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Flachdruckverfahren Es ist bekannt, daß das Flachdruckverfahren auf
der Unmischbarkeit von Öl und Wasser beruht. Es ist ferner bekannt, daß die relative
Benetzbarkeit von Metallflächen durch Öle und Wasser dadurch geändert werden kann,
daß man die Oberflächenspannung des Wassers oder die Eigenschaft der Metalloberfläche
oder beide verändert. Zur Erhöhung der Wasserbenetzbarkeit der i\Ietallfläche der
nicht druckenden Anteile von Flachdruckplatten wurden bisher zahlreiche Reagenzien
vorgeschlagen und auch benutzt. Die durch solche Reagenzien verbesserte Wasserbenetzbarkeit
erwies sich jedoch als etwas unbeständig, und man hat daher bisher geglaubt, daß
von allen Reagenzien, welche zu diesem Zweck benutzt werden könnten, Gummiarabikum
am zufriedenstellendsten wirkt, da es am stärksten auf einer sauberen Metallfläche
adsorbiert wird trotz des wiederholten Aufbringens von Wasser während des Druckens
und trotz der Reibwirkung, welche mit den üblichen Walzverfahren des Einfärbens
und Anfeuchtens verbunden ist. Eine so mit Gummiarabikum behandelte Oberfläche ist
zufolge der leichten Benetzbarkeit durch Wasser weniger gegen Fett empfindlich und
im feuchten Zustande gegen Fett abstoßend.
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Im Bulletin Nr. 3 der Lithographic Technical Foundation wird auf S.7
behauptet, daß Gummiarabikum das wirksamste bekannte Mittel darstelle, um die nicht
druckenden Stellen von Flachdruckformen wasserhaltend zu machen, und auf S. io wird
vorgeschlagen, die wirksame Lebensdauer des Gummiarabikums auf der Platte dadurch
zu erhöhen, daß man es mit einem geeigneten Bichromat härtet, wodurch eine dickere
Schicht erzielt wird, als sie sonst erhalten werden kann. Aber auch mit einer Gunimiarabikurnfläche
ist die Aufrechterhaltung des richtigen Ausgleiches zwischen der dem Bild zugeführten
Farbe und dein der Gummiarabikumschicht auf den nicht druckenden Bildteilen zugeführten
Wasser schwierig und erfordert persönliche Erfahrung.
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Es wurde bisher vorgeschlagen. die Nichtbildflächen von Metallflachdruckformen
mit Lösungen zu behandeln, welche gewisse Salze und Glycerin enthalten, und mit
Farben zu drucken, welche ähnliche Lösungen finit Emulsion enthalten. Solche Farben
erwiesen sich jedoch aus manchen Gründen als nachteilig. So sind die in den Farben
gebildeten Emulsionen instabil und neigen zum Brechen, wodurch das Glycerin freigesetzt
wird und die Farbwalzen zu benetzen vermag, so daß eine gleichmäßige Verteilung
der Farbe verhindert wird; ferner ist der Auftrag der in der Tinte enthaltenen Glvcerin-
und Salzlösung auf die Platte unsicher, weil er tatsächlich von der Stabilität der
Emulsion abhängt, In dieser Beziehung wird bemerkt, daß einerseits eine gewisse
Instabilität der Emulsion wesentlich ist, um die richtige Glycerinmenge auf die
nicht druckenden
Flächenteile aufzutragen, insbesondere wenn die
Fläche der Glanzlichter ausgedehnt ist, und daß andererseits eine instabile Emulsion
im Farbbehälter zum Brechen neigt, @vodui'c4; die obenerwähnte ungleichmäßige Farb-:
verteilixng verursacht wird. Ferner verursacht der Zusatz der Salze zur Farbe schädliche
Wirkungen auf die Firnislösungsmittelkomponente derselben, wodurch leicht jener
Zustand der Gelatine hervorgerufen werden kann, der allgemein als Leberflecke bekannt
ist.
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Überdies trocknen Farben, welche Glycerin und/oder hygroskopische
Salzlösungen enthalten, sehr langsam und bleiben in der.Tat während Wochen oder
sogar Monaten nach dem Drucken beim Berühren klebrig. Trotzdem ergeben sich aus
diesem Verfahren zwei große Vorteile, deren einer darin besteht, daß nur geringe
oder gar keine Neigung des Bildes vorhanden ist, seine Integrität zu verlieren,
sei es entweder durch Ausklexen, wodurch die Bildschärfe verlorengeht, oder durch
Übergreifen der Anfeuchtflüssigkeit auf die Bildfläche, wenn beispielsweise zu viel
Wasser verwendet wird, in welchem Falle das Bild, wie man sagt, scharf arbeitet.
Der andere Vorteil, welcher sich aus der Verwendung einer mit Glycerin und Salzen
emulgierten Farbe ergibt, besteht darin, daß die Güte des Druckens weniger von der
persönlichen Geschicklichkeit abhängig ist. Diese Vorteile werden jedoch durch die
obenerwähnten Nachteile überwogen und durch die weitere Tatsache, daß die Farbverdünnung
zufolge des Einschlusses der nicht pigmentierten Flüssigkeit hohe Pigmentgehalte
in der Farbe erfordert mit der daraus folgenden schädlichen Wirkung auf ihre physikalischen
Eigenschaften.
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Erfindungsgemäß wird Wasser als Anfeuchtemittel in Verbindung mit
gewöhnlicher lithographischer Farbe vermieden unter Erzielung aller Vorteile und
unter Vermeidung der nachteiligen Wirkungen, welche aus der Verwendung emulsoider
Farben sich ergeben. Ferner betrifft die Erfindung die Vermeidung der Notwendigkeit
der Verwendung von Gummiarabikum, sei es als hydrophile Schicht oder als Oberflächenschutz
gegen die Wirkdingen des Austrocknens, welche so verhängnisvoll sind, wenn Wasser
als Netzflüssigkeit benutzt wird. Die Erfindung betrifft ferner eine ,`Netzflüssigkeit,
die Fett abzustoßen und die Benetzbarkeit der nicht druckenden Oberfläche durch
die NTetzflüssigkeit zu erhalten vermag.
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Es wurde gefunden, daß die nicht druckenden Flächen einer Flachdruckform
durch Überziehen mit einer dünnen Glycerinschicht fettabstoßend werden und daß eine
dauernde und brauchbare dünne Glycerinschicht trotz ihrer Viscosität auf den nicht
druckenden Flächen mit Hilfe einer mit Glycerin beladenen porösen Walze aufgebracht
werden kann.
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(..-Die nicht druckenden Flächen werden mit -Riffe des Reaktionsproduktes
zwischen dem Metall einer Druckplatte und einer Mischung von Ammonnitrat und Ammonphosphat
glycerinempfänglich gemacht, wobei das Phosphat der wirksame Bestandteil ist, während
das Nitrat zur Reglung, insbesondere Abschwächung dieser Wirkung dient. Die Lösung,
beispielsweise zwischen o,5 und o, i molar, kann auf die Oberfläche der Platte in
irgendeiner bekannten Weise aufgebracht werden, z. B. durch Wischen. Es kann jedoch
irgendeine andere geeignete Oberfläche, welche ein Fettbild aufzunehmen vermag und
welche von Natur aus oder künstlich leicht von Glycerin benetzbar ist und dieses
festzuhalten vermag, für die Zwecke der Erfindung dienen. So kann für vergleichsweise
kleine Auflagen ein dichtes Pergamentpapier, wie z. B. ein gegen die zerstörenden
Wirkungen von Wasser durch Behandlung mit konzentrierter Schwefelsäure widerstandsfähig
gemachtes Papier für die obigen Zwecke dienen.
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Die Erfindung bietet zahlreiche Vorteile, von welchen nachstehende
besonders hervorgehoben seien.
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i. Das Glycerin, welches verwendet wird, dient zufolge seiner Viscosität
als wirksame Schutzschicht, wodurch die Einflüsse der Erosion und Abrasion auf ein
Mindestmaß gebracht und die Oxydation einer Metallplattenfläche in hohem Maße verhindert
wird, und im Falle von Zink die Bildung von basischem Karbonat auf der Metallplatte,
wodurch die Notwendigkeit des häufigen Aufguinmierens vermieden wird, um die Platte
zu schützen, wie es bei Verwendung von Wasser notwendig ist.
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2. Das eine leicht benetzbare Oberfläche überziehende Glycerin haftet
an dieser so stark, daß es selbst der drastischen Behandlung bei der Entfernung
von zufälligen Farbflecken, beispielsweise mit Fettlösungsmitteln, widersteht, ohne
daß es notwendig wäre, den früher bei wasserbenetzten Oberflächen erforderlichen
Gummiarabikuinschutz anzuwenden.
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3. Die Plattenoberfläche ist viel weniger gegen Spuren von im Papier
vorhandenen Reagenzien empfindlich. Dies rührt zum Teil daher, weil das, Glycerin
wenig reaktionsfähig ist, und zum Teil, weil ein wirksamer Glycerinfilm so dünn
sein kann, daß irgendwelche nennenswerte Übertragung des Glycerins auf das Papier
verhindert wird.
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Die genaue Deckung beim farbigen oder mehrfachen Druck wird außerordentlich
erleichtert
wegen der Ausschaltung jener Ausdehnung des Papiers,
welche unvermeidlich durch die Absorption von Feuchtigkeit aus dem Benetzungswasser
verursacht wird.
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5. Es können weichere Farben verwendet werden, wodurch ein besseres
Abheben der Farbe mit geringerem Druck ermöglicht wird, weniger Streichmasse von
der Oberfläche des Druckpapiers aufgenommen, geringere Spannung auf die Greiferfinger
ausgeübt und die Gefahr des Anhaftens des Papiers an dem Kautschuktuch beim Offsetdruck
verringert wird.
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6. Das Verfahren verhindert das Tonen wirksamer als die Verwendung
von Wasser und Gummiarabikum, so daß Hochlichter, umgeben von tiefen Schatten, in
einem Halbtonbild frei von Ton für lange Auflagen gehalten werden, während eine
solche feine Einzelheit häufig nach wenigen Drucken verlorengeht, wenn Wasser verwendet
wird.
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7. Es besteht beträchtlich weniger Neigung des Halbtonbildes, scharf
zu arbeiten oder auszubleiben, und die Integrität der Schärfe bleibt, wenn auch
nicht für unbestimmte Zeit, so doch mindestens für sehr hohe Auflagen bestehen,
weil das Glvcerin nicht die kolloidal-Grundlage des Bildes untergräbt und infolgedessen
die Halbtonpunkte nicht hinsichtlich der Größe oder Schärfe verringert werden roch
leicht von der Platte abgerissen werden durch die Wirkung von klebrigen Farben.
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B. Die beim Papier allgemein vorliegende Neigung, am Ofsetwalzenaufzug
anzuhaften, wird im wesentlichen durch den auf der Druckfläche des Aufzugs aufrechterhaltenen
Glycerinfilm beseitigt, selbst wenn der Aufzug unter der weichmachenden Wirkung
der Farbe eine deutliche Klebrigkeit aufweist.
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Überdies wird beim Offsetdruck, wo nur eine beschränkte Farbmenge
auf das Papier übertragen werden kann, eine bessere Farbtiefe dadurch erzielt, daß
man die Entwertung der Farbe zufolge der Wasserbenetzung vermeidet. Es ist ferner
ein geringerer Druck erforderlich, wodurch sich eine längere Lebensdauer des Offsettuches,
eine längere Lebensdauer des Bildes auf der Platte, eine größere Tiefe und Brillanz
der Farbe und eine schärfere Begrenzung des gedruckten Bildes ergibt. Das Verfahren
kann ohne Rücksicht auf die Witterungsbedingungen bei wesentlich höheren Geschwindigkeiten
durchgeführt werden, als es mit dem Wasseranfeuchtverfahren erzielbar ist. Der bisher
erforderliche hohe Grad von Geschicklichkeit zur Erzielung wirksamer gewöhnlicher
Lithographie ist nicht notwendig für die Erzielung einer gleichmäßig wirksamen Arbeit,
und die Schwierigkeiten hinsichtlich der Deckung im Falle des Mehrfarbendruckes
sind sehr viel geringer durch die wesentliche Ausschließung von Feuchtigkeit, welche
auf (las Papier übertragen werden könnte.
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Bei Durchführung einer Ausbildungsform gemäß dem Verfahren der Erfindung
wird die Platte zunächst mit einem Fettbild versehen, welches entweder direkt auf
der Platte erzeugt werden kann oder in die Platte eingeätzt oder auf einen Kolloidfilm
durch irgendeines der üblichen photographischen Verfahren kopiert werden kann. Die
Nichtbildfläche der Platte wird dann mit einer Lösung behandelt, welche geeignete
Salze enthält, wobei Ammonnitrat und Ainmonphosphat bevorzugt werden, wodurch die
Oberfläche leicht durch Glycerin benetzbar wird, und schließlich mit einem Glvcrinfilm
benetzt, welcher vorzugsweise äußerst dünn ist.
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Das Drucken geschieht dann auf bekannte Weise unter Verwendung irgendeiner
lithographischen Farbe, vorzugsweise einer schwachsauren Farbe. Leinölfirnis und
gewöhnliche Flachdruckfarben sind sauer, was ein Grunderfordernis der Lithographie
ist für die Reaktion zwischen Farbe und -Metall, damit das Bild vom -Metall festgehalten
wir(-. Die Verwendung alkalischer Farbe ist mit der wirksamsten Durchführung des
vorliegenden Verfahrens nicht verträglich, wenn von salzbehandelten, nicht überzogenen
Metallflächen gedruckt wird, obgleich solche Farben in wirksamer Weise verwendet
werden können, wenn die ganze Plattenoberfläche mit einem Kolloidfilin überzogen
worden ist.
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Der Glvcerinüberzug auf der behandelten Platte haftet so fest und
ist von solcher Viscosität, daß mehrere saubere Drucke erzielt werden können, bevor
es notwendig ist, zusätzliches Glycerin der Platte zuzuführen. Wenn daher große
Auflagen gedruckt werden sollen, ist es wesentlich, daß der Glvcerinfilm auf der
behandelten Platte ergänzt wird, und es wurde gefunden, daß eine solche Ergänzung
des Glycerins mit Hilfe einer geeigneten glvcerinbeladenen Walze bewirkt werden
kann, die in Berührung mit der Druckfläche gebracht wird, vorzugsweise aber nicht
notwendigerweise zwischen aufeinanderfolgenden' Einfärbungen.
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Es wurde gefunden, daß eine Walze, die aus geeignetem saugfähigem
Stoff hergestellt ist, beispielsweise aus Filz, Schwammkautschuk o. dl-1., verwendet
werden kann, und daß, wenn eine solche Walze mit Glycerin befeuchtet wird, sie auf
die Plattenoberfläche ständig einen hinreichend gleichförmigen Glvcerinfilm abzugeben
vermag, um die erforderliche Bildschärfe für hundert oder mehr Drucke aufrechtzuerhalten,
bevor eine Neubeladung erforderlich ist. Dies ist ersichtlich von großem Vorteil.
Das Neubeladen
kann auf irgendwelche bequeme Weise vorgenommen werden,
z. B. indem man auf die Walze Glycerin von einer damit gesättigten Handwalze überträgt.
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Während es nicht wesentlich ist, daß die Glycerinauftragswalze mit
Hilfswalzen versehen ist, wurde gefunden, daß solche von Vorteil sind. Die Hilfswalze,
welche bei dem üblichen iN aßflachdruck aus Messing besteht und in Verbindung mit
der Anfeuchtewalze benutzt wird, soll für das neue Verfahren aus einem Stoff bestehen,
der nicht mit der Salzlösung zu reagieren vermag und nicht leicht von Glycerin benetzt
wird, wie z. B. vulkanisierter Kautschuk oder ein geformtes Kunstharz. Die Hilfswalze
wirkt nicht nur in der üblichen Weise, um irgendwelche Farbteilchen aufzunehmen,
die von der Glycerinverteilungswalze mitgenommen worden sind, sondern dient auch
dazu, die Oberfläche der Glycerinverteilerwalze mit Glycerin benetzt zu halten durch
die nach außen gerichtete Verdrängung des Glycerins aus den Zwischenräumen des Walzenmaterials,
wenn es bei Berührung mit der Hilfswalze zusammengepreßt wird.
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Während bei Verwendung eines lithographischen Steines vorgeschlagen
wurde, daß Glycerin dem Benetzungswasser zugesetzt werden kann, um die Aufrechterhaltung
eines dünnen gleichmäßigen feuchten Films auf den nicht druckenden Flächen zu erleichtern,
muß beachtet werden, daß diese Maßnahme lediglich für lithographische Steine bestimmt
war und stets bei der Behandlung von Metalldruckplatten vermieden wurde. Rhodes
»The Art of Lithography«, z. Aufl., S. 46, schreibt, daß Glycerin nicht auf Metallplatten
benutzt werden darf, weil diese zufolge seiner chemischen Wirkung fettig werden
und Farbstoff annehmen. Diese schäd-1iche Wirkung des Glycerins auf die Metallfläche
einer Druckplatte kann jedoch vermieden werden, wenn man die Metallfläche durch
die vereinigte Wirkung gewisser Salze, wie z. B. Ammonnitrat und Ammonphosphat,
vorbehandelt.
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Beim Drucken großer Auflagen wird im allgemeinen gefunden, daß das
Tonen in den Hochlichtern schließlich eintritt. Diese Erscheinung findet statt,
wenn geringe Spuren von Farbstoff von den Farbwalzen abgelöst und auf die nicht
druckenden Flächen der Platte aufgebracht werden, von welchen sie dann auf das Papier
gelangen und ein mehr oder weniger schwaches Tönen den nicht druckenden Flächen
oder Hochlichtern erteilen. Diese Tonung kann zufolge der unvollkommenen Fähigkeit
der nicht druckenden Flächen, Fett abzustoßen, stattfinden oder wegen der ungeeigneten
Konsistenz der Farbe oder kann das Ergebnis von verschiedenen mechanischen Ursachen
sein, wie z. B. einem unrichtigen oder zu groben Korn, einer unrichtigen Einstellung
der Farbzuführungsvorrichtung, wodurch die Farbteilchen sich in den Kornvertiefungen
der nicht druckenden Flächen anhäufen können.
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Es wurde nun gefunden, daß, falls ein solches Tonen auftritt, ein
paar Tropfen der ursprünglich zur Vorbehandlung der nicht drukkenden Flächen benutzten
Salzlösung genügen, um dic höchstmögliche Glycerinempfänglichkeit zu schaffen, und
bei einer Zinkplatte, welche bevorzugt wird, wird vorzugsweise eine Lösung von Atnmonnitrat
und Ammonphosphat auf die Plattenoberfläche aufgebracht, beispielsweise durch Abwischen
der nicht druckenden Flächen, wodurch diese fast unmittelbar frei von irgendwelchen
Farbstoff teilchen werden.
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Die Art und Weise, wie die glycerinbedeckten, nicht druckenden Flächen
von jenen das Tonen verursachenden Farbstoftteilchen befreit werden, ist noch nicht
aufgedeckt. Aber die Wirkung ist auffallend und von großem Vorteil. Abwechselnd
mit dem Aufbringen der Tropfen von Salzlösung auf die Platte kann es förderlich
sein, eine kleine Menge (etwa 5 bis zoll,) einer konzentrierten Lösung dieser Salze
dem in der Anfeuchtewalze verwendeten Glycerin zuzu-
setzen. Dies ist besonders
von Vorteil, wenn die Eigenschaft der Farbe oder eine geringe Verstellung der Einfärbevorrichtung
zur Folge hat, daß Ton in den Lichtern auftritt und infolgedessen das häufige Aufbringen
von Salzlösung erfordert.
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Die Erfindung ist nicht auf den Flachdruck beschränkt, bei welchem
das Fettbild direkt auf der Platte erzeugt wird, sondern ist auch auf jene Fälle
anwendbar, wo das Fettbild entweder durch eine photographisch erzeugte Unterlage
eines lichtgehärteten Bichromatkolloides auf der Platte bestimmt wird oder wenn
das Bild in die Platte eingeätzt ist. Bei der photographischen Behandlung einer
Platte für den Druck wird diese nach Reinigung oder Abätzung mit einem Bichromatkolloid
überzogen, beispielsweise aus Albumin, Gelatine, und unter einem Negativ oder Diapositiv
belichtet, je nachdem, ob Tiefdruck oder Hochdruck benutzt werden soll, und auch
je nachdem, ob die Platte direkt zum Druck dienen soll oder `indirekt zum Offsetdruck.
Bei der gewöhnlichen photographischen Reproduktion wird die behandelte Platte dann
mit Hilfe von Wasser entwickelt, welches jene Teile des Kolloidfilms auflöst und
fortwäscht, die von der härtenden Wirkung des Lichtes unbeeinflußt blieben. Die
nicht drukkenden Flächen werden dann mit der Salzlösung
und dem
Glycerin in der oben beschriebenen Weise behandelt, um sie farbabstoßend zu machen,
während die Druckfläche mit einer fettigen Farbe überzogen wird.
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Man hat bereits früher festgestellt, daß, wenn die nicht druckenden
Flächen mit einer Lösung von Gummiarabikum behandelt und dann während des Druckens
wiederholt mit Wasser benetzt werden, das Bild dazu neigt, zu schwinden. Die Ursache
hierfür ist darin zu suchen, daß bei der Erzeugung des Bildes die Härtungswirkung
des Lichtes auf der oberen Fläche der Kolloidschicht am größten ist und daß infolgedessen
die untere Fläche, welche mit der Metallplatte in Berührung steht, noch von Wasser
benetzbar ist. Die Benetzung finit Wasser bewirkt ein Aufweichen dieses noch benetzbaren
Filmteiles und löst so die Bindung zwischen Film und Platte, so daß das Bild entweder
deformiert oder zerstört wird, wenn der zufolge der Klebrigkeit der Farbe ausgeübte
Zug größer ist als die Festigkeit der aufgeweichten Bindung zwischen Kolloidfilm
und Platte. Dies ist besonders schwierig zu überwachen bei Halbtondruck,. wo das
Bild aus einer Vielzahl kleiner Rasterpunkte aufgebaut ist, deren jeder eine große,
der aufweichenden oder unterminierenden Wirkung des Wassers ausgesetzte Kantenfläche
aufweist. Eine geinäß der vorliegenden Erfindung behandelte Platte zeigt im wesentlichen
keine derartige Neigung, und es wird angenommen, daß die C?rsache hierfür in der
Tatsache zu suchen ist, daß das Glycerin und besonders das durch Einverleibung der
erwähnten Salze schwach angesäuerte Glycerin nur eine geringe oder gar keine aufweichende
Wirkung auf das Kolloid ausübt.
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Es ist klar, daß das oben beschriebene photographische Verfahren streng
genommen kein Flachdruckverfahren darstellt, da das Fettbild über die Ebene der
Platte durch die dazwischenliegende Kollöidschicht gehoben ist. Es wurde vorgeschlagen,
den Kolloidfilm dadurch zu schützen, daß man die nicht druckenden Flächen bis zum
Niveau der druckenden Flächen mit einer lichtgehärteten hydrophilen Bichromatschicht
ausfüllt, wie sie beispielsweise aus Gummiarabikum erzielt werden kann. Diese Behandlung
erzeugt auf der Platte einen kontinuierlichen Film, welcher verschieden hydrophil
ist. Während eine solche Behandlung dazu beiträgt, die Bildschärfe aufrechtzuerhalten,
indem die aufweichende Wirkung des Wassers verringert wird, sind doch die Ergebnisse
nicht völlig zufriedenstellend, und es ist immer noch ein hoher Grad von Geschicklichkeit
erforderlich.
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Die vorliegende Erfindung vermeidet die Notwendigkeit einer derartigen
Behandlung der Platte, weil das Glycerin nicht flüchtig ist und eine feuchte farbabstoßende
Fläche über vergleichsweise lange Zeiten aufrechterhält. Die Behandlung der vom
Salz angegriffenen nicht druckenden Fläche mit Glycerin gemäß der Erfindung liefert
Ergebnisse, welche jenen zweit überlegen sind, die mit Wasser erzielt werden, und
vermeidet die Notwendigkeit des Aufgummierens mit Guminiarabikum, gleichgültig,
ob das Fettbild direkt auf der Metallfläche oder oberhalb dieser auf einem Kolloidfilm
oder in die Metallfläche vertieft erzeugt wird.
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Im vorstehenden wurde stets von der Verwendung von Glycerin bei der
Behandlung der Platte gesprochen. Es ist jedoch klar, daß an Stelle von Glycerin
andere Flüssigkeiten geeigneter Viscosität und Eigenschaft, wie z. B. Glykol, verwendet
werden können. So kann, obwohl Glycerin bevorzugt wird, an dessen Stelle auch Triäthanodamin
benutzt werden, falls die druckenden Flächen mit einem lichtgehärteten hydrophilen
Kolloid überzogen worden sind.