DE52978C - Verfahren zur Herstellung eines neuen Stoffes aus dem Wollfett - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines neuen Stoffes aus dem Wollfett

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DE52978C
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fat
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DENDAT52978D
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NORDDEUTSCHE WOLLKÄMMEREI und KAMMGARNSPINNEREI in Bremen
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B11/00Recovery or refining of other fatty substances, e.g. lanolin or waxes
    • C11B11/005Lanolin; Woolfat

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  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 23: Fettindustrie.
in BREMEN.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. August· 1889 ab.
Die bisher noch nicht bekannten Extract- oder Gummiharze, zu deren Herstellung das neue Verfahren dient, werden aus den Waschwässern der Wollwäschereien und -Kämmereien gewonnen.
Dieselben sind von dunkler Farbe und unlöslich in Benzin, Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Aceton und concentrirtem Alkohol, löslich dagegen in Wasser, verdünntem Alkohol und in Wollfett, und lassen sich so trocken darstellen, dafs sie pulverisirt werden können. Es ist bisher vollständig unbeachtet geblieben, dafs in den genannten Waschwässern, aufser Wollfett, Seifen und Alkalien, auch noch diese Stoffe enthalten sind, welche als Ursache vieler erst jetzt erklärlicher Erscheinungen bei der Verarbeitung der fraglichen Abwässer anzusehen sind.
Diese Stoffe werden in folgender Weise dargestellt: Zunächst setzt man den Waschwässern ,der Wollkämmereien und -Wäschereien Schwefelsäure so lange zu, als noch ein Niederschlag entsteht. Dieser Niederschlag, vom Wasser, getrennt, bildet den sogen. Fettschlamm, das Ausgangspr'oduct. für die Gewinnung der Extract- oder Gummiharze. Derselbe besteht, abgesehen von den Schmutztheilen, aus Fettsäuren, neutralem Wollfett und den vorgenannten Extractivstoffen.
Dieser Fettschlamm wird verseift, hierauf oder auch vorher mit der drei- bis fünffachen Menge Benzin versetzt und unter Erwärmen so lange umgerührt, bis eine ganz gleichmäfsige Mischung entstanden ist. Alsdann wird, ohne das Rührwerk anzuhalten, etwa so viel 95proc.
Alkohol eingetragen, als dem zehnten Theil des angewendeten Benzins entspricht. Nachdem die Mischung vollständig gleichmäfsig geworden ist, wird das Rührwerk abgestellt und es bilden sich alsdann nach kurzer Zeit der Ruhe zwei Schichten, nämlich eine obere Schicht, welche aus einer Lösung von Wollfett besteht, und ein Bodensatz, welcher die Extractivstoffe enthält.
Mit dem letzteren, welcher nach dem Abziehen der Wollfettlösung immer noch etwas Wollfett einschliefst, wird die Behandlung in gleicher Weise wie mit dem Fettschlamm so lange wiederholt, bis die obere Benzinschicht absolut kein Wollfett mehr enthält. Geschieht dies nicht vollständig, so besitzen die Extractivstoffe infolge der Anwesenheit von Wollfett die Eigenschaft, sich mit diesem zusammen in fettlösenden Mitteln zu lösen, und es wird dadurch ihre Rein darstellung verhindert.
Der nunmehr verbleibende Bodensatz wird durch Abdestilliren von den ihm noch anhaftenden flüchtigen Stoffen befreit, getrocknet und mittelst absoluten Alkohols von etwa noch in ihm enthaltenen Seifen vollständig befreit. Alsdann werden aus ihm durch Extraction mit Wasser, verdünntem Alkohol oder einem anderen Lösungsmittel die genannten Extract- oder Gummiharze gewonnen.
Neu bei diesem Verfahren ist die Verbindung der Anwendung von Benzin und Alkohol, sowie die anderweitig nirgends erwähnte, aber nothwendig erforderliche Darstellung eines von Wollfett und Seifen gänzlich freien Boden-
satzes, aus welchem allein die Extractivstoffe rein erhalten werden können. Statt Benzin kann Aether, Chloroform und Schwefelkohlenstoff verwendet werden. Als Fällungsmittel eignen sich Aethyl-, Methyl-, Amylalkohol, überhaupt alle Glieder der Alkoholreihe, welche nach der allgemeinen Formel CnH^n + 2)O zusammengesetzt ist.
Menge und Stärke des anzuwendenden Alkohols sind nicht immer gleich, sondern müssen wegen der grofsen Verschiedenheit in der Zusammensetzung des Fettschlammes, welche durch die Wollsorten, aus welchen er stammt, bedingt ist, in jedem einzelnen Falle vorher festgestellt werden.
Die so dargestellten Extract- oder Gummiharze finden als Hauptbestandteil einer Lederwichse Verwendung.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Das Verfahren zur Herstellung von Extract- oder Gummiharzen, welche in Benzin, Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Aceton, concentrirtem Alkohol unlöslich sind, aus den Abwässern der Wollwäschereien, durch Behandlung des mittelst Schwefelsäure gefällten Fettschlammes, vor oder nach seiner Verseifung, mit Benzin, Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff oder einem sonstigen fettlösenden Mittel, sowie Alkohol (Aethyl-, Methyl-, Amyl-Alkohol oder einem der übrigen Alkohole der Alkoholreihe von der allgemeinen Formel CnH^2n + 2) O) und Reinigung durch Extraction mittelst Wassers, verdünnten Alkohols oder eines anderen Lösungsmittels für die Extractivstoffe.
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