DE477844C - Verfahren zur Gewinnung von Zitronensaeure - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Zitronensaeure

Info

Publication number
DE477844C
DE477844C DEST41339D DEST041339D DE477844C DE 477844 C DE477844 C DE 477844C DE ST41339 D DEST41339 D DE ST41339D DE ST041339 D DEST041339 D DE ST041339D DE 477844 C DE477844 C DE 477844C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
citric acid
diffusion
production
residues
juices
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEST41339D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
GIUSEPPE BOSURGI DR
PAUL STUKART DR ING
Original Assignee
GIUSEPPE BOSURGI DR
PAUL STUKART DR ING
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by GIUSEPPE BOSURGI DR, PAUL STUKART DR ING filed Critical GIUSEPPE BOSURGI DR
Priority to DEST41339D priority Critical patent/DE477844C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE477844C publication Critical patent/DE477844C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C51/00Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides
    • C07C51/42Separation; Purification; Stabilisation; Use of additives

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Medicines Containing Plant Substances (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Zitronensäure Die Zitronensäuregewinnung erfolgt im allgemeinen aus dem Preßsafte der Zitronen, welcher entweder an der Erzeugungsstelle direkt als Kalkzitrat gefällt oder zum sogenannten »Agro cötto« konzentriert wird.
  • Der Zitronenpreßsaft enthält neben der freien Zitronensäure und wenig Zitraten noch andere organische Säuren, Zuckerarten, Bitterstoffe, Eiweißstoffe, Schleimstoffe und Pektine, die vom Standpunkte des Erzeugers der Zitronensäure als Verunreinigungen aufzufassen sind. Jedenfalls haben diese Bestandteile einen Einfluß auf die Qualität des daraus darstellbaren Calciumzitrates und »Agro cotto« und beeinflussen auch die weitere Fabrikation der Zitronensäure aus diesen Rohstoffen.
  • Aber der durch Pressen gewonnene Zitronensaft enthält nicht die gesamte Zitronensäure der Zitronen, ein großer Teil bleibt in den Preßrückständen, dem sogenannten »Pastazzo«. Die absoluten Mengen wechseln stark je nach der Jahreszeit, aber immer ist der Anteil der Zitronensäure, der in den Preßrückständen verbleibt, ein beträchtlicher, etwa ein Drittel der Gesamtmenge, wenn nicht mehr.
  • So ergaben z. B. iooo kg Zitronen mit etwa 3% Gesamtgehalt an freier Zitronensäure (= 3o kg) durch Pressen 3 i 8 kg Preßsaft, enthaltend etwa 58 g Zitronensäure im Liter (= i8,44 kg), und 682 kg Preßrückstände, enthaltend 11,6 kg Zitronensäure, woraus hervorgeht, da.ß die Preßrückstände etwa 470/6 absolut an Zitronensäure enthielten oder über 38% der Gesamtzitronensäure. Durchschnittlich kann der Gehalt des Pastazzo aber mit mindestens z% angenommen werden. Werden jedoch die Zitronenschalen separiert, um zur Essenzenfabrikation zu dienen, bleibt der innere, fleischige Teil, das sogenannte »Cavato« zurück, welches nach dem Abpressen einen Preßrückstand hinterläßt, der bis 30/0 Zitronensäure enthält.
  • Das vorliegende Verfahren beschreibt eine neue Methode zur Gewinnung der Zitronensäure aus diesen Preßrückständen. Bisher geschah die Ausnutzung dieser Preßrückstände durch Zentrifugieren oder durch Waschen mit Wasser, welches meist während des Pressens eingespritzt wird. So gelingt die Entfernung der Zitronensäure aus den Rückständen aber nur sehr unvollständig, und außerdem sind die erhaltenen Waschlaugen sehr verdünnt, was ungünstig ins Gewicht fällt, da immerhin Kalkzitrat auch im warmen Wasser löslich ist und somit die Fällung zu sehr verdünnter Lösungen unökonomisch ist.
  • Das österr. Patent 93 942 beschreibt ein Verfahren, mittels welchem es gelingt, durch Zerkochen unter Druck die Zitronensäure auch aus Preßrückständen in filtrierbare Lösung zu bringen. Das vorliegende Verfahren wendet dagegen die Diffusion an.
  • Wenn auch die Anwendung der Diffusion in einigen anderen Industrien gut bekannt ist und vielfach angewandt wird, wie z. B. in der Zuckerindustrie oder in der Industrie der Gerbextrakte, und wenn auch die Möglichkeit der Diffusion der Zitronensäure vorauszusehen war, so war dagegen nicht vorauszusehen, daß im Falle der Anwendung auf das Pastazzo, also ein von Holz oder Rübe grundverschiedenes Material, die Diffusion in einer Art verläuft, die ihre praktische Anwen=-, dung in der Zitronensäureindustrie ermöglicht. Dies mußte geprüft werden, und der günstige Verlauf dieses Vorganges, sowohl was die Geschwindigkeit der Diffusion betrifft als auch was die Eignung der gewonnenen Diffusionssäfte zur weiteren Verarbeitung anbelangt, war nicht vorauszusehen. Außerdem war nicht vorauszusehen, daß der Verlauf der Diffusion selbst gegen kaltes Wasser ein geeigneter sein werde, da in anderen Industrien, so auch in den vorhergenannten, wie allgemein bekannt, die warme Diffusion angewandt wird. Da die Geschwindigkeitsdifferenz der Diffusion bei Anwendung von kaltem oder etwa 6ogradigem Wasser nicht bedeutend ist, ergibt sich daraus die gute Anwendbarkeit der kalten Diffusion, welche nicht nur eine Ersparnis an Energie bedeutet, aber auch einen anderen großen Vorteil involviert,_ da diese Diffusionssäfte zur Weiterverarbeitung besser geeignet sind als die auf warmem Wege gewonnenen Diffusionssäfte, da in diese viel mehr störende Unreinheiten, speziell. Pektine, gelangen. Die Diffusionssäfte enthalten verhältnismäßig weniger von den Stoffen, welche die Zitronensäure in den Zitronen begleiten, denn wie aus der eingangs erfolgten Aufzählung dieser Begleitstoffe ersichtlich, handelt es sich meist um kolloidale, jedenfalls höheres Molekulargewicht aufweisende Stoffe als die Zitronensäure, von welch letzterer sie durch deren größere Diffusionsgeschwindigkeit überholt werden. Es ist einleuchtend, daß ein an diesen Begleitstoffen ärmerer Saft leichter prezipitierbar ist, da diese Begleitstoffe als Kolloide die reine, kristallinische Fällung nicht nur stören und somit die Qualität beeinflussen, sondern durch schutzkolloidartige Wirkung sogar noch Verluste an der Quantität des prezipitierten Kalkzitrats verursachen können.
  • Zu dem technisch,ökonomischen Effekt, der sich in der Ersparnis an Energie beider Anwendung speziell der kalten Diffusion ergibt, kommt gegen die vorerwähnten Methoden noch der weitere technische Effekt, daß man durch Diffusion Säfte von einer Konzentration erhalten kann, die wegen des günstigen Diffusionsgefälles nicht viel niedriger ist als die Konzentration der Zitronensäure im Pastazzo selbst. Es ergeben sich somit neue Energieersparnisse dadurch, daß diese Säfte, um zur Fällung geeignet zu sein, nicht so stark weiterkonzentriert werden müssen wie die nach anderen Methoden erhaltenen, verdünnteren Lösungen. Ein weiterer technischer Effekt besteht darin, daß die Diffusion das Filtrieren der Säfte überflüssig macht, denn die gewonnenen Diffusionssäfte sind genügend klar und klären sich bei evtl. kurzem Stehen sehr rasch noch mehr. Durch diese Umstände wird erklärlich, warum die durch Fällung solcher Diffusionssäfte erhaltenen Kalkzitrate sehr rein und hochprozentig sind, wodurch auch die durch Zersetzung mit Schwefelsäure erhaltenen Zitronensäurelösungen reiner sind als solche aus anderen Zitraten, wodurch weitere Energie und Materialersparnisse bei der nachfolgenden Raffination dieser Lösungen Hand- in Hand gehen.
  • Die Anwendung der Diffusion zeitigt aber noch andere ökonomische Effekte; das Pastazzo wird durch Diffusion so weitgehend entsäuert, daß es praktisch als säurefrei bezeichnet werden kann, besonders wenn es noch durch Abpressen von der enthaltenen Flüssigkeit zum Teil befreit wird. In diesem Zustande gewinnen die Preßrückstände als Viehfutter an Wert, da sie so vom Vieh viel lieber entgegengenommen werden, als die immerhin noch stark säurehaltigen, aus der Anwendung anderer Methoden resultierenden Rückstände. Aber auch als Ausgangsstoff zur Pektingewinnung eignen sich diese entsäuerten Rückstände ganz hervorragend, da bei- dieser Fabrikation schon kleine Säuremengen störend wirken.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von Zitronensäure neben einem als Viehfuttermittel und als Ausgangsmaterial für die Pektingewinnung geeigneten Rückstand aus den Preßrückständen von Zitronen, dadurch gekennzeichnet, daß man die Preßrückstände einer Diffusion, insbesondere einer kalten, unterzieht.
DEST41339D 1926-07-29 1926-07-29 Verfahren zur Gewinnung von Zitronensaeure Expired DE477844C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEST41339D DE477844C (de) 1926-07-29 1926-07-29 Verfahren zur Gewinnung von Zitronensaeure

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEST41339D DE477844C (de) 1926-07-29 1926-07-29 Verfahren zur Gewinnung von Zitronensaeure

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE477844C true DE477844C (de) 1929-06-17

Family

ID=7463955

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEST41339D Expired DE477844C (de) 1926-07-29 1926-07-29 Verfahren zur Gewinnung von Zitronensaeure

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE477844C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE477844C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zitronensaeure
DE655337C (de) Verfahren zum Entwaessern von Hefe
DE1216810B (de) Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von konzentrierten waessrigen Xyloseloesungen
DE531046C (de) Verfahren zur Herstellung von Pektin
DE644754C (de) Verfahren zur Herstellung eines Trockenproduktes aus Staerkezuckersirup
DE727050C (de) Verfahren zur Affination von Rohzucker
DE322918C (de) Verfahren zur Gewinnung eines Futtermittels aus aufgeschlossenem, freies Alkali enthaltendem Stroh u. dgl.
DE2606987C2 (de)
DE544031C (de) Verfahren zum vollstaendigen Aufschliessen des Zellgewebes von Pflanzen oder Pflanzenteilen zwecks Gewinnung von Pektinstoffen
DE687851C (de) Verfahren zur Herstellung von Salzen der Alginsaeure aus Algen
DE537352C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zucker aus Cellulose bzw. cellulosehaltigen Stoffen
DE665134C (de) Verfahren zum Extrahieren von Zein aus Maisproteinen
AT119956B (de) Verfahren zur Verarbeitung zellulosehaltiger Materialien zum Zwecke der Gewinnung von Zucker und Furfurol.
DE431924C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunstseide aus Viskose
DE740269C (de) Verfahren zum Gerben
DE331378C (de) Verfahren zur Gewinnung von Staerke aus Kartoffeln
DE705822C (de) Verfahren zur Staerkeherstellung
DE744358C (de) Verfahren zum Faellen und Abtrennen der Kolloide in den Abwaessern der Diffusion bei der Ruebenzuckerfabrikation
DE869595C (de) Verfahren zur Herstellung von Pektinextrakten zur Gewinnung aschearmer Reintrockenpektine nach dem Faellverfahren
DE402645C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichem Gummi aus Ruebenschnitzeln
AT67520B (de) Verfahren zum Entfärben von lohgarem Leder.
DE39573C (de) Verfahren zur Beseitigung der Salpetersäure aus Traubenzuckerlösungen
AT147010B (de) Verfahren zur Gewinnung von Aluminiumverbindungen aus schwer aufschließbaren Tonerdemineralien (Tonen, Kaolinen und ähnlichen).
AT158485B (de) Verfahren zur Verzuckerung von Zellulose u. dgl. durch Druckperkolation mit verdünnten Säuren und Weiterverarbeitung der anfallenden Zuckerwürze.
DE407484C (de) Verfahren zur Herstellung von Aluminiumsulfatloesungen