DE57505C - Verschlufs-Einrichtung für Schnellfeuergeschütze, bei welchen das Oeffnen des Verschlusses durch den Druck der Pulvergase auf einen mit demselben in Verbindung stehenden Kolben erfolgt - Google Patents
Verschlufs-Einrichtung für Schnellfeuergeschütze, bei welchen das Oeffnen des Verschlusses durch den Druck der Pulvergase auf einen mit demselben in Verbindung stehenden Kolben erfolgtInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
erfolgt.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Geschütz, bei welchem das Oeffnen des Verschlusses
durch die' Expansion der Gase in dem Augenblick stattfindet, in welchem das Geschofs das
Rohr verläfst, wobei in einer Feder Kraft aufgespeichert wird, welche das selbsttätige Schliefsen
des Verschlusses und die zur Erhaltung eines ununterbrochenen Schnellfeuers nöthigen Verrichtungen
bewirkt.
Das Wesen der Erfindung wird dadurch gekennzeichnet, dafs das Geschützrohr mit einem
Cylinder in Verbindung steht, in welchen, wenn das Geschofs die nöthige Anfangsgeschwindigkeit
erreicht hat, die beim Abfeuern des Schusses" entwickelten Gase eintreten und
daselbst einen auf den Verschlufs wirkenden Kolben verschieben, wodurch das Oeffnen des
Verschlusses veranlafst wird.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein der Erfindung gemäfs eingerichtetes Geschütz dargestellt,
und zwar zeigt: .
Fig. ι einen Längenschnitt des Geschützes mit geschlossenem 'Verschlufs,
Fig. 2 einen Lä'ngenschnitt mit geöffnetem Verschlufs;
Fig. 3 ist eine Oberansicht.
Die Fig. 4, 5 und 6 zeigen den Verschlufs im Längen- und Querschnitt und, Oberansicht.
Die Fig. 7, 8 und 9 sind Querschnitte längs
der Linien x, x1, x2 in Fig. 1. ■
Die Fig. 10, 11, 12 und 13 sind Querschnitte
b.ezw. Seiten- und Oberansichten des Magazins in gröfserem Mafsstabe.
Fig. 14 zeigt die Befestigung einer Patrone am Patronenbande.
Die Fig. 15, 16, 17 und 18 veranschaulichen
Abänderungen.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, steht die Bohrung des Geschützrohres A durch einen Kanal a
mit einem Cylinder B in Verbindung, in welchem ein durch eine Stange c mit dem Verschlufscylinder
D in Verbindung stehender Kolben C verschiebbar ist.
Die Stelle, an welcher der Kanal α angebracht ist, richtet sich nach der Kraft, welche
zur Bethätigung des Verschlusses nothwendig ist, und nach dem Bohrungsdurchmesser des
Rohres und wird daher dementsprechend gewählt werden müssen.
Da die Gase in dem Augenblick, in welchem das Geschofs über den Kanal α hinausgelangt
ist, plötzlich auf den Kolben C einwirken und dieser mit grofser Geschwindigkeit zurückgeschnellt
wird, so mufs der Verschlufs derart beschaffen sein, dafs er trotz der Verschiebung
des Kolbens nicht schon im ersten Augenblick der Gaswirkung geöffnet, sondern erst, wenn
das Geschofs die Mündung verläfst, aufgeschnellt wird. Der geeignetste Verschlufs hierzu
ist ein cylindrischer Verschlufskolben D, welcher durch Einwirkung der Kolbenstange c
linear verschoben wird und am rückwärtigen Ende ein um einen Bolzen d drehbares sectorartiges
Verschlufsstück D1 besitzt, welches bei geschlossenem Verschlufs mit seinen Seitenwänden
d1, Fig. 4, an den Leisten a1 des Ver-
schlufsgehä'uses Al anliegt, so dafs der Verschlufskolben"
sich erst dann öffnen, d. h. nach rückwärts bewegen kann, wenn das Verschlufsstück
D1 so weit (um 900) gedreht ist, dafs es
über die Leisten al hinweggleiten kann. Diese Drehung kann jedoch erst dann erfolgen, wenn
die Kolbenstange c durch die expandirenden Gase so weit nach rückwärts verschoben wurde,
dafs die an der Kolbenstange c angebrachte Nase c1, welche bei geschlossenem Verschlufs
zwischen dem Verschlufsstück D1 und dem Verschlufsgehäuse A1 eingeschoben ist, über
das Verschlufsstück D1 hinausgelangt ist. Diese Verschiebung findet in dem Zeitraum statt,
welchen das Geschofs zum Durcheilen des jenseits des Kanals α gelegenen Rohrstückes
braucht. Mittlerweile ist der Ansatz c2 der Kolbenstange c bis an das Hinterende des
Verschlufskolbens herangerückt, erfafst den Kolben und schiebt ihn nach rückwärts, wobei
das am Gehäuse A sich stützende Verschlufsstück D1 um 900 gedreht und in dieser Stellung
mit dem Kolben verschoben wird (siehe Fig· 2).
Durch das Zurückschieben des Verschlufscylinders D wird aufser dem Ausziehen der
Patronenhülse vermittelst des Patronenziehers d°, Fig. 5, auch das Spannen einer Feder bewirkt,
in welcher Kraft für das Schliefsen des Verschlusses und Patronenzuführen aufgespeichert
wird. Diese Feder kann eine gewundene Feder c2, Fig. 16, welche auf der Stange c
zwischen Kolben C und Verschlufsgehäuse A1 angeordnet ist, oder eine Bandfeder e, Fig. 1
und 2, sein. Im letzteren Falle ist die Feder e in einem Gehäuse E untergebracht, welches
am Verschlufsgehäuse A1 befestigt ist. Die Feder wirkt auf einen Hebel e\ welcher in die
Kolbenstange c eingreift.
Damit es möglich werde, eine starke Feder bei geringer Durchbiegung spannen zu können,
ist der Angriffspunkt e3 der Feder am Hebel e1
nahe an den Drehpunkt e2 des letzteren verlegt.
Hört die Kraft der Gase auf, auf den Kolben C zu drücken, so kommt die Kraft der
Feder e zur Wirkung, wodurch der Kolben C in seine Anfangsstellung zurückgeschoben wird.
Hierbei wird der Verschlufscylinder D vorwärts geschoben, indem die Nase c1 auf das
Verschlufsstück D1 drückt, welches auf den Leisten a1 des Verschlufsgehäuses gleitet, wodurch
es so lange verhindert ist, sich zu drehen, bis der Verschlufscylinder D vorgeschoben und
das Verschlufsstück D1 über den freien Raum α2,
Fig. 2, zu stehen kommt, in welchen es durch die darüber hinweggleitende Nase c1 eingedreht
wird.
Der Ansatz c2 der Kolbenstange c greift in einen Schlitz <f2 des Verschlufscylinders D ein
und schlägt am Ende der Kolbenstangenvorschiebung auf den Zündstift ds, welcher beim
Schliefsen des Verschlusses die in den Laderaum eingeschobene Patrone zur Zündung bringt.
Damit ein Oeffnen des Verschlusses von Hand aus möglich werde, ist am Hebel e1 ein
Handgriff e4, Fig. 3 und 7, angeordnet. An der Kolbenstange c ist eine Rast cs eingeschnitten,
in welche bei offenem Verschlufs ein Abzugstollen f einspringt (Fig. 2). Letzterer
ist zum Zwecke des Abfeuerns durch einen Abzughebel fl auszulösen und erfolgt, so lange
der Abzugstollen ausgelöst ist, ununterbrochenes Feuer. Durch Entfernen des Bolzens e5,
welcher das Gehäuse E mit dem Gehäuse A1 verbindet, und Zurückdrehen des Gehäuses E
um den Bolzen e6 kommt der Hebel E1 aufser
Eingriff mit der Stange c, und es kann der ganze Verschlufs DD1 sammt Kolben C nach
rückwärts aus dem Gehäuse gezogen werden.
In den Cylinder B ist eine Schraube b eingedreht, durch welche der Kanal α theilweise
oder ganz verschlossen und der Eintritt der Gase aus dem Rohr A in den Cylinder geregelt
werden kann, so dafs man das selbstthätige Oeffnen des Verschlusses regeln und auch ganz einstellen kann. Nach Entfernung
der Schraube b ist das Innere des Cylinders B zum Zwecke des Reinigens zugänglich. Am
Cylinder B ist eine Oeffnung b1 vorhanden,
welche bei zurückgeschobenem Kolben C, Fig. 2, das Abziehen der Gase erleichtert.
.Um eine gröfsere Feuerschnelligkeit bei geringer Verschiebung des Kolbens C zu erzielen,
kann — wie in Fig. 17, dargestellt — die Kolbenstange c mit dem Hebel e1 nahe am
Drehpunkt e2 des letzteren verbunden sein. In diesem Falle ist es möglich, eine gröfsere
Kraft zum Spannen der Feder zu erhalten, indem die Gase im Cylinder B bei höherer
Spannung zur Verwendung gelangen.
Der Kolben C kann auch feststehend angeordnet sein (Fig. 15), in welchem Falle der
mit der Kolbenstange ,verbundene Cylinder B verschoben wird. Es kann auch, wie Fig. 18
zeigt, der Cylinder B oder Kolben C durch die Gase statt nach rückwärts nach vorwärts
verschoben werden; die Kolbenstange c wirkt alsdann auf einen kurzen Hebelarm e1 des
zweiarmig hergestellten Hebels e1.
Das Zuführen der Patronen erfolgt durch einen am Verschlufsgehäuse befestigten eigenthümlich
geformten RahmenH, welcher aus zwei schräg zu einander stehenden Aufsenwä'nden
h2 Ä4 und einer parallel zu h4 stehenden mittleren
Scheidewand h α besteht. Ueber der
Wandung h2 ist an dem Rahmen eine Rolle h
angebracht, über welche das Band G, Fig. 10 und 14, auf welchem die Patronen durch dünne
Klammern g festgehalten werden, gelegt wird, worauf man das Bandende durch den Schlitz h3
zwischen den Rahmenwänden h1 h2 hindurch-
steckt und zwischen den Bandführungswalzen i i1
durchzieht. In der mittleren Scheidewand -h1 sind an jenen Stellen, an welchen beim Eintritt
der Patronen in den Raum zwischen den Wänden h1 und hl die Klammern g anliegen,
Schlitze/?5, Fig. 12, angebracht, welche so weit herabreichen, dafs diese Klammern bei der
Abwärtsbewegung des an der schräg zu h1 stehenden Wand h2 anliegenden Bandes G
unter den Patronen weggezogen werden (siehe Fig. 10).
Der rückwärtige Theil der Mündung des Rahmens H ist durch das verlängerte federnde
Ende h6 der Wand /1* etwas verengt (Fig. 11), so dafs die Patrone erst dann austreten kann,
wenn sie beim Schliefsen des Verschlusses vom Verschlufskolben D erfafst und so weit gegen
den Laderaum vorgeschoben wird, dafs ihr rückwärtiges Ende den verengten Theil der
Mündung verläfst und in den vorderen, breiteren Theil derselben gelangt. Die Patrone wird
daher von dem Rahmen H erst dann freigegeben, wenn ihr vorderes Ende bereits in den
Laderaum eingeführt ist.
Um ein Nachrücken von Patronen zu be-. wirken, wird das Band G bei jedesmaligem
Oeffnen und Schliefsen durch die Walzen i i1 weitergezogen. Zu diesem Zwecke ist die
Walze 21 mit einem Sperrrad z'2 versehen, in
welches eine auf einem Schieber z'3 sitzende Schiebeklinke z'4 eingreift. Das vorstehende
Ende z'5 des Schiebers i3 wird durch die auf
letzteren wirkende Feder i6 in eine in der Kolbenstange c angebrachte wellenförmige
Nuth c5, Fig. 13, gedrückt. Bei der auf die
oben beschriebene Weise stattfindenden Rück- und Vorbewegung der Stange c wird der
Schieber z'3 in schnelle Hin- und Herbewegung versetzt, wodurch das Sperrrad z2 und infolge
dessen die Bandtransportwalze i1 in Umdrehung gelangt und das Band G nach abwärts zieht.
Statt der angegebenen Anordnung kann auch ein Patronenrahmen k, Fig. 18, bekannter Construction
verwendet werden.
Um das Geschütz in einem Ständer oder einer geeigneten Laffete einlegen zu können, sind am
Gehäuse Schildzapfen a3, Fig. 3, angebracht.
Claims (2)
1. Bei Schnellfeuergeschützen, bei welchen das Oeffnen des Verschlusses durch den Druck
der Pulvergase auf einen mit diesem in Verbindung stehenden Kolben erfolgt, eine
Verschlufs-Einrichtung, gekennzeichnet durch ein am Hinterende des Verschlufscylinders (D)
drehbar angebrachtes sectorförmiges Sperrstück (D1) und die im Verschlufsgehäuse
verschiebbare Nase (c1) der Kolbenstange (c),
welche Nase (cl) beim Schliefsen des Verschlusses
zwischen Verschlufsgehäuse (A1) und Sperrstück (D1) sich einschiebt und den
Verschlufscylinder sperrt, so dafs dieser erst dann sich öffnen kann, wenn die Kolbenstange
(c) so weit zurückbewegt ist, dafs die Nase (c1) das Sperrstück (D1) wieder
freigiebt.
2. An dem unter 1. gekennzeichneten Schnellfeuergeschütz
:
a) ein im Verschlufsgehäuse verschiebbarer Ansatz (c2) der Kolbenstange (c)i welcher
nach Freigebung des Sperrstückes (D1) durch die Nase (c1) den
Verschlufscylinder mitnimmt bezw. öffnet und bei der Vorwärtsbewegung·
der Kolbenstange (c) nach Schliefsung des Verschlufscylinders auf den Zündstift
schlägt;
b) ein im Gehäuse (E) drehbarer Hebel (el), welcher in die Kolbenstange (c)
eingreift und auf welchen die Feder (e) wirkt;
c) ein Patronenband (G), auf welchem die Patronen mittelst Drahtösen (g)
festgehalten werden, und welches von Walzen (i i1) durch einen Rahmen (H)
mit schräg zu einander stehenden Aufsenwänden. (Ti4 h2) abwärts bewegt
wird, wobei eine Scheidewand (h1) die Patronen aus den Drahtösen löst;
d) eine die Umdrehung der Patronenbandwalzenfz'z'1,)
bewirkende Schubklinke^, welche auf einem Schieber (i3) befestigt
ist, der in eine wellenförmige Nuth der Kolbenstange (e) eingedrückt wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH4903A (de) | 1892-08-31 |
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