DE654491C - Flachdruckverfahren - Google Patents

Flachdruckverfahren

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DE654491C
DE654491C DEM127799D DEM0127799D DE654491C DE 654491 C DE654491 C DE 654491C DE M127799 D DEM127799 D DE M127799D DE M0127799 D DEM0127799 D DE M0127799D DE 654491 C DE654491 C DE 654491C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41NPRINTING PLATES OR FOILS; MATERIALS FOR SURFACES USED IN PRINTING MACHINES FOR PRINTING, INKING, DAMPING, OR THE LIKE; PREPARING SUCH SURFACES FOR USE AND CONSERVING THEM
    • B41N3/00Preparing for use and conserving printing surfaces
    • B41N3/08Damping; Neutralising or similar differentiation treatments for lithographic printing formes; Gumming or finishing solutions, fountain solutions, correction or deletion fluids, or on-press development

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  • Printing Plates And Materials Therefor (AREA)

Description

  • Flachdruckverfahren Es ist bekannt, daß das Flachdruckverfahren auf der Unmischbarkeit von Öl und Wasser beruht. Es ist ferner bekannt, daß die relative Benetzbarkeit von Metallflächen durch Öle und Wasser dadurch geändert werden kann, daß man die Oberflächenspannung des Wassers oder die Eigenschaft der Metalloberfläche oder beide verändert. Zur Erhöhung der Wasserbenetzbarkeit der i\Ietallfläche der nicht druckenden Anteile von Flachdruckplatten wurden bisher zahlreiche Reagenzien vorgeschlagen und auch benutzt. Die durch solche Reagenzien verbesserte Wasserbenetzbarkeit erwies sich jedoch als etwas unbeständig, und man hat daher bisher geglaubt, daß von allen Reagenzien, welche zu diesem Zweck benutzt werden könnten, Gummiarabikum am zufriedenstellendsten wirkt, da es am stärksten auf einer sauberen Metallfläche adsorbiert wird trotz des wiederholten Aufbringens von Wasser während des Druckens und trotz der Reibwirkung, welche mit den üblichen Walzverfahren des Einfärbens und Anfeuchtens verbunden ist. Eine so mit Gummiarabikum behandelte Oberfläche ist zufolge der leichten Benetzbarkeit durch Wasser weniger gegen Fett empfindlich und im feuchten Zustande gegen Fett abstoßend.
  • Im Bulletin Nr. 3 der Lithographic Technical Foundation wird auf S.7 behauptet, daß Gummiarabikum das wirksamste bekannte Mittel darstelle, um die nicht druckenden Stellen von Flachdruckformen wasserhaltend zu machen, und auf S. io wird vorgeschlagen, die wirksame Lebensdauer des Gummiarabikums auf der Platte dadurch zu erhöhen, daß man es mit einem geeigneten Bichromat härtet, wodurch eine dickere Schicht erzielt wird, als sie sonst erhalten werden kann. Aber auch mit einer Gunimiarabikurnfläche ist die Aufrechterhaltung des richtigen Ausgleiches zwischen der dem Bild zugeführten Farbe und dein der Gummiarabikumschicht auf den nicht druckenden Bildteilen zugeführten Wasser schwierig und erfordert persönliche Erfahrung.
  • Es wurde bisher vorgeschlagen. die Nichtbildflächen von Metallflachdruckformen mit Lösungen zu behandeln, welche gewisse Salze und Glycerin enthalten, und mit Farben zu drucken, welche ähnliche Lösungen finit Emulsion enthalten. Solche Farben erwiesen sich jedoch aus manchen Gründen als nachteilig. So sind die in den Farben gebildeten Emulsionen instabil und neigen zum Brechen, wodurch das Glycerin freigesetzt wird und die Farbwalzen zu benetzen vermag, so daß eine gleichmäßige Verteilung der Farbe verhindert wird; ferner ist der Auftrag der in der Tinte enthaltenen Glvcerin- und Salzlösung auf die Platte unsicher, weil er tatsächlich von der Stabilität der Emulsion abhängt, In dieser Beziehung wird bemerkt, daß einerseits eine gewisse Instabilität der Emulsion wesentlich ist, um die richtige Glycerinmenge auf die nicht druckenden Flächenteile aufzutragen, insbesondere wenn die Fläche der Glanzlichter ausgedehnt ist, und daß andererseits eine instabile Emulsion im Farbbehälter zum Brechen neigt, @vodui'c4; die obenerwähnte ungleichmäßige Farb-: verteilixng verursacht wird. Ferner verursacht der Zusatz der Salze zur Farbe schädliche Wirkungen auf die Firnislösungsmittelkomponente derselben, wodurch leicht jener Zustand der Gelatine hervorgerufen werden kann, der allgemein als Leberflecke bekannt ist.
  • Überdies trocknen Farben, welche Glycerin und/oder hygroskopische Salzlösungen enthalten, sehr langsam und bleiben in der.Tat während Wochen oder sogar Monaten nach dem Drucken beim Berühren klebrig. Trotzdem ergeben sich aus diesem Verfahren zwei große Vorteile, deren einer darin besteht, daß nur geringe oder gar keine Neigung des Bildes vorhanden ist, seine Integrität zu verlieren, sei es entweder durch Ausklexen, wodurch die Bildschärfe verlorengeht, oder durch Übergreifen der Anfeuchtflüssigkeit auf die Bildfläche, wenn beispielsweise zu viel Wasser verwendet wird, in welchem Falle das Bild, wie man sagt, scharf arbeitet. Der andere Vorteil, welcher sich aus der Verwendung einer mit Glycerin und Salzen emulgierten Farbe ergibt, besteht darin, daß die Güte des Druckens weniger von der persönlichen Geschicklichkeit abhängig ist. Diese Vorteile werden jedoch durch die obenerwähnten Nachteile überwogen und durch die weitere Tatsache, daß die Farbverdünnung zufolge des Einschlusses der nicht pigmentierten Flüssigkeit hohe Pigmentgehalte in der Farbe erfordert mit der daraus folgenden schädlichen Wirkung auf ihre physikalischen Eigenschaften.
  • Erfindungsgemäß wird Wasser als Anfeuchtemittel in Verbindung mit gewöhnlicher lithographischer Farbe vermieden unter Erzielung aller Vorteile und unter Vermeidung der nachteiligen Wirkungen, welche aus der Verwendung emulsoider Farben sich ergeben. Ferner betrifft die Erfindung die Vermeidung der Notwendigkeit der Verwendung von Gummiarabikum, sei es als hydrophile Schicht oder als Oberflächenschutz gegen die Wirkdingen des Austrocknens, welche so verhängnisvoll sind, wenn Wasser als Netzflüssigkeit benutzt wird. Die Erfindung betrifft ferner eine ,`Netzflüssigkeit, die Fett abzustoßen und die Benetzbarkeit der nicht druckenden Oberfläche durch die NTetzflüssigkeit zu erhalten vermag.
  • Es wurde gefunden, daß die nicht druckenden Flächen einer Flachdruckform durch Überziehen mit einer dünnen Glycerinschicht fettabstoßend werden und daß eine dauernde und brauchbare dünne Glycerinschicht trotz ihrer Viscosität auf den nicht druckenden Flächen mit Hilfe einer mit Glycerin beladenen porösen Walze aufgebracht werden kann.
  • (..-Die nicht druckenden Flächen werden mit -Riffe des Reaktionsproduktes zwischen dem Metall einer Druckplatte und einer Mischung von Ammonnitrat und Ammonphosphat glycerinempfänglich gemacht, wobei das Phosphat der wirksame Bestandteil ist, während das Nitrat zur Reglung, insbesondere Abschwächung dieser Wirkung dient. Die Lösung, beispielsweise zwischen o,5 und o, i molar, kann auf die Oberfläche der Platte in irgendeiner bekannten Weise aufgebracht werden, z. B. durch Wischen. Es kann jedoch irgendeine andere geeignete Oberfläche, welche ein Fettbild aufzunehmen vermag und welche von Natur aus oder künstlich leicht von Glycerin benetzbar ist und dieses festzuhalten vermag, für die Zwecke der Erfindung dienen. So kann für vergleichsweise kleine Auflagen ein dichtes Pergamentpapier, wie z. B. ein gegen die zerstörenden Wirkungen von Wasser durch Behandlung mit konzentrierter Schwefelsäure widerstandsfähig gemachtes Papier für die obigen Zwecke dienen.
  • Die Erfindung bietet zahlreiche Vorteile, von welchen nachstehende besonders hervorgehoben seien.
  • i. Das Glycerin, welches verwendet wird, dient zufolge seiner Viscosität als wirksame Schutzschicht, wodurch die Einflüsse der Erosion und Abrasion auf ein Mindestmaß gebracht und die Oxydation einer Metallplattenfläche in hohem Maße verhindert wird, und im Falle von Zink die Bildung von basischem Karbonat auf der Metallplatte, wodurch die Notwendigkeit des häufigen Aufguinmierens vermieden wird, um die Platte zu schützen, wie es bei Verwendung von Wasser notwendig ist.
  • 2. Das eine leicht benetzbare Oberfläche überziehende Glycerin haftet an dieser so stark, daß es selbst der drastischen Behandlung bei der Entfernung von zufälligen Farbflecken, beispielsweise mit Fettlösungsmitteln, widersteht, ohne daß es notwendig wäre, den früher bei wasserbenetzten Oberflächen erforderlichen Gummiarabikuinschutz anzuwenden.
  • 3. Die Plattenoberfläche ist viel weniger gegen Spuren von im Papier vorhandenen Reagenzien empfindlich. Dies rührt zum Teil daher, weil das, Glycerin wenig reaktionsfähig ist, und zum Teil, weil ein wirksamer Glycerinfilm so dünn sein kann, daß irgendwelche nennenswerte Übertragung des Glycerins auf das Papier verhindert wird.
  • Die genaue Deckung beim farbigen oder mehrfachen Druck wird außerordentlich erleichtert wegen der Ausschaltung jener Ausdehnung des Papiers, welche unvermeidlich durch die Absorption von Feuchtigkeit aus dem Benetzungswasser verursacht wird.
  • 5. Es können weichere Farben verwendet werden, wodurch ein besseres Abheben der Farbe mit geringerem Druck ermöglicht wird, weniger Streichmasse von der Oberfläche des Druckpapiers aufgenommen, geringere Spannung auf die Greiferfinger ausgeübt und die Gefahr des Anhaftens des Papiers an dem Kautschuktuch beim Offsetdruck verringert wird.
  • 6. Das Verfahren verhindert das Tonen wirksamer als die Verwendung von Wasser und Gummiarabikum, so daß Hochlichter, umgeben von tiefen Schatten, in einem Halbtonbild frei von Ton für lange Auflagen gehalten werden, während eine solche feine Einzelheit häufig nach wenigen Drucken verlorengeht, wenn Wasser verwendet wird.
  • 7. Es besteht beträchtlich weniger Neigung des Halbtonbildes, scharf zu arbeiten oder auszubleiben, und die Integrität der Schärfe bleibt, wenn auch nicht für unbestimmte Zeit, so doch mindestens für sehr hohe Auflagen bestehen, weil das Glvcerin nicht die kolloidal-Grundlage des Bildes untergräbt und infolgedessen die Halbtonpunkte nicht hinsichtlich der Größe oder Schärfe verringert werden roch leicht von der Platte abgerissen werden durch die Wirkung von klebrigen Farben.
  • B. Die beim Papier allgemein vorliegende Neigung, am Ofsetwalzenaufzug anzuhaften, wird im wesentlichen durch den auf der Druckfläche des Aufzugs aufrechterhaltenen Glycerinfilm beseitigt, selbst wenn der Aufzug unter der weichmachenden Wirkung der Farbe eine deutliche Klebrigkeit aufweist.
  • Überdies wird beim Offsetdruck, wo nur eine beschränkte Farbmenge auf das Papier übertragen werden kann, eine bessere Farbtiefe dadurch erzielt, daß man die Entwertung der Farbe zufolge der Wasserbenetzung vermeidet. Es ist ferner ein geringerer Druck erforderlich, wodurch sich eine längere Lebensdauer des Offsettuches, eine längere Lebensdauer des Bildes auf der Platte, eine größere Tiefe und Brillanz der Farbe und eine schärfere Begrenzung des gedruckten Bildes ergibt. Das Verfahren kann ohne Rücksicht auf die Witterungsbedingungen bei wesentlich höheren Geschwindigkeiten durchgeführt werden, als es mit dem Wasseranfeuchtverfahren erzielbar ist. Der bisher erforderliche hohe Grad von Geschicklichkeit zur Erzielung wirksamer gewöhnlicher Lithographie ist nicht notwendig für die Erzielung einer gleichmäßig wirksamen Arbeit, und die Schwierigkeiten hinsichtlich der Deckung im Falle des Mehrfarbendruckes sind sehr viel geringer durch die wesentliche Ausschließung von Feuchtigkeit, welche auf (las Papier übertragen werden könnte.
  • Bei Durchführung einer Ausbildungsform gemäß dem Verfahren der Erfindung wird die Platte zunächst mit einem Fettbild versehen, welches entweder direkt auf der Platte erzeugt werden kann oder in die Platte eingeätzt oder auf einen Kolloidfilm durch irgendeines der üblichen photographischen Verfahren kopiert werden kann. Die Nichtbildfläche der Platte wird dann mit einer Lösung behandelt, welche geeignete Salze enthält, wobei Ammonnitrat und Ainmonphosphat bevorzugt werden, wodurch die Oberfläche leicht durch Glycerin benetzbar wird, und schließlich mit einem Glvcrinfilm benetzt, welcher vorzugsweise äußerst dünn ist.
  • Das Drucken geschieht dann auf bekannte Weise unter Verwendung irgendeiner lithographischen Farbe, vorzugsweise einer schwachsauren Farbe. Leinölfirnis und gewöhnliche Flachdruckfarben sind sauer, was ein Grunderfordernis der Lithographie ist für die Reaktion zwischen Farbe und -Metall, damit das Bild vom -Metall festgehalten wir(-. Die Verwendung alkalischer Farbe ist mit der wirksamsten Durchführung des vorliegenden Verfahrens nicht verträglich, wenn von salzbehandelten, nicht überzogenen Metallflächen gedruckt wird, obgleich solche Farben in wirksamer Weise verwendet werden können, wenn die ganze Plattenoberfläche mit einem Kolloidfilin überzogen worden ist.
  • Der Glvcerinüberzug auf der behandelten Platte haftet so fest und ist von solcher Viscosität, daß mehrere saubere Drucke erzielt werden können, bevor es notwendig ist, zusätzliches Glycerin der Platte zuzuführen. Wenn daher große Auflagen gedruckt werden sollen, ist es wesentlich, daß der Glvcerinfilm auf der behandelten Platte ergänzt wird, und es wurde gefunden, daß eine solche Ergänzung des Glycerins mit Hilfe einer geeigneten glvcerinbeladenen Walze bewirkt werden kann, die in Berührung mit der Druckfläche gebracht wird, vorzugsweise aber nicht notwendigerweise zwischen aufeinanderfolgenden' Einfärbungen.
  • Es wurde gefunden, daß eine Walze, die aus geeignetem saugfähigem Stoff hergestellt ist, beispielsweise aus Filz, Schwammkautschuk o. dl-1., verwendet werden kann, und daß, wenn eine solche Walze mit Glycerin befeuchtet wird, sie auf die Plattenoberfläche ständig einen hinreichend gleichförmigen Glvcerinfilm abzugeben vermag, um die erforderliche Bildschärfe für hundert oder mehr Drucke aufrechtzuerhalten, bevor eine Neubeladung erforderlich ist. Dies ist ersichtlich von großem Vorteil. Das Neubeladen kann auf irgendwelche bequeme Weise vorgenommen werden, z. B. indem man auf die Walze Glycerin von einer damit gesättigten Handwalze überträgt.
  • Während es nicht wesentlich ist, daß die Glycerinauftragswalze mit Hilfswalzen versehen ist, wurde gefunden, daß solche von Vorteil sind. Die Hilfswalze, welche bei dem üblichen iN aßflachdruck aus Messing besteht und in Verbindung mit der Anfeuchtewalze benutzt wird, soll für das neue Verfahren aus einem Stoff bestehen, der nicht mit der Salzlösung zu reagieren vermag und nicht leicht von Glycerin benetzt wird, wie z. B. vulkanisierter Kautschuk oder ein geformtes Kunstharz. Die Hilfswalze wirkt nicht nur in der üblichen Weise, um irgendwelche Farbteilchen aufzunehmen, die von der Glycerinverteilungswalze mitgenommen worden sind, sondern dient auch dazu, die Oberfläche der Glycerinverteilerwalze mit Glycerin benetzt zu halten durch die nach außen gerichtete Verdrängung des Glycerins aus den Zwischenräumen des Walzenmaterials, wenn es bei Berührung mit der Hilfswalze zusammengepreßt wird.
  • Während bei Verwendung eines lithographischen Steines vorgeschlagen wurde, daß Glycerin dem Benetzungswasser zugesetzt werden kann, um die Aufrechterhaltung eines dünnen gleichmäßigen feuchten Films auf den nicht druckenden Flächen zu erleichtern, muß beachtet werden, daß diese Maßnahme lediglich für lithographische Steine bestimmt war und stets bei der Behandlung von Metalldruckplatten vermieden wurde. Rhodes »The Art of Lithography«, z. Aufl., S. 46, schreibt, daß Glycerin nicht auf Metallplatten benutzt werden darf, weil diese zufolge seiner chemischen Wirkung fettig werden und Farbstoff annehmen. Diese schäd-1iche Wirkung des Glycerins auf die Metallfläche einer Druckplatte kann jedoch vermieden werden, wenn man die Metallfläche durch die vereinigte Wirkung gewisser Salze, wie z. B. Ammonnitrat und Ammonphosphat, vorbehandelt.
  • Beim Drucken großer Auflagen wird im allgemeinen gefunden, daß das Tonen in den Hochlichtern schließlich eintritt. Diese Erscheinung findet statt, wenn geringe Spuren von Farbstoff von den Farbwalzen abgelöst und auf die nicht druckenden Flächen der Platte aufgebracht werden, von welchen sie dann auf das Papier gelangen und ein mehr oder weniger schwaches Tönen den nicht druckenden Flächen oder Hochlichtern erteilen. Diese Tonung kann zufolge der unvollkommenen Fähigkeit der nicht druckenden Flächen, Fett abzustoßen, stattfinden oder wegen der ungeeigneten Konsistenz der Farbe oder kann das Ergebnis von verschiedenen mechanischen Ursachen sein, wie z. B. einem unrichtigen oder zu groben Korn, einer unrichtigen Einstellung der Farbzuführungsvorrichtung, wodurch die Farbteilchen sich in den Kornvertiefungen der nicht druckenden Flächen anhäufen können.
  • Es wurde nun gefunden, daß, falls ein solches Tonen auftritt, ein paar Tropfen der ursprünglich zur Vorbehandlung der nicht drukkenden Flächen benutzten Salzlösung genügen, um dic höchstmögliche Glycerinempfänglichkeit zu schaffen, und bei einer Zinkplatte, welche bevorzugt wird, wird vorzugsweise eine Lösung von Atnmonnitrat und Ammonphosphat auf die Plattenoberfläche aufgebracht, beispielsweise durch Abwischen der nicht druckenden Flächen, wodurch diese fast unmittelbar frei von irgendwelchen Farbstoff teilchen werden.
  • Die Art und Weise, wie die glycerinbedeckten, nicht druckenden Flächen von jenen das Tonen verursachenden Farbstoftteilchen befreit werden, ist noch nicht aufgedeckt. Aber die Wirkung ist auffallend und von großem Vorteil. Abwechselnd mit dem Aufbringen der Tropfen von Salzlösung auf die Platte kann es förderlich sein, eine kleine Menge (etwa 5 bis zoll,) einer konzentrierten Lösung dieser Salze dem in der Anfeuchtewalze verwendeten Glycerin zuzu- setzen. Dies ist besonders von Vorteil, wenn die Eigenschaft der Farbe oder eine geringe Verstellung der Einfärbevorrichtung zur Folge hat, daß Ton in den Lichtern auftritt und infolgedessen das häufige Aufbringen von Salzlösung erfordert.
  • Die Erfindung ist nicht auf den Flachdruck beschränkt, bei welchem das Fettbild direkt auf der Platte erzeugt wird, sondern ist auch auf jene Fälle anwendbar, wo das Fettbild entweder durch eine photographisch erzeugte Unterlage eines lichtgehärteten Bichromatkolloides auf der Platte bestimmt wird oder wenn das Bild in die Platte eingeätzt ist. Bei der photographischen Behandlung einer Platte für den Druck wird diese nach Reinigung oder Abätzung mit einem Bichromatkolloid überzogen, beispielsweise aus Albumin, Gelatine, und unter einem Negativ oder Diapositiv belichtet, je nachdem, ob Tiefdruck oder Hochdruck benutzt werden soll, und auch je nachdem, ob die Platte direkt zum Druck dienen soll oder `indirekt zum Offsetdruck. Bei der gewöhnlichen photographischen Reproduktion wird die behandelte Platte dann mit Hilfe von Wasser entwickelt, welches jene Teile des Kolloidfilms auflöst und fortwäscht, die von der härtenden Wirkung des Lichtes unbeeinflußt blieben. Die nicht drukkenden Flächen werden dann mit der Salzlösung und dem Glycerin in der oben beschriebenen Weise behandelt, um sie farbabstoßend zu machen, während die Druckfläche mit einer fettigen Farbe überzogen wird.
  • Man hat bereits früher festgestellt, daß, wenn die nicht druckenden Flächen mit einer Lösung von Gummiarabikum behandelt und dann während des Druckens wiederholt mit Wasser benetzt werden, das Bild dazu neigt, zu schwinden. Die Ursache hierfür ist darin zu suchen, daß bei der Erzeugung des Bildes die Härtungswirkung des Lichtes auf der oberen Fläche der Kolloidschicht am größten ist und daß infolgedessen die untere Fläche, welche mit der Metallplatte in Berührung steht, noch von Wasser benetzbar ist. Die Benetzung finit Wasser bewirkt ein Aufweichen dieses noch benetzbaren Filmteiles und löst so die Bindung zwischen Film und Platte, so daß das Bild entweder deformiert oder zerstört wird, wenn der zufolge der Klebrigkeit der Farbe ausgeübte Zug größer ist als die Festigkeit der aufgeweichten Bindung zwischen Kolloidfilm und Platte. Dies ist besonders schwierig zu überwachen bei Halbtondruck,. wo das Bild aus einer Vielzahl kleiner Rasterpunkte aufgebaut ist, deren jeder eine große, der aufweichenden oder unterminierenden Wirkung des Wassers ausgesetzte Kantenfläche aufweist. Eine geinäß der vorliegenden Erfindung behandelte Platte zeigt im wesentlichen keine derartige Neigung, und es wird angenommen, daß die C?rsache hierfür in der Tatsache zu suchen ist, daß das Glycerin und besonders das durch Einverleibung der erwähnten Salze schwach angesäuerte Glycerin nur eine geringe oder gar keine aufweichende Wirkung auf das Kolloid ausübt.
  • Es ist klar, daß das oben beschriebene photographische Verfahren streng genommen kein Flachdruckverfahren darstellt, da das Fettbild über die Ebene der Platte durch die dazwischenliegende Kollöidschicht gehoben ist. Es wurde vorgeschlagen, den Kolloidfilm dadurch zu schützen, daß man die nicht druckenden Flächen bis zum Niveau der druckenden Flächen mit einer lichtgehärteten hydrophilen Bichromatschicht ausfüllt, wie sie beispielsweise aus Gummiarabikum erzielt werden kann. Diese Behandlung erzeugt auf der Platte einen kontinuierlichen Film, welcher verschieden hydrophil ist. Während eine solche Behandlung dazu beiträgt, die Bildschärfe aufrechtzuerhalten, indem die aufweichende Wirkung des Wassers verringert wird, sind doch die Ergebnisse nicht völlig zufriedenstellend, und es ist immer noch ein hoher Grad von Geschicklichkeit erforderlich.
  • Die vorliegende Erfindung vermeidet die Notwendigkeit einer derartigen Behandlung der Platte, weil das Glycerin nicht flüchtig ist und eine feuchte farbabstoßende Fläche über vergleichsweise lange Zeiten aufrechterhält. Die Behandlung der vom Salz angegriffenen nicht druckenden Fläche mit Glycerin gemäß der Erfindung liefert Ergebnisse, welche jenen zweit überlegen sind, die mit Wasser erzielt werden, und vermeidet die Notwendigkeit des Aufgummierens mit Guminiarabikum, gleichgültig, ob das Fettbild direkt auf der Metallfläche oder oberhalb dieser auf einem Kolloidfilm oder in die Metallfläche vertieft erzeugt wird.
  • Im vorstehenden wurde stets von der Verwendung von Glycerin bei der Behandlung der Platte gesprochen. Es ist jedoch klar, daß an Stelle von Glycerin andere Flüssigkeiten geeigneter Viscosität und Eigenschaft, wie z. B. Glykol, verwendet werden können. So kann, obwohl Glycerin bevorzugt wird, an dessen Stelle auch Triäthanodamin benutzt werden, falls die druckenden Flächen mit einem lichtgehärteten hydrophilen Kolloid überzogen worden sind.

Claims (1)

  1. PATEN TANSPRU C'l1 Flachdruckverfahren, bei dem von einer Metallflachdruckform, deren nicht drukkende Stellen durch Behandeln mit einer wäßrigen Lösung eines Nitrats und eines sauren Phosphats, beispielsweise des Ammoniums, glycerinempfänglich gemacht sind, mit einer schwach sauren Druckfarbe gedruckt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die nicht druckenden Stellen während des Druckens ständig oder zeitweise mit Glycerin dünn überzogen werden, dem gegebenenfalls eine geringe Menge einer konzentrierten Lösung von Ammonnitrat und saurein Ammonpliosphat zugesetzt ist.
DEM127799D 1932-09-02 1934-06-14 Flachdruckverfahren Expired DE654491C (de)

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