DE54057C - Verfahren zum Färben und Drucken mittels alkalischer Lösungen des Alizarins und ähnlicher Farbstoffe - Google Patents

Verfahren zum Färben und Drucken mittels alkalischer Lösungen des Alizarins und ähnlicher Farbstoffe

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DE54057C
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DENDAT54057D
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F. ERBAN und L. SPECHT in Marienthal, Nieder - Oesterreich
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P1/00General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
    • D06P1/36General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using mordant dyes ; using metallisable dyes

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
(Nieder - Oesterreich)
Farbstoffe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 4. Februar 1890 ab.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Färben und Drucken mittels alkalischer Lösungen des Alizarins und ähnlicher Farbstoffe (Purpurin, Coerulein, Alizarinschwarz, Gallocyanin, Gallei'n, Anthracenbraun, Alizaringelb, Alizarinorange, Alizaringrau u. s. f.).
Nach den bisher. gebräuchlichen Methoden wurde das vorgebeizte Gewebe nach einem com-.plicirten Fixirprocefs in einer Flotte gefärbt, welche die betreffenden Farbstoffe nicht gelöst, sondern nur fein suspendirt enthielt. Die Bildung des Farblackes konnte dabei nur sehr langsam vor sich gehen und machte eine genaue Beobachtung der jeweiligen Temperaturen erforderlich, ohne dafs ein Verlust an Farbstoff nach jeder einzelnen Operation vermieden werden konnte. Zur Ausführung dieses Färbe- und ebenso des Druck-Verfahrens war eine Reihe von Vorbereitungsmaschinen bezw. Farbeständern (wie in der Strangfärberei) nothwendig; sie bedingten einen grofsen Dampfverbrauch, geschickte Arbeiter und viel Zeit. Ferner mufsten beim Aussieden theure Fixationsmittel (wie phosphorsaures Natron, Wasserglas und dergleichen) angewendet werden.
Nach dem vorliegenden Verfahren werden alle diese Uebelstände und Nachtheile dadurch beseitigt, dafs die Faser zuerst mit einer Lösung des Alizarins oder eines ähnlichen Farbstoffes der oben genannten Reihe in einem Alkali (der Farbstoff lösung) und hierauf mit den betreffenden Beizen imprägnirt wird, -worauf die Entwickelung des Farblackes mittels Dampfes erfolgt.
Hierdurch wird einerseits die Anwendung der Farbstofflösung und der Beizen in kaltem Zustande (kalte Bäder) ermöglicht, andererseits bei grofser Dampfersparnifs und vollständiger Ausnutzung der Farben und Beizen das Verfahren derart beschleunigt, dafs zu seiner Durchführung nie so viel Zeit beansprucht wird, als bis jetzt das Beizen allein beansprucht. Schliefslich entfallen alle Fixirmittel, und die überschüssigen Färbebäder werden wiedergewonnen.
Zur Ausführung des Verfahrens genügen die bekannten Pflatschmaschinen oder Klotzmaschinen mit Trockenkammern (»Hot Flue«.). Die zum Färben und Drucken verwendeten Farbstofflösungen werden bereitet, indem man Alizarin oder einen der genannten Farbstoffe, in einem Alkali löst.
Derartige Lösungsmittel sind: Ammoniak, die Hydroxyde und Carbonate der Alkalien, kohlensaures Ammonium, alkalisch reagirende Salze (phosphorsaures Natron, Borax, Wasserglas, Natriumaluminaf u. s. w., alkalisch reagirende Seifen, Tiirkischrothöl und organische Basen (z. B. Amine).
Am vortheilhaftesten von diesen ist Ammoniak, weil es beim Trocknen die Faser nicht angreift, sondern sich verflüchtigt, wobei der früher gelöste Farbstoff wieder unlöslich .wird und sich auf und in der Faser absetzt. Infolge dessen wird auch beim Durchgang der Faser durch die folgenden Bäder eine Verunreinigung derselben sowie ein Verlust an Farbstoff vermieden.
Zur Bereitung der Lösungen genügt das ι Y2 bis 2 fache der aus der Molecularformel des Farbstoffes für die vollständige Absättigung berechneten Menge Ammoniak.
Der Concentrationsgrad dieser alkalischen Farbstofflösungen hängt einerseits von dem angewendeten Farbstoff, andererseits von dem zu erzeugenden Farbenton ab.
Das neue Färbeverfahren mittels derartig hergestellter alkalischer Farbstofflösungen wird in folgender Weise durchgeführt. Das entsprechend vorbereitete Gewebe geht durch das erste Bad, welches aus der je. nach der Stärke des Farbentones mehr oder weniger mit Wasser verdünnten Farbstofflösung besteht. Dies geschieht auf einer Pflatschmaschine bekannter Einrichtung, worauf das Gewebe ausgequetscht wird. Bei dunklen Nuancen ist es für die Gleichmäfsigkeit der Färbung zweckmäfsig, diesen Weg zweimal machen zu lassen, ehe man trocknet.
Man kann dem Bade aufser der Farbstofflösung Zusätze geben, welche den Farbstoff in alkalischer Lösung nicht fällen, z. B. Natriumaluminat, Seifenlösung, zinnsaures Natron, Türkischrothöl u. s. f., wodurch man bei leichten Nuancen mitunter ein zweites Bad (Beizbad) ersparen kann. Hierauf wird vortheilhaft auf einer Klotzmaschine mit Trockenkammer (»Hot Flue«) getrocknet; hierbei verflüchtigt sich das Ammoniak, und der Farbstoff bleibt ungelöst auf und in der Faser zurück.
Nun kommt das Gewebe in das zweite Bad, welches die Beizen am besten als Salze einer flüchtigen Säure, z. B. Essigsäure, enthält, wird nach dem Durchgang wieder ausgequetscht und getrocknet, wobei in manchen Fällen eine . theilweise Farblackbildung eintritt. Die Verbindung des Farbstoffes mit der Beize ist aber zunächst noch nur lose, weshalb das Gewebe in diesem Stadium besonders für den Aetzdruck geeignet ist.
Zur Herstellung der Beizbäder dienen essigsaure Thonerde, essigsaurer Kalk, essigsaures Chrom, holzessigsaures Eisen u. s. f., und zwar je nach der Farbnüance concentrirt oder mit Wasser verdünnt.
Soll das Gewebe avivirt werden, so wird es nach dem Verlassen des zweiten Bades durch eine Türkischrothöllösung oder Seifenlösung genommen, ausgequetscht und getrocknet. Bei Anwendung mehrerer neben einander nicht beständiger Beizen werden diese vortheilhaft in getrennten Bädern benutzt.
Das dritte Stadium des Verfahrens, die Entwickelung des Farblackes, erfolgt durch etwa zweistündiges Dämpfen in Dampf von ι '/2 bis 2 Atmosphären Ueberdruck.
Das beschriebene Verfahren kann unter Anwendung der entsprechenden Maschinen unverändert auch für Garnfärberei Anwendung finden.
Die in Vorstehendem beschriebenen alkalischen Lösungen des Alizarins und der genannten Farbstoffe können aufser für die Glattfärberei, wie dies oben näher erklärt wurde, auch für bedruckte Gewebe Anwendung finden.
Es können verdickte Metallbeizen auf ungedämpfte Färbungen aufgedruckt werden, wodurch an den bedruckten Stellen die Nuance des Grundes dadurch entsprechend modificirt wird, dafs die aufgedruckten Beizen mit in den sich bildenden Farblack eintreten. So giebt z. B. Chromacetat auf Roth ein Cachoubraun und holzsaures Eisen auf Roth ein Violettschwarz.
Hierdurch ist man im Stande, auf vorgefärbtem Grunde neben Weifs verschiedene Nuancen in einer Operation zu erzielen.
Die Beizen können auch auf Gewebe gedruckt werden, welches blos das erste Bad (die Farbstoff lösung) passirt hat, oder es können verdickte Farbstofflösnngen, z. B. des Alizarins, auf vorgebeizte Gewebe aufgedruckt werden. Die Entwickelung erfolgt auch hier im Dampf.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zum Glattfärben bezw. Drucken mittels alkalischer Lösungen des Alizarins und ähnlicher Farbstoffe (Purpurin, Coerule'in, Alizarinschwarz, Gallocyanin, Galle'in, Anthracenbraun, Alizaringelb, Alizarinorange, Alizaringrau u. s. f.), dadurch gekennzeichnet, dafs das Gewebe zuerst mit der alkalischen Lösung eines der genannten Farbstoffe und hierauf mit der Beize imprägnirt bezw. mit verdickten Beizen bedruckt, oder aber dafs das mit der Beize1 imprägnirte Gewebe mit verdickter Farbstofflösung bedruckt und zuletzt der Farblack im Dampf entwickelt wird.
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