DE659116C - Verfahren zum Veredeln von Wollfasern - Google Patents

Verfahren zum Veredeln von Wollfasern

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DE659116C
DE659116C DEB161525D DEB0161525D DE659116C DE 659116 C DE659116 C DE 659116C DE B161525 D DEB161525 D DE B161525D DE B0161525 D DEB0161525 D DE B0161525D DE 659116 C DE659116 C DE 659116C
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Germany
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formaldehyde
wool
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fiber
wool fibers
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Boehme Fettchemie GmbH
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Boehme Fettchemie GmbH
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M13/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with non-macromolecular organic compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
    • D06M13/10Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with non-macromolecular organic compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with compounds containing oxygen
    • D06M13/12Aldehydes; Ketones
    • D06M13/127Mono-aldehydes, e.g. formaldehyde; Monoketones

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description

  • Verfahren zum Veredeln von Wollfasern Es ist bekannt, Wolle mit Formaldehyd zu behandeln, um ihreWiderstandsfähigkeit gegen mechanische Einflüsse zu erhöhen. Dieses Verfahren hat sich jedoch kaum in der Technik einzuführen Ivermocht, weil einerseits das Formaldehyd leicht zur Polymerisation neigt, wodurch seine Wirkung verlorengeht, und andererseits die gehärtete Faser ihre Elastizität verliert.
  • Es wurde nun gefunden, daß sich diese Nachteile vermeiden lassen, wenn man die Einwirkung des Formaldehyds in Gegenwart einer Säure und eines geeigneten Netzmittels vornimmt. Die meisten Netzmittel haben die Eigenschaft, die Quellung der Faser zu begünstigen und daäurch der Häitung derselben entgegenzuwirken. AngestellteVersuche haben nun das überraschende Ergebnis gezeigt, daß mit einer Säure auf einen pH-Wert von etwa 5 eingestellte hochsulfonierte Türkischrotöle nicht nur die Quellung verhindern, sondern sogar eine negative Wirkung in dieger Richtung ausüben. Außerdem besitzen sie die Eigenschaft, das Formaldehyd in wäßriger Lösung voll wirksam zu erhalten ttnd die Härtung so zu beeinflussen, daß nur die Oberfläche der Faser davon betroffen wird, wodurch die Elastizität der Faser trotz Erhöhung der Reißfestigkeit voll erhalten bleibt.
  • Das vorliegende Verfahren eignet sich vor allem auch für die Präparation von Kunstwolle, da durch die Steigerung der Reißfestigkeit die Färbung und -#Ierarbeitung dieses Materials einwandfrei vonstatten geht.
  • Auf diese Weise behandelte Wolle zeigt nicht nur eine erhebliche Steigerung der Reißfestigkeit, ohne daß die Faser ihre Elastizität und Weichheit einbüßt, sondern auch erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen bakteriologischchemischeEinflüsse,wieFäulniserreger. Diese Eigenschafted sind besonders wichtig für die Haltbarmachung -der Filztücher für Papiermaschinen, da diese als Träger der feuchten Papiermasse neben der starken mechanischen Beanspruchung auch balzteriologisch-chemischen Einflüssen in stärkstem Maße ausgesetzt sind.
  • Beispiel Zur Präparation der Papiermaschinenfilze werden Wolltücher bei einem Flottenverhältnis i : 5o und einem Gehalt der Flotte im Liter von 5 9 einer Mischung, welche sich aus 75 Gewichtsteilen eines neutralen hochsulfonierten Türkischrotöles, 4o Gewichtsteilen einer 40 vOlumprozentigen Formaldehydlösung und io Gewichtsteilen einer 50 1/,igen Milchsäure zusammensetzt, 15 Minuten Ialig bei, 5o' behandelt. Die Lösung reagiert schwach sauer gegen Lackmus. Nach der Behandlung empfiehlt. es sich, kurz mit kaltem Wasser zu spülen. Nunmehr kann die Wollfaser auch alkalisch behandelt werden, ohne daß eine Schädigung der Faser zu befürchten ist.
  • Bisher wurden diese Papiermaschinenfilze in der Regel mit Chinon imprägniert. Die Ouellung, die mit der Verringerung der Reiß-#e'stigkeit parallel läuft, ist jedoch bei den nach diesem Verfahren präparierten Tüchern bedeutend höher als bei den erfindungsgemäß i präparierten Filzen. Nachstehende Tabelle gewährt einen Überblick über die Quellung. der beiden so behandelten Stoffe nach Vera , -II schieden langem Lagern in Wasser. Die Quellungsversuche wurden nach der in der Kolloidzeitschrift 62, S. 2o7/:2 15 angegebenen W2i ode durchgeführt.
  • .I.P
    Gemäß Erfindung behandelt Mit Chinon behandelt
    A
    Zeit 0/0 QI zeit QI
    (o/' lineare Quellung) (0/0 lineare Quellung)
    3o Minuten ............. 8,o 3o Minuten ......... 15,1
    i Stunde . ............ 7,4 2. Stunden io Minuten -15,1
    15 Stunden ............. 5,5 3 - 20
    18 ..m .......... . 5,0 18 - ....... » .... io,6
    48 ............. 1,8 20 - ............ 14,1
    14 Tage ................. 16,5 14 Tage ............... 21,7
    Ferner ist ein Verfahren bekanntgeworden, Wolle mit Formaldehyd und Gerbsäure zu behandeln. DieGerbsäureübtjedocheineandere Funktion aus als die Säure des vorliegenden Verfahrens. Letztere bezweckt naAinlich, die Gerbwirkung des FOTInaldehydes so zu leiten, daß nur eine gleichmäßige Oberflächengerbung stattfindet, wodurch die Widerstandsfähigkeit der Wolle gegen äußere Einflüsse erzielt wird, ohne daß die Elastizität und Reißfestigkeit der Faser leidet, Wie dies jedoch bei stärker Tiefenwirkung der Fäll ist. Eine solche Tiefenwirkung tritt dann auf, wenn die Wolle stark gequollen ist. Um dies zu verhindern, muß die Wolle auf den isoelektrischen Punkt eingestellt werden. Dieses Ziel läßt sich erfindungsgemäß durch den Zusatz von Säuren erreichen, nicht dagegen durch die Mitverwendung von Gerbsäuren.
  • Die Gerbsäure selbst wirkt auf die Wollfaser ähnlich wie Formaldehyd, verbraucht sich während der Behandlung und kann daher auch nicht die Wolle auf den isoelektrischen Punkt einstellen und sie während der ganzen Behandlung in diesem Zustand erhalten.
  • Die überlegene Wirkung des vorliegenden Verfahrens gegenüber den bekannten geht aus den nachstehenden Reißversuchen hervor-Die einzelnen Wollstränge wurden für diese Zwecke einerseits erfindungsgemäß nach den Angaben des Beispieles, andererseits mit einer Flotte behandelt, die anstatt der 5 g/1 der erfindungsgemäßen Mischung im Liter iß cem einer 35 0/,igen Formaldehydlösung und 3,4 g Tannin enthält, die angewendete Formaldehydinenge ist in beiden Fällen die gleiche; oder mit 1,8 ccm Forinaldehyd 35/" ohne weiteren Zusatz oder mit 5,7 ccm, Formaldehyd 3501, ohne weiteren Zusatz. Mit diesen so behandelten Wollfasern wurden in nassem Zustand Reißversuche mit dem Schopper'schen Apparat bei 50 cm Einspannlänge, 5o % relativer Luftfeuchtigkeit bei einer Reißzeit von einer halben Minute durchgeführt.
    *WOIIWal7e Festigkeit D ehn-Ling
    Alkalische Rohware 230 47,0
    Erfindungsgemäß 241 45,5
    behandelt
    Mit der Formaldehyd- 220 44,3
    Tannin-Lösungbehandelt
    iß cem Formaldehyd ... 220 43,7
    5,6 ccm Formaldehyd .. 216 43,5
    Wie aus der Tabelle hervorgeht, steigt durch die Behandlung nach dem vorliegenden Verfahren bei den behandelten Wo#llfasern die Reißfestigkeit gegenüber der der Rohfaser an während durch Formaldehyd und Gerbstoff die Reißfestigkeit der Ware erheblich absinkt. Die Dehnung der Fasern geht nach der Be-, handlungder Wollfaser gemäß vorliegendem Verfahren bedeutend weniger zurück als nach den bisher üblichen Verfahren.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCII. Verfahren zum Veredeln von Wollfasern mit Formaldehydlösungen, dadurch gekennzeichnet, daß man das Fasergut mit einer hochsulfoniertes Türki.schrotöl enthaltenden, auf einen prWert von etwa 5 eingestelltenFormaldehydlösungbehandelt.
DEB161525D 1933-07-05 1933-07-05 Verfahren zum Veredeln von Wollfasern Expired DE659116C (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2427097A (en) * 1944-08-23 1947-09-09 Kamlet Jonas Shrinkproofing and feltproofing of keratinous textile fibers
DE753945C (de) * 1940-06-25 1952-11-17 Ig Farbenindustrie Ag Verfahren zum Veredeln von kuenstlichem Eiweissfasergut
DE956063C (de) * 1938-07-05 1957-01-10 Aeg Verfahren zur Verbesserung der dielektrischen Eigenschaften von Kunstseide-Faeden und -Folien fuer Drahtisolierungen

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DE753945C (de) * 1940-06-25 1952-11-17 Ig Farbenindustrie Ag Verfahren zum Veredeln von kuenstlichem Eiweissfasergut
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