DE69842C - Verfahren zur Darstellung von Farbstoffen aus der Klasse der Alizarin-Cyanine. (8 - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Farbstoffen aus der Klasse der Alizarin-Cyanine. (8

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DE69842C DENDAT69842D DE69842DA DE69842C DE 69842 C DE69842 C DE 69842C DE NDAT69842 D DENDAT69842 D DE NDAT69842D DE 69842D A DE69842D A DE 69842DA DE 69842 C DE69842 C DE 69842C
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    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B1/00Dyes with anthracene nucleus not condensed with any other ring
    • C09B1/02Hydroxy-anthraquinones; Ethers or esters thereof
    • C09B1/06Preparation from starting materials already containing the anthracene nucleus
    • C09B1/08Dyes containing only OH-groups

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Durch die Patente Nr. 62018 und Nr. 66153 ist bekannt geworden, dafs das Alizarinbordeaux, ein Tetraoxyanthrachinon, bei der Oxydation in schwefelsaurer Lösung in höher hydroxylirte Oxyanthrachinone übergeht, welche die bemerkenswerthe Eigenschaft besitzen, Chrombeizen intensiv blau anzufärben. Die neuen Pröducte sind deshalb als Alizarincyanine bezeichnet worden.
In den Patenten Nr. 62506 und Nr. 68123 (Zusätzen zum Patent Nr. 62018) ist ferner gezeigt, dafs auch andere Tetraoxyanthrachinone, das Purpurinbordeaux des Patentes Nr. 60855 und das Anthrachryson durch Oxydation . in Farbstoffe der Klasse der Alizarincyanine übergehen.
Bei der Oxydation dieser Tetraoxyanthrachinone entstehen unter gewissen Bedingungen Zwischenproducte, welche den Charakter von wahren Chinonen besitzen und die deshalb in der Patentschrift Nr. 661 53 mit dem allgemeinen Namen »Anthradichinone« bezeichnet worden sind.
Es wurde nun gefunden, dafs sich auch noch andere Tetraoxyanthrachinone, vor allem die durch gemäfsigte Oxydation von Flavopurpurin oder Anthrapurpurin mittelst Braunstein oder Arsensäure darstellbaren beiden Tetraoxyanthrachinone, das Oxyflavopurpurin und das Oxyanthrapurpurin durch weitere Oxydation in Alizarincyanine bezw. deren Chinone überführen lassen.
Hierbei kann man die in der Patentschrift Nr. 67061 eingehend beschriebene Darstellung des Oxyflavo- bezw. Oxyanthrapurpurins und ihre Ueberführung in die Cyanine zu einer einzigen Operation vereinigen.
Auch nicht färbende Dioxyanthrachinone, wie Anthraflavinsäure, Isoanthrafiavinsäure und Anthrarufin gehen bei der Oxydation in schwefelsaurer Lösung in Farbstoffe der Klasse der Alizarincyanine über.
Es scheint demnach,' dafs sich alle diejenigen Oxyanthrachinone so direct zu Alizarincyaninen (bezw. deren Chinonen) oxydiren lassen, welche in jedem Benzolkern schon mindestens eine Hydroxylgruppe enthalten.
Aus der Isoanthrafiavinsäure, dem Oxyanthrapurpurin oder dem Anthrapurpurin entsteht so das Alizarinhexacyanin des Patentes Nr. 66153, aus der Anthraflavinsäure, aus Oxyflavopurpurin oder Flavopurpurin erhält man das Hexaoxyanthrachinon des Patentes Nr. 64418, während Anthrarufin in das Alizarinpentacyanin des Patentes Nr. 66153 übergeht, welches, wie daselbst angegeben, noch weiter zu Hexaoxyanthrachinonen oxydirt werden kann.
Die Oxydation dieser Di-, Tri- und Tetraoxyanthrachinone kann entweder bei gewöhn-
licher oder bei höherer Temperatur vorgenommen werden. Bei Anwendung von niedrigeren Temperaturen (z. B. ο bis 500) ist es wie beim Anthrachryson (Patent Nr. 68123) s0 aucn hier nothwendig, eine etwas gröfsere Menge des Oxydationsmittels anzuwenden. Ferner ist es sehr vortheilhaft, die Reaction bei Gegenwart einer grofsen Menge (z. B. 30 bis 40 Theilen) concentrirter Schwefelsäure vorzunehmen. Unter diesen Bedingungen gelingt die Oxydation in vorzüglicher Weise namentlich beim Flavopurpurin, Anthrapurpurin, Oxyflavo- und Oxyanthrapurpurin. In allen Fällen ist es empfehlenswert?!, den Gang der Reaction durch spectroskopische Untersuchung von aufgearbeiteten und in concentrirter Schwefelsäure gelösten Proben zu controliren und so den Endpunkt der Reaction festzustellen.
In dem bei niederen Temperaturen erhaltenen Reactionsgemisch finden sich die Oxydationsproducte in Form von Oxyanthradichinonen vor, die sich durch Eingiefsen der schwefelsauren Lösung in Eiswasser und Abfiltriren isoliren lassen. Beim Erhitzen mit Wasser oder verdünnten Säuren, besser aber beim Behandeln mit Reductionsmitteln, wie z. B. mit schwefliger Säure, gehen sie in die entsprechenden Hydrochinone, die Alizarincyanine, über.
Nimmt man die Oxydation der oben erwähnten Di-, Tri- und Tetraoxyanthrachinone bei höherer Temperatur (100 bis 200 °) vor, so erleiden die zunächst gebildeten Anthradichinone unter dem Einflufs der Schwefelsäure bereits Zersetzung unter Bildung der eigentlichen Farbstoffe, der Hydrochinone, so dafs sich in einem solchen bei höherer Temperatur erhaltenen Reactionsgemisch neben dem Anthradichinon schon grofse, in gewissen Fällen überwiegende Mengen der Farbstoffe selbst vorfinden.
Beispiele:
i. Darstellung von Alizarinhexacyanin aus Oxyanthrapurpurin.
Das Oxyanthrapurpurin entsteht bei gemäfsigter Oxydation von Anthrapurpurin und läfst sich nach den in der Patentschrift Nr. 67061 gemachten Angaben leicht erhalten.
10 kg dieses trockenen Oxyanthrapurpurins werden in 200 kg Schwefelsäure von 66° B. gelöst und in die erhaltene Lösung bei 60 bis 700C. 15 kg gemahlener Braunstein von 90 pCt. Mn O2-Gehalt vorsichtig und unter gutem Umrühren eingetragen. Hierauf wird die Reactionsmasse, welche das Chinon des AIizarinhexacyanins enthält, in 100 1 Wasser gegossen, mit 10 kg Natriumbisulfitlauge von 340 B. versetzt, aufgekocht, der Niederschlag abfiltrirt und mit Wasser bis. zur neutralen Reaction ausgewaschen. Zur Reinigung löst man den so erhaltenen rohen Farbstoff in einer Auflösung von 5 kg calcinirter Soda in 1000 1 kochenden Wassers, filtrirt diese alkalische Lösung und fällt das Alizarinhexacyanin aus derselben durch Zusatz von Salz- oder Schwefelsäure aus.
2. Darstellung von Alizarinhexacyanin aus dem Anthrapurpurin direct.
Die Darstellung des Oxyanthrapurpurins und seine Ueberführung in Alizarinhexacyanin (bezw. Hexacyaninchinon) lassen sich auch zu einer einzigen Operation vereinigen.
Man löst zu diesem Zwecke 10 kg Anthrapurpurin in 300 kg Schwefelsäure von 66° B. und trägt unter gutem Umrühren 22 kg gepulverten Braunstein von 90 pCt. Mn O2-Gehalt ein. Die Reactionstemperatur läfst man zum Schlufs 350C nicht übersteigen. Beim Eingiefsen der Reactionsmasse in Wasser scheidet sich das Chinon des Alizarinhexacyanins in violetten Flocken ab, das man in der' im Beispiel 1. beschriebenen Weise durch Zusatz von 10 kg Natriumbisulfitlauge (350B.) und Erhitzen der Flüssigkeit bis zum Kochen in das Alizarinhexacyanin selbst überführt. Die Umwandlung des Anthradichinons in das Cyanin giebt sich durch den Uebergang der Farbe des Niederschlages von Violett in Braun zu erkennen. Man filtrirt nach beendeter Reduction das Alizarinhexacyanin ab, wäscht es mit Wasser aus und reinigt es eventuell durch Umlösen.
Die näheren Versuchsbedingungen können in sehr mannigfaltiger Weise variirt werden. So erhält man z. B. gute Resultate, wenn man eine innige Mischung von Anthrapurpurin und Braunstein in die Schwefelsäure einträgt. Ferner erhält man ausgezeichnete Resultate, wenn man z. B. 20 kg Braunstein in 300 kg Schwefelsäure von 660B. anschlämmt, diese Mischung auf o° abkühlt, dazu langsam eine Lösung von 10 kg Anthrapurpurin in 100 kg concentrirter Schwefelsäure zufliefsen läfst, mit der Vorsicht, dafs die Temperatur 2 bis 3 ° nicht übersteigt, und dann längere Zeit bei niedriger Temperatur stehen läfst.
3. Darstellung von Hexaoxyanthrachinon aus Anthraflavinsäure.
10 kg Anthraflavinsäure, 200 kg Schwefelsäure von 660B. und 15 kg gepulverter Braunstein von 90 pCt. werden während ca. 6 Stunden unter gutem Umrühren auf 1300 erhitzt.
Man giefst die Schmelze in Wasser, kocht auf, filtrirt den abgeschiedenen Niederschlag ab und wäscht ihn bis zur neutralen Reaction aus. Zur Reinigung wird der so erhaltene rothe Farbstoff in überschüssiger Natronlauge gelöst und die Lösung kochend mit Chlorcalcium versetzt. Die unveränderte Anthraflavinsäure bleibt als Kalksalz gelöst, während das Hexaoxy-
anthrächinon als unlöslicher Kalklack gefällt wird. Durch Abfiltriren und Zersetzen des letzteren mit Salzsäure erhält man den Farbstoff, das Hexaoxyanthrachinon, rein.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Neuerung in dem Verfahren des Patentes Nr. 66153 (vierter Zusatz, zum Patent • Nr. 62018) zur Darstellung von Anthradichinonen (Chinonen von Farbstoffen aus der Klasse der Alizarincyanine), darin bestehend, dafs man an Stelle von Alizarinbordeaux hier Anthrapurpurin, Oxyanthrapurpurin, Flavopurpurin, Oxyflavopurpurin, Anthraflavinsäure, Isoanthrafiavinsäure oder Anthrarufin in schwefelsaurer Lösung mit Oxydationsmitteln, wie Braunstein, Bleisuperoxyd u. s. w., bei Temperaturen von ο bis 600C. behandelt.
    Ueberführung der nach dem durch Anspruch i. geschützten Verfahren darstellbaren Anthradichinone in Farbstoffe der Klasse der Alizarincyanine durch Erhitzen mit Wasser oder Säuren oder durch Behandeln mit Reductionsmitteln.
    Verfahren zur Darstellung der Farbstoffe des Anspruchs 2. direct durch Erhitzen der im Anspruch 1. genannten Di-, Tri- und Tetraoxyanthrachinone in schwefelsaurer Lösung mit Oxydationsmitteln, wie z. B. Braunstein u. s. w.7 auf höhere Temperaturen.
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