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Flüssigkeitskolbenmesser mit selbsttätiger Umsteuerung Bei selbsttätig
umschaltenden `Kolbenmeßvorrichtungen ist es, insbesondere bei Betrieb mit motorisch
geförderter Flüssigkeit, wichtig, durch einfache Handgriffe die Unterbrechung des
Zapfvorganges während eines Kolbenhubes so vorzubereiten, daß die Stillsetzung des
Messers genau beim Ende eines Kolbenhubes ausgelöst wird.
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Wollte man nun die Aufgabe so lösen, daß, sobald eine *Zapfung beendigt
wird, in dem Augenblick, in welchem der Meßkolben sein Hubende erreicht, die Schließung
eines Absperrventils in der Flüssigkeitszufübxungsleitung ausgelöst wird, so würde
die genaue Einhaltung des richtigen Zeitpunktes mit großen Schwierigkeiten verbunden
sein. Es sind nun beispielsweise- bei selbsttätig umschaltenden Zwillingsmeßgeräten
schon selbsttätig einfallende Absperrvorrichtungen bekanntgeworden, bei denen aber
die sehr genaue Abschließung des Ventils in dem Augenblick, in dem ein Meßgerät
gefüllt ist, nicht Bedingung ist; weil es nichts schadet, wenn noch eine Umschaltung
zustande kommt und als deren Folge in das jetzt auf Füllung geschaltete Meßgefäß
noch ein wenig Flüssigkeit eindringt. Bei Kolbenmeßgeräten kann, dieses deshalb
nicht in Kauf genommen werden, weil, wenn die Absperrung nicht absolut genau in
dem Kolbentotpunkt erfolgt, sofort der Kolben wieder aus seiner Endstellung herausgeht
und somit die Messung ungenau unterbrochen wird.
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Es ist daher bei selbsttätig umschaltenden Kolbenmeßvorrichtungen
wesentlich vorteilhafter, sobald man die Zapfung beendigen will, den Umsteuerschieber
in seiner Lage festzuhalten, weil dadurch am sichersten die Wiederherausbewegung
des Kolbens aus seiner Endstellung verhindert wird. Dabei. ist aber die Aufgabe
zu lösen, die Beaufschlagung des festgehaltenen Schiebers mit hohem Druck zu verhindern,
weil andernfalls durch die unvermeidlichen Undichtheiten des Schiebers, welcher
sehr leichtgängig sein muß, ein gewisser schleichender Flüssigkeitsdurchgang erzielbar
ist, der als unkontrollierte Flüssigkeitsentnahme besonders dann gut ausgenutzt
werden kann, wenn es sich @um eine 'motorische Flüssigkeitsförderung handelt, denn
auch der Wert der nur in einem ganz dünnen Faden entnommenen Flüssigkeit ist größer
-als der des verbrauchten Antriebsstromes für den Motor.
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Nach der vorliegenden Erfindung wird nun für Flüssigkeitskolberimesser
mit selbsttätiger Umsteuerung, bei dem die Kolbenstange mit Anschlägen versehen
ist, die einen Winkelhebet
mitnehmen, dessen Nocken mit einem unter
dem Einfiuß einer Feder stehenden Hebel so zusammenwirkt, daß beim überschreiten
der Nockenspitze die selbsttätige Fortschaltung des Winkelhebels und somit die Umschaltung
des Steuerschiebers ausgelöst wird, bei denen die umschaltende Bewegung des unter
Federwirkung stehenden Hebels von der Freigabe einer ihn festhaltenden, beispielsweise
als Klinke ausgebildeten Sperrvorrichtung abhängig gemacht ist, nach Patent 595
335, Anspruch 2, diese Aufgabe dadurch gelöst, daß als primäres Mittel zur Unterbrechung
des Zapfv organges. die EinIefung der Festhaltung des Steuerschiebers und als sekundäres
Mittel zur Verhinderung des Schlupfdurchganges durch "den festgehaltenen Steuerschieber
auch noch die Auslösung eines Absperrventils vorgesehen wird, und zwar indem die
mit dem unter dem Einfluß einer Feder die Umschaltung bewirkenden Hebel verbundene,
als Klinke ausgebildete Sperrvorrichtung einrückbar eingerichtet ist, nach der Einrückung
zunächst wirkungslos bleibt, bis sie, bei. Beendigung eines Kolbenhubes in den Gegenarm
einer Sperrk 'linke ei#,nfaR:end, diesen mitnimmt, so daß die Sperrklinke das Vorschieben
eines von ihr ursprünglich festgehaltenen Bundes unter dem Einfluß einer Feder freigibt
und durch den Bund dann selbst festgehalten wird und somit die Auswirkung der Schaltfeder
im Sinne einer Umschaltung dauernd verhindert. Hierbei ist vorteilhaft der mit der
Klinke zusammenwirkende Bund mit einem Absperrventil verbunden, das sich schließt,
sobald der Steuerschieber an der Umsteuerung verhindert wird.
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Die Erfindung ist in den Fig. i und 2 im senkrechten Querschnitt dargestellt,
von denen Fig. i sich auf die in Betrieb befindliche Einrichtung bezieht, während
Pig. 2 die. Stoppstellung -wiedergibt. Der Kolben i ht eine Kolbenstange 2 mit Anschlägen
3 und 4, die auf einen Nockenhebel5 einwirken, der mit einem Nockenhebel 6 mit Feder
7 zusammenwirkt und die Umsteuerung des Schiebers 8 bewirkt, sobald die Spitzen
der Nocken der Hebel s und 6 einander überschreiten. Der durch die Feder 7 belastete
Nockenhebel 6 hat einen Gegenarm 9, der mit einer als Klinke i ö ausgebildeten Sperrvorrichtung
gelenkig verbunden ist, die eine Aussparung 12 hat. Diese wirkt mit dem unter dem
Einfuß einer Feder 13 stehenden Gegenarm 14 einer Sperrklinke 15-zusammen, die ihrerseits
mit dem Bund 16 der Spindel 17 des unter dem Einfluß einer Feder 18 stehenden selbsttätigen
Ventils ig zusammenwirkt. Auf die Klinke i o wirkt der Gegenarm 2o des Handhebels
2i ein, dessen Nokken 22 mit dem Kopf 23 der Spindel 17 zusammenwirkt und der unter
dem Einfluß einer Feder 24 steht und einen Raster 25 hat, der mit einer Rast 26
des Segments #? 7 zur sammenwirkt, an welchem die Feder 24 befestigt ist. Das selbsttätige
Ventil i9 ist in die Flüssigkeitseintrittsleitung 30 eingebaut, könnte aber
ebensogut auch in die Flüssigkeitsaustrittsleitung 3 i eingebaut sein:.
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In der in Fig. i -wiedergegebenen Stellung ist der Handhebel 2 i abwärts
gedrückt und der Raster 25 in die Rast 26 eingefallen, so daß sich der Handhe'be121
nicht unter dem Einfluß der Feder 24 nach oben zurückbewegen kann. In dieser Stellung
hält der Gegenarm 2o des Handhebels 2 1 die Klinke io angehoben, so daß die Aussparung
12 beim Hinundhergehen den Gegenarm 14 der Sperrklinke 15 nicht betätigen kann.
Die Sperrklinke 15 wird durch die Feder 13 in der Stellung gehalten, in welcher
sie den Bund 16 festhält, so _ daß sich das Flüssigkeitsventil 19 nicht unter tlem
Einfuß der Feder 18 schließen kann. Infolgedessen strömt die Flüssigkeit dauernd
dem Meßapparat zu, dessen Kolben hin und her geht; -wobei jeweils am Hubende selbsttätig
die Umsteuerung erfolgt. Soll nun eine Zapfung unterbrochen werden, so braucht nur
durch Lösen des Rasters 2 5 die Rückholung des Handhebels 21 durch die Feder 24
freigegeben zu werden, wobei sich der Gegenarm 2o des Hebels 2 i senkt und nunmehr
die Klinke io auf den Gegenarm 14 der Sperrklinke 15 gleiten läßt, bis die Aussparung
i2 einfällt und -dadurch der Gegenarm 14. mitgenommen wird gegen die Kraft seiner
Feder 13, so daß die Sperrklinke 15 den Bund 16 freigibt, -vorauf jetzt das Ventil
19 unter dein Einfluß der Feder 18 geschlossen wird. Dadurch, daß der Bund 16 auch
in seiner gehobenen Stellung die Klinke 15 festhält, wird die Zurückbewegung auch
der Klinke 1o verhindert, so daß der unter dem Einfluß der Feder 7 stehende Nockenhebel
16 seine den Schieber 8 umsteuernde Bewegung nicht ausführen kann, wie @es in Fig.
2 dargestellt ist. Die Freigabe der Rast zwecks -Rückführung des HeheIS 21 in seine
obere Stellung kann zu einem beliebigen Zeitpunkt erfolgen, weil das Auslösen der
Absperrung des Ventils i 9 hierdurch zunächst noch nicht bewirkt wird. Diese erfolgt
vielmehr erst in dem Augenblick; in welchem der Kolben i sein Hubende erreicht hat,
weil erst in diesem Zustand durch Anheben des Nockenhebels 6 die Klinke io auf .den
Gegenarm 14 der Sperrklinke 15 so eingewirkt hat, daß diese den Bund 16 freigibt.
Durch dieses Zusammenwirken ist erreicht, daß die Zapfunterbrechung -genau bei Beendigung
eines Hubes des Kolbens i zustande kommt.
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Wenn die Einrichtung so abgestimmt ist, daß eine öfnung des -Ventils
i 9 durch unvollständige Abwärtsbewegung des - Hand-.
hebels 21
ohne gleichzeitige Freigabe der Umschaltung durch Ausheben der Klinke io aus dem
Eingriff in' den Gegenarm 14 der Sperrklinke 15 möglich ist, so besteht der Nachbeil,
daß dann der volle Flüssigkeitsdruck auf den nicht umgesteuerten:Schieber 8 wirkt
und dann durch dessen unvermeidbare kleine Undichtheit Flüssigkeit schleichend und
ungemessen hindurchtritt. Um diese' Schlupfzapfung zu verhindern, wird zweckmäßigerweise
die Spindel 17 des selbsttätigen Ventils i 9 so weit gekürzt, daß auf ihren Kopf
23 der Anschlag 22 des Handhebels 21 erst auftrifft, nachdem durch den sich hebenden
Gegenarm 2o die Klinke i o so weit angehoben ist, daß sie nicht mehr vom Gegenarm
14 der ,Sperrklinke 15 festgehalten wird, also die Umschaltung des Schiebers 8 freigibt.