DE54886C - Einrichtung von Klaviatur-Musikinstrumenten zur Erzielung reiner Stimmung - Google Patents
Einrichtung von Klaviatur-Musikinstrumenten zur Erzielung reiner StimmungInfo
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- G10—MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
- G10B—ORGANS, HARMONIUMS OR SIMILAR WIND MUSICAL INSTRUMENTS WITH ASSOCIATED BLOWING APPARATUS
- G10B1/00—General design of organs, harmoniums or similar wind musical instruments with associated blowing apparatus
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Die mit Klaviatur gespielten Instrumente, wesentlich also Klavier, Orgel und Harmonium,
tragen gleichschwebend temperirte Stimmung. Jede Octave dieser Instrumente ist in zwölf
gleiche Tonstufen getheilt, zu denen je eine Taste gehört. .
Durch die vorliegende Erfindung soll nun eine neue Einrichtung für Klaviaturinstrumente
geschaffen sein, mittelst welcher in allen Tonarten Musikstücke rein gespielt werden können,
ohne dazu wesentlich schwierige Abweichungen von der gebräuchlichen Spieltechnik zu erfordern.
Die neue Einrichtung,, welche im Nachstehenden in Verbindung mit einem Harmonium
erläutert werden soll, hat natürlich für jeden der vielen in den Grenzen jeder Octave liegenden Töne je eine besondere
Stimmerzeugungsvorrichtüng. Innerhalb der Octave ist indessen eine geringere Anzahl von
Tasten vorhanden, deren Verbindung mit den tonabgebenden Theilen wechselbar gemacht ist.
Es wird für eine bestimmte Tonart durch Einstellen des Instrumentes dafür eine bestimmte,
der Tonart zugehörende, rein gestimmte Tonreihe gewissermafsen selbstthätig von den
Tasten aus allen den durch die vorhandenen Erzeugungsvorrichtungen (Einzeltonwerke) möglichen
Tönen heraus ausgewählt. Erreicht wird dies einestheils durch Benutzung der als Transponirvorrichtung bekannten Verschiebungsmöglichkeit der Klaviatur gegen die Tonerzeugungswerke
seitlich hin und her, und zwar hier in der Länge einer ganzen Tastenoctave.
Was das zur Herstellung reiner Stimmung im Instrument nothwendige Tonmaterial zunächst
anbelangt, so ist zu beachten, dafs die vierte Quinte von c (c-g-d-a-e), also e, in einen
Octavenrahmen reducirt, nicht ganz gleich mit der rein gestimmten Terz vom c-Ton ist. Die
Quinte ist um ein kleines Intervall höher als die Terz. Es ist üblich, solche Tondifferenz
»Komma« zu nennen und sie durch einen kurzen waagrechten Strich über oder unter dem Tonbuchstaben zu bezeichnen, je nachdem
der gemeinte Ton um ein Komma erhöht oder erniedrigt auftritt. Werden die Töne,
die vom Grund-c-Ton aus in Quintenschritten in allen Octaven zu erreichen sind, mit einfachen
Buchstaben bezeichnet, so ergiebt sich e als die vierte Quinte von c und e als die
reine grofse Terz von c. In der temperirten Stimmung ist für e und e nur ein Ton vorhanden,
der in Wirklichkeit für keinen der beiden Töne richtig ist, sondern zwischen beiden liegt. In dem mit reiner Stimmung
ertönenden Instrumente müssen beide Töne e sowohl wie e wirklich vorhanden sein.
Dasselbe gilt auch für die Beziehungen aller anderen Töne zu einander. Es ist h z. B. als
Quinte zu e die grofse Terz von g, und a als
Quarte zu e ist die grofse Terz von f und ähnlich weiter.
Wenn die Komma-Erniedrigung bezw. -Erhöhung der Töne in Anbetracht reiner Stimmung
bis zu einem gewissen Grade fortgetrieben wird, so kann man das gesammte
Tonmaterial in vier Reihen gesondert zusammenstellen.
· Die erste Reihe enthält dann die Töne mit reiner Buchstabenbezeichnung.,
sie heifst Quintenreihe. Die Reihe der Töne einer Komma-Erniedrigung, welche unter sich
Quinten bilden, a-e-h-ßs-gis mag die
erste Obergrofsterzreihe oder kurz die erste Terzreihe heifsen; sie bildet in der Reihengruppe
die zweite Reihe. Die rein gestimmte diatonische c-Dur-Tonleiter würde ihrer musikalischen
Bestimmung gemäfs, aus drei reinen Dreiklängen bestehend, zu schreiben sein/-a-c,
c-e-g, g- h -d oder diatonisch angeordnet c, d, e,f,g, a, h. Die Moll-Tonleiter für α ist
in demselben Sinne zu schreiben: a, h, c, d, e, f, gis und für e-Dur: e,fis, gis, α, h, eis, dis.
Hier sind eis, gis, dis als Terztöne zu a, e, h
um zwei Komma tiefer als die entsprechenden Töne der ursprünglichen Quintenreihe und um
ein Komma tiefer als diejenigen der ersten Terzreihe. Die Töne in zwei Komma-Erniedrigung
mögen die zweite Terzreihe heifsen und geben in der gedachten Reihengruppe die dritte Reihe ab.
Die vierte Reihe der Gruppe bilden die um ein Komma erhöhten Töne, welche z. B. aus
dem Dur-Dreiklang as - c - es oder ■ dem Moll-Dreiklang c-es-g heraus zu entwickeln sind.
Die Reihe ist zu schreiben as- es- b-f- c
und die Reihe der Unterterzen zu nennen.
Für eine Anzahl von Tönen haben im vorliegenden Apparat je zwei auch nur eine einzige
Tonerzeugungsvorrichtung, denn es ist nach theoretischen Folgerungen für die Praxis genügend,
genau als gleich zu setzen ges=ßs, des = eis, as = gis und andere mehr.
In dem vorliegenden Harmonium entsprechen die in Fig. ι erkennbaren vier Reihen von
Zungen und Cancellen nicht, wie sonst, vier Registern, sondern in den vier Reihen liegen
die Töne gewissermafsen eines einzigen Registers nach der hier erwähnten Gruppe von
vier Tonreihen geordnet. Die Töne sind darin so zahlreich vorhanden, dafs am vorliegenden
Instrument in den Grenzen jeder Octave 55 Tonerzeugungsvorrichtungen liegen;
13 Töne kommen davon auf die erste und je
14 auf die drei anderen Tonreihen.
Nach gewöhnlichen Instrumentanordnungen müfsten dafür nun auch entsprechend viele
Tasten in jeder Octave liegen. Es sind dagegen hier nur 20 Tasten in der Octave vorhanden,
die noch dazu so liegen, dafs sie äufserlich für die Klaviatur wesentlich nur das
gewohnte Bild von zwölf Unter- und Obertasten geben (Fig. 4 und 6).
Die Vermittelung zwischen der geringeren Anzahl der Tasten und der mehr als doppelt
so grofsen Zahl der Tonerzeuger ist einestheils dadurch möglich gemacht, dafs die Hebel zu
den Ventildeckeln der vier Cancellenreihen nicht entsprechend in vier, sondern nur in drei Reihen
geordnet sind. Es lassen dies Fig. 3 und 5 erkennen. Es haben dazu je eine Cancelle der
Unterterzreihe und eine der zweiten Terzreihe, also zwei Cancellen zusammen nur einen
Ventildeckel und entsprechend einen Ventilhebel b2. Auf diesen und den Ventilhebeln b
und bl stehen senkrecht prismatisch geführte, Stöfser genannte Stäbchen a2 a a1-.
Den so vorhandenen drei Stöfserreihen entsprechen an den Tasten drei Reihen nach
unten weit abstehender Klötzchen c c1 c2, Fig. 1,
welche gewöhnlich auf den oberen Köpfen gewisser Stöfser liegen. Wie bei jedem Harmonium
werden auch hier die Tasten vermöge der Stützung auf diesen Stöfsern und Klötzchen
von den Federn, welche die Ventildeckel niederdrücken, emporgehalten, und ein Druck
auf irgend eine Taste bewirkt das Oeffnen eines Ventils.
Von der in Fig. 4 und 6 in der Länge einer Octave dargestellten Klaviatur haben die weifsen
Untertasten die herkömmliche Gestalt, während die Obertasten in zwei oder auch in drei
kürzere Tasten. getheilt sind. Von der c-Taste als Anfang sollen die weifsen Tasten
der Reihe nach die rein diatonischen Stufen der vHauptdur-Scala und dies in allen Lagen
der Klaviatur geben. Wie schon gesagt und wie weiterhin genauer beschrieben, lätst sich
die Klaviatur derartig versetzen, dafs die c-Taste der Reihe nach oder auf Wunsch auch
aufser der Reihe auf jeden Ton der Scala fafst und diesen auslösbar macht und jeder solchen
Versetzung selbstverständlich alle anderen Tasten entsprechend folgen. In Fig. 6 bedeuten die
mit Zahlen bezeichneten Kreise die an den Tasten nach unten weit vorspringenden Klötzchen
c c1 c2. Die mit den Kreisen bezeichneten
Orte, an denen die Klötzchen unter den Tasten stehen, sind so gewählt, dafs z. B. für
die Tasten c, d, f und g als Repräsentanten der Quinttöne durch deren Klötzchen immer
die Stöfser richtig belastet werden, welche den Ventilen der entsprechend richtigen Töne angehören.
Es müssen Stöfser der ersten Reihe sein. Die Tasten e α h müssen dazu den
Terztönen entsprechend Stöfser erfassen und nehmen diese aus der zweiten Reihe.
So kommt es, dafs die Aufsetzpunkte verschiedener Tasten die Nachbartasten unterschneiden
müssen. Der zu einer Taste gehörige Klötzchenkreis in Fig.' 6 ist also nicht immer unter dieser Taste zu finden. Pfeile an
den Kreisen weisen auf die zugehörigen Tasten
hin. Die Klötzchen der Untertasten sind zudem durch Doppelkreise kenntlich gemacht.
Der Abstand eines jeden Klötzchens von seinem Nachbarklötzchen links und rechts ist
in Richtung der Tastenbreite entsprechend den zwölf chromatischen Tonlagen gleich dem
zwölften Theil der Octavenabmessung. Die erste von solchen chromatischen Lagen ist von
der Taste c mit ihrem Klötzchen in der ersten-Reihe zu finden, die mit 5 bezeichnete dritte
Taste d liegt mit ihrem Klötzchen in derselben Reihe, die mit 8 bezeichnete fünfte Taste e
findet sich mit ihrem Klötzchen in der zweiten Klötzchenreihe u. s. w.
Die übrigen chromatischen Tonlagen sind in verschiedenen Klötzchenreihen von den Obertasten
in Anspruch genommen. Die Obertasten sind zur Erzielung der nächsfliegenden Modulationen aus den durch die weifsen Tasten
repräsentirten Hauptdur-Tonarten . bestimmt, und zertheilen. sich, wie gesagt, in zwei bezw.
drei Theile. In der c-Lage der Klaviatur ist die Vertheilung der Klötzchen auf den Stöfsern
in der Fig. 5 durch schwarze Ausfüllung der Stöfserkreise markirt. Die Tonzugehörigkeit
und die Vertheilung der Klötzchen der Obertasten sind aus der Bezeichnung der Tasten in
Fig. 6 leicht zu erkennen.
Zwischen die e- und die /-Taste ist eine besondere schwarze Obertaste für die,Töne eis
oder f mit dem Klötzchen in der dritten Reihe eingeschaltet.
Aus der eigenartigen Klötzchenanordnung unter den zwanzig Tasten und aus den erwähnten
Klaviaturverschiebungen ist ersichtlich, dafs die Enden der Ventilhebel zu den ersten
beiden: Stöfserreihen durch einander liegen müssen, wie dies Fig. 3 und 5 auch erkennen,
lassen, und dafs die meisten Hebel mehr als einen Stöfser tragen. Die zwei oder drei
Stöfser auf einem Ventilhebel gehören dabei verschiedenen Reihen an, und zwar befinden
sich in den Grenzen einer Octave in jeder Reihe 24 Stöfser. Die Abstände der Nachbarstöfser
von einander sind genau gleich gröfs und halb so grofs als die entsprechenden Abstände
der Klötzchen unter den Tasten von einander. Es erhellt hieraus, dafs — in der
Richtung der Tastenbreite betrachtet — immer erst ein Stöfser um den anderen ein Klötzchen
zur Auflage erhalten kann.
Man hat sich nun die Stöfser in zwei Gruppen von in jeder Octave je zwölf in
chromatischer Lage zusammengehörige getheilt zu denken, und zwar gehören zu einer Gruppe
aus den Reihen immer ein Stöfser um den anderen, so dafs man, von den neben einander
stehenden Stöfsern auf dem Ventilhebel für den c-Ton ausgehend, von einer rechten und
einer linken Stöfsergruppe sprechen kann. Es gehören also der erste, dritte, fünfte u. s. w.
Stöfser jeder Reihe zur linken, und der zweite, vierte, sechste u. s. w. Stöfser zur rechten
Gruppe. Die rechte Gruppe wird zum Spiel in allen Kreuztonarten, d. h. in den Klaviaturlagen
g, d, a, e, h und ßs von den Tastenklötzchen
belastet. Die linke Stöfsergruppe wird zum Spielen in c-Tonart und in den
b -Tonarten, also in den Klaviaturlagen für f, b, es, as und des durch Klötzchen belastet.
Sind in Fig. 5 zur Kennzeichnung der Stöfserbelastung durch eine c-Klaviaturlage die
Stöfserkreise schwarz gefüllt, so ist als ein Beispiel der Belastung einer rechten Stöfsergruppe
in derselben Figur die ßs -Klaviaturlage durch Durchkreuzung der Stöfserkreise markirt.
Die so erklärte Gruppentheilung hat den Werth, dafs für gewisse . Tonarten gewisse
Sondertöne für das Reinspielen einfügbar sind, wobei die Zugehörigkeit verschiedener Ventilhebel
zu den beiden ersten Stöfserreihen (Fig. 5) von Belang ist.
Die Stellung der Stöfser auf den Ventilhebelenden und die Klötzchenanordnung ist so
ordnungsgemäfs durchgeführt, dafs in allen zwölf Lagen der Klaviatur die Klötzchen diejenigen
Stöfser erfassen, die zur Auslösung der richtigen Töne führen.
Zur praktischen Ausführung der Musikstücke auf vorliegendem Instrument werden diese
sämmtlich in der Notenschrift in c-dur oder α-moll geschrieben und danach auf den diesen
Tonarten zugehörigen meist weifsen Tasten gespielt. In . Modulationsfällen werden auch
die Extratasten, welche mit besonderen Zeichen in der Notenschrift deutlich kenntlich zu
machen sind, zum Gebrauch herangezogen. Die richtige Intonation, das ist die Tonart des
Vortrages, wird unter Benutzung des oben beschriebenen Transponirverfahrens, also durch
Verlegung der Klaviatur herbeigeführt.
Zur Verschiebung der Klaviatur und zur Feststellung in ihren einzelnen Lagen dient die
im Folgenden beschriebene mechanische Einrichtung.
Die Klaviatur ruht in einem besonderen Gestell g, welches im Instrument auf dem
Ventilverdeck d mit Leichtigkeit seitlich hin und her verschiebbar ist. In der unmittelbar hinter
der Klaviatur emporgehenden Wand· h des Instrumentenkastens befindet sich ungefähr in
der Mitte der Klaviaturlänge ein horizontaler Schlitz. Durch diesen reicht ein mit einem
Handhabungsknopf versehener Schieber / hervor. An den Knopf k anfassend, vermag man
die Klaviatur seitlich hin und her zu verschieben, doch mufs sie dazu vorher einmal
aus ihrer Stellungssicherung ausgeklinkt sein und zweitens mufs sie ein wenig angehoben
worden sein, damit eine Lösung der Klötzchen c von den Stöfsern α stattgefunden hat.
Ohne dies möchten Klötzchen und Stöfser unter der auf ihren Kopfflächen bei der Verschiebung
stattfindenden Reibung leiden.
Die Stellungssicherung besteht aus einem Klinkhebel i, der mit seinem oberen schneidenartigen
Ende in irgend eine der Zahnlücken einer gezahnten Leiste ο auf der Rückseite der
Wand h einfafst. Der zweiarmige Klinkhebel ist am Klaviaturgestell g gelagert und trägt am
anderen unteren Ende eine in Fig. 2 in zwei Theile zerlegte Rolle e. Der untere, diese
Rolle bezw. Rollen haltende Arm des Hebels i steht im Ruhezustand schräg und fafst mit
einem seitlich von ihm abstehenden Stift in in ein Hohlprisma η ein, das auf dem Schieber I
senkrecht zu dessen Prismaführung festsizt. Zieht man an dem Knopf k in Richtung nach
aufsen parallel der Tastenlänge, so versetzt das Hohlprisma η den Hebel i in eine Drehung
in seiner Lagerung, und das Klinkenende löst sich aus der Zahnleiste 0. Hatte es durch
Eingriff in die Zahnleiste die Verschiebung der Klaviatur gesperrt, so ist diese jetzt durch entsprechenden
Druck auf den Knopf k frei hin und her bewegbar, ihre Anhebung vorausgesetzt.
Längs unter allen Tasten liegt eine Platte p, die am Gestell g hinten mit Gelenken r befestigt
ist. An zwei Gehängen q hängt die Platte an zwei zweiarmigen Hebeln t i1, Fig. 2.
Die Hebel sind am Gestell g auf Stiften s gelagert, und von jedem Hebel reicht ein freies
Ende nach der Instrumentenmitte hin unter den Klinkhebel i. Wird dieser mittelst des
Knopfes k zur Zahnleiste ο aufs'er Eingriff gebracht, so pressen die nach abwärts sich bewegenden
Rollen e die Hebelenden mit nieder. Die entgegengesetzten Hebelenden steigen dann
an und ziehen die Platte ρ empor. Diese fafst mit ihrer vorderen Kante unter die gesammten
Tasten und hebt diese um ein Weniges an. Die Klaviatur wird nun seitlich verschoben
und durch Zurücklassen des Knopfes k mit dem Klinkhebel i an einer anderen Stelle
wieder festgeklinkt. Eine bezw. zwei Federn u unter den Hebelenden ttl befördern und
sichern dann die Einklinkung und veranlassen zugleich damit die Senkung der Platte ρ und
aller Tasten.
Die Entfernungen der Einklinkungen in der Zahnleiste ο sind von ungleichem Abstande
(Fig. 7 und 8). Es entspricht dies der Festsetzung der Klaviatur auf rechte oder linke
Gruppen von Stöfsern, wie oben beschrieben ist. Auf der Vorderseite der Wand h ist über
dem Schlitz jede Einklinkung mit der ihr zugehörigen Tonart bezeichnet (Fig. 7).
■ Der oben erwähnten Zusammenfassung der dritten und vierten Ventilreihe und für deren wechselseitigen Gebrauch dient folgende mechanische Einrichtung:
■ Der oben erwähnten Zusammenfassung der dritten und vierten Ventilreihe und für deren wechselseitigen Gebrauch dient folgende mechanische Einrichtung:
Aus der Fig. 6 ist ersichtlich, dafs zur dritten Stöfserreihe die Hebel b2 eine doppelte Ventilklappe
bewegen. Diese Ventilklappe deckt immer eine Cancelle der dritten und eine Cancelle
der vierten Reihe gemeinsam. So sind, wie schon oben gesagt, Paare von Cancellen
gebildet, die zugleich geöffnet werden. Beide Töne eines solchen Cancellenpaares dürfen
aber nicht gleichzeitig ertönen, es soll vielmehr für den enharmonischen Wechsel der eine oder
der andere allein zum Ertönen kommen. Deshalb befindet sich unter der Windlade, die für
die hier in Rede stehenden Cancellenraumreihen ganz längs durch eine Scheidewand n,
Fig. i, getheilt ist, in dem Windvorrathskasten eine besondere, mit einem Knieschwengel sch
bewegbare Windsperrvorrichtung. Die Ventilklappen v1 und v2, die aus dem Windvorrathskasten
in die besonderen Windladenräume wl
und n>" einführen, stehen mit ihren im Winkel
abstehenden Angriffsarmen zu den beiden Anläufen auf der Stange st derartig beiderseits
aufserhalb der Anläufe,- dafs je nach Lage der
prismatisch in Richtung ihrer Länge verschiebbaren Stange nur das eine oder nur das andere
der beiden Ventile geöffnet sein kann. Die gegen einen dritten Anlauf an der Stange
drückende Feder f zwingt im unberührten Zustand der Einrichtung die Stange, nach der
Zeichnung nach rechts hingedrückt zu liegen. ■ Danach ist das Ventil v1 immer geöffnet, und
es wird bei einer Bewegung des Hebels b2 der niedrigere Ton zur Erzeugung kommen, während
für den enharmonischen Wechsel der höhere Ton auftritt, wenn mittelst des Knieschwengels
die Stange st in ihre Lage nach links hingerückt und deshalb das Ventil i>2 geöffnet,
das Ventil v1 geschlossen wird.
Klötzchen und Stöfser in ihrer Berührung am vorliegenden Harmonium entsprechen an
anderen Klaviaturinstrumenten der mechanischen Instrumentenpaarung, in der eine Ueberführung
der Tastenbewegung in Tonerzeugung oder Tonauslösung vor sich geht. Man kann also
allgemein für andere Klaviaturinstrumente von Tonerzeugungswerk - Angriffspunkten (Stöfserköpfen)
und angreifenden Tastenpunkten (Klötzchen füfsen) reden und diese sich unabhängig
von der Gestaltung der einzelnen Tonerzeugungswerke gemäfs der hier beschriebenen
Reihenordnung und Gruppenzusammenfassung angeordnet denken.
Durch Gebrauch der in Fig. 6 genau bezeichneten 7 Unter- und 13 Obertasten sind
in der c-Lage der Klaviatur folgende Dreiklänge vollständig rein zu spielen.
Dur: ges, des, as, es, b.
b, S-, c,.g, d, a.
d, a, e, h, fis.
Moll: b,f, c, g,d.
g, d, a, e, h, fis.
fis, eis, gis, dis, ais.
Liegt eine andere als c-Lage vor, so kann man Dreiklänge spielen, welche in demselben
Verhältnifs zu der Tonart der jeweiligen Lage stehen, wie die hier aufgeführten Dreiklänge
zum c-Ton.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:i. Einrichtung an Klaviatur-Musikinstrumenten zur Erzielung reiner Stimmen, dadurch gekennzeichnet, dafsa) die Angriffsklötzchen (c) an den Tasten und die Stöfser (a) für die Tonerzeuger in parallelen Reihen derart angeordnet sind, dafs durch Verschieben der Klaviatur die einer bestimmten Tonart entsprechenden Angriffsklötzchen (c) und Stöfser (a) über einander gestellt werden,b) die Stöfser (a) innerhalb der Reihen in eine rechte und eine linke Gruppe derart getheilt sind, dafs für eine gewisse Anzahl der Tonarten ausschliefslich die Stöfser der einen Gruppe und für eine Anzahl anderer Tonarten die Stöfser der anderen Gruppe von den Angriffsklötzchen (c) der Tasten beeinflufst werden.
- 2. An einem mit den unter i. angegebenen Einrichtungen versehenen Instrumente die Anordnung einer Reihe Ventilklappen für zwei Reihen (3. und 4. Reihe) von Tonerzeugern in der Weise, dafs die Ventile hebel (bj dieser Reihen nur von einer Reihe der Angriffsklötzchen (c2) bethätigt werden und das. Ertönen der einen oder anderen Reihe dieser Tonerzeuger nur von der Luftzuführung in die eine oder andere Cancellenreihe (V1 oder W2) abhängt, je nachdem vermittelst des Kniepedals (sch) die Klappe der einen Reihe (vj oder der ·, anderen Reihe (v%) geöffnet wird.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE54886C true DE54886C (de) |
Family
ID=329454
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT54886D Expired - Lifetime DE54886C (de) | Einrichtung von Klaviatur-Musikinstrumenten zur Erzielung reiner Stimmung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE54886C (de) |
-
0
- DE DENDAT54886D patent/DE54886C/de not_active Expired - Lifetime
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