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Die
vorliegende Erfindung betrifft wässrige
Insulinpräparate,
die Humaninsulin oder ein Analogon oder Derivat davon umfassen,
wobei die Präparate
eine hervorragende physikalische Stabilität aufweisen. Die Erfindung
betrifft weiterhin parenterale Formulierungen, die derartige Insulinpräparate umfassen,
und ein Verfahren zur Verbesserung der physikalischen Stabilität von Insulinpräparaten.
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Hintergrund der Erfindung
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Gebiet der Erfindung
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Diabetes
ist ein allgemeiner Begriff für
Störungen
beim Menschen mit übermäßiger Harnausscheidung wie
bei Diabetes mellitus und Diabetes insipidus. Diabetes mellitus
ist eine Stoffwechselstörung,
in welcher das vermögen,
Glucose auszunutzen, mehr oder weniger verloren gegangen ist. Etwa
2% der Menschheit leiden an Diabetes.
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Seit
der Einführung
von Insulin in den 1920er Jahren wurden kontinuierliche Schritte
unternommen, die Behandlung von Diabetes mellitus zu verbessern.
Um die Vermeidung von extremen Blutzuckergehalten zu unterstützen, praktizieren
Diabetiker eine Therapie mit mehrfachen Injektionen, durch welche
Insulin mit jeder Mahlzeit verabreicht wird.
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Bei
der Behandlung von Diabetes mellitus sind bisher viele verschiedenartige
Insulinpräparate
vorgeschlagen und verwendet wurden, wie reguläres Insulin, Semilente®-Insulin,
Isophaninsulin, Insulin-Zink-Suspensionen, Proamin-Zink-Suspensionen und
Ultralente®-Insulin.
Da Diabetiker für
eine Dauer von mehreren Jahrzehnten mit Insulin behandelt werden,
besteht großer
Bedarf nach sicheren und die Lebensqualität verbessernden Insulinpräparaten.
Einige der im Handel erhältlichen
Insulinpräparate
sind durch einen Schnellen Wirkungseinsatz gekennzeichnet, und andere
Präparate
weisen einen relativ langsamen Einsatz auf, zeigen aber eine mehr
oder weniger längere
Wirkung. Bei schnell wirkenden Insulinpräparaten handelt es sich gewöhnlich um
Insulinlösungen,
während
es sich bei verzögert
wirkenden Insulinpräparaten
um Suspensionen handeln kann, die Insulin in kristalliner und/oder
amorpher Form enthalten, das durch Zugabe von Zinksalzen allein
oder durch Zugabe von Protamin oder durch eine Kombination von beidem
ausgefällt
wird.
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Zudem
verwenden einige Patienten Präparate
mit sowohl schnellem Wirkungseinsatz als auch einer längeren Wirkung.
Bei einem derartigen Präparat
kann es sich um eine Insulinlösung
handeln, in welcher Protamininsulinkristalle suspendiert sind. Einige
Patienten stellen durch Mischen einer Insulinlösung mit einem Suspensionspräparat im
vom fraglichen Patienten gewünschten
Verhältnis
sich selbst das endgültige
Präparat her.
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Normalerweise
werden Insulinpräparate
durch subkutane Injektion verabreicht. Wichtig für den Patienten ist das Wirkungsprofil
des Insulinpräparats,
wobei es sich hierbei um die Wirkung von Insulin auf den Glucosestoffwechsel
als Funktion der Zeit von der Injektion an handelt. Bei diesem Profil
sind u.a. die Zeitdauer für
den Einsatz, der Maximalwert und die Gesamtwirkungsdauer wichtig.
Eine Vielfalt an Insulinpräparaten
mit unterschiedlichen Wirkungsprofilen ist von den Patienten erwünscht und
gefragt. Ein Patient kann am selben Tag Insulinpräparate mit
sehr unterschiedlichen Wirkungsprofilen verwenden. Das gefragte
Wirkungsprofil hängt
z.B. von der Tageszeit und der menge und Zusammensetzung von jeglicher
vom Patienten eingenommener Mahlzeit ab.
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Gleichermaßen wichtig
ist allerdings die physikalische Stabilität der Insulinpräparate aufgrund
der reichlichen Verwendung von penförmigen Injektionsvorrichtungen
wie Vorrichtungen, die Penfill®-Patronen enthalten, in
welchen ein Insulinpräparat
aufbewahrt wird, bis die gesamte Patrone leer ist. Dies kann bei
Vorrichtungen, die Patronen mit 1,5–3,0 ml enthalten, mindestens
1 bis 2 Wochen dauern.
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Beschreibung des Stands der
Technik
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Die
erste stabile neutrale Insulinsuspension wurde von Scott und Fischer
(J. Pharmacol. Exp. Ther. 58(1936) 78) entwickelt, die entdeckten,
dass die Gegenwart eines Überschusses
an Protamin und eines Zinksalzes (2 μg Zink pro IU (international
unit, internationale Einheit) Insulin das Protamininsulinpräparat, beschrieben
von Hagedorn et al., J. Am. med. Assn. 106(1936) 177–180) stabilisieren
könnte.
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Protamin-Zink-Insulin,
das gemäß den amerikanischen
oder europäischen
Arzneibüchern
hergestellt ist, enthält
amorphes Protamin-Zink-Insulin, sowie kristallines Protamin-Zink-Insulin.
Frisch hergestelltes Protamin-Zink-Insulin enthält hauptsächlich amorphen Niederschlag,
der bei Lagerung teilweise zu kristallinen Teilchen umgewandelt
wird, was zu einer stärker
hinausgezögerten
Wirkung führt.
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Eine
völlig
kristalline Protamin-Zink-Insulinmodifikation, bezeichnet als NPH-Insulin oder Isophaninsulin
wurde von Krayenbühl
und Rosenberg (siehe Rep. Steno Mem. Hosp. Nord. Insulinab. 1(1946)
60; und das Dänische
Patent Nr. 64,708) entwickelt. Sie fanden heraus, dass Insulin und
Protamin, die in Isophananteilen bei einem neutralen pH-Wert in
Gegenwart einer kleinen Menge Zink und Phenol oder Phenolderivaten
oder vorzugsweise m-Cresol zusammengebracht werden, einen amorphen
Niederschlag bilden, der beim Stehenlassen allmählich aber vollständig zu
länglichen
tetragonalen Kristallen umgewandelt wird, die an den Enden durch
pyramidale Flächen
eingegrenzt sind. Insulin und Lachs-Protamin kristallisieren gemeinsam in
einem Gewichtsverhältnis,
entsprechend etwa 0,09 mg Protaminsulfat pro mg Insulin, aus. Zink
in einer Menge von mindestens 0,15 μg pro IU und eine phenolische
Verbindung in einer Konzentration von höher als 0,1% ist zur Herstellung
der tetragonalen Kristalle nötig.
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In
den frühen
Tagen wurde diese Art von Kristallen unter Verwendung von Schweine-
und Rinderinsulin von natürlichen
Quellen hergestellt, jedoch wird seit den 1980er Jahren auch durch
Gentechnik oder durch Halbsynthese hergestelltes Humaninsulin verwendet.
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Humaninsulin
besteht aus zwei Polypeptidketten, den so genannten A- und B-Ketten, die 21 bzw.
30 Aminosäuren
enthalten. Die A- und B-Ketten sind durch Cysteindisulfidbrücken miteinander
verbunden. Insulin von den meisten anderen Spezies weist eine ähnliche
Konstruktion auf, kann aber nicht die gleichen Aminosäuren an
den Positionen, die denjenigen in den Ketten von Humaninsulin entsprechen,
enthalten.
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Die
Entwicklung des als Gentechnik bekannten Verfahrens machte es möglich, eine
große
Vielfalt von zu Humaninsulin analogen Insulinverbindungen leicht
herzustellen. In diesen Insulinanaloga wurden eine oder mehrere
der Aminosäuren
mit anderen Aminosäuren,
die durch die Nukleotidsequenz kodiert werden können, substituiert. Da Humaninsulin,
wie vorstehend erklärt,
51 Aminosäurereste
enthält,
ist es einleuchtend, dass eine große Anzahl von Insulinanaloga
möglich
ist, und tatsächlich
wurde bisher eine große
Vielfalt von Analoga mit interessanten Eigenschaften hergestellt.
In Humaninsulinlösungen
mit einer Konzentration von Interesse für Injektionspräparate liegt
das Insulinmolekül
in assoziierter Form als Hexamer vor (Brange et al., Diabetes Care
13 (1990) 923–954).
Es wird angenommen, dass nach einer subkutanen Injektion die Geschwindigkeit der
Absorption durch den Blutstrom von der Größe des Moleküls abhängt, und
es wurde heraus gefunden, dass Insulinanaloga mit Aminosäuresubstitutionen,
die diese Hexamerbildung hemmen oder ihr entgegenwirken, einen unüblichen
schnellen Wirkungseinsatz aufweisen (Brange et al., ebd.). Dies
ist für
Diabetiker von großem therapeutischem
Wert. In den Kristallen von länger
wirkenden Protamin-Insulinpräparaten
ist das Insulin ebenfalls in hexamerer Form zu finden (Balschmidt
et al., Acta Chryst. B47(1991) 975–986).
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Pharmazeutische
Präparate
auf der Basis von Humaninsulinanaloga sind z.B. aus den folgenden
Dokumenten bekannt:
WO 95/00550 betrifft
pharmazeutische Präparate
auf der Basis von Insulinkristallen, die Asp
B28-Insulin
und Protamin umfassen, die einen schnellen Einsatz und eine längere Aktivität zeigen,
wenn sie in vivo verabreicht werden. Die Kristalle können weiterhin
Zinkionen und Phenol und/oder m-Cresol enthalten. Glycerin wird
den Präparaten
als isotonisches Mittel zugesetzt.
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In
US 5 461 031 sind verschiedene
parenterale pharmazeutische Formulierungen offenbart, die ein schnell
wirkendes monomeres Insulinanalogon, Zink, Protamin und ein Phenolderivat
umfassen. Die Formulierungen enthalten weiterhin Glycerin, das als
Isotonizitätsmittel
wirkt.
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US 5 474 978 offenbart eine
schnell wirkende parenterale Formulierung, die einen aus sechs monomeren
Insulinanaloga bestehenden Humaninsulinanalogonhexamerkomplex, Zinkionen
und mindestens drei Moleküle
eines Phenolderivats umfasst. Das bevorzugte Isotonizitätsmittel
ist Glycerin.
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Unglücklicherweise
bildet Insulin durch nicht-kovalente Polymerisation tendenziell
unlösliche
und biologisch inaktive Fibrille (vgl. z.B. Jens Brange, Galenics
of Insulin, Springer-Verlag, 1987 und darin zitierte Literaturangaben).
Die Fibrillbildung wird durch erhöhte Temperaturen, z.B. über 30°C, und gleichzeitige
Bewegungen gefördert.
Der Fibrillierungsprozess, der sehr schwierig zu vermeiden ist,
setzt der Dauer, für
welche das Insulinpräparat
gelagert werden kann, und damit dem Patronenvolumen von Penfills® eine
obere Grenze.
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Die
Wirkung von Zuckern und Polyolen auf die Wärmestabilität von Rinderinsulin wurde ebenfalls
untersucht (V. Gupta, R. Bhat, Centre for Biotechnology, Bd. 70,
S. 209–212).
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Da
die Bildung von Fibrillen im Allgemeinen eine Monomerisierung von
Insulin erfordert, führen
Insulinanaloga, die nur ungern D- und Hexamere bilden, aufgrund
der Fibrillierung zu Präparaten
mit einer geringeren physikalischen Stabilitat.
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So
ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Insulinpräparat, das
Humaninsulin oder ein Analogon umfasst, mit verbesserter physikalischer
Stabilität
bereitzustellen.
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Erfindungsgemäß wurde
diese Aufgabe durch Folgendes erzielt: Ein wässriges Insulinpräparat, umfassend:
- a) gelöstes
Insulinanalogon, und Insulinanalogon und Protamin umfassende Kristalle,
- b) 100 bis 400 mM Mannit,
- sc) 5 bis 40 mM eines Chlorids,
- d) einen physiologisch verträglichen
Puffer, vorzugsweise einen Phosphatpuffer,
wobei die Konzentration
an Insulinanalogon 60 bis 3000 nmol/ml beträgt; das Gewichtsverhältnis zwischen gelöstem und
kristallinem Insulinanalogon 30:70 bis 70:30 beträgt; die
Kristalle Zink und eine phenolische Verbindung umfassen; und
das
Humaninsulinanalogon eines ist, in welchem die Position B28 Asp,
Lys, Leu, Val oder Ala ist und die Position B29 Lys oder Pro ist,
oder des(B28-B30)-, des(B27)- oder des(B30)-Humaninsulin ist.
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Kurze Beschreibung der Zeichnung
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1 ist
ein Fotomikrogramm (1000fache Vergrößerung) einer Formulierung
der Erfindung, die AspB28-Humaninsulin-Protamin-Kristalle
und Mannit umfasst.
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2 ist
ein Fotomikrogramm (1000fache Vergrößerung) einer Formulierung
der Erfindung, die Humaninsulin-Protamin-Kristalle und Mannit umfasst.
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3 ist
eine grafische Darstellung des Wirkungsprofils eines Präparats der
Erfindung, das sowohl gelöstes
als auch kristallines AspB28-Humaninsulin
enthält,
und eines Präparats,
das sowohl gelöstes
als auch kristallines Humaninsulin enthält. Beide Präparate enthalten
weiterhin Mannit. Das Diagramm ist die Blutglucoseantwort nach einer
Injektion in Schweine. Die Figur zeigt, dass der schnelle Wirkungseinsatz
für das
hochstabile AspB28-Humaninsulinpräparat bewahrt
wird.
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Beschreibung der Erfindung
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Definitionen
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Der
Ausdruck „Humaninsulinanalogon" bedeutet wie hier
verwendet Humaninsulin, in welchem eine oder mehrere Aminosäuren deletiert
und/oder durch andere Aminosäuren,
einschließlich
nicht-kodierbarer Aminosäuren
ersetzt worden sind, oder Humaninsulin, das zusätzliche Aminosäuren, d.h.
mehr als 51 Aminosäuren
umfasst.
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Im
vorliegenden Zusammenhang entspricht der Begriff „wasserlöslich" einer Löslichkeit
in Wasser von mindestens etwa 10 mmol/l, vorzugsweise mindestens
50 mmol/l, bei einer Temperatur von 20°C.
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Die
Begriffe Kohlenhydrat, reduziertes Kohlenhydrat, Monosaccharid,
Disaccharid und Ester- und Etherderivate derartiger Verbindungen
werden gemäß den Lehren
von K.A. Jensen in „Grundrids
af den organiske kemi, Almen Kemi III, 1. Aufl., Jul. Gjellerups
forlag, 1969, S. 299–316,
verwendet.
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Im
vorliegenden Zusammenhang bedeutet der Ausdruck „nicht-reduzierendes Kohlenhydrat" ein Kohlenhydrat,
das im Wesentlichen unfähig
ist, mit den Aminogruppen von Insulin im Präparat der Erfindung unter Bildung
von glyciniertem Insulin zur reagieren. Dierse Definition schließt Kohlenhydrat
ein, in welchen die Carbonylgruppe(n) z.B. durch Anhydridbildung
oder Derivatisierung inaktiviert oder blockiert wurde(n).
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In
einem Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein wässriges
Insulinpräparat,
umfassend:
- a) gelöstes Insulinanalogon, und Insulinanalogon
und Protamin umfassende Kristalle,
- b) 100 bis 400 mM Mannit,
- c) 5 bis 40 mM eines Chlorids,
- d) einen physiologisch verträglichen
Puffer, vorzugsweise einen Phosphatpuffer,
wobei die Konzentration
an Insulinanalogon 60 bis 3000 nmol/ml beträgt; das Gewichtsverhältnis zwischen gelöstem und
kristallinem Insulinanalogon 30:70 bis 70:30 beträgt; die
Kristalle Zink und eine phenolische Verbindung umfassen; und
das
Humaninsulinanalogon eines ist, in welchem die Position B28 Asp,
Lys, Leu, Val oder Ala ist und die Position B29 Lys oder Pro ist,
oder des(B28-B30)-, des(B27)- oder des(B30)-Humaninsulin ist.
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Bevorzugte Ausführungsformen
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Da
schnell wirkende Humaninsulinanaloga umfassende Insulinpräparate im
Allgemeinen eine eher geringe physikalische Stabilität zeigen,
ist die vorliegende Erfindung in Verbindung mit derartige Analoga
umfassenden Präparaten
besonders vorteilhaft. So umfasst das erfindungsgemäße Insulinpriparat
vorzugsweise ein oder mehrere schnell wirkende Humaninsulinanaloga,
insbesondere Analoga, in welchen Position B28 Asp, Lys, Leu, Val
oder Ala ist und Position B29 Lys oder Pro ist; oder des(B28-B30)-,
des (B27)- oder des(B30)-Humaninsulin. Das Insulinanalogon ist vorzugsweise
ausgewählt
aus Humaninsulinanaloga, in welchen Position B28 Asp oder Lys ist
und Position B29 Lys oder Pro ist. Die besonders bevorzugten Analoga
sind AspB28-Humaninsulin oder LysB28ProB29-Humaninsulin.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst das Insulinpräparat
sowohl gelöstes
als auch ausgefälltes,
vorzugsweise kristallines Insulinanalogon in einem Gewichtsverhältnis von
30:70 bis 70:30.
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In
dieser Ausführungsform
der Erfindung umfasst das Insulinpräparat vorteilhafterweise Kristalle,
umfassend: Insulinanalogon und Protamin und Zink, und eine phenolische
Verbindung wie Phenol, m-Cresol oder ein Gemisch davon. Die Menge
an Protamin in den Kristallen entspricht vorzugsweise 0,20 bis 0,40
mg Protaminbase/100 IU Insulin oder Insulinanalogon. Das Verhältnis von
Protamin zu Insulin in den Kristallen entspricht stärker bevorzugt
dem Isophanverhältnis.
Zink liegt vorzugsweise in einer Menge von 10 bis 40 μg Zn(100
IU Insulin, stärker
bevorzugt 15 bis 35 μg
Zn/100 IU Insulin vor. Phenol bzw. m-Cresol liegt vorzugsweise in
einer Menge, entsprechend 0 bis 4 mg/ml vor. Jedoch ist ein gemisch
von 1,4 bis 2,0 mg/ml m-Cresol und 0,6 bis 2,0 mg/ml Phenol besonders
bevorzugt.
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Ein
besonders bevorzugtes Insulinpräparat
der Erfindung umfasst:
- a) 60 bis 3000 nmol/ml,
vorzugsweise 240 bis 1200 nmol/m Humaninsulin oder -insulinanalogon
und/oder Insulinderivat;
- b) Mannit in einer Konzentration von 100 bis 400 mM, vorzugsweise
150 bis 250 mM, stärker
bevorzugt 180 bis 230 mM;
- c) Natriumchlorid in einer Konzentration von 0 bis 100 mM, vorzugsweise
5 bis 40 mM, stärker
bevorzugt 5 bis 20 mM, und
- d) einen physiologisch verträglichen
Puffer, vorzugsweise einen Phosphatpuffer wie Dinatriumphosphatdihydrat
in einer Menge von 1 bis 4 mg/ml.
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Das
Präparat
der Erfindung kann weiterhin eine oder mehrere gewöhnlich als
Isotonizitätsmittel
verwendete Verbindungen wie Glycerin enthalten.
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Der
pH-Wert des Insulinpräparats
liegt vorzugsweise im Bereich von 7,0 bis 7,8.
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Ein
Verfahren zur Herstellung eines sowohl gelöstes als auch ausgefälltes Insulinanalogon
enthaltenden Insulinpräparats
ist bereitgestellt, jedoch nicht beansprucht, wobei das Verfahren
die folgenden Schritte umfasst:
- a) Bereitstellen
einer sauren Lösung,
umfassend ein Humaninsulinanalogon, Zink und eine subisophane Menge
Protamin;
- b) bereitstellen einer alkalischen Lösung, umfassend eine Substanz,
die bei physiologischem pH-Wert als Puffer wirkt;
wobei mindestens
eine der vorstehenden Lösungen
ferner eine phenolische Verbindung umfasst;
- c) Mischen der sauren und alkalischen Lösung und wahlweise Einstellen
des pH-Werts auf einen Wert im Bereich von 6,5 bis 8,0, vorzugsweise
7,0 bis 7,8; und
- d) Stehenlassen der erhaltenen Suspension zur Ausfällung.
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Durch
dieses Verfahren kann ein sowohl gelöstes als auch ausgefälltes Insulinanalogon
enthaltendes Insulinpräparat
in einer sehr einfachen Weise erhalten werden. Weiterhin besteht
der Niederschlag der erhaltenen Suspension gewöhnlich aus stäbchenförmigen Kristallen,
die in so genannten PräMix-Insulinpräparaten vorteilhaft
sind.
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Das
Gewichtsverhältnis
von Insulinanalogon zu Protamin in der Lösung von Schritt a) wird vorzugsweise
derart ausgewählt,
dass im Endprodukt ein Gewichtsverhältnis von gelöstem zu
ausgefälltem
Insulinanalogon im Bereich von 1:99 bis 99:1, vorzugsweise 20:80
bis 80:20, stärker
bevorzugt 30:70 bis 70:30 erhalten wird. Spezieller umfasst die
Lösung
von Schritt a) vorzugsweise 120 bis 6000 nmol/ml Insulinanalogon
und 0,01 bis 5,0 mg/ml Protamin.
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Die
Lösung
von Schritt a) umfasst ferner Zink, vorzugsweise in einer Menge,
entsprechend 10–40 μg Zink/100
IU Insulin, stärker
bevorzugt 15–35 μg Zink/100
IU Insulin.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst Lösung
a) und/oder Lösung
b) Chlorid, vorzugsweise Natriumchlorid in einer Menge, entsprechend
0 bis 100 mM, vorzugsweise 5 bis 40 mM, stärker bevorzugt 5 bis 20 mM,
im Endprodukt.
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Der
pH-Wert der sauren Lösung
von Schritt a) liegt vorzugsweise unter 5, stärker bevorzugt im Bereich von
2 bis 3,5.
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Das
Insulinanalogon ist vorzugsweise Humaninsulin, in welchem Position
b28 Asp, Lys, Leu, Val oder Ala ist und Position B29 Lys oder Pro
ist; oder des(B28-B30)-,
des(B27)- oder des(B30)-Humaninsulin, stärker bevorzugt AspB28-Humaninsulin oder
LysB28ProB29-Humaninsulin,
noch stärker
bevorzugt AspB28-Humaninsulin.
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Die
phenolische Verbindung, die in der Lösung von Schritt a) und/oder
Schritt b) verwendet wird, ist vorzugsweise Phenol, m-Cresol oder
ein Gemisch davon.
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Vorteilhafterweise
umfasst die Lösung
von Schritt a) und/oder Schritt b) ferner ein wasserlösliches
reduziertes oder nicht-reduzierendes Kohlenhydrat, das mindestens
4 Kohlenstoffatome in der Kohlenhydrathauptstruktur enthält, oder
ein wasserlösliches
nicht reduzierendes Ester- und/oder Etherderivat eines Kohlenhydrats
oder reduzierten Kohlenhydrats, das mindestens 4 Kohlenstoffatome
in der Kohlenhydrathauptstruktur enthält, oder Gemische davon.
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Das
Kohlenhydrat oder Kohlenhydratderivat enthält vorzugsweise 5 bis 18 Kohlenstoffatome
in der Kohlenhydrathauptstruktur.
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In
einer besonders bevorzugten Ausfürungsform
umfasst die Lösung
von Schritt a) und/oder Schritt b Mannit, Sorbit, Xylit, Inosit,
Trehalose, Saccharose oder ein beliebiges Gemisch davon, vorzugsweise
Mannit und/oder Sorbit, stärker
bevorzugt Mannit.
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Die
Puffersubstanz, die in der alkalischen Lösung von Schritt b) eingesetzt
wird, ist vorzugsweise ein physiologisch verträglicher Puffer, vorzugsweise
ein Phosphatpuffer, stärker
bevorzugt Dinatriumphosphatdihydrat.
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Das
ausgefällte
Insulinanalogon liegt vorzugsweise in Form von Kristallen vor, die
Insulinanalogon und Protamin umfassen.
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Die
in Schritt d) erhaltene Suspension wird vorzugsweise bei einer Temperatur
im Bereich von 5 bis 40°C,
stärker
bevorzugt 20 bis 36°C,
noch stärker
bevorzugt 30 bis 34°C
zur Ausfällung
stehen gelassen.
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Diese
Erfindung wird durch die folgenden Beispiele weiter veranschaulicht.
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BEISPIEL I
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Präparat
1
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Ein
Insulinpräparat,
enthaltend sowohl gelöstes
als auch kristallines AsB28-Humaninsulin, wurde
in der folgenden Weise hergestellt:
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Lösung
A:
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Eine
Lösung
von AspB28-Humaninsulin mit einer Konzentration
von 200 IU/ml wurde durch Lösen
von 76,5 mg AspB28-Humaninsulin in Wasser
durch Zugabe dazu von 326 μl
0,2 N Salzsäure
und 163 μl
Zinkchloridlösung
(0,4 mg/ml) hergestellt. Dann wurden der Insulinlösung unter
Mischen 6,35 mg Protaminsulfat in Lösung zugesetzt, und ein Gemisch,
bestehend aus 17,2 mg m-Cresol, 15 mg Phenol und 455 mg Mannit,
wurde dieser Lösung
unter Mischen zugesetzt. Der pH-Wert der erhaltenen klaren Lösung wurde
als pH = 2,6–2,9 gemessen,
und Wasser wurde auf 10 ml zugesetzt. Die Lösung wurde bei 28–32°C äquilibriert.
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Lösung
B:
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25
mg Dinatriumphosphatdihydrat wurden in Wasser zur Injektion gelöst. 17,2
mg m-Cresol, 15 mg Phenol und 455 mg Mannit wurden unter Mischen
zugesetzt. Der pH-Wert der erhaltenen klaren Lösung wurde als 9 gemessen,
und Wasser auf 10 ml wurde zugesetzt. Die Lösung wurde bei 28–32°C äquilibriert.
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Mischen von Lösung A und B:
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Lösung B wurde
Lösung
A zugesetzt, und der pH-Wert wurde erneut auf 7,30 eingestellt.
Die erhaltene Suspension wurde bei 30°C für eine Dauer von 6 Tagen zur
Kristallisation stehen gelassen.
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Im
erhaltenen Präparat
betrug das Gewichtsverhältnis
von ausgefälltem
zu gelöstem
Insulin 70:30.
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Das
Präparat
wurde in Penfill®-Patronen mit einem Volumen
von 1,5 ml eingebracht.
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BEISPIEL II
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Präparat
2
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Ein
Insulinpräparat,
enthaltend sowohl gelöstes
als auch kristallines AspB28-Humaninsulin, wurde
in der folgenden Weise hergestellt.
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i) Kristalline Fraktion
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Lösung
A:
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Eine
Lösung
von AspB28-Humaninsulin mit einer Konzentration
von 200 IU/ml wurde durch Lösen
von 190,3 mg AspB28-Humaninsulin in Wasser
durch Zugabe dazu von 813 μl
0,2 N Salzsäure
und 410 μl
Zinkchloridlösung
(0,4 mg/ml) hergestellt. Dann wurden der Insulinlösung unter
Mischen 16,1 mg Protaminsulfat in Lösung zugesetzt, und ein Gemisch,
bestehend aus 43,0 mg m-Cresol, 37,5 mg Phenol und 909 mg Mannit,
und 14,6 mg Natriumchlorid wurden dieser Lösung unter Mischen zugesetzt.
Der pH-Wert der erhaltenen klaren Lösung wurde als pH = 2,6–2,9 gemessen,
und Wasser wurde auf 22 ml zugesetzt. Die Lösung wurde bei 32°C äquilibriert.
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Lösung
B:
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62,4
mg Dinatriumphosphatdihydrat wurden in Wasser gelöst. 43,0
mg m-Cresol, 37,5 mg Phenol, 909 mg Mannit und 14,6 mg Natriumchlorid
wurden unter Mischen zugesetzt. Der pH-Wert der erhaltenen klaren Lösung wurde
als 9 gemessen, und Wasser auf 22 ml wurde zugesetzt. Die Lösung wurde
bei 32°C äquilibriert.
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Mischen von Lösung A und B:
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Lösung B wurde
Lösung
A zugesetzt, und der pH-Wert wurde erneut auf 7,30 eingestellt,
und Wasser auf 50 ml wurde zugesetzt. Die erhaltene Suspension wurde
bei 32°C
für eine
Dauer von 4 Tagen zur Kristallisation stehen gelassen.
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Im
erhaltenen Präparat
betrug das Gewichtsverhältnis
von ausgefälltem
zu gelöstem
Insulin 70:30.
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Das
Präparat
wurde in Penfill®-Patronen mit einem Volumen
von 1,5 ml eingebracht.
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BEISPIELE III–VI
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Präparate
3 bis 6
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Insulinpräparate,
enthaltend sowohl gelöstes
als auch kristallines AspB28-Humaninsulin, wurden
wie in Beispiel II beschrieben hergestellt, außer dass die in Lösung A und
B verwendete Menge an Mannit 818 mg, 1005 mg, 1047 mg bzw. 1137
mg betrug.
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Die
Präparate
wurden in Penfill®-Patronen mit einem Volumen
von 1,5 ml eingebracht.
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BEISPIEL VII
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Präparat
7
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Ein
Insulinpräparat,
enthaltend sowohl gelöstes
als auch kristallines LysB28ProB29-Humaninsulin, wurde in
der folgenden Weise hergestellt:
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i) Kristalline Fraktion
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Lösung
A:
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Eine
Lösung
von LysB28ProB29-Humaninsulin
mit einer Konzentration von 200 IU/ml wurde durch Suspendieren von
69,7 mg LysB28ProB29-Humaninsulin
in Wasser hergestellt. Ein Gemisch, bestehend aus 16,0 mg m-Cresol,
6,5 mg Phenol, 364 mg Mannit und 25,1 mg Dinatriumdiphosphatdihydrat
wurde dieser Lösung
unter Mischen zugesetzt. Dann wurden 50 μl Zinkchloridlösung (10
mg/ml) zugesetzt. Der pH-Wert der erhaltenen klaren Lösung wurde
erneut auf 7,40 eingestellt, und Wasser wurde auf 10 ml zugesetzt.
Die Lösung
wurde bei 15°C äquilibriert.
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Lösung
B:
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Eine
Lösung
von Protaminsulfat wurde durch Lösen
von 7,61 mg Protaminsulfat und 25,1 mg Dinatriumphosphatdihydrat
in Wasser hergestellt. 16,0 mg m-Cresol, 6,5 mg Phenol und 364 mg
Mannit wurden dieser Lösung
unter Mischen zugesetzt. Diese Lösung
wurde der Protaminsulfatlösung
unter Mischen zugesetzt. Der pH-Wert der erhaltenen klaren Lösung wurde
erneut auf 7,40 eingestellt, und Wasser wurde auf 10 ml zugesetzt.
Die Lösung
wurde bei 15°C äquilibriert.
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Mischen von Lösung A und B:
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Lösung B wurde
Lösung
A zugesetzt, und der pH-Wert wurde erneut auf 7,30 eingestellt.
Die erhaltene Suspension wurde bei 15°C für eine Dauer von 3 Tagen zur
Kristallisation stehen gelassen.
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ii) Gelöste Fraktion
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Eine
Lösung
von LysB28ProB29-Humaninsulin
wurde durch Lösen
von 34,9 mg
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LysB28ProB29-Humaninsulin
in Wasser durch Zugabe dazu von 33 μl 0,2 N Salzsäure und
25 μl Zinkchloridlösung (10
mg/ml) hergestellt. Dann wurden der Insulinlösung unter Mischen ein Gemisch,
bestehend aus 26,1 mg Natriumphosphatdihydrat, 6,5 mg Phenol, 16,0
mg m-Cresol und 364 mg Mannit zugesetzt. Der pH-Wert der erhaltenen
klaren Lösung
wurde als pH = 7,3 gemessen, und Wasser wurde auf 10 ml zugesetzt.
-
6
ml der gelösten
Fraktion wurden zu 14 ml der kristallinen Fraktion zugesetzt, und
der pH-Wert wurde auf 7,30 eingestellt.
-
Im
erhaltenen Präparat
betrug das Gewichtsverhältnis
von ausgefälltem
zu gelöstem
Insulin 70:30.
-
Das
Präparat
wurde in Penfill®-Patronen mit einem Volumen
von 1,5 ml eingebracht.
-
BEISPIEL VIII
-
Präparat
8
-
Ein
Insulinpräparat,
enthaltend sowohl gelöstes
als auch kristallines Humaninsulin, wurde in der folgenden Weise
hergestellt:
-
i) Kristalline Fraktion
-
Lösung
A:
-
Eine
Lösung
von Humaninsulin wurde durch Lösen
von 69,7 mg Humaninsulin in Wasser durch Zugabe dazu von 65 μl 1 N Salzsäure und
26 μl Zinkchloridlösung (10
mg/ml) hergestellt. Darm wurden 6,0 mg Protaminsulfat in Lösung der
Insulinlösung
unter Mischen zugesetzt, und ein Gemisch, bestehend aus 15,0 mg Phenol
und 17,2 mg m-Cresol wurde der Lösung
unter Mischen zugesetzt. Der pH-Wert
der erhaltenen klaren Lösung
wurde als pH = 2,7–3,2
gemessen, und Wasser wurde auf 10 ml zugesetzt.
-
Lösung
B:
-
24,9
mg Natriumphosphatdihydrat wurden in Wasser gelöst. 15 mg Phenol, 17,2 mg m-Cresol,
728 mg Mannit und 11,7 mg Natriumchlorid wurden unter Mischen zugesetzt.
Der pH-Wert der erhaltenen Lösung
wurde auf pH = 9 eingestellt, und Wasser wurde auf 10 ml zugesetzt.
-
Lösung B wurde
Lösung
A zugesetzt, und der pH-Wert wurde auf 7,30 eingestellt. Die erhaltene
Suspension wurde bei 22–24°C bis zum
nächsten
Tag stehen gelassen.
-
ii) Gelöste Fraktion
-
Eine
Lösung
von Humaninsulin wurde durch Lösen
von 34,9 mg Humaninsulin in Wasser durch Zugabe dazu von 33 μl 1 N Salzsäure und
13 μl Zinkchloridlösung (10
mg/ml) hergestellt. Dann wurde ein Gemisch, bestehend aus 12,5 mg
Natriumphosphatdihydrat, 15 mg Phenol, 17,2 mg m-Cresol, 364 mg
Mannit und 5,8 mg Natriumchlorid der Insulinlösung unter Mischen zugesetzt.
Der pH-Wert der erhaltenen klaren Lösung wurde als pH = 7,3 gemessen,
und Wasser wurde auf 10 ml zugesetzt.
-
6
ml der gelösten
Fraktion wurden zu 14 ml der kristallinen Fraktion zugesetzt, und
der pH-Wert wurde auf 7,30 eingestellt.
-
Im
erhaltenen Präparat
betrug das Gewichtsverhältnis
von ausgefälltem
zu gelöstem
Insulin 70:30.
-
Das
Präparat
wurde in Penfill®-Patronen mit einem Volumen
von 1,5 ml eingebracht.
-
BEISPIEL IX
-
Präparat
9
-
Ein
Insulinpräparat,
enthaltend sowohl gelöstes
als auch kristallines AspB28-Humaninsulin, wurde
in der folgenden Weise hergestellt:
-
Lösung
A:
-
Eine
Lösung
von AspB28-Humaninsulin mit einer Konzentration
von 200 IU/ml wurde durch Lösen
von 189,9 mg AspB28-Humaninsulin in Wasser
durch Zugabe dazu von 163 μl
1 N Salzsäure
und 163,5 μl
Zinkchloridlösung
(10 mg/ml) hergestellt. Dann wurden 11,5 mg Protaminsulfat in Lösung der
Insulinlösung
unter Mischen zugesetzt, und ein Gemisch, bestehend aus 44,3 mg
m-Cresol, 38,6 mg Phenol und 1048 mg Mannit, und 7,3 mg Natriumchlorid
wurden dieser Lösung
unter Mischen zugesetzt. Der pH-Wert der erhaltenen klaren Lösung wurde
als pH = 2,6–2,9
gemessen, und Wasser wurde auf 25 ml zugesetzt. Die Lösung wurde
bei 22–24°C äqulibriert.
-
Lösung
B:
-
62,3
mg Dinatriumphosphatdihydrat wurden in Wasser gelöst. 44,3
mg m-Cresol, 38,6 mg Phenol, 1048 mg Mannit und 7,3 mg Natriumchlorid
wurden unter Mischen zugesetzt. Der pH-Wert der erhaltenen klaren
Lösung
wurde als 9 gemessen, und Wasser wurde auf 25 ml zugesetzt. Die
Lösung
wurde bei 22–24°C äquilibriert.
-
Mischen von Lösung A und B:
-
Lösung B wurde
Lösung
A zugesetzt, und der pH-Wert wurde erneut auf 7,30 eingestellt.
Die erhaltene Suspension wurde bei 32°C für eine Dauer von 2 Tagen zur
Kristallisation stehen gelassen.
-
Im
erhaltenen Präparat
betrug das Gewichtsverhältnis
von ausgefälltem
zu gelöstem
Insulin 50:50.
-
Das
Präparat
wurde in Penfill®-Patronen mit einem Volumen
von 1,5 ml eingebracht.
-
BEISPIEL X (Vergleich)
-
Präparat
10
-
Ein
Insulinpräparat,
enthaltend sowohl gelöstes
als auch kristallines AspB28-Humaninsulin, wurde
in der folgenden Weise hergestellt:
-
Lösung
A:
-
Eine
Lösung
von AspB28-Humaninsulin mit einer Konzentration
von 200 IU/ml wurde durch Lösen
von 76,5 mg AspB28-Humaninsulin in Wasser
durch Zugabe dazu von 326 μl
0,2 N Salzsäure
und 163 μl
Zinkchloridlösung
(0,4 mg/ml) hergestellt. Dann wurden 6,35 mg Protaminsulfat in Lösung der
Insulinlösung
unter Mischen zugesetzt, und ein Gemisch, bestehend aus 17,2 mg
m-Cresol, 15,0 mg Phenol und 160 mg Glycerin, wurde dieser Lösung unter
Mischen zugesetzt. Der pH-Wert der erhaltenen klaren Lösung wurde
als pH = 2,6–2,9
gemessen, und Wasser wurde auf 10 ml zugesetzt. Die Lösung wurde
bei 28–32°C äquilibriert.
-
Lösung
B:
-
25
mg Dinatriumphosphatdihydrat wurden in Wasser zur Injektion gelöst. 17,2
mg m-Cresol, 15,0 mg Phenol und 160 mg Glycerin wurden unter Mischen
zugesetzt. Der pH-Wert der erhaltenen Lösung wurde als pH = 9 gemessen,
und Wasser wurde auf 10 ml zugesetzt. Die Lösung wurde bei 28–32°C äquilibriert.
-
Lösung B wurde
Lösung
A zugesetzt, und der pH-Wert wurde erneut auf 7,30 eingestellt.
Die erhaltene Suspension wurde bei 28–32°C für eine Dauer von 2 Tagen zur
Kristallisation stehen gelassen.
-
Im
erhaltenen Präparat
betrug das Gewichtsverhältnis
von ausgefälltem
zu gelöstem
Insulin 70:30.
-
Das
Präparat
wurde in Penfill®-Patronen mit einem Volumen
von 1,5 ml eingebracht.
-
BEISPIEL XI
-
PHYSIKALISCHER BELASTUNGSTEST
-
5
Proben von jedem Insulinpräparat
wurden in Penfill®-Patronen eingebracht
und dem folgenden physikalischen Belastungstest unterzogen:
Die
Penfill®-Patronen
wurden an einer in einem Inkubator eingesetzten Dreheinrichtung
befestigt und mit 360° für eine Dauer
von vier Stunden pro Tag mit einer Frequenz von 30 Drehungen pro
Minute und bei einer konstanten Temperatur von 37±2°C gedreht.
Die Penfill®-Patronen
wurden bei einer Temperatur von 37±2°C aufbewahrt, wenn sie nicht
gedreht wurden.
-
Die
Penfill®-Patronen
wurden makroskopisch 5 Mal die Woche untersucht und Veränderungen
des Erscheinungsbildes der Formulierung wurden gemäß den folgenden
Grundlagen notiert:
- i) Patronen, die eine weiße durch
Bewegung wieder suspendierbare Suspension enthielten und frei von Klumpen
und Granulat waren, wurden als „nicht fibrilliert" eingestuft.
- ii) Patronen, die eine Suspension mit Klumpen und/oder Granulat
enthielten, die durch Bewegung nicht wieder suspendierbar waren
und/oder sich an der Patronenwand abschieden wurden als „fibrilliert" vermutet. Dies wurde
durch Zugabe von 6 μl
6 N HCl zu der Patrone bestätigt:
Fibrillierte Patronen sind nach Säurezugabe nicht sichtbar klar.
-
Die
Drehung der Patronen wurde fortgesetzt, bis sämtliche Proben fibrilliert
waren.
-
Die
Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle I zusammengefasst. TABELLE I
| Präparat Nr. | Zusammensetzung | Durchschnittliche
Anzahl von Tagen zur Fibrillierung | Erster
Tag der Fibrillierung |
| 1 | AspB28-Insulin 30/70
7 mM Phosphat
250
mM Mannit | 20 | 20 |
| 2 | AspB28-Insu1in 30/70
7 mM Phosphat
200
mM Mannit
10 mM Natriumchlorid | 23 | 23 |
| 3 | AspB28-Insulin 30/70
7 mM Phosphat
180
mM Mannit
10 mM Natriumchlorid | 21 | 17 |
| 4 | AspB28-Insulin 30/70
7 mM Phosphat
220
mM Mannit
10 mM Natriumchlorid | 19 | 17 |
| 5 | AspB28-Insulin 30/70
7 mM Phosphat
230
mM Mannit
10 mM Natriumchlorid | 21 | 18 |
| 6 | AspB28-Insulin 30/70
7 mM Phosphat
250
mM Mannit
10 mM Natriumchlorid | 22 | 22 |
| 9 | AspB28-Insulin 50/50
7 mM Phosphat
230
mM Mannit
10 mM Natriumchlorid | >30 | >30 |
| 10
(Vergleich) | AspB28-Insulin 30/70
7 mM Phosphat
174
mM Glycerin | 11 | 9 |