DE229905C - - Google Patents
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61K—PREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
- A61K31/00—Medicinal preparations containing organic active ingredients
- A61K31/33—Heterocyclic compounds
- A61K31/395—Heterocyclic compounds having nitrogen as a ring hetero atom, e.g. guanethidine or rifamycins
- A61K31/435—Heterocyclic compounds having nitrogen as a ring hetero atom, e.g. guanethidine or rifamycins having six-membered rings with one nitrogen as the only ring hetero atom
- A61K31/47—Quinolines; Isoquinolines
- A61K31/485—Morphinan derivatives, e.g. morphine, codeine
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Opium ist das bekannteste Hypnotikum, Sedativum und Anodyum; als wirksamster
Bestandteil des Opiums und seiner Zubereitungen wird allgemein das Morphium bezeichnet.
Es ist jedoch auch bekannt, daß die ' Wirkung des Opiums stärker ist, als der in
ihm enthaltenen Morphiummenge entspricht, da die sogenannten Nebenalkaloide beim Zustandekommen
der physiologischen Wirkung
ίο mithelfen. Reines Morphium kann daher das
Opium in seiner Wirkung nicht vollständig ersetzen; zudem hat das letztere den Vorteil,
daß es von vielen Kranken besser vertragen wird rind besonders in seiner Wirkung auf
den Darm das Morphium entschieden übertrifft. ■.
Im Opium des Handels sind durchschnittlich 18 bis 2Q Prozent Gesamtalkaloide, etwa
20 Prozent Feuchtigkeit, und somit etwa 60 Prozent Ballast, der zum größeren Teil in
die bisher bekannten galenischen Zubereitungen übergeht und bedingt, daß diese nicht
haltbar sind, sich nicht sterilisieren lassen und daher für subkutane Darreichung nicht in Betracht
kommen.
Es ist nun gelungen, Produkte herzustellen, die die Gesamtalkaloide des Opiums in möglichst
reiner Form enthalten, wasserlöslich, sterilisierbar und, was besonders wichtig ist,
zu subkutanen Injektionen geeignet sind. Die neuen Präparate entfalten die vollständige und
ungeschwächte Wirkung des Opiums, dem gegenüber sie den großen Vorteil besitzen, daß
ihre Anwendungsgebiete unbeschränkt sind.
Zur Herstellung der neuen Opiumpräparate verfährt man beispielsweise wie folgt:
500 g Opium werden zerkleinert und mit 2 1 ι prozentiger Salzsäure 24 Stunden mazeriert.
Der saure Auszug wird hierauf so gut wie möglich abgetrennt und die Extraktion noch zweimal mit je 3/41 1 prozentiger Salzsäure
wiederholt. Die vereinigten sauren Auszüge versetzt man bis zum Verschwinden der
kongosauren Reaktion mit gepulverter kalz. Soda, fällt hierauf die gelösten Alkaloide mit
800 g einer 10 prozentigen Sodalösung von 400 und läßt etwa 2 Tage stehen. Der Niederschlag
erhält die Hauptmenge der Alkaloide. Um die noch in Lösung befindlichen Anteile zu isolieren, wird die alkalische Fällungslauge
der Reihe nach mit 3 kg Äther, 2 kg Benzol und 3 kg Chloroform lege artis ausgeschüttelt.
Sollte nach diesen Extraktionen in einer Probe der alkalischen Fällungslauge nach dem Ansäuern
mit Mineralsäure Mayersches Reagens noch eine Fällung hervorrufen, so können die
letzten Anteile gelöster Alkaloide durch eine einmalige Ausschüttelung mit einer etwa 20 prozentigen
Phenol-Chloroformlösung noch gewonnen werden.
Den organischen Lösungsmitteln entzieht man die Alkaloide im ganzen mit etwa 800 g
ι prozentiger Salzsäure entweder unmittelbar oder nach erfolgtem Einengen im Vakuum.
Der Chloroform- und der Phenol-Chloroformauszug werden zweckmäßig im Vakuum vor
dem Behandeln mit Salzsäure völlig abgedunstet ; man erhält so eine saure Alkaloidlösung
(A).
Der mit der Sodalösung erhaltene Niederschlag besteht der Hauptsache nach aus Alkaloiden,
enthält aber doch noch Harze, die durch folgendes Reinigungsverfahren entfernt
ίο werden Man mischt den Niederschlag mit Asbestflocken, Sägespänen o. dgl. und extrahiert
die Masse im Soxhlet-Apparat mit I1Z21
95 prozentigern Alkohol während 3 bis 4. Stunden,
oder aber so lange, bis eine Probe des abfließenden Extraktes beim Verdunsten keinen
Alkaloidrückstand mehr hinterläßt. Bei dieser Behandlung gehen sämtliche Alkaloide in Lösung,
während die Unreinigkeiten im Rückstand bleiben. Nach dem Abdestillieren des Alkohols werden die zurückbleibenden Alkaloide
in der oben erwähnten sauren Alkaloidlösung (A) gelöst, worauf man die Lösung im Vakuum
zur Trockne bringt. Die Ausbeute beträgt im Durchschnitt 90 g.
Das nach dem vorstehenden Verfahren erhaltene Präparat stellt ein hellgelbliches
Kristallpulver dar, das sich sehr leicht in warmem Wasser und ziemlich leicht in kaltem
Wasser löst zu einer auf empfindliches Lackmuspapier schwach sauer reagierenden, bräunlichen
Flüssigkeit. Völlige Lösung tritt 'in der Wärme auch mit Methylalkohol (1: 2o)>
Äthylalkohol (1: 50), ferner mit Eisessig ein; in Benzin ist das Kristallpulver fast unlöslich.
Gegen einige der gebräuchlichen Alkaloidreagenzien verhält sich das Präparat wie folgt:
Das Präparat löst sich ferner in konz. Schwefelsäure unter Salzsäureentwickelung mit
rotbrauner Farbe, die beim Erwärmen in schmutzigviolett übergeht; mit konz. Salpetersäure
von 1,40 spezifischem Gewicht ent-
| Reagens | Niederschlag |
| Mayer | voluminös, gelblich |
| weiß, | |
| Bouchardat | kermesfarben, |
| Pikrinsäure | kanariengelb, |
| Phosphorwolfram | voluminös, hellgelb |
| säure | braun. |
steht eine rotbraune Färbung, die beim Erwärmen in goldgelb umschlägt. Mit Erdmannschem
Reagens entsteht eine ockerbraune Farbe; mit Fröhdeschem Reagens entsteht eine
violette Färbung. Schlippesches Salz erzeugt in Lösungen des Präparats einen dichten gelbbraunen
Niederschlag, Rhodankalium eine Trübung, die sich zu braunen Flocken zusammenballt.
Wird ι g der Substanz in 10 g Wasser gelöst, die Lösung mit Natronlauge
bis zur phenolphtaleinalkalischen Reaktion versetzt, vom Niederschlag abfiltriert, das Filtrat
genau mit Salzsäure neutralisiert, so fällt ein hellgrauer Niederschlag aus, der mit dem
Fröhdeschen Reagens schöne violette Färbung zeigt (Morphium). Versetzt man eine wäßrige
Lösung ι : 10 der Substanz mit Natriumacetat,
so entsteht eine Fällung (Narcotin und Papaverin), und die vom Niederschlag abfiltrierte
Lösung gibt mit salicylsaurem Natrium einen Niederschlag, der sich mit konz. Schwefelsäure
blutrot färbt (Thebain). Beim Versetzen der wäßrigen Lösung 1 : 10 mit Silbernitratlösung
entsteht eine weiße käsige Fällung, die sich in überschüssigem Ammoniak wieder löst
(Chlorsilber); beim Veraschen der Substanz hinterbleiben höchstens Spuren eines unverbrennlichen
Rückstandes.
In diesem Verfahren kann die Salzsäure auch durch andere Säuren ersetzt werden, doch
bieten die erhaltenen Endprodukte keinen Vorteil vor den Alkaloidchlorhydraten. ·
Claims (1)
- Pa te nt-Ans PRUCH:Verfahren zur Darstellung von die Gesamtalkaloide des Opiums in leicht lös-Iieher und auch zu subkutaner Injektion geeigneter Form enthaltenden Präparaten, dadurch gekennzeichnet, daß man einen wäßrigsauren Opiumextrakt mit Alkalien ausfällt, die von dem Niederschlage getrennte alkalische Fällungslauge mit organischen Lösungsmitteln ausschüttelt, der Lösung die Alkaloide durch Ausschütteln mit wasserlösliche Salze gebenden Säuren entzieht, in der sauren Alkaloidlösung die durch Alkalien gefällten Alkaloide nach vor auf gegangen er Reinigung löst und die Lösung zur Trockne bringt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE229905C true DE229905C (de) |
Family
ID=490167
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT229905D Active DE229905C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE229905C (de) |
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