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Überholmaschine mit Greifern, Nagelvorrichtungen und Überschiebern
In bekannten Überholmaschinen erfassen mehrere Greifer den Schaft an dem Spitzenende
und auf beiden Seiten des Vorderteiles und holen ihn über den Leisten, worauf der
Schaftrand durch Überschieber einwärts über die auf den Leistenboden aufgeheftete
Sohle geschoben und durch von besonderen Vorrichtungen eingetriebene Täckse in Überholstellung
befestigt wird. Besitzt eine Maschine beispielsweise fünf Greifer, so sind diese
derart angeordnet, daß einer den Schaft an dem Spitzenende und je zwei den Schaft
auf beiden Seiten des Vorderteiles erfassen. Werden beispielsweise durch die Befestigungsvorrichtung
sieben Täckse eingetrieben, so sind diese in Eintreibstellung derart über den Schuhboden
verteilt, daß eine Täckse an dem Spitzenende des Schuhes und je drei auf beiden
Seiten des Vorderteiles eingetrieben werden.
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Bei Maschinen dieser Art ereignet es sich häufig, daß der Schaftrand
beim Überschieben über den Schuhboden gegen den Gelenkteil des Schuhes hin verschoben
oder verdrängt wird. Zur Vermeidung dieses Übelstandes besitzt der Erfindungsgegenstand
zusätzliche .Überschieber, die mit dem Schaft in einem größeren Abstand von dem
Spitzenende des Leistens als die bereits erwähnten bekannten Überschieber in Eingriff
treten und den Schaftrand so überschieben, daß ein Verdrängen des Schaftes gegen
den Gelenkteil des Schuhes hin vermieden wird. Diese zusätzlichen Überschieber.treten
mit dem Schaft ungefähr an dem Ballenteil des Schuhes in Eingriff, und zwar etwas
hinter den von dem Spitzenende entferntesten Täcksen, und ferner besitzen diese
Überschieber bei ihrer Einwärtsbewegung in Querrichtung des Schuhes eine Bewegungskomponente
in der Richtung nach dem Spitzenende des Schuhes und schräg zu der Bewegungsrichtung
der dem Spitzenende näheren Überschieber. Die zusätzlichen Überschieber werden durch
ein besonderes Steuergetriebe zwangsläufig in Eingriff mit dem Schaft bewegt, während
dieser noch von den Greifern festgehalten wird und bevor die eigentlichen Überschieber
zusammen mit der Nagelvorrichtung einwärts in Eingriff mit dem Werkstück bewegt
werden. Die zusätzlichen Überschieber werden von Federn gesteuert, die bei Freigabe
des Schaftes von den Greifern die Überschieber sofort einwärts über den Schuhboden
bewegen.
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung sind die zusätzlichen
Überschieber verschiebbar und drehbar an Schwingarmen angeordnet, die durch maschinengesteuerte
Antriebshebel über Zwischenfedern gegen den. Schuh hin bewegt werden. Die Bewegung
der Schwingarme wird durch mit dem Oberleder in Eingriff tretende Klemmglieder begrenzt,
und die überschiebbewegung der Überschieber erfolgt durch weitere zwischen den Antriebshebeln
und den Überschieber angeordnete Federn.
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Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielsweise erläutert.
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Fig. i ist eine linke Seitenansicht einer bekannten Überholmaschine,
in die der Erfindungsgegenstand eingebaut ist.
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Fig.-2 ist eine Teilansicht der Vorderseite der Maschine.
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Fig. 3 ist eine Ansicht gewisser Maschinenteile.
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Fig. q. ist eine Draufsicht auf einen Teil der Maschine, gesehen in
der Richtung des Pfeiles in Fig. i.
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Fig.5 ist ein Schnitt durch das Werkstück und verschiedener mit dem
Werkstück in Eingriff tretender Maschinenteile.
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Fig. 6 ist eine der Fig. q. ähnliche Ansicht in verkleinertem Maßstabe.
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Fig. 7 ist eine der Fig. 5 ähnliche Ansicht, und Fig. 8 ist eine der
Fig. 6 ähnliche Ansicht. Die dargestellte Überholmaschine ist in ihrer allgemeinen
Bauart bekannt und besitzt unter anderem fünf Greifer zum Überholen des Schaftes
über den Vorderteil des Leistens, eine sieben Täclcse eintreibende Nagelvorrichtung
zum Festhalten des Schaftes in übergeholter Lage und einen Werkstückträger z (Fig.2
und 4), auf den der mit einer Sohle versehene und einen Schaft tragende Leisten
mit dem Boden nach unten und mit dem Spitzenteil nach oben und hinten aufgesetzt
wird. Vor Beginn der Maschinentätigkeit wird ein Fersenanschlag 3 (Fig. i) in Eingriff
mit dem Fersenende des Werkstückes bewegt, um es in richtiger Einstellung zu halten.
Ein Greifer 5 (Fig. 1, 2 und q.) erfaßt den Schaft an der Zehenspitze des Leistens.
Zwei Greifer 7 erfassen den Schaft auf beiden Seiten des Spitzenteiles in der Nähe
der Spitzenkappenlinie, und zwei Greifer 9 ergreifen den Schaft weiter rückwärts
nach dem Fersenteil hin in einem Abstand von ungefähr 2 bis 3 cm von den Greifern
7. Der in die offenen Greifer eingesetzte Schaft wird nach Schließen der Greifer
von diesen in einer im wesentlichen senkrechten Richtung bezüglich des Leistenbodens
angezogen, worauf durch Einwärtsbewegung der fünf Greifer der Randteil des Schaftes
einwärts über die Sohlenkante gezogen wird. Die Maschine besitzt weiterhin zwei
Schaftklemmarme ii (Fig. i und 2), die nach dem Überholen des Schaftes um Zapfen
13 einwärts aufeinander zu schwingen. Die Arme tragen, wie bekannt, sich selbst
einstellende Gummikissen 15, 17, die das Oberleder gegen die Leistenseite in der
Nähe der Kappenlinie klemmen (Fig. 5). Diese Kissen 15 und 17 klemmen das Oberleder
gegen den Leisten, bevor die Greifer das Oberleder freigeben, und verhindern somit
ein Wiederzurückgehen des Oberleders in seine ursprüngliche Lage und Verfassung
vor dem Überholen.
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Die Maschine weist ferner drei bekannte Täckstreibarine auf, denen
die Täckse durch bekannte Täckseabliefervorrichtungen i9, 2i zugeführt werden. Der
Täckstreiberarm 23 (Fig. i) treibt eine Täckse in das Spitzenende des Schuhes ein,
ist hinter dem Spitzengreifer 5 um eine waagerechte Achse 25 schwingbar und trägt
einen nachgiebigen Überschieber 27, der bei dem Vorwärtsschwingen des Armes das
Spitzenende des Schaftteiles über die Sohle schiebt, bevor die Täckse eingetrieben
wird. Ein 29 an dem Arm a3 begrenzt seinen Vorwärtshub durch Anschlag gegen das
Spitzenende, des Schuhes. Die beiden anderen Treiberarme 31 (Fig. i und q.) befinden
sich auf beiden Seiten der Seitengreifer und tragen je drei Täckshalter, die längs
des Schuhes reihenweise angeordnet sind. Die Täckse werden von Täckskammern 32 (Fig.
4, 6 und 8) aus nach oben in den Schuhboden eingetrieben, nachdem die beiden Arme
31 einwärts in Treibstellung geschwungen worden sind. Diese Einwärtsschwingbewegung
ist ungefähr senkrecht zu der Schuhbodenkante in der Nähe der Spitzenkappenlinie
gerichtet, so daß die Arme eine Bewegungskomponente in der Längsrichtung des Schuhes
gegen das Fersenende hin bei ihrer Einwärtsbewegung in der Querrichtung des Schuhes
besitzen. Die Einstellung der Seitentäckse bezüglich des Schuhes wird durch die
Einstellung der Täckskammern 32 (Fig. 8) bestimmt und ist so, daß eine Seitentäckse
in unmittelbarer Nähe der Kappenlinie auf der Spitzenseite, die zweite in entsprechender
Einstellung auf der anderen Seite der Kappenlinie und die dritte Täckse in einem
Abstand von ungefähr 2 bis 3 cm von der zwei= ten Täckse nach dem Fersenende des
Schuhes hin eingetrieben wird.
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Die Maschine ist weiterhin mit einer neuartigen Überschiebvorrichtung
versehen. Die beiden Klemmarme i i besitzen an ihren Oberenden einen kurzen Ansatz
33 (Fig. 1 und 3) mit einem Stift 35, an dem ein Träger 37 für den Überschieber
39 drehbar ist. Jeder
Überschieber 39 besteht aus einer Metallplatte
und erstreckt sich weiter einwärts als das entsprechende Schaftklemmkissen 15 (Fig.
3). Mit dem Überschieber 39 ist ein Block 41 fest verbunden, der in einer Führung
in der Unterfläche des Trägers 37 gleitbar ist. Die Führung ist etwas schräg nach
vorn (Spitzenende) auf die Schuhseite hin gerichtet. An einem aufrechten Teil des
Blockes 41 ist eine Stange 43 befestigt, die in eine Bohrung des Trägers 37 ragt.
Eine leichte Feder 45 umgibt die Stange 43 und lagert mit einem Ende gegen den Träger
37 und mit dem anderen Ende gegen den Block 41 und ist somit bestrebt den Block
41 und den Überschieber 39 von dem Schuh hinweg zu drücken. Zum Begrenzen dieser
Auswärtsbewegung des Blockes und des Überschiebers besitzt der letztere einen Ansatz
47 (Fig. 1, 2 und 3), der mit einem Kolben 49 in einem Zylinder 51 in Eingriff tritt.
Der Zylinder ist an einem dem Klemmarm i i ähnlichen Arm 53 befestigt, der ebenfalls
um den Zapfen 13 schwingt. Eine starke Feder 55 (Fig. 2) in dein Zylinder 51 schiebt
den Kolben 49 nach vorn und drückt somit den Überschieber 39 einwärts gegen den
Widerstand der Feder 45, wenn der Arm 53 in dieser Richtung bewegt wird. Der Kolben
49 und die Feder 55 sind durch Drehung einer Muffe 57 in dem Zylinder 51 verstellbar,
so daß die Anfangsstellung des Überschiebers 39 eingestellt werden kann. Die Muffe
57 dient .als ein Widerlager für die Feder 55,
und eine mit dem Kolben 49
befestigte Stange 58 ragt durch die Bohrung der Muffe. Jeder Arm 53 besitzt an seinem
Unterende einen Zahnsektor 59 (Fig.2), der in eine senkrecht bewegliche Zahnstange
61 eingreift. Diese Zahnstange wird von einer Nockenscheibe 63, an einer Welle 65
betätigt (Fig. i). Wie ersichtlich, wird durch Abwärtsbewegung der Zahnstange 61
den Armen 53 eine Einwärtsschwingbewegung erteilt. Die Arme 53 besitzen an ihren
oberen Enden nach außen ragende Arme 67, die um die Welle 13 als Mittelpunkt gebogen
sind. An dem Außenende jedes Armes 67 befindet sich ein Stift 69, dessen abgerundetes
Ende in einen Führungsweg 71 in dem benachbarten Klemmarm i i eingreift. Der Führungsweg
ist ähnlich dem Arm 67 gebogen. Eine stärke Feder 73 in der Führung 71 lagert gegen
den Stift 69 und dient somit als eine nachgiebige Kupplung zwischen dem Arm 53 und
dem Klemmarm i i, so daß die Einwärtsschwingbewegung des Armes 53 nachgiebig auf
den Arm i i übertragen wird. Wenn in der Tätigkeit der Maschine die Greifer ihre
Schaftanzugsbewegung in der Höhenrichtung des Leistens beendigt haben, werden die
Arme 53, bevor die Greifer den Schaft freigeben, einwärts geschwungen und nehmen
dabei vermittels des Stiftes 69 und der Feder 73 die Klemmarme i i mit. Da die von
den Armen ii getragenen Überschieber 39 sich etwas weiter einwärts als -die Klemmteile
15 erstrecken, drücken diese Überschieber gegen den Randteil des angespannten Oberleders,
bevor die Klemmteile 15 und 17 mit dem Oberleder in Eingriff treten. Während die
Überschieber 39 das Oberleder in dieser Weise festklemmen, werden sie durch
die Spannung des Schaftes gegen Einwärtsbewegung über den Schuhboden festgehalten
(Fig. 5). Folglich geben bei der fortgesetzten Einwärtsbewegung der Arme 53 nach
Ineingrifftreten der Überschieber mit dem Oberleder die Federn 55 hinter den Kolben
49 nach, so daß die Überschieber in dieser Klemmstellung verbleiben, bis die Teile
15 und 17-in Klemmstellung bewegt sind.
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Nach Ineingrifftreten der Teile 15 und 17 mit dem Oberleder und während
die Überschieber fest gegen das Oberleder drücken, werden die Nagelvorrichtungen
23, 31 einwärts in Nagelstellung über den Schuhboden geschwungen. Bei dieser Einwärtsschwingbewegung
schlagen die Nagelvorrichtungen gegen Auslöseglieder an den Greifern an, so daß
die Greifer geöffnet werden und das Oberleder freigeben. Sofort nach dem Freigeben
des Schaftes bewegen sich die Überschieber 39 rasch einwärts über den Schuhboden
und schieben dabei den Randteil des Schaftes einwärts über die Sohle (Fig. 7 und
8). Die Überschieber drücken weiterhin den Randteil des Schaftes fest gegen die
Sohle an und werden in dieser Tätigkeit durch federbelastete Kolben 75 (Fig. i und
3) unterstützt, die an den Oberenden des Klemmarmes i i angebracht sind. Jeder Kolben
lagert gegen den entsprechenden Träger 37, und zwar an einer Stelle, die von dem
Werkstückträger weiter entfernt ist als der Zapfen 35= um den der Träger schwingt,
so daß der Kolben 75 das Innenende des Überschiebers aufwärts drückt. Der Kolben
75 wird durch eine Feder 76 betätigt, die mit ihrem Oberende gegen einen Teil 77
anliegt, der in dem Bohrloch, in dem der Kolben eingesetzt ist, beweglich ist. Dieser
Teil 77 kann mittels eines Handhebels 79 verstellt werden, um den Druck der Feder
76 und somit den Aufwärtsdruck der Überschieber 39 gegen den Schaft-. rand zu vergrößern.
Ein Haken 81 an dem Klemmarm i i ragt unter einen Block an dem Träger 37 (Fig. 3)
und begrenzt die Bewegung des Trägers 37 unter dem Einfluß des Kolbens 75. Um die
Überschieber 39 in Höhenrichtung des Schuhes einzustellen, werden die Haken 81 in
Höhenrichtung und
somit die Träger 37 um ihre Zapfen 35 verstellt.
Diese Verstellung der Haken 8i geschieht mittels einer Schraube 87. Zum Festhalten
des Teiles 81 in eingestellter Lage besteht eine Schlitz- und Bolzenverbindung 89
zwischen dem Haken 81 und dem Klemmarm ii.
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Da .die Überschieber 39 mit dem Schaft in geringerem Abstand von dem
Fersenende des Schuhes als die Greifer 9 in Eingriff treten, besitzen sie das Bestreben,
den von den Greifern gehaltenen Schaftteil in der Längsrichtung des Schuhes nach
dem Spitzenende zu umzubiegen, wobei dieses Bestreben noch dadurch verstärkt wird,
daß die Überschieber bei ihrer Einwärtsbewegung eine Bewegungskomponente in der
Richtung des Spitzenendes des Schuhes besitzen. Bei der Einwärtsbewegung der Überschieber
nach Freigabe des Schaftes durch die Greifer besitzen die Überschieber das weitere
Bestreben, den Randteil des Schaftes nach dem Spitzenende des Schuhes hin zu drängen.
Die Treibarme 31 besitzen, wie bekannt, Überschiebvorrichtungen, durch die der Randteil
des Schaftes einwärts über den Vorderteil der Sohle geschoben wird. Diese Überschieber
85 bestehen aus Fingern, die den Schaftwand in der Nähe der Greifer 7 an deren Spitzenendseite
überschieben, und zwar an einer Stelle zwischen dem Spitzenende und der ersten Seitentäckse.
Da jedoch die Überschieber 39 früher mit dem Schaft in Eingriff treten als die Überschieber
85 und ebenfalls ihre Überschiebbewegung früher . beginnen und da weiterhin die
Überschieber 39 in einem ziemlichen Abstande von den Überschiebern 85 stehen, besteht
keine Gefahr, daß zuviel Schaftmaterial nach dem Gelenkteil der Sohle hin gedrängt
wird und dort das Seitenzwicken störend beeinträchtigen könnte. Sind die Nagelvorrichtungen
in ihre Nagelstellung bewegt worden, sö werden die Täckse selbsttätig eingetrieben,
worauf der Schuh von der Maschine freigegeben wird.
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Obwohl die Maschine zur Bearbeitung von durchgenähten Schuhen, in
denen die eingetriebenen Zwicktäckse gegen einen beschlagenen Leisten umgenietet
werden (Fig. 7), dargestellt ist, ist jedoch die Erfindung nicht auf eine Maschine
dieser Art beschränkt.