DE492664C - Verfahren zur Veredelung von Kunstseide, Stapelfaser und aus ihnen hergestellten Geweben - Google Patents

Verfahren zur Veredelung von Kunstseide, Stapelfaser und aus ihnen hergestellten Geweben

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DE492664C
DE492664C DEK73085D DEK0073085D DE492664C DE 492664 C DE492664 C DE 492664C DE K73085 D DEK73085 D DE K73085D DE K0073085 D DEK0073085 D DE K0073085D DE 492664 C DE492664 C DE 492664C
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    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M13/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with non-macromolecular organic compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
    • D06M13/10Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with non-macromolecular organic compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with compounds containing oxygen
    • D06M13/12Aldehydes; Ketones
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
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    • D06M13/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with non-macromolecular organic compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
    • D06M13/10Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with non-macromolecular organic compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with compounds containing oxygen
    • D06M13/12Aldehydes; Ketones

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)

Description

  • Verfahren zur Veredelung von Kunstseide, Stapelfaser und aus ihnen hergestellten Geweben Die verschiedenen Kunstseidearten haben den großen Nachteil gemeinsam, daß sie in angefeuchtetem Zustande einen großen Teil ihrer Festigkeit verlieren. Zur Beseitigung dieses Mangels ist von E s c h a 1 i e r vorgeschlagen worden, die erhärtende Wirkung von. Aldehyden, insbesondere Formaldehyd, nutzbar zu machen. E s c h a 1 i e r lehrt, daß mit Formaldehyd .nur dann befriedigende Ergebnisse @erzielt werden können, wenn man ihn unter ganz bestimmten und fest vorgeschriebenen Bedingungen auf Kunstseide einwirken läßt. Diese Bedingungen bestehen im wesentlichen darin, daß die Kunstseide mit Formaldehyd, welchem Säuren oder sonstige sauer reagierende oder wasserentziehende Stoffe zugesetzt sind, behandelt und wasserentziehenden Maßnahmen unterworfen wird, die z. B. darin bestehen, daß man die Kunstseidegebilde in einem geschlossenen, vorteilhaft luftleer gemachten Behälter, in welchem konzentrierte Schwefelsäure oder andere wasserentziehende Stoffe aufgestellt sind, längere Zeit auf Temperaturen vonetwa - 4.o bis 65° erwärmt. Es gelingt nach diesen Vorschriften, die Naßfestigkeit auf' den doppelten Betrag und mehr zu erhöhen. Dieser Vorteil wird aber durch eine Reihe sehr schwerwiegender Nachteile wieder aufgehoben. Mit zunehmender Erhöhung der Naßfestigkeit vermindert sich nämlich die Färbbarkeit, Dehnbarkeit, Geschmeidigkeit und Schnittfestigkeit der Kunstseide in beträchtlichem und fortschreitendem Maße. Es entsteht für die technische Durchführung des Verfahrens hierdurch die schwierige Aufgabe, den Vorgang jedesmal im richtigen Zeitpunkt zu unterbrechen, in welchem einerseits die Naßfestigkeit genügend erhöht, anderseits die Schnittfestigkeit, Färbbarkeit und Dehnbarkeit noch nicht zu sehr vermindert worden ist. Diese erzwungene Einhaltung einer mittleren Linie hat naturgemäß oft zur Folge, da.ß entweder die Verfestigung noch nicht genügend weit vorgeschritten oder daß die Kunstseidegebilde infolge von Brüchigkeit usw. bereits unbrauchbar geworden sind. Schon aus diesem Grunde entbehrt das Verfahren einer ausreichenden Sicherheit und Zuverlässigkeit, vielmehr ist ein stets erneutes Probieren und ein Neueinstellen der Arbeitsbedingungen, und zwar auch bei Kunstseiden gleicher Herstellungsart, ;nötig.
  • Untersuchungen des Erfinders haben ergeben, daß man durch Verzicht auf die Zugabe von Säuren oder wasserentziehenden. Stoffen und durch Verzicht auf die Anwendung von Vakuum oder anderen wasserentziehenden Maßnahmen das Verfestigungsverfahren von E s c h a 1 i e r vereinfachen und verbessern kann, wenn man Kunstseidegebilde mit Aldehyden, insbesondere wäßrigen Lösungen oder Dämpfen von Formaldehyd, behandelt und ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen erhitzt, z. B. auf Temperaturen von 9o bis 16o°. Schon dieses einfache Verfahren zeigt den Vorteil größerer Sicherheit und Zuverlässig keit und größerer Unabhängigkeit von der Herstellungsart und Beschaffenheit der verschiedenen Kunstseidesorten.
  • Es wurde ferner gefunden, und dies ist Gegenstand der Erfindung, daß noch bessere Ergebnisse erzielt werden, wenn man die Verfestigung mit Hilfe von Aldehyden in Gegenwart von Basen vor sich gehen läßt. Als Basen können z. B. hOH, NaOH, Ca(OH)2, Sr(OH)2, Ba(OH)2 oder Mg(OH)2 Anwendung finden. Ebenso. geeignet wie freie Basen sind, wie gefunden wurde, Salze, welche gegenüber den üblichen Indikatoren alkalisch re%ieren, ferner ganz allgemein sämtliche Salze, denen basischer Betandteil eine stärkere Base ist als die Säure, welche den sauren Bestandteil des Salzes bildet.
  • Als Beispiele für solche Salze seien ausgeführt: Alkali-, Erdalkali- und Magnesiumsalze der Essigsäure, Ameisensäure, Milchsäure, Oxalsäure, Weinsäure, Zitronensäure, die Alkali- und Ammonsalze der Kohlensäure, Borsäure und des Schwefelwasserstoffs, Alkaliphosphate, Alkalisulfite, AlkaUsidkate, Alkalialuminate und Alkalioleatie.
  • Es wurde schließlich weiterhin gefunden, daß einige Ammonsalze, nämlich Ammonsalze von Säuren, welche schwächer sind als Dichloressigsäure und stärker als Essigsäure, sich als gut brauchbar erweien, obwohl das Ammoniakeine etwas schwächere Base ist als die betreffenden Säuren.
  • Bei Salzen mehrbasischer Säuren entscheidet über die Stärke der Säure das schwächste Wasserstoffatom, welches durch die Base noch erbgesättigt ist. Die Löslichkeit der anwendbaren Stoffe kann. in weiten Grenven schwanken, es können selbst sehr schwer lösliche Stoffe, wie z. B. Calciumtriphosphat, mit Erfolg angewendet werden. An Stelle einer Base oder eines der in Betracht kommenden Salze können in, gegebenen. Fällen auch mehrere Basen oder mehrere dieser Salze oder auch Basen und Salze verwendet werden.
  • Bei Verwendung von Atzalkalien oder stark basischen Salzen sind Konzentrationen, welche bei der Hocherhitzung zu Schädigungen der Fäden Veranlassung geben können, z. B. Ätzalkaligehalte von r % und mehr, zu vermeiden.
  • Das Verfahren wird z. B. in der Weise ausgeführt, daß man die fertigen Kuns.tseidegebilde mit obigen Stoffen bzw. Lösungen. oder Aufschwemmungen obiger ' Stoffe tränkt, wobei die Dauer der Tränkung zwischen wenigen Minuten und vielen Tagen liegen kann. Die so durchtränkte Kunstseide wird hierauf der Aldehydbehandlung unterworfen, indem man sie, gegebenenfalls nach Waschen mit Wasser, zunächst in ein Bad von Aldehyd, insbesondere wäßrigen Lösungen von @Formaldehyd, für einige Zeit bringt und anschließend erhitzt, oder indem man sie, gegebenenfalls nach Waschen mit -Wasser, der Einwirkung von Formaldehyddämpfen, vorteilhaft unter"leicliz.ei;tiäemE.rhitzon, aussetzt. Ebers-) gute Exgebn@sise wenden erzielt, wenn man die Kunstseide zuerst in ein Bad von Aldehyd, insbesondere wäßrigen Formaldehydlösungen, bringt und sie anschließend in ein Bad von Basen oder von Lösungen oder Aufschwenimungen solcher Basen oder der oben gekennzeichneten Salze bringt, oder wenn man diese Basen oder Salze in dem Aldehydbad auflöst oder aufschwemmt, also nur seine einmalige Tränkung vornimmt. Der Gehalt der Bäder an Formaldehyd und Zusätzen kann in weiten Grenzen schwanken.
  • Die so vorbehandelte Kunstseide wird nach Entfernung eines etwaigen. Überschusses der Tränkungsflüssigkeiten ohne besondere Vorsichtsmaßnahme erhitzt. Dieses Erhitzen kann in inerten Gasen, wie Wasserstoff oder Stickstoff, vorgenommen werden; diese Maßnahme ist jedoch nicht erforderlich. Wasserdampf braucht ;ebensowenig wie die während des Erhitzers sich entwickelnden Dämpfe des Formaldehyds oder der Zusätze durch besondere Maßnahmen oder Chemikalien entfernt zu werden. Das Erhitzen wird vorteilhaft bei Temperaturen von rao bis 17o°, z. B. von 15 o°, vorgenommen. Die Verfestigung ist dann in wenigen Stunden beendet. Die Kunstseidegebilde werden hierauf gewaschen und in üblicher Weise fertiggestellt.
  • Das Verfahren kann auch so ausgeführt werden, dal3 man die Aldehyde, insbesondere Formaldehyd, die vorhin gekennzeichneten Basen oder Salze oder die Aldehyde und diese Salze oder Basen der Kunstseide bereits wähnend ihrer Herstellung in beliebiger Weise ,einverleibt, oder daß man den das Fällbad verlassenden, noch urgetrockneten Kunstseidefaden durch ein Bad von Aldehyden oder ein Bad von Basen oder von oben gekennzeichneten Salzen oder ein Bad, welches Aldehyd und Basen oder jene Salze enthält, führt.
  • Bei dem Arbeiten nach vorliegendem Verfahren. wird eine Erhöhung der NaSfestigkeit, und zwar im Gegensatz zu dem bekannten Verfahren. von E s c h a 1 i e r , mit großer Sicherheit ohne Schädigung des Glanzes erzielt. Die Färbbarkeit war bei den nach deni Eschaherschen Verfahren verfestigten Kunstseidegebilden stets sehr geschwächt und oft so weit gesunken, daß die Kunstseidegebilde praktisch unfärbbar geworden waren, wenn nicht besondere Nachbehandlungen, welche die Verfestigung meist wieder weitgehend rückgängig machen, angeschlossen wurden. Dagegen wird gemäß vorliegender Erfindung hei richtiger, der jeweiligen Eigenart der Ausgangsseide angepaßter rührung des Prozesses die Anfärbbarkeit nur verhältnismäßig wenig vermindert. Auch die Gleichmäßigkeit der Färbung ist eine bessere als beim Eschalier-Verfahren. Während ferner bei dem Eschalier-Verfahren die Dehnbarkeit der verfestigten Fäden, besonders in nassem Zustande, starke Einbuße ;erleidet, und zwar häufig bis auf wenige Prozente der ursprünglichen, ermöglicht vorliegende Erfindung eine Verfestigung unter wesentlich geringerer Verminderung der Dehnbarkeit. Die Schnittfestigkeit. welche bei dem Stenosierverfahren mitunter so stark abnimmt, daß die Gebilde vollkommen -brüchig werden, ist bei den nach vorliegendem Verfahren arhaItenen Kunstseidegebilden ebensogut wiebeiunbehandellerKunstseide. Alles in allem genommen, bietet vorliegende Erfindung den Vorteil, daß bei richtiger Führung des Prozesses unter Anpassung des Verfahrens an die jeweils zu behandelnde Kunstseidesorte mit Bezug auf Erhitzungstemperatur Erhitzungsdauer usw., die Herstellung verfestigter Produkte ermöglicht ist, deren Weichheit, Färb.barkeit und Dehnbarkeit j praktisch nicht oder doch nicht wesentlich I vermindert ist. Die Vorzüge des Verfahrens zeigen sich bei Anwendung auf . Nitro- wie Viskoseseide und Glanzstoff.
  • Beispiele i. Kunstseide, Stapelfaser oder aus ihnen hergestellte Gewebe werden mit q.oprozenti.-@gem wäßrigem Formaldehyd, in welchem 1/l0 oo NaOH aufgelöst sind, 2o Stunden. lang getränkt. Hierauf wird die überschüssige Tränkungsflüssigkeit abgepreßt oder abgeschleudert und die Kunstseide in einem"Raum, welcher mit überschüssigem Dampf geheizt wird, i bis 5 Stunden lang auf 14o bis i 5o' erhitzt. Die Kunstseidegebilde werden hierauf mit Wasser gewaschen und in bekannter Weise fertiggestellt.
  • 2. Kunstseide wird mit 2oprozentigem wäßrigem. Formaldehyd, in welchem i bis 2 (),o Calciumlaktat oder o, i bis o,5 ofo Kaliumformiat oder o, i bis i % Natriumoxalat aufgelöst sind, einige Minuten getränkt und hierauf wie unter i weiterbehandelt.
  • 3. Kunstseide wird mit 35prozentigem wäßri`t;em Formaldehyd, in welchem o.3 0% Ammoriformiat aufgelöst ist, i Stunde lang getränkt. 2o Stunden an der Luft trocknen gelassen und dann wie unser i weiterbehandelt.
  • Durch das ältere Patent 382 o86 des Erfinders ist ein Verfahren geschützt, gemäß welchem Kunstseide u. dgl. mit Ammoniak und ähnlichen-, d. h. also ebenfalls flüchjgen alkalischen Stoffen, als welche z. B. Methylamin .oder Trimethylamiri in Frage kommen, behandelt wird. Diese Arbeitsweise wird von corlic#Kender Erfindung nicht umfaßt.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Veredelung vonKunstseide, Stapelfaser und aus ihnen hergestellten Geweben mit Hilfe von Aldehyden, insbesondere Formaldehyd, dadurch gekennzeichnet, daß man sie mit Aldehyd, insbesondere wäßrigen Lösungen oder Dämpfen von Formaldehyd, und außerdem mit anorganischen oder organischen Basen unter Ausschluß von Ammoniak und ähnlichen flüchtigen, alkalischen Stoffen gleichzeitig oder aufeinanderfolgend behandelt und auf Temperaturen von i2o bis 17o° erhitzt.
  2. 2. Weitere Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet. daß an Stelle oder neben Basen Salze, deren basischer Bestandteil stärker ist als ihr saurer, verwendet werden. j. , A usfü ' hrungsform des Verfahrens nach den Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Ammonsalze von Säuren verwendet werden, welche stärker als Essigsäure und schwächer als Dichlore,ssi,gsäure sind. Weitere Ausbildung des Verfahrens nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Aldehyde, insbesondere Formaldehyd, oder die Zusatzstoffe nach Ansprüchen i bis 3 oder die Aldehyde und die Zusatzstoffe bereits während der Herstellung der Kunstseide ihr einverleibt, z. B. derart, daß man sie den Spinnlösungen oder den Fällbädern oder auch beiden zusetzt, oder dadurch, daß man den das Fällbad verlassenden Faden anschließend durch ein Bad obiger Zusatzstoffe oder ein Bad, welches diese Zusatzstoffe und Aldehyd enthält, führt.
DEK73085D 1920-05-19 1920-05-19 Verfahren zur Veredelung von Kunstseide, Stapelfaser und aus ihnen hergestellten Geweben Expired DE492664C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE907287C (de) * 1933-08-19 1954-03-22 Basf Ag Verfahren zum Veredeln von Textilien

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE907287C (de) * 1933-08-19 1954-03-22 Basf Ag Verfahren zum Veredeln von Textilien

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