DE605397C - Verfahren zur Behandlung und Lagerung von ungefaerbtem Chromleder - Google Patents

Verfahren zur Behandlung und Lagerung von ungefaerbtem Chromleder

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DE605397C
DE605397C DEB159879D DEB0159879D DE605397C DE 605397 C DE605397 C DE 605397C DE B159879 D DEB159879 D DE B159879D DE B0159879 D DEB0159879 D DE B0159879D DE 605397 C DE605397 C DE 605397C
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C9/00Impregnating leather for preserving, waterproofing, making resistant to heat or similar purposes

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Behandlung und Lagerung vön ungefärbtem Chromleder Die Herstellung von farbigem Chromleder wird im allgemeinen vom Einweichen der Haut bis zum verkaufsfertigen Leder in einem Arbeitsgang durchgeführt, wozu etwa 3 Wochen erforderlich sind. Es ist nicht ohne weiteres möglich, diesen Arbeitsgang ohne empfindliche Schädigung für das Endergebnis zu unterbrechen. So kann man z. B. die ungefärbten Leder nicht einfach trocknen, um sie dann später wieder einzuweichen und in den verlangten Farben auszufärben. Es ist zwar vorgeschlagen worden, die Leder durch Behandeln mit Aceton in den Zustand zurückzuführen, den sie vor der Trocknung hatten. Hierzu wurden auch Phosphorsäureester und deren Salze benutzt. In beiden Fällen ließ sich jedoch feststellen, daß das Leder seinen Charakter völlig verloren hatte, daß es sich nicht mehr gleichmäßig anfeuchten ließ, woraus sich naturgemäß ungleichmäßige Färbungen ergaben.
  • Ein Verfahren, ungefärbte Chromleder nach der Gerbung aufzubewahren und nach Eingang der Aufträge zu färben, bedeutete einen großen Vorteil und würde eine erhebliche Verkürzung der Lieferfristen ermöglichen; an Stelle der für eine völlige Gerbung und gleich darauffolgende Färbung erforderlichen Zeit von etwa 3 Wochen würden die Leder in wenigen Tagen in jeder verlangten Farbe völlig zugerichtet lieferbar, und das kostspielige Halten eines großen Lagerbestandes in den verschiedensten Farben würde damit unnötig.
  • Ein praktisch zufriedenstellendes Verfahren zur Behandlung von Chromleder, Erhaltung seines Charakters sowie eines für die nachfolgende Färbung geeigneten Zustandes während der Trockenlagerung ist bisher nicht bekannt geworden. Man hat hierzu eine Behandlung mit Chlorcalcium und Magnesiumchlorid in Konzentrationen von zo bis 30°/o vorgeschlagen; hierdurch tritt aber eine nicht wieder aufhebbare Schrumpfung des Leders beimTrocknen, eine Härtung infolge irreversibler Veränderungen des Narbens ein, so daß in dieser Weise behandeltes Chromleder seinen Charakter verloren hat; außerdem läßt es sich nicht mehr in einen zur Färbung geeigneten Zustand überführen.
  • Ebensowenig gelingt dies bei Chromledern, die man mit Kohlehydraten, Glycerin, Fetten, Türkischrotöl, Sulfosäuren und deren Salzen, gegebenenfalls unter Zusatz von Lösungsmitteln, behandelt hat, um die Leder vor dem völligen Austrocknen zu bewahren. Offenbar hat sich auch bei dieser Behandlung das Leder und der Chromkomplex weitgehend verändert, so daß eine mustergetreue Färbung auf diese Weise nicht mehr möglich war.
  • Es wurde nun gefunden, daß Chromleder durch Behandeln mit hochkonzentrierten Lösungen anorganischer Salze hoher Wasserlöslichkeit, z. B. Magnesiumchlorid, Calciumchlorid, beispielsweise einer 7o°/oigen Lösung, und nachfolgender Trocknung seinen Charakter nicht verliert und sich in einem zur späteren Färbung geeigneten Zustand selbst bei langer Lagerdauer erhalten läßt ; durch Wiedereinweichen in Wasser, gegebenenfalls unter Zusatz ebensolcher Neutralsalze oder mit Neutralsalzen gepufferten Säuren, z. B. Kochsalz und Salzsäure, zweckmäßig unter nachfolgendem Spülen, wird das Leder ohne jede Schädigung,. Schrumpfung, Qualitätsänderung u. dgl. in den Zustand zurückgeführt, den es vor der Behandlung mit Salzen hatte. Die Wirkung dieses neuen Verfahrens beruht darauf, daß neben der Ausfüllung der Kapillaren eine genügende Menge Feuchtigkeit beim Trockenlagern zurückgehalten wird, die das Leder, insbesondere den Narben, vor tiefgreifenden Veränderungen schützt (Verleimung u. dgl.). Dieser Feuchtigkeitsgehalt bleibt bei hohen Salzmengen immer derselbe.
  • Während bei anderen bekannten Verfahren oft ein tagelanges Auf-walken unter Zusatz von Netzmitteln u. dgl. erforderlich ist, damit das Leder überhaupt wieder Wasser aufnimmt, ist dies alles bei dem vorliegenden Verfahren nicht nötig; das Wiedereinweichen geschieht in wenigen Stunden. Wenn es auch bei den bekannten Verfahren durch langes Aufwalken schließlich gelingt, eine Anfärbung des Narbens zu bewerkstelligen, ist eine gleichmäßige Färbung hierbei nicht möglich; auch zeigt das Leder infolge der starken mechanischen Bearbeitung Narbenschäden, losen Narben u. dgl.
  • Zur Ausführung des vorliegenden Verfahrens eignen sich insbesondere hochkonzentrierte, z. B. 7o°%ige Lösungen von Magnesiumchlorid und Calciumchlorid, gegebenenfalls unter Zusatz anderer Salze, wie Natriumacetat, Natriumformiat. Die Behandlung kann bei gewöhnlichen Temperaturen wie auch in der Wärme bis zu den bei der Färbung üblichen Temperaturen vorgenommen werden. Es ist zweckmäßig, das Trocknen der Leder langsam bei nicht zu hohen Temperaturen, also z. B. zwischen 3o bis 45', vorzunehmen. Beispiel ioo kg ausgegerbtes Chromleder, das nicht kochbeständig zu sein braucht, wird gefalzt und mit einer 7o°/oigen Lösung von Magnesiumchlorid bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur behandelt. Die Einwirkungsdauer richtet sich nach der Stärke des Leders. Sie beträgt im allgemeinen 2o bis 30 Minuten, kann aber auch ohne Schaden auf Stunden ausgedehnt werden. Das Leder wird nach dem Abtropfen auf dem Bock direkt getrocknet oder aber kurz abgespült und dann erst aufgetrocknet.
  • Das Wiedereinweichen geschieht in Wasser, zunächst ohne mechanische Bearbeitung, zweckmäßig bei erhöhter Temperatur, und erfordert je nach der Dicke des Leders längere oder kürzere Zeit, z. B. 3 bis 8 Stunden. Man kann hierbei gegebenenfalls anorganische oder organische Säuren und/oder Neutralsalze zusetzen, z. B. i°/, Salzsäure und 6°/o Kochsalz, auf Falzgewicht berechnet. Die Leder werden im bewegten Fasse zuletzt durch gründliches Spülen bei gleicher Temperatur von den Salzen befreit, gegebenenfalls in einer adstringenden Chrombrühe ausgegerbt, neutralisiert und in üblicher Weise gefärbt und zugerichtet. An Stelle von Magnesiumchlorid sind auch Mischungen von Magnesiumchlorid mit den vorstehend genannten Salzen verwendbar.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Behandlung und Lagerung von ungefärbtem Chromleder durch Behandeln mit Lösungen von anorganischen Salzen hoher Wasserlöslichkeit, insbesondere mit Magnesiumchlorid oder Calciumchlorid, dadurch gekennzeichnet, daß man die aus der Gerbung kommenden Leder mit hochkonzentrierten Lösungen dieser Salze behandelt und auftrocknet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die Leder, gegebenenfalls unter Zusatz von anorganischen Neutralsalzen oder anorganischen oder organischen Säuren, wieder einweicht.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Leder in mit Neutralsalzen gepufferten Säuren einweicht.
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