem Kraftfahrzeug. Aus der Figur ist ersichtlich, dass zwei
Spurstangenhebel 16, 16' vorgesehen sind, die über zwei
Gummimanschetten 20, 20' mit dem Fahrwerk 19 verbunden sind.
Die Spurstangenhebel 16, 16' haben im Wesentlichen die gleiche
Form und sind, wie oben beschrieben, jeweils über Gestänge 17, 17' beweglich mit
den Befestigungspunkten 18, 18' in dem Anker 10, die
mehr oder weniger entlang der gleichen horizontalen Fläche angeordnet
sind, verbunden. Genauer gesagt, sind die Spurstangenhebel 16, 16' auf beiden
Seiten einer gedachten, vertikal verlaufenden Linie 33,
die durch den Mittelpunkt des Rades 1 führt, angebracht. Außerdem befinden
sich die Spurstangenhebel 16, 16' unter einer gedachten, im Wesentlichen
parallel zu der darunter liegenden Fahrbahn und durch die Radmitte 1 verlaufenden
horizontalen Linie 34. Diese Anordnung der Spurstangenhebel 16, 16' ist jedoch
nicht zwingend, erfindungsgemäß können sie
ebenso über
der horizontalen Linie 34 befestigt sein.
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2 zeigt
ferner, dass die Drehstabfeder 27 um die Achse 28 herum
angeordnet ist, welche entsprechend der obigen Beschreibung wiederum
an dem Fahrwerk 19 angebracht ist. Die Gelenkstange 31 ist
ebenfalls an der Achse 28 befestigt. Somit kann die Gelenkstange 31 durch
den Stellhebel 29 und dem mit ihm verbundenen Gestänge 30 betätigt werden,
um die vertikale Radausrichtung und die Querstabilisatorfunktion
der Drehstabfeder 27 zu regeln. 2 veranschaulicht
eine Ausführungsform
der Erfindung in ihrer praktischen Anwendung, bei der das Gestänge anders
als in der in 1 gezeigten Anordnung, in der
das Gestänge 31 zum
Rad 1 hin verläuft,
vom Rad 1 weg verläuft.
Folglich sind beide Varianten für
die erfindungsgemäße Anordnung
denkbar.
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Die
beiden Spurstangenhebel 16, 16', das Gestänge 25 und der Stellhebel 29 sind
wie oben beschrieben am Fahrwerk 19 befestigt. Entsprechend der
in 2 gezeigten Anordnung besteht der Teil des Fahrwerks 19,
an dem die Befestigung erfolgt, vorzugsweise aus einem rahmenähnlichen
Bauteil 35, das als Befestigungsbauteil bestimmt ist und
die Montage der erfindungsgemäßen Anordnung
an einem Fahrzeug erleichtern soll. Durch die Verwendung des Rahmenbauteils 35 können die
jeweiligen Bauteile als eine zusammengehörige Baugruppe betrachtet werden.
Außerdem
lassen sich durch den Einsatz des Rahmenbauteils 35 die
Anforderungen an die Genauigkeit der Toleranzwerte für die Befestigungspunkte
zum Fahrwerk vermindern.
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Die
beiden Spurstangenhebel 16, 16' sind vorzugsweise symmetrisch
an jedem einzelnen Rad des jeweiligen Fahrzeugs angeordnet. Dadurch
können
identische erfindungsgemäße Radaufhängungsvorrichtungen
in den jeweiligen Ecken des Fahrzeugs verwendet werden.
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In
Form eines Blockdiagramms zeigt 3 eine mögliche erfindungsgemäße Anordnung
und ihre Verwendung in einem Fahrzeug. Dabei wird die Anordnung
als eine integrierte Radaufhängungsvorrichtung
für die
elektrische Steuerung des Antriebs, der Winkelausrichtung, der Lenkung
und der Bremsung jedes einzelnen Rades des Fahrzeugs verwendet.
Für die
jeweiligen Fahrzeugräder
werden vorzugsweise vier, im Wesentlichen identische Vorrichtungen
für die
Radaufhängung
verwendet, so dass jedes Rad in Bezug auf Drehmoment und Radausrichtung
einzeln für
sich gesteuert werden kann.
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Die
Erfindung beruht darauf, dass die beiden Spurstangenhebel 16, 16' mit Hilfe einer
computergestützten
Steuereinheit geregelt werden, die wie bekannt so funktioniert,
dass sie eine Reihe von Signalen von einer entsprechenden Anzahl
von Sensoren empfängt.
Entsprechend der Ausführungsform
der Erfindung ist ein erster Sensor 37 vorgesehen, der
je nach dem von dem Fahrer beabsichtigten Lenkeinschlagswinkel bzw.
dem Lenkradwinkel des Fahrzeugs ein Signal erzeugt. Ein derartiger
Sensor 37 kann ein in einem herkömmlichen Lenkrad (nicht dargestellt)
eingebauter Winkelsensor sein oder aber auch als ein Teil eines „Joysticks" oder einer ähnlichen
Lenksteuervorrichtung ausgeführt
sein. Unabhängig
von der verwendeten Ausführungsform
wird der Steuereinheit 36 ein von diesem ersten Sensor 37 kommendes,
den Lenkbefehlen des Fahrzeugführers
entsprechendes Signal zugeführt.
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Der
erste Sensor 37 ist vorzugsweise mit einem Gerät ausgestattet
(nicht dargestellt), das ein Feedback über eine Kraft liefert, die
einen Widerstand oder eine Bewegung der Lenksteuervorrichtung bewirkt,
die dem auf die Fahrzeugräder
wirkenden Lenkeinschlag entspricht. Eine solche Feedbackkraft kann
beispielsweise durch einen in der Lenksteuervorrichtung angeordneten
Elektromotor (nicht dargestellt) zur Verfügung gestellt werden. Der Fahrzeugführer spürt so, dass
es eine mechanische Verbindung zwischen dem Lenkrad und den Rädern gibt.
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Des
Weiteren ist ein zweiter Sensor 38 in Form eines Kraftsensors
vorgesehen, welcher mit jedem einzelnen Rad der erfindungsgemäßen Anordnung
verbunden ist. Dieser zweite Sensor 38 ist mit der Steuereinheit 36 verbunden
und gibt ein Signal ab, das der von der darunter liegenden Fahrbahn
auf das jeweilige Rad wirkenden gemessenen Kraft entspricht. Ein
derartiger Kraftsensor 38 würde vorzugsweise so nah wie
möglich
an dem jeweiligen Rad angeordnet sein und beispielsweise aus einem
in dem vorstehend beschriebenen Radlager angebrachten Dehnungsmessersensor
bestehen. Ein solcher Sensor kann für die Ermittlung von auf das
Rad wirkenden Querkräften
eingesetzt werden, um den Rollwiderstand durch eine geeignete Einstellung
der Radausrichtung zu minimieren. Außerdem können mit Hilfe eines solchen
Kraftsensors auch die auf das Rad wirkenden Längskräfte, d.h. die in Längsrichtung des
Fahrzeugs wirkenden Kräfte
gemessen werden.
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Ein
dritter, als Positionssensor fungierender Sensor 39 ist
ebenfalls mit jedem Rad verbunden. Dieser dritte Sensor 39 gibt
ein Signal an die Steuereinheit 36 ab, welches einer Messung
der vertikalen Radausrichtung in Bezug auf das Fahrwerk (d.h. der Bodenfreiheit
des Fahrzeugs) entspricht. Mit Hilfe eines solchen Sensors kann
auch der Rollwinkel des Fahrzeugs ermittelt werden (d.h. es kann
herausgefunden werden, bis zu welchem Grad sich das Fahrzeug um
seine Längsachse
dreht). Der Bewegungssensor für
die Aufhängung 39 ist
vorzugsweise zwischen dem oberen Gestänge 25 und dem Fahrwerk 19 (siehe 1)
angeordnet.
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Mit
Hilfe der zumindest vom ersten Sensor 37, vorzugsweise
aber auch vom zweiten und dritten Sensor 38, 39 an
die Steuereinheit 36 abgegebenen Signale kann der Lenkeinschlag
und die Radausrichtung jedes einzelnen Rades in Reaktion auf den
aktuellen Betriebszustand des Fahrzeugs entsprechend eingestellt
werden. Zu diesem Zweck ist die Steuereinheit 36 mit einem
Tabellen enthaltenen Datenspeicher ausgestattet, der in Abhängigkeit
von unterschiedlichen Eingabedaten von dem ersten Sensor 37,
dem zweiten Sensor 38 und dem dritten Sensor 39 Ausgabewerte
für die
Steuerung der Funktion der Spurstangenhebel 16, 16' ermittelt.
Dabei wird das Signal vom ersten Sensor 37 beispielsweise
für die
Einstellung eines bestimmten Lenkeinschlagwinkels für jedes
einzelne Rad verwendet.
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Die
erfindungsgemäße Anordnung
ermöglicht
es, die Radausrichtung (z.B. die Sturz- und Vorspurwinkel) aktiv
zu regeln, um sie in Reaktion auf den momentanen Betriebszustand
des Fahrzeugs zu optimieren. So können beispielsweise die aktuell
auf die Räder
wirkenden Querkräfte,
die aktuelle Radstellung und andere Betriebszustandsparameter des Fahrzeugs,
wie etwa seine aktuelle Geschwindigkeit und sein aktueller Kraftstoffverbrauch,
berücksichtigt werden.
Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Anordnung kann
durch eine ständige
Optimierung der Radausrichtung ein optimaler Kraftstoffverbrauch
erreicht und damit der Rollwiderstand jedes einzelnen Rades minimiert
werden. Bei auf das Fahrzeug einwirkendem Seitenwind kann die erfindungsgemäße Anordnung
dazu genutzt werden, diesem Einfluss mit einer Einstellung der Radausrichtung
und des Lenkeinschlags entgegenzuwirken, die an den geringstmöglichen
Fahrtwiderstand angepasst ist, was sich auch günstig auf den Kraftstoffverbrauch
auswirken wird. In diesem Fall dient die Steuereinheit 36 der
Ausrichtung der Räder,
um die auf die einzelnen Räder
wirkenden Querkräfte
auf ein Minimum zu reduzieren, wobei diese Kräfte wiederum mittels der Kraftsensoren 38 ermittelt
werden. Außerdem
kann die Schubfestigkeit des Fahrzeugs durch eine kontinuierliche Einstellung
des Radsturzwinkels der einzelnen Räder angepasst werden. Der Fahrzeugführer kann eine
derartige Funktion beispielsweise dafür nutzen, um mit Hilfe eines
geeigneten Steuergerätes
(nicht dargestellt) zwischen einer aktiven oder einer mehr komfortablen
Fahrweise zu wählen.
Je nachdem was für
eine Fahrweise gewählt
und der Steuereinheit 36 mitgeteilt wird, lassen sich die
entsprechenden Radeinstellungen vornehmen. Zudem können für eine ständige Regulierung
der vertikalen Radausrichtung und Steuerung der Querstabilisatorfunktion
die oben beschriebenen Stellhebel 29 genutzt werden.
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Die
Anordnung enthält
vorzugsweise einen vierten Sensor 40 in Form eines Bremssensors,
welcher vorzugsweise mit einem Bremspedal des Fahrzeugs (nicht dargestellt)
verbunden ist. Vom Bremssensor 40 abgegebene Signale gestatten
es, die vorstehend beschriebene Bremsbetätigungsvorrichtung 21 zu
betätigen,
wenn der Fahrer das Fahrzeug anhalten möchte. Die erfindungsgemäße Anordnung macht
es auch möglich,
die Radbremsen zu betätigen,
ohne dass der Fahrer das Bremspedal tritt. Das ist z. B. dann der
Fall, wenn „Anti-spin" und ABS im Fahrzeug
zum Einsatz kommen sollen. Die Funktionen der einzelnen Bremsbetätigungsvorrichtungen 21 und
der jeweiligen Elektromotoren werden bei dieser Art von Steuerung
des Antriebs und des Bremsens der Räder koordiniert.
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Andere
Arten von Sensoren können
für die Ermittlung
des aktuellen Fahrzustands des Kraftfahrzeugs und seiner Räder von
Interesse sein. So kann beispielsweise ein fünfter Sensor in Form eines
Beschleunigungsmessers 41 eingesetzt werden, um ein der
aktuellen Fahrzeugbeschleunigung entsprechendes Signal an die Steuereinheit 36 zu
senden. Des Weiteren gibt es einen sechsten Sensor 42,
der mit der Steuereinheit 36 zur Regelung des Drehmoments
der einzelnen Elektromotoren verbunden ist und der die Messwerte
der Betätigung
des Gaspedals durch den Fahrer ermittelt.
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Entsprechend
der vorstehenden Beschreibung funktioniert die erfindungsgemäße Anordnung so,
dass sie die Radausrichtung und den Lenkeinschlagswinkel der einzelnen
Räder steuert.
Die Steuereinheit 36 funktioniert beispielsweise auch in
Reaktion auf die Messung der Gaspedalbetätigung durch den Fahrer, welche
durch den sechsten Sensor 42 ermittelt werden könnte, der
aus einem Sensor zur Ermittlung der Stellung eines Gaspedals besteht.
Damit können
die einzelnen Motoren in den Rädern
gesteuert werden, um so eine beabsichtigte Geschwindigkeit des Fahrzeugs
zu erreichen. Diese Art von Steuerung ist nicht Gegenstand der vorliegenden
Beschreibung. Allerdings soll hier darauf hingewiesen werden, dass
die Bremsanordnung vorzugsweise so wirkt, dass eine elektrische
Nutzbremsung durch die jeweiligen Elektromotoren in einem ersten
Schritt erfolgt und dann erst die Reibungsbremsung über die Bremsbacke 24 eingeleitet
wird.
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Ein
siebenter Sensor 43, der die gemessene Drehzahl der einzelnen
Räder überträgt, kann
ebenfalls an die Steuereinheit 36 angeschlossen werden. Somit
kann die erfindungsgemäße Anordnung
(insbesondere bei hohen Fahrzeuggeschwindigkeiten) helfen, die Radausrichtung
zu optimieren, wodurch eine äußerst stabile
Straßenlage
des Fahrzeugs erzielt werden kann. Mit Hilfe dieses siebenten Sensors 43 können die
Fahrzeuggeschwindigkeit und die Drehzahländerungen der einzelnen Räder berechnet werden.
So kann beispielsweise auf der Grundlage der von dem siebenten Sensor 43 kommenden
Signale im Falle, dass eine „Anti-spin"- oder ABS-Funktion
erforderlich ist, eine Antriebs- oder Bremskraft auf die einzelnen
Räder übertragen
werden. Bei Glätte
können
solche Signale helfen, die Fahrbahnreibung zu ermitteln.
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Um
eine exakte Steuerung der Spurstangenhebel 16, 16' zu gewährleisten,
sind diese Bauteile vorzugsweise jeweils mit einem Positionssensor 44 und 45 versehen,
der Signale entsprechend einer Messung der Stellung jedes einzelnen
Gestänges 17, 17' der Spurstangenhebel 16, 16', d.h. einer
Messung, die anzeigt, wie weit jedes Gestänge 17, 17' aus den mit
ihm verbundenen Spurstangenhebel 16, 16' heraus geschoben
wird, an die Steuereinheit 36 weiterleitet. Der Stellhebel 29 ist
vorzugsweise ebenfalls mit einem entsprechenden Positionssensor 46 ausgestattet,
welcher auf ähnliche
Art und Weise ein Signal, das einer Messung der aktuellen Stellung
des mit dem Stellhebel 29 verbundenen Gestänges 30 entspricht,
an die Steuereinheit 36 sendet.
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Im
Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Anordnung können noch
weitere Sensoren (nicht dargestellt) zum Einsatz kommen. So können beispielsweise
Transversalbeschleunigungsmesser (vorn und hinten am Fahrwerk) verwendet
werden, um die momentane Transversalbeschleunigung des Fahrzeugs
zu messen. Außerdem
kann zur Feststellung einer etwaigen Rutschneigung des Fahrzeugs ein
Gierwinkelsensor vorgesehen sein, um die Drehbewegung des Fahrwerks
von oben aus gesehen zu ermitteln. Und dann können an den vorderen Fahrzeugecken
auch noch Windgeschwindigkeitssensoren, die Auskunft über Luftwiderstand
und Windrichtung geben, vorgesehen sein. Von diesen Sensoren kommende
Signale könnten
in geeigneter Weise der Einregelung der Ausrichtung der einzelnen
Fahrzeugräder
während
der Fahrt und damit der Minimierung des Fahrtwiderstands dienen.
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Folglich
besteht der Verwendungszweck der erfindungsgemäßen Anordnung in der Einstellung des
Lenkeinschlagwinkels und der Radausrichtung für jedes einzelne Rad des Fahrzeugs.
Im Folgenden soll beschrieben werden, wie die erfindungsgemäße Anordnung
bei einigen typischen Betriebszuständen des Fahrzeugs zum Einsatz
kommt.
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Der
Sturzwinkel des jeweiligen Rades bestimmt die stabile Straßenlage
des Fahrzeugs. Für eine
geeignete Einstellung des Sturzwinkels eines bestimmten Rades kann
mit Hilfe der Höhenpositionen
auf der jeweils rechten und linken Seite des Fahrzeugs ein Sollwert
ermittelt werden. In die Berechnung einbezogen werden auch ein Signal
von dem ersten Sensor 37, das den Lenkeinschlag des Lenkrads
anzeigt und ein Signal von dem zweiten Sensor 38, das die
auf die Räder
wirkenden Querkräfte
anzeigt. Vorzugsweise wird auch ein Signal, das die auf das Fahrwerk
wirkenden Querkräfte
meldet, genutzt. Wenn demzufolge die Anhebung des Fahrzeugs links
und rechts gleich ist, die gewählte Lenkradstellung
dem Geradeausfahren entspricht und die auf die Räder wirkenden Querkräfte und
die Transversalbeschleunigung im Wesentlichen gleich Null sind,
so bedeutet das, dass das jeweilige Fahrzeug geradeaus gefahren
wird und keine Neigung zur horizontalen Fläche besteht. In einem solchen Fall
können
die Spurstangenhebel 16, 16' so eingestellt werden, dass sich
sozusagen ein negativer Sturzwinkel bei allen Rädern ergibt und damit eine stabile
Straßenlage
des Fahrzeugs gegeben ist. Ein negativer Sturzwinkel bedeutet, dass
sich der obere Teil des Rades sozusagen zum Fahrzeug hin neigt.
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Da
sich das Rad federnd über
Straßenunebenheiten
hinweg bewegt, müssen
die Spurstangenhebel 16, 16' ohne dass eine Drehung des Lenkrads erfolgt
und ohne eine Transversalbeschleunigung, die das Fahrzeug beeinflusst,
für eine
Einstellung der Radsturzwinkel nicht betätigt werden. Wenn andererseits
zur gleichen Zeit, da das Lenkrad gedreht wird und das Fahrzeug
einer Transversalbeschleunigung ausgesetzt wird, was dem Befahren
einer Kurve entspräche,
die Anhebung bei den Rädern
auf der rechten Seite anders ist als auf der linken Seite, dann
sollte der Sturzwinkel vorzugsweise so eingeregelt werden, dass
sich das Rad theoretisch vertikal zur Fahrbahn befindet.
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Außerdem lässt sich
durch das Messen der auf die Räder
wirkenden Querkräfte
entsprechend der mit Hilfe des zweiten Sensors 38 ermittelten
Werte der Vorspurwinkel jedes Rades einregeln. Dabei wird die Tatsache
berücksichtigt,
dass die auf das Rad wirkenden Querkräfte auf ein Minimum reduziert werden
sollten, damit der geringstmögliche
Rollwiderstand erzielt werden kann. Bei dieser Einstellung würden vorzugsweise
Signale vom ersten Sensor 37, dem Gierwinkelsensor und
den Beschleunigungsmessern genutzt.
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Ferner
dient die erfindungsgemäße Anordnung
dazu, dass das Fahrzeug beim Befahren von Kurven eben gehalten wird.
Dabei kommen der Lenkradwinkelsensor 37, der Sensor für die vertikale
Radausrichtung 39 und vorzugsweise ein Geschwindigkeitssensor
bei jedem Rad zum Einsatz. In diesem Betriebszustand wird die Steuereinheit 36 dafür verwendet,
um auszurechnen, bis zu welchem Grad der Stellhebel 29 zum
Vorspannen der Drehstabfeder 27 betätigt werden sollte, damit das
Fahrzeug beim Befahren einer Kurve im Wesentlichen gleichmäßig eben
läuft.
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Beim
Fahren bei auf das Fahrzeug wirkendem Seitenwind hat die erfindungsgemäße Anordnung
die Aufgabe, dieser Kraft entgegenzuwirken. Bei starkem Seitenwind
entsteht ein Zustand, bei dem die Kraftsensoren 38 an den
Rädern
beeinflusst werden, ohne dass irgendeine Transversalbeschleunigung
auf das Fahrwerk wirkt. Dabei befindet sich das Lenkrad in einer
Stellung, die dem Geradeausfahren entspricht. Solange eine derartige
Querkraft wirkt, werden die jeweiligen Spurstangenhebel 16, 16' so betätigt, dass
die Vorder- und Hinterräder
lenken, damit das Fahrzeug zwar immer noch geradeaus gehalten wird,
es aber leicht diagonal liegt (im so genannten „dog walk"), d.h. sich das Fahrwerk gewissermaßen in den
Wind legt. Bei einem Wechsel des Seitenwindes, bei Windböen und beim Überholen,
d.h. wenn sich die Kraft des auftreffenden Seitenwindes rasch verändert, dann
reagieren die Kraftsensoren an den Rädern, der Sensor für den Fahrwerksgierwinkel
und die Transversalbeschleunigungsmesser. Die Steuereinheit kann
dann ihrerseits mit einem schnellen Gegensteuern der Räder reagieren,
so dass ein Gieren und Driften gering gehalten werden.
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Bei
besonderen Betriebszuständen,
wie z.B. beim Einparken kann die erfindungsgemäße Anordnung zum Lenken aller
vier Räder
eingesetzt werden, was das Fahrzeug leicht handhabbar macht. Die Vierradsteuerung
kann sowohl zur Verkleinerung des Wendkreises des Fahrzeugs als
auch zur Verbesserung der Straßenlage
bei hohen Geschwindigkeiten dienen. Beispielsweise kann beim Einparken
eine diagonale Bewegung vom Bordstein weg oder zu ihm hin erfolgen.
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Erfindungsgemäß kann die
Vierradlenkung erforderlichenfalls automatisch, vorzugsweise beim Fahren
unter einer bestimmten Geschwindigkeitsgrenze (die mit Hilfe des
Raddrehzahlsensors 43 ermittelt werden kann) aktiviert
werden. Bei verhältnismäßig hohen
Geschwindigkeiten können
die Hinterräder
erfindungsgemäß gelenkt
werden, wodurch eine gute Straßenlage
des Fahrzeugs erreicht wird.
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Ein
weiteres Anwendungsbeispiel für
die erfindungsgemäße Anordnung
ist das Fahren mit schwerer Beladung, wobei auf Grund des Ladegewichtes
bestimmte Anforderungen hinsichtlich des Abstandes zwischen Fahrwerk
und Fahrbahn zu beachten sind. Diese Höhenanpassung könnte dann durch
die entsprechende Steuerung der vorstehend erwähnten Stellhebel 29 erfolgen.
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Die
erfindungsgemäße Anordnung
ist nicht nur auf das oben beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern
kann entsprechend des Geltungsbereiches der Ansprüche variiert
werden. Beispielsweise könnte
die Erfindung im Prinzip mit einem herkömmlichen Motor, z.B. einem
Verbrennungsmotor, der im Fahrwerk vorgesehen ist und mittels herkömmlicher
mechanischer Verbindungsmittel mit den Antriebsrädern des Fahrzeugs verbunden
ist, verwendet werden. Auch ließe
sich anstelle der beschriebenen elektrischen Bremse eine herkömmliche Bremsvorrichtung
verwenden. Ebenso denkbar wäre eine
Anwendung bei unterschiedlichen Fahrzeugtypen, wie PKW, Lastkraftwagen
und Bussen.
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In
ihrer einfachsten Form kann die erfindungsgemäße Anordnung mit zwei Spurstangenhebeln 16, 16' realisiert
werden, die wie oben beschrieben, d.h. zwischen dem Fahrwerk und
den Befestigungspunkten an den einzelnen Rädern festgemacht sind, so dass
sie auf beiden Seiten einer gedachten, durch die Mitte des Rades
verlaufenden vertikalen Linie angeordnet sind. In diesem Fall macht
die erfindungsgemäße Anordnung
mindestens einen Sensor für
den vom Fahrzeugführer
vorzunehmenden Lenkeinschlagswinkel erforderlich. Hinzu kämen vorzugsweise
die Positionssensoren 44, 45 für die Ermittlung der Stellungen
der Gestänge 17, 17' der beiden
Spurstangenhebel 16, 16'. Diese Anordnung würde der
Steuerung des Lenkeinschlagswinkels und der Radausrichtung, z.B.
des Sturzwinkels jedes einzelnen Rades dienen.
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Die
elektrischen Geräte
für Antrieb
und Bremsen könnten
im Prinzip vollständig
oder teilweise durch hydraulische Energieübertragungseinrichtungen (Spurstangenhebel,
Feder, Steuerung der vertikalen Radausrichtung, Querstabilisator-
und Stoßdämpferbauteile
sowie Radmotoren) ersetzt werden, ohne dass dabei das Grundprinzip
der Erfindung verloren geht. So könnten beispielsweise die oben
erwähnten
elektrischen Achsmotoren durch hydraulische Zylinder ersetzt werden.
Werden elektrische Betätigungselemente
verwendet, so sollten diese selbstbremsend sein, damit auf die Räder wirkende
Querkräfte
beim Fahren abgefangen werden.
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Wird
der elektrische Antrieb durch einen hydraulischen Antrieb ersetzt,
so ist es angebracht, die Funktion des Planetengetriebes, so wie
sie oben beschrieben wurde, umzukehren. Bei dieser Variante einer
Ausführungsform
würden
Hydraulikmotoren an die Planetengetriebe angeschlossen, durch die
die Drehzahl der Fahrzeugräder
verdoppelt würde.
Bei einem hydraulischen Antrieb müsste noch eine Reihe von Bauteilen,
wie etwa hydraulische Pumpen, Ventile und Leitungen zusätzlich vorgesehen
werden. Die oben erwähnte
Reibungsbremse wäre
dann allerdings nicht mehr nötig,
da der Motor erforderlichenfalls vollständig abgeschaltet werden könnte, um
die Räder
in einer festen Stellung zu arretieren.
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Die
oben beschriebene Bremsanordnung könnte auf verschiedene Art und
Weise realisiert werden. So könnte
beispielsweise der Bremsbelag so angeordnet sein, dass er außen am Rotor
und nicht (wie vorstehend beschrieben) innen im Rotor wirkt. Diese
Anordnung hätte
den Vorteil, dass dadurch übermäßige Wärmeerzeugung
durch Reibung in dem als Motor agierenden Teil des Rotors vermieden werden
könnte.
Als eine Alternative dazu könnte
der Rotor auch so angeordnet sein, dass er den Anker umschließt, d.h.
dass der Rotor so nah wie möglich an
der Radfelge dreht, wodurch weitere Möglichkeiten für eine wirksame
Kühlung
des Motors entstünden.
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Die
Drehstabfeder 27 kann z.B. entweder aus Gummi oder aus
Stahl gefertigt sein.
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Entsprechend
einer weiteren Ausführungsform
lassen sich die Komforteigenschaften des jeweiligen Fahrzeugs dadurch
verbessern, dass die beiden Spurstangenhebel so miteinander verbunden sind,
dass sie sich gegenseitig in vertikaler Richtung folgen, in horizontaler
Richtung aber im Wesentlichen unabhängig voneinander funktionieren.
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Außerdem könnte die
Federkonstante der Drehstabfeder in der Art progressiv ausgelegt
werden, dass die Federhärte
bei einem relativ schwer beladenen Fahrzeug höher sein könnte.
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Bei
einer weiteren alternativen Ausführungsform
könnte
das Gestänge
für die
vertikale Radausrichtung an einem verlängerten Teil des Ankers 10, einem
so genannten „Schwanenhals" vorgesehen sein,
wobei der obere Befestigungspunkt des Gestänges an einem Punkt über dem
Reifen angeordnet wird. Dadurch entstünde eine längere Hebelübertragung zum Abfangen der
auf das Rad wirkenden Querkräfte.
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Durch
eine Aktivierung der elektrischen Bremsen damit einhergehend, dass
alle Räder
in einem Winkel relativ zueinander gestellt werden, d.h. eine fest
arretierte Position einnehmen, könnte
des Weiteren eine Parkbremsfunktion erzielt werden. Ein Wegrollen
oder Wegschleppen des Fahrzeugs würde dadurch erschwert.
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Die
Drehstabfeder könnte
auch eine hydro-pneumatische Feder sein, die ebenfalls Querstabilisator-
und Höhenausrichtungsfunktionen
ermöglicht.