DE650202C - Verfahren zur Reinigung von Hydrochloridgemischen der Opiumalkaloide - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von Hydrochloridgemischen der Opiumalkaloide

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DE650202C
DE650202C DEA62898D DEA0062898D DE650202C DE 650202 C DE650202 C DE 650202C DE A62898 D DEA62898 D DE A62898D DE A0062898 D DEA0062898 D DE A0062898D DE 650202 C DE650202 C DE 650202C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07GCOMPOUNDS OF UNKNOWN CONSTITUTION
    • C07G5/00Alkaloids

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)
  • Medicines Containing Plant Substances (AREA)

Description

  • Verfahren zur Reinigung von Hydrochlorid'gemischen der Opiumalkaloide Seit längerer Zeit sind Präparate im Handel, die die Gesamtalkaloide des Opiums in wasserlöslicher Form enthalten, z. B. die unter den geschützten Namen wie Pantopon, Pavon bekannten Produkte. Dieselben sollen -zum Teil ,aus dem Opium unmittelbar dargestellt werden, zum Teil gefärbte Mischungen der Alkaloide darstellen.
  • Es hat sich nun gezeigt, daß man zu Präparaten, welche die Gesamtalkaloide des Opiums ,enthalten und die 'sich durch ihre Farbe, Haltbarkeit der Lösungen, sichere .Wirkung und schmerzlose Verträglichkeit auszeichnen, dadurch gelangen kann, daß aus einer Opiumlösung zunächst Morphin und Narkotin ausgeschieden und aus den Mutterlaugen sodann die übrigen Alkaloide mit Chloroform ausgezogen werden, die vereinigten salzsauren Alkaloidlösungen hierauf mit Hilfe von Phenol gereinigt, vom Reinigungsmittel wieder befreit und zur Trockne gebracht werden.
  • Beispiel i o g Extractum opii werden in einer Mischung von je io g Alkohol und Wasser gelöst; die Lösung wird mit 59 i o % igem Ammoniak versetzt. Nach 48stündigem Stehenlassen wird scharf abgenutscht, zuerst mit einigen Kubikzentimetern 40%igem Alkohol, dann mit reichlich Wasser nachgewaschen. Der Filterrückstand enthält in genügend reiner Form annähernd das gesamte Morphin und Narkotin, das Filtrat die übrigen Alkaloide.
  • Der Filterrückstand wird in einem geräumigen Kolben mit 3o,ccm Alkohol aufgeschwemmt und unter ständigem Erwärmen auf dem Wasserbade o, i n-Salzsäure zufließen gelassen, bis alles gelöst ist und die Lösung gegen Lackmus schwach sauer; gegen Kongo neutral reagiert. (Verbrauch an o, i n-H Cl etwa 86 ccm.) Das die Alkaloide außer Morphin und Narkotinenthaltende Filtrat wird in einem Scheidetrichter so lange mit Chloroform ausgeschüttelt, als noch Alkaloide in dasselbe übergehen (Prüfung mit Mayers Reagenz). Die vereinigten Chloroformlösungen werden durch ein trockenes Filter gegossen, letzteres mit etwas Chloroform nachgewaschen und die Lösung vom Chloroform durch Destillation auf dem Wasserbade befreit. Den braunen Rückstand löst man in einigen Kubikzentimetern Alkohol und läßt o, i n-Salzsäure zufließen bis zur schwach sauren Reaktion gegen Lackmus.
  • Hierauf gibt man 50 ccm Wasser zu, wobei eine stark milchige Trübung entsteht. Man läßt sodann weiter' o, i n-Salzsäure zufließen, bis die Lösung fast klar ist und gegen Lackmus schwach sauer, gegen Kongo neutral reagiert. (Verbrauch an o, i n-H Cl etwa 32 ccm:) Die beiden salzsauren Alkaloidlösungen wer den vereinigt, wenn nötig filtriert und arn Vakuum auf das etwa 7fache des in Arbeit genommenen Extraktes eingedampft. Hierauf .gibt man 3,5 g farbloses Phenolum liquefa.ctum hinzu, schüttelt gut um und stellt 25 Stunden auf Eis. Man filtriert und wäscht mit 5 %igem farblosem Phenölwasser Rückstand und Filter gründlich nach. Die Lösung wird dann in einem Scheidetrichter so lange mit Äther ausgeschüttelt, bis in einer Probe des abgehobenen Äthers kein Phenol mehr nachweisbar ist (Geruch, Reaktion mit Bromnasser). Die wässerige Lösung wird hierauf im Vakuum zum Syrup eingedampft, noch heiß m einer Schale in den Schwefelsäureexsiccator gebracht und dort unter vermindertem Druck vollständig trocknen gelassen.
  • Die erhaltenen Produkte sind sehr hell gefärbt, lösen sich leicht und klar in Wasser; die Lösungen bleiben unverändert lange Zeit klar, lassen sich sterilisieren und vollkommen schmerzlos injizieren. Die Ausbeute beträgt etwa 40 % des Extraktes- oder 2o 0lo bezogen auf Opium. Das Präparat :enthält 48 bis 5o % Morphin und 17 bis 18 % Nebenalkaloide.
  • Die nach dem Verfahren erhaltenen Stoffe verhalten sich in bezug auf ihre Haltbarkeit und Löslichkeit in Wasser gegenüber Pantopon wie folgt: ,Wenn man P.antopon einerseits und das neue Präparat andererseits in der üblichen Salischen Lösung auflöst (5 % Alkohol, 15 0;`o Glycerin, 8o % Wasser), so deponiert die Pantoponlösung nach etwa ¢ Wochen und muß filtriert werden, während die Lösung des neuen Präparates noch nach i Jahr unverändert klar ist.
  • Der in dem neuen Verfahren zur Verwendung kommende Opiumextrakt ist nach der folgenden Vorschrift hergestellt worden: i oo Teile Rohopiumpulver werden während 12 Stunden mit 5ooTeilen frisch ausgekochtem und wieder erkaltetem Wasser mazeriert und hierauf abgenutscht. Die® Lösung wird während 1/2 Stunde auf 65° erhitzt und dann @tEis gestellt. Der Mazerationgrückstand y d mit einer Mischung von 7 Teilen ver-":dlgnnter Phosphorsäure + 25o Teilen Wasser während 6 Stunden mazeriert, die Lösung, wie oben ,angegeben, abgesaugt, erhitzt und auf Eis gestellt.
  • Der Mazerationsrückstand wird noch zweimal während 3 Stunden mit .je i 5 o Teilen Wasser mazeriert; die Lösungen werden wie oben behandelt. Die vereinigten Auszüge werden dann 2¢ Stunden lang auf Eis gestellt; hierauf filtriert und unter vermindertem Druck zwischen 30 und q.o° auf 25o Teile eingedampft: Diese Lösung wird wiederum 24 Stunden lang auf Dis gestellt, klar filtriert, bei 3o bis ,q.0° unter vermindertem Druck zur Trockne .eingedampft. Durch inniges Verreiben mit der nötigen Menge ,Milchzucker wird, der Extrakt auf einen Morphingehalt von i9,8 bis --o,2 % eingestellt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCFI:. Verfahren zur Reinigung von Hydrochloridgernischen der Opiumalkaloide, dadurch gekennzeichnet, daß aus einer Opiumlösung, die aus einem Opiumextrakt hergestellt ist, der durch mehrmaliges Mazerieren von Rohopiumpulver mit Wasser und verdünnter Phosphorsäure, Erhitzen, Abkühlen, Filtrieren und Eindämpfen des Auszuges zur Trockne und Einstellung des Trockenextraktes durch inniges Verreiben mit Milchzucker auf einen Morphingehalt von etwa 19,8 bis 2o,2 % gewonnen wor- den ist, zunächst in bekannter Weise Morphin und Narkotin ausgeschieden und aus den Mutterlaugen, ebenfalls auf bekannte Art, sodann die übrigen Alkaloide mit Chloroform ausgezogen werden, die vereinigten salzsauren. Alkaloidlösungen hierauf mit Phenol gereinigt, von Phenol wieder befreit und zur Trockne gebracht werden.
DEA62898D 1930-10-28 1931-07-31 Verfahren zur Reinigung von Hydrochloridgemischen der Opiumalkaloide Expired DE650202C (de)

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