DE548619C - Vakuumgerbverfahren fuer Leder aller Art - Google Patents

Vakuumgerbverfahren fuer Leder aller Art

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DE548619C
DE548619C DET31478D DET0031478D DE548619C DE 548619 C DE548619 C DE 548619C DE T31478 D DET31478 D DE T31478D DE T0031478 D DET0031478 D DE T0031478D DE 548619 C DE548619 C DE 548619C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/30Chemical tanning using physical means combined with chemical means

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Vakuumgerbverfahren für Leder aller Art Zur Erzielung einer raschen Durchgerbung der Blößen im Gerbbehälter ist die Anwendung eines hohen Vakuums bekannt. Durch neue Versuche hat sich .gezeigt, daß dabei der Gerbvorgang wesentlich beschleunigt und verbessert werden kann und daß insbesondere kein zu hartes Leder erzeugt wird, das nachträglich durch Walken weicher .gemacht werden müßte, wenn gemäß der Erfindung der Gerbflüssigkeit eine Beize, insbesondere eine Fermentbeize, zugesetzt wird. Außerdem empfiehlt es sich, vorübergehend die Gerbflüssigkeit mit -einem wesentlich gesteigerten Druck in die Blößen hineinzupressen, um sie dadurch schneller im Innern der Blößen zur Wirkung kommen zu lassen, wohingegen bisher nur bekannt war, die Luft als solche bzw. den in ihr enthaltenen Sauerstoff unter Druck auf die Blößen chemisch einwirken zu lassen.
  • Ferner hat sich unter den vorgenannten Umständen die Durchleitung eines .elektrischen Stromes durch die Gerbflüssigkeit als vorteilhaft erwiesen. Es ist zwar bekannt, die Gerbung durch Anwendung von Luftleere einerseits oder von Elektrizität andererseits zu beschleunigen. Die Erfolge .der elektrischen Gerbung sind jedoch bestritten. Erfindungsgemäß wird ein günstiger Einfluß der Elektrizität auf den Gerbvorgangdadurch erzielt, daß Luftleere und Elektrizität gleichzeitig bei der Gerbung angewandt wenden, wobei außerdem noch der Einfluß einer Bewegung der Blößen ausgenutzt werden kann, ohne daß dies aber notwendig ist.
  • In der Zeichnung sind in schematischer Weise zwei Behälter für die Durchführung des neuen Gerbverfahrens im Schnitt dargestellt. Abh. i zeigt einen feststehenden Bottich, in den die Blößen ruhend hineingehängt werden. Abb. z veranschaulicht ein drehbares Faß :zur Herstellung weicher Leder.
  • Der feststehende Behälter i kann durch den an der Welle :2 aufklappbar gelagerten Deckel 3 luftdicht abgeschlossen werden. Falls der Deckel sehr schwer ist, so muß ein Auge d. vorgesehen werden, bei dem ein Kranhaken angreifen kann. Im Innern des Bottichs sind an den beiden Längsseiten die Stützleisten 5 angebracht, auf denen die Stangen 6 aufgelegt werden können, die die Blößen tragen. Letztere sind entweder unmittelbar über die Stange 6 herübergelegt, wenn diese während. des Gerbprozesses in die Gerbflüssigkeit eintauchen sollen, oder die Blößen werden mittels Schnuren, Ketten o. dl-i. an den Stangen 6 aufgehängt, wenn letztere oberhalb der Gerbflüssigkeit verbleiben. In geringem Abstand über dem Boden des Bottichs i ist ein Siebblech 7 mit abwärts gerichteten Punzen angeordnet. Durch das Zuleitrohr 8 kann in .das Innere des Bottichs, und zwar unterhalb des Siebbleches 7, Dampf eingeleitet werden, der dann durch die Sieböffnungen hindurchtritt und in gleichmäßiger Verteilung .durch die Gerbflüssigkeit hindurch nach oben steigt. Letztere wird in den Bottich durch das Züleitrohr 9 eingelassen, während die Luft aus dem Bottich durch das Rohr io mittels einer Luftpumpe abgesaugt wird. Die Rohrleitungen8, 9 und io sind durch Ventile ii absperrbar. Um den elektrischen Strom durch,die Gerbflüssigkeit hindurchleiten zu können, sind an denjenigen Stangen 6', die den Seitenwänden des Bottichs i am nächsten liegen, große Metallplatten, z. B. solche aus Blei, befestigt, so daß diese parallel zu den Blößen in der Gerbflüssigkeit hängen. Die Metallplatten sind an die beiden Pole einer Gleich,- oder Wechselstromquelle angeschlossen, so daß sie als Elektroden dienen und den Strom von der einen Platte durch die Gerbflüssigkeit und die Blößen hindurch nach .der anderen Platte übertreten lassen. Durch Schaugläser 13 und Verbindungsöffnungen 1q. zum Anschluß je eines Thermometers und eines Manometers sowie durch die Ablaßöffnung 15 zur Entnahme von Proben der Gerbflüssigkeit wird die Einrichtung des Bottichs vervollständigt.
  • Die Benutzung des Bottichs ergibt sich aus dem Folgenden: Nach dem Öffnen des Deckels werden die Blößen mit Hilfe der Stangen 6 in den völlig leeren Bottich eingebracht. Wenn dieser große Abmessungen besitzt und ein schnelles Arbeiten erwünscht ist, so können Fördervorrichtungen vorgesehen werden, mit deren Hilfe .die vorbereiteten Blößen an den Stangen 6 sich rasch in das Innere des Bottichs einheben lassen. Wenn hiernach der Deckel 3 luftdicht geschlossen ist, so wird. die in dem Bottich i befindliche Luft durch die Leitung io mittels einer Luftpumpe abgesaugt. Hierauf läßt man durch das Rohr g die in Frage stehende Gerbflüssigkeit, nachdem ihr eine Beize, insbesondere eine Fermentbeize, zugesetzt worden ist, in das Innere des Bottichs eintreten, bis die Blößen vollständig in die Gerbflüssigkeit eintauchen. Wenn dies geschehen ist, so wird durch das Rohr 8 Dampf zugeleitet, der durch den Siebboden 7 hindurch in gleichmäßiger Verteilung nach oben steigt, damit die Gerbflüssigkeit erwärmt und im luftverdünnten Raum eingedickt wird. Die Dämpfe entweichen gleichfalls durch das Rohr io. Sie gehen dann durch einen Kondensator hindurch, in dem sie niedergeschlagen werden, während die Luft .durch die Luftpumpe abgesaugt wird. Nach der Einleitung der Gerbflüssigkeit werden die Metallelektroden 12 an eine Gleich- oder Wechselstromquelle angeschlossen und ein elektrischer Strom durch die Blößen hindurchgeleitet. Dies kann gleichzeitig mit dem Eindicken der Gerbflüssigkeit oder während einer mehr oder weniger langen Zeitdauer vor diesem Vorgang erfolgen.
  • Die Benutzung eines drehbaren Fasses 2o für Gerbereizwecke gemäß Abb.2 ist an und für sich bekannt. Das Faß ist bei den Lagerböcken-21 und 22 drehbar abgestützt und durch einen Deckel3o luftdicht absperrbar. Mittels eines Zahnkranzes 23 kann das Faß gedreht werden. Um es luftleer auspumpen zu können, ist sein Zapfen 2q. .durchbohrt und durch die Bohrung ein Rohr 25 luftdicht hindurchgeleitet, das innerhalb des Fasses aufwärts gebogen ist. Hierdurch wird erreicht, daß die Ausmündung des Rohres 25 stets oberhalb der Gerbflüssigkeit liegt, da das Rohr 25 an der Drehung des Fasses 2o nicht teilnimmt, sondern von außen festgehalten wird. Um außerdem zu verhindern, daß die in das Faß 2o eingebrachten Blößen mit dem feststehenden Rohr 25 in Berührung kommen, wird. dieses zweckmäßigerweise durch eine durchlochte Zwischenwand 26 von dem .eigentlichen Füllraum des Fasses 20 getrennt. Das Rohr 25 .dient zum Absaugender Luft und ist .demgemäß an eine Luftpumpe und einen Kondensator angeschlossen. Wollte man in die rotierende Trommel Dämpfe einleiten, so kann zu diesem Zweck ein Dampfzuleitungsrohr durch den Lagerzapfen 27 hindurchgeführt und innerhalb des Fasses 2o nach unten umgebogen werden, um dann an der Unterseite desselben entlang zu laufen, wo es für den Durchtritt des Dampfes entsprechend durchlocht ist. Man könnte auch elektrische Heizkörper an der Innenwand des Fasses 2o zum Erwärmen der Gerbflüssigkeit anbringen.
  • Durch Verwendung der vorbeschriebenen Vorrichtung läßt sich die Gerbdauer auf 9o Stunden und in besonderen Fällen durch Ausnutzung aller Vorteile sogar bis auf 14 Stunden abkürzen.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Vakuumgerbverfahren für Leder aller Art, dadurch .gekennzeichnet, daß der Gerbflüssigkeit eine Beize, insbesondere eine Fermentbeize, zugesetzt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Blößen in dem Gerbbehälter nicht nur dem Einfluß eines hohen Vakuums, sondern auch gleichzeitig demjenigen eines in an sich. bekannter Weise in die Gerbbrühe eingeleiteten elektrischen Stromes unterworfen werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß. die Gerbflüssigkeit mit den in sie eingetauchten Blößen zeitweise einem Druck ausgesetzt wird, der ein Mehrfaches des normalen Luftdruckes beträgt. q.. Verfahren, nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Gerbfliissigkeit Dampf unmittelbar hindurchgeleitet wird.
DET31478D 1926-02-25 1926-02-25 Vakuumgerbverfahren fuer Leder aller Art Expired DE548619C (de)

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