DE539146C - Retuschier- oder Kolorierverfahren fuer Photographien unter Verwendung einer UEberzugsschicht aus einer oeligen Fluessigkeit - Google Patents
Retuschier- oder Kolorierverfahren fuer Photographien unter Verwendung einer UEberzugsschicht aus einer oeligen FluessigkeitInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G03—PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
- G03C—PHOTOSENSITIVE MATERIALS FOR PHOTOGRAPHIC PURPOSES; PHOTOGRAPHIC PROCESSES, e.g. CINE, X-RAY, COLOUR, STEREO-PHOTOGRAPHIC PROCESSES; AUXILIARY PROCESSES IN PHOTOGRAPHY
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Landscapes
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Description
- Retuschier- oder Kolorierverfahren für Photographien unter Verwendung einer Überzugsschicht aus einer öligen Flüssigkeit Die Erfindung betrifft eine weitere Ausbildung und Verbesserung des durch das Patent 466 112 geschützten Retuschier- oder Kolorierverfahrens. Dieses Verfahren besteht darin, daß man die Photographie zunächst mit einem durchsichtigen Überzug versieht, den man trocknen läßt, dann diesen Überzug mit einer farbigen Grundierung bedeckt und schließlich durch Abschwächen bzw. Verstärken der Grundierung Licht und Schatten erzeugt. Es hat sich nun durch umfangreiche Versuche gezeigt, daß man noch bessere Bildwirkungen erzielen kann, wenn man die Grundierung erstens auf der noch feuchten Überzugsschicht vornimmt und zweitens als Mittel tür die überzugsschicht eine Lösung nimmt, die nur ungefähr 5o °/;, hydriertes Naphthalin, etwa 30 °/o Leinöl und etwa 2o °/o Bronzetinktur enthält. Dieses Mal- oder Lösungsmittel trocknet infolge des geringeren Zusatzes von hydriertem Naphthalin und des höheren Zusatzes an Leinöl gegenüber den im Patent 466 112 angegebenen gleichartigen Bestandteilen nicht so rasch, so daß die Grundierungsfarbe auf die längere Zeit feuchtbleibende überzugsschicht aufgebracht und mit dieser zu einer öligen Farbe verrieben werden kann. Dadurch wird eine farbige Grundierung geschaffen, die sowohl zur Licht- und Schattengebung durch Abradieren oder weiteren Grundierung als auch zur späteren Kolorierung mit besoirderen Farbstiften sehr geeignet ist.
- Die bis jetzt gebräuchlichen übermalungsverfahren -für Photographien, besonders kleineren Formates, beruhen in der Anwendung von Eiweißlasurfarben, Aquarell-, Tempera-oder Anilinfarben. Da diese Farbstoffe mit Wasser verarbeitet werden müssen, so ergibt sich beim Auftragen stets eine mehr oder weniger starke Durchfeuchtung und Quellung der Bildschicht, die sehr leicht eine Beschädigung der Bilder zur Folge haben kann. Ebenso ist das Wellen der Abzüge bei der Arbeit eine sehr störende Begleiterscheinung. Ein ganz wichtiges Gebot bei den obigen Verfahren ist das Einhalten der Bildgrenzen, da die mit Wasser verarbeiteten Farbstoffe beim Auftragen bekanntlich in die Schicht eindringen, aus der sie dann nicht mehr entfernt werden können. Alle diese unangenehmen Begleiterscheinungen fallen beim Malverfahren nach der Erfindung weg, da mit einem öligen Malmittel gearbeitet wird, das die Schicht in keiner Weise angreift, das Papier nicht wellig macht und das sich außerdem radieren läßt. Andererseits hat man auch schon vorgeschlagen; als überzugsschicht nur Leinöl zu verwenden.. -Dies hat aber wiederum den Nachteil, daß- die Leinölschicht zu langsam- trocknet -und daaß''sie später durchschlägt und dem kolorierten Bild einen Stich ins Graue gibt.
- Das Verfahren nach der Erfindung spielt sich in folgender Weise ab: Zunächst wird eine mattkopierte Photographie - für Porträt ist ein Sepiaton besonders geeignet - mit (dem oben beschriebenen Farblösungsmittel vollkommen eingerieben. Auf die noch feuchte Schicht wird nun die jeweils gewünschte Grundfarbe mit dem Stift strichweise, d. h. nicht völlig deckend, aufgetragen und mittels eines weichen Lappens zu einem warmen, deckenden Farbton verrieben. Es können natürlich auch je nach Art des Bildes größere Flächen, z. B. Vordergrund und Hintergrund, mit verschiedenen Grundierungsfarben bedeckt werden. Der Grundton oder die Grundtöne werden mit besonderen von der Erfinderin hergestellten Farbstiften hergestellt, die mit der noch feuchten Überzugsschicht eine Art durchsichtige Ölfarbe ergeben. Zur Erzeugung der Grundierung können bei dunkel kopierten Bildern auch besondere Grundierstifte verwendet werden, die fetthaltig, sehr weich und farbkräftig sind. Wie beim Verfahren nach dem Hauptpatent 466 112 werden nunmehr, nachdem die Grundierung getrocknet ist, durch Abradieren mittels eines harten Radiergummis die helleren Stellen, Lichter und Reflexe erzeugt.
- An dieses feuchte Malverfahren schließt sich nun ein trocknes Malverfahren. Die zu kolorierenden Einzelheiten der Photographie werden mit den verschiedenfarbigen Stiften etwa in Pastellmanier überstrichen und mit einem trocknen weichen Lappen verrieben, wobei man natürlich auch jederzeit mit dem Gummi zur Erhaltung der Lichter arbeitet. Am besten eignen sich zur Herstellung farbiger Photographien matte oder tiefmatte Bromsillyer-, Gaslicht- oder Auskopierpapiere mit nicht zu harten Tiefen, da diese Papiere eine weiche Farbtönung ermöglichen. Die Abzüge müssen vor der Bearbeitung vollkommen trocken sein, da jede Wasserfeuchtigkeit die photographische Bildschicht zurr Quellen bringt, die dadurch für eine Einfärbung mit Farbstiften ungeeignet wird.
- Durch die Anwendung des oben angegebenen Lösungsmittels zur Erzielung des farblosen Überzugs wird der Farbauftrag unverwischbar, ein Fixieren des Bildes ist daher nicht nötig.
- Sollte die fertiggestellte farbige Photographie nicht gelungen sein, so ist es ohne weiteres möglich, sämtliche Farbschichten mitsamt der Überzugsschicht mittels Terpentin abzuwaschen, so daß die bloße, ursprüngliche Photographie unbeschädigt wieder zutage tritt.
Claims (2)
- .YATENTANSPRUCHE: i. Retuschier- oder Kolorierverfahren für Photographien unter Verwendung einer Überzugsschicht aus einer öligen Flüssigkeit nach Patent 466 112, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundierungsfarben auf den noch feuchten Überzug aufgetragen und verrieben und daß schließlich auf die wunschgemäß verteilte, noch nasse oder auch trockene Grundierungsschicht die übrigen Farben gesetzt werden.
- 2. Retuschier- oder Kolorierverfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß als Überzugsmitttel eine Lösung von etwa 5o °/o hydriertem Naphthalin, etwa 30 °/o Leinöl und etwa 20 °/o Tinktur verwendet wird.
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