DE560547C - Verfahren zum Drucken moeglichst naturgetreuer Marmormuster - Google Patents
Verfahren zum Drucken moeglichst naturgetreuer MarmormusterInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, um der Oberfläche anderer Materialien das Aussehen
von Marmor zu verleihen. Es ist bereits ein Verfahren vorgeschlagen worden, bei dem zum Drucken der Übertragungen eine
nach photographischem Verfahren hergestellte Platte oder Walze mit negativer Gravierung
dient, das ist eine Platte, die Abdrucke erzeugt, in welchen die Adern oder Spaltlinien
des Marmors durch das Fehlen von Pigment bzw. Farbe gekennzeichnet sind. Bei der
Ausführung dieses Verfahrens wird die zu behandelnde Oberfläche erst in einer Farbe
grundiert, die einer natürlichen Farbe des Marmors entspricht. Nach dem Trocknen des
Grundierungsüberzuges wird die Negativplatte auf die Oberfläche in einer Farbe übertragen
und hierauf in einer abweichenden Farbe, die dunkler im Ton als die vorherige
ao Farbe ist, und die zweite Übertragung erfolgt so, daß die Adern bzw. Spaltlinien des Marmors
bei der zweiten Übertragung außer Register mit denjenigen der ersten Übertragung
sind, wodurch der zu behandelnden
S5 Oberfläche ein sehr gefälliges Marmoraussehen
verliehen wird. Dabei sind nicht zwei in dieser Weise hergestellte Stücke genaue
Duplikate im Aussehen. Bei diesem Verfahren ist die Hauptfarbe der marmorierten Oberfläche durch die beiden Farben der beiden
aufeinanderfolgenden Übertragungen bestimmt; diese Farben mischen sich untereinander
und überdecken die Grundierung und ergeben dadurch zusammengesetzte Farbenwirkung.
Die Erfindung bezweckt eine Weiterbildung dieses älteren Verfahrens, wodurch das gefällige
Aussehen noch erhöht wird. Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel.
Hierin stellt Fig. 1 mehr oder weniger schematisch eine wiederzugebende Marmorfläche
dar. Fig. 2 zeigt eine geätzte Druckfläche, die im folgenden als positive Druckfläche
bezeichnet werden soll und nur einige der Farben wiedergibt, die in den Adern oder
Spaltlinien der natürlichen Oberfläche des wiederzugebenden Marmors enthalten sind.
Fig. 3 ist eine negative Druckfläche, die dazu dient, die vorherrschende Farbe des natürlichen
Marmors und außerdem bestimmte von den Spaltlinien und sonstigen Gebilden der Marmoroberfläche wiederzugeben. Fig. 4 veranschaulicht
schematisch die zusammengesetzte Wirkung der verschiedenen Farben,
die auf die zu behandelnde Oberfläche aufgebracht werden, um die in Fig. ι gezeigte
natürliche Oberfläche nachzuahmen.
Bei der Ausführung des den Gegenstand der Erfindung bildenden Verfahrens der
künstlichen Marmorierung wird zuerst ein geeignetes Pigment ausgesucht, welches auf
der zu behandelnden Oberfläche als Grundierung dienen soll. Die physikalischen Eigenschäften
dieser Grundierung können je nach den physikalischen Eigenschaften des zu behandelnden
Materials variieren, also beispielsweise für die Behandlung von Stahl oder anderer
verhältnismäßig wenig poröser Oberflächen anders gewählt werden als bei Platten aus Gips, Zement, Holzmasse, Asbest usw.
Aber unabhängig von der Aufgabe, die Poren zu füllen, erhält die Grundierung einen Farbton,
der einer der vorherrschenden Farben ao der natürlichen Oberfläche entspricht, beispielsweise
den Farbtönen, die in den Adern oder Spaltlinien einer natürlichen Marmorplatte enthalten sind.
Der nächste Schritt besteht in dem bekannten Verfahren, daß von der natürlichen Oberfläche
ein photographisches Negativ hergestellt und von diesem durch Benutzung von Pigmentübertragungspapier (Ätzpapier) eine
geätzte negative Druckplatte oder -walze hergestellt wird. Diese Druckplatte oder -walze
gibt nur bestimmte Farblinien, wieder, z. B. die Marmoradern und -Spaltlinien, und diese
geätzte Platte kann entweder eine Autotypie oder eine Photogravurplatte sein, und die
Übertragung von dieser geätzten Platte auf die zu druckende Oberfläche kann in bekannter
Weise mittels einer nachgiebigen Übertragungswalze erfolgen.
Sodann wird nach einem photographischen Positiv eine zweite Ätzplatte oder -walze hergestellt,
die eine Umkehrung der ersten Platte oder Walze in der Form eines Positivs ist, und in einem von dieser Platte genommenen
Abdruck sind, wenn Marmor das Objekt ist, die Adern und Spaltlinien durch das Fehlen
von Farbe oder Pigment gekennzeichnet. Der größte Teil dieser zweiten Druckplatte überträgt
beim Abdruck Farbe bzw. Pigment, und es wird hierfür ein Pigment gewählt, welches
dem vorherrschenden Farbton der Originalmarmorfläche entspricht, jedoch etwas modifiziert,
um sich mit dem Grundierungston zu mischen. Die zweite Übertragung findet auf der ersten statt, und man erhält so, soweit die
Spaltlinien und Adern des Marmors in Betracht kommen, eine Mischung von drei Farben,
nämlich der Farbe der Grundierung, der Färbe der ersten Übertragung und der zweiten»Übertragung.
Man sieht daher an einzelnen Stellen die Farbe der Grundierung, an anderen Stellen die ursprüngliche Farbe der
ersten Übertragung, ferner die Mischung dieser Farbe mit der Farbe der Grundierung,
die Farbe der zweiten Übertragung, ihre Mischungen mit der Grundierung und schließ-Hch
eine Mischung aller drei Farben, und auf diese Weise erhalt die behandelte Fläche ein
sehr natürliches Marmoraussehen.
Fig. ι ist eine schematische Wiedergabe einer Marmoroberfläche mit drei Farben, die
an verschiedenen Stellen in verschiedener Weise gemischt sind. Die vorherrschende
Farbe ist durch die Schraffur 10 ausgedrückt. Diese vorherrschende Farbe wird zuletzt gedruckt,
und zwar unter Benutzung der in Fig. 3 dargestellten Druckfläche. Die anders schraffierten Flächen 12 der Fig. 1 werden
durch die in Fig. 2 dargestellte negative Druckfläche gedruckt. In Fig. 2 und 3 sind
gegenüber Fig. 1 links und rechts vertauscht, was beim Vergleich der einzelnen Zonen bzw.
Umrisse zu beachten ist. Fig. 4 veranschaulicht die gedruckte Fläche. Zu ihrer Herstellung
erhält die zu behandelnde Fläche erst eine Grundierung von der ausgewählten Farbe, dann eine Übertragung von der Druckfläche
der Fig. 2 und hernach eine zweite Übertragung, die von der Druckfläche der Fig. 3 genommen und auf der ersten Übertragung
ausgeführt wird. Auf diese Weise entstehen bestimmte Zonen 15, in welchen
sich die Farbtöne der Grundierungsfarbe und der ersten Übertragung mischen, und andere
Zonen 16, in welchen sich die Farben beider Übertragungen mischen. Die Mischtöne
variieren in der Tontiefe, abhängig von den in Fig. 2 und 3 dargestellten geätzten Druckflächen.
Es kann eine sehr hohe Zahl von . Variationen in den Farbenkombinationen erzielt
werden, indem man nach erfolgter Übertragung von den Druckflächen der Fig. 2 und 3 die Übertragungswalzen umkehrt oder
von der einen der beiden Druckflächen direkt und von der anderen unter Umkehrung überträgt.
Obwohl die in Fig. 4 dargestellte Flächenverzierung keine exakte Wiedergabe der
Fläche der Fig. 1 ist, ist doch die Vortäuschung einer natürlichen Oberfläche außerordentlich
groß.
Einer der Vorteile des geschilderten Verfahrens besteht darin, daß für die erste Übertragung
nur wenig Pigment benötigt wird. Die erste Übertragung trockriet daher auch
sehr schnell, man kann die zweite übertragung bald anschließen und dadurch die Herstellungszeit
abkürzen. Es ist auch eine größere Annäherung an die natürlichen Farben möglich, da das Pigment der ersten Übertragung
nur auf einen kleinen Teil der Gesamtfläche beschränkt ist. Es wäre auch möglich,
erst die Negativübertragung auszuführen und
dann die Positivübertragung darüberzulagern, doch ist in diesem Falle die Tonwirkung nicht
ganz so zufriedenstellend.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum Drucken möglichst naturgetreuer Marmormuster, dadurch gekennzeichnet, daß auf die zu verzierende Oberfläche zunächst in an sich bekannter Weise eine helle Grundfarbe aufgebracht und dann von zwei photomechanisch . hergestellten Druckformen, von denen die eine das Originalmuster negativ, die andere positiv enthält, die Übertragungen gegebenenfalls außer Register vorgenommen werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Grundierung zunächst das Muster der wenig Pigment benötigenden positiven Druckfläche und dann dasjenige der den vorherrschenden Farbton wiedergebenden negativen Druckfläche übertragen wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US308303XA | 1928-03-21 | 1928-03-21 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE560547C true DE560547C (de) | 1932-10-04 |
Family
ID=21856264
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM109296D Expired DE560547C (de) | 1928-03-21 | 1929-03-21 | Verfahren zum Drucken moeglichst naturgetreuer Marmormuster |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE560547C (de) |
| GB (1) | GB308303A (de) |
-
1929
- 1929-02-27 GB GB6467/29A patent/GB308303A/en not_active Expired
- 1929-03-21 DE DEM109296D patent/DE560547C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB308303A (en) | 1930-04-17 |
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