DE587496C - Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Gerbstoffe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Gerbstoffe

Info

Publication number
DE587496C
DE587496C DE1930587496D DE587496DD DE587496C DE 587496 C DE587496 C DE 587496C DE 1930587496 D DE1930587496 D DE 1930587496D DE 587496D D DE587496D D DE 587496DD DE 587496 C DE587496 C DE 587496C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
urea
formaldehyde
production
tanning agents
water
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE1930587496D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Progil SARL
Original Assignee
Progil SARL
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Progil SARL filed Critical Progil SARL
Application granted granted Critical
Publication of DE587496C publication Critical patent/DE587496C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/18Chemical tanning by organic agents using polycondensation products or precursors thereof
    • C14C3/20Chemical tanning by organic agents using polycondensation products or precursors thereof sulfonated

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung künstlicher Gerbstoffe Es ist bekannt, in saurer Lösung gleichzeitig Harnstoff, Formaldehyd und die löslichen Einwirkungsprodukte konzentrierter Schwefelsäure auf Phenole oder die Kondensationsprodukte der Phenolsulfonsäuren mit Formaldehyd mit einem wasserunlöslichen Kondensationsprodukt aus Formaldehyd und Harnstoff zur Herstellung künstlicher Gerbstoffe aufeinander einwirken zu lassen (vgl. Patentschrift 493 795). Bei diesem Verfahren reagiert erst der Formaldehyd mit der Phenolsulfonsäure in bekannter Weise, wobei schon gerbende Stoffe erzeugt werden. Die weitere Kondensation mit dem unlöslichen Harnstoff.- Formaldehyd - Kondensationsprodukt findet in saurem Medium statt, und man erzeugt durch Erwärmen eine Lösung, die durch Zusatz von Alkalilauge wasserlöslich gemacht wird.
  • Vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Herstellung synthetischer Gerbstoffe unter Verwendung von Harnstoff in der Weise, daß man die wasserlöslichen Kondensationsprodukte des Harnstoffs und des Formaldehyds, die in alkalischer Lösung erhalten wurden, z. B. Dimethylolharnstoff, auf Phenol oder Kresofsulfonsäuren einwirken läßt, ohne daß dabei freier Formaldehyd mit diesen Sulfonsäuren reagiert. Man benutzt hierzu mehr als i bis zu 2 Mol Formaldehyd auf i Mol Harnstoff. Diese Einwirkungsprodukte sind vollständig verschieden von den Reaktionsprodukten des Formaldehyds mit Harnstoff, die in saurem Medium erhalten werden. Gerbstoffe gemäß vorliegender Erfindung haben gegenüber den schon bekannten harnstoffhaltigen synthetischen Gerbstoffen den Vorteil, daß ihre Viskosität für gleiche Konzentrationen viel höher ist und daß die Dichte und die Geschmeidigkeit des fertigen Leders viel besser wird. Das Leder selbst wird in einer außerordentlich hellen, beispielsweise ganz reinweißen Farbe erhalten und besitzt eine gute Wasserwiderstandsfähigkeit.
  • DieVorteile gemäß vorliegender Erfindung sind besonders groß, wenn eine hohe Säurezahl des Gerbstoffs erhalten wird, weil dadurch immer eine höhere Schwellung und ein besseres Gerben des Leders eintritt, da die bekannten, Harnstoff enthaltenden Gerbstoffe einen Niederschlag geben, wenn. man zu ihrer verdünnten Lösung Säure gibt.
  • In allen Fällen hat man gefunden, daß die nach Art des obengenannten Verfahrens hergestellten Gerbstoffe noch in hohem Maße verbessert werden, wenn man zu teilweiser Neutralisation an Stelle der Alkalihydroxyde Oxyde oder Hydroxyde z. B. von anderen Metallen, wie des Magnesiums, des Aluminiums, des Mangans und Chroms, anwendet. Jedes Metall kann hier auch besondere Eigenschaften hervorrufen, um insbesondere die Geschmeidigkeit des Produktes, die Farbgebung oder die Einwirkung der Farbstoffe auf die Haut zu verbessert.
  • Wahrscheinlich findet die Umsetzung der wasserlöslichen Harnstoff-Forinäldehyd-Kondensationsprodukte, z. B. des Dimethylolharn- Die Temperatur wird am besten zwischen 5o und 6o° gehalten. Wenn die Temperatur höher steigt, beispielsweise auf 8o°, so werden nur Harze erhalten.
  • Harnstoff läßt sich ganz oder teilweise durch Thioharnstofl ersetzen. Ebenso kann Formaldehyd teilweise durch einen anderen Aldehyd ersetzt werden.
  • Als organische Sulfonsäuren kann man ebenso wie Phenol- oder Kresolsulfosäuren auch sulfonierte aromatische Kohlenwasserstoffe verwenden.
  • Die erhaltenen Gerbstoffe können in saurer Lösung allein oder in Gegenwart natürlicher Gerbstoffe benutzt werden und sind vornehmlich zum Gerben kleiner Felle, wie Ziegen- oder Schaffelle, oder von Pelzen verwendbar.
  • Beispiele i. Zoo g Phenol werden durch Erwärmen mit 200 g iooo/oiger Schwefelsäure sulfoniert und nach dem Abkühlen in eine Lösung von 9o g Harnstoff in 280 g 3oo/oigen, etwas alkalischen Formaldehyds oder von 18o g Dimethylolharnstoff in i 5o ccm Wasser eingetragen, wobei die Temperatur von 8o° nicht überschritten werden darf. Nach kräftigem Rühren erhält man eine klare viskose Lösung, die man teilweise durch ein Metallhydroxyd oder Oxyd, wie Natronlauge, Chromhydroxyd, Aluminiumhydroxyd oder auch Ammoniak, neutralisiert. Man erhält so einen Gerbstoff, durch den die Felle nur sehr wenig gefärbt werden.
  • 2. Man kann im vorigen Beispiel die Phenolsulfonsäure durch. Naphtholsulfonsäure ersetzen. Man sulfoniert beispielsweise 145 g ß-Naphthol durch Erwärmen auf ioo bis iio° mit Zoo g konzentrierter Schwefelsäure bis zur Wasserlöslichkeit. 50g Harnstoff werden darauf in 150 g 30o/oigem Formaldehyd gelöst und mit einer genügendenMenge Natriumhydroxyd versetzt, um den Formaldehyd zu' neutralisieren und etwas alkalisch zu machen. Man fügt sofort 8ooccm Wasser zu und gießt diese Lösung in die abgekühlte Phenolsulfonsäurelösung. Man verrührt ungefähr i Minute lang bei einer Temperatur von 8o°. Dann wird die Lösung mit stoffies, mit den Phenol- oder Kresolsulfonsäuren nach folgendem Schema statt: Metalloxyden .oder Hydroxyden teilweise neutralisiert. So erhält man eine gut gerbende Lösung.
  • Zum Gerben mit diesem Gerbstoff- versetzt man in einem Walkfaß ioo kg Schaffelle mit 5o kg dieses Gerbstoffs mit Natriumhydroxyd teilweise neutralisiert und 300 1 Wasser. Man läßt 2.1. Stunden umlaufen und wäscht die Felle mit 300 1 Wasser etwa % Stunde lang aus. Die; Felle werden sodann in gewöhnlicher Weise mit ölen behandelt und getrocknet. Dabei werden vollständig weiße Leder erhalten.
  • 3. Man kann im obenerwähnten Beispiel die Naphtholsulfonsäure durch einen sulfonierten Kohlenwasserstoff, wie z. B: eine Naphthalinsulfonsäure, ersetzen. In dieseln Fall werden ioo g Naphthalin mit z25 g ioooloiger Schwefelsäure bei 140 bis 15o° bis zur vollkommenen Löslichkeit sulfoniert, worauf auf 8o° abgekühlt wird und eine alkalische Lösung von 50 g Harnstoff in i5og 3oo1oigem Formaldehyd hinzugegeben wird. Das Reaktionsgemisch wird etwa io Stunden lang bei 8o° gehalten, hierauf gibt manWasser zu und neutralisiert teilweise, -wie im oben angegebenen Beispiel ausgeführt.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung künstlicher Gerbstoffe durch Einwirkung der Sulfonierungsprodukte aromatischer Kohlenwasserstoffe oder deren Hydroxylverbindungen, wie Phenole oder Naphthole, auf Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte, dadurch gekennzeichnet, daß --,vasserlösliche Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte, welche durch Kondensation von mehr als i Mol bis zu 2 Mol Formaldehyd mit i Mol Harnstoff in alkalischer Lösung erhalten werden, insbesondere Dimethylolharnstoff, verwendet werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß diese Produkte mit Ammoniak oder mit Oxyden, Hydroxyden oder Salzen von Metallen behandelt werden.
DE1930587496D 1930-10-17 1930-10-28 Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Gerbstoffe Expired DE587496C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
FR587496X 1930-10-17

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE587496C true DE587496C (de) 1933-11-04

Family

ID=8961412

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1930587496D Expired DE587496C (de) 1930-10-17 1930-10-28 Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Gerbstoffe

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE587496C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE741295C (de) * 1938-10-06 1943-11-09 Heyden Chem Fab Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Kondensationsprodukten

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE741295C (de) * 1938-10-06 1943-11-09 Heyden Chem Fab Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Kondensationsprodukten

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE587496C (de) Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Gerbstoffe
EP1421223A1 (de) Verfahren zur herstellung sulfonhaltiger gerbstoffe
DE689392C (de) Verfahren zum Wasserloeslichmachen von Kondensationsprodukten aus Naturharzen und aromatischen Oxyverbindungen
DE10250112A1 (de) Kondensationsprodukt zum Nachgeben von Fe-gegerbtem Leder
DE2843233C2 (de) Gerbstoff und dessen Verwendung
DE676854C (de) Verfahren zur Herstellung von Gerbmitteln aus Ligninsulfonsaeuren
DE617015C (de) Verfahren zur Darstellung von gerbend wirkenden Kondensationsprodukten aus Dioxydiphenylsulfonen
DE291457C (de)
DE696777C (de) Verfahren zur Herstellung wasserloeslicher Kondensationsprodukte aus Ligninsulfonsaeuren
DE819694C (de) Verfahren zur Herstellung von gerbend wirkenden Kondensationsprodukten
DE637732C (de) Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von gerbend wirkenden Kondensationsprodukten
DE282850C (de)
DE562826C (de) Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Gerbstoffe
AT145702B (de) Verfahren zur Darstellung von Gebstoffen.
DE741295C (de) Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Kondensationsprodukten
DE685034C (de) Verfahren zur Herstellung wasserloeslicher, gerbend wirkender Kondensationsprodukte
DE818050C (de) Verfahren zur Herstellung wasserloeslicher Kondensationsprodukte
AT147180B (de) Verfahren zur Darstellung lichtecht gerbender Stoffe.
DE644339C (de) Verfahren zur Herstellung von gerbend wirkenden Kondensationsprodukten
DE648466C (de) Verfahren zur Herstellung von gerbend wirkenden Kondensationsprodukten
DE705333C (de) Verfahren zur Herstellung gerbend wirkender Stoffe
DE638823C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Gerbstoffen
DE596716C (de) Verfahren zur Herstellung wasserloeslicher, hochmolekularer Kondensationsprodukte
DE408871C (de) Verfahren zur Darstellung von Sulfobenzylaethern von aus Phenolen sich ableitenden harzartigen Kondensationsprodukten
DE410973C (de) Verfahren zur Darstellung von schwefelhaltigen Kondensationsprodukten aus aromatischen Oxysulfosaeuren