DE477844C - Verfahren zur Gewinnung von Zitronensaeure - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von ZitronensaeureInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
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Description
- Verfahren zur Gewinnung von Zitronensäure Die Zitronensäuregewinnung erfolgt im allgemeinen aus dem Preßsafte der Zitronen, welcher entweder an der Erzeugungsstelle direkt als Kalkzitrat gefällt oder zum sogenannten »Agro cötto« konzentriert wird.
- Der Zitronenpreßsaft enthält neben der freien Zitronensäure und wenig Zitraten noch andere organische Säuren, Zuckerarten, Bitterstoffe, Eiweißstoffe, Schleimstoffe und Pektine, die vom Standpunkte des Erzeugers der Zitronensäure als Verunreinigungen aufzufassen sind. Jedenfalls haben diese Bestandteile einen Einfluß auf die Qualität des daraus darstellbaren Calciumzitrates und »Agro cotto« und beeinflussen auch die weitere Fabrikation der Zitronensäure aus diesen Rohstoffen.
- Aber der durch Pressen gewonnene Zitronensaft enthält nicht die gesamte Zitronensäure der Zitronen, ein großer Teil bleibt in den Preßrückständen, dem sogenannten »Pastazzo«. Die absoluten Mengen wechseln stark je nach der Jahreszeit, aber immer ist der Anteil der Zitronensäure, der in den Preßrückständen verbleibt, ein beträchtlicher, etwa ein Drittel der Gesamtmenge, wenn nicht mehr.
- So ergaben z. B. iooo kg Zitronen mit etwa 3% Gesamtgehalt an freier Zitronensäure (= 3o kg) durch Pressen 3 i 8 kg Preßsaft, enthaltend etwa 58 g Zitronensäure im Liter (= i8,44 kg), und 682 kg Preßrückstände, enthaltend 11,6 kg Zitronensäure, woraus hervorgeht, da.ß die Preßrückstände etwa 470/6 absolut an Zitronensäure enthielten oder über 38% der Gesamtzitronensäure. Durchschnittlich kann der Gehalt des Pastazzo aber mit mindestens z% angenommen werden. Werden jedoch die Zitronenschalen separiert, um zur Essenzenfabrikation zu dienen, bleibt der innere, fleischige Teil, das sogenannte »Cavato« zurück, welches nach dem Abpressen einen Preßrückstand hinterläßt, der bis 30/0 Zitronensäure enthält.
- Das vorliegende Verfahren beschreibt eine neue Methode zur Gewinnung der Zitronensäure aus diesen Preßrückständen. Bisher geschah die Ausnutzung dieser Preßrückstände durch Zentrifugieren oder durch Waschen mit Wasser, welches meist während des Pressens eingespritzt wird. So gelingt die Entfernung der Zitronensäure aus den Rückständen aber nur sehr unvollständig, und außerdem sind die erhaltenen Waschlaugen sehr verdünnt, was ungünstig ins Gewicht fällt, da immerhin Kalkzitrat auch im warmen Wasser löslich ist und somit die Fällung zu sehr verdünnter Lösungen unökonomisch ist.
- Das österr. Patent 93 942 beschreibt ein Verfahren, mittels welchem es gelingt, durch Zerkochen unter Druck die Zitronensäure auch aus Preßrückständen in filtrierbare Lösung zu bringen. Das vorliegende Verfahren wendet dagegen die Diffusion an.
- Wenn auch die Anwendung der Diffusion in einigen anderen Industrien gut bekannt ist und vielfach angewandt wird, wie z. B. in der Zuckerindustrie oder in der Industrie der Gerbextrakte, und wenn auch die Möglichkeit der Diffusion der Zitronensäure vorauszusehen war, so war dagegen nicht vorauszusehen, daß im Falle der Anwendung auf das Pastazzo, also ein von Holz oder Rübe grundverschiedenes Material, die Diffusion in einer Art verläuft, die ihre praktische Anwen=-, dung in der Zitronensäureindustrie ermöglicht. Dies mußte geprüft werden, und der günstige Verlauf dieses Vorganges, sowohl was die Geschwindigkeit der Diffusion betrifft als auch was die Eignung der gewonnenen Diffusionssäfte zur weiteren Verarbeitung anbelangt, war nicht vorauszusehen. Außerdem war nicht vorauszusehen, daß der Verlauf der Diffusion selbst gegen kaltes Wasser ein geeigneter sein werde, da in anderen Industrien, so auch in den vorhergenannten, wie allgemein bekannt, die warme Diffusion angewandt wird. Da die Geschwindigkeitsdifferenz der Diffusion bei Anwendung von kaltem oder etwa 6ogradigem Wasser nicht bedeutend ist, ergibt sich daraus die gute Anwendbarkeit der kalten Diffusion, welche nicht nur eine Ersparnis an Energie bedeutet, aber auch einen anderen großen Vorteil involviert,_ da diese Diffusionssäfte zur Weiterverarbeitung besser geeignet sind als die auf warmem Wege gewonnenen Diffusionssäfte, da in diese viel mehr störende Unreinheiten, speziell. Pektine, gelangen. Die Diffusionssäfte enthalten verhältnismäßig weniger von den Stoffen, welche die Zitronensäure in den Zitronen begleiten, denn wie aus der eingangs erfolgten Aufzählung dieser Begleitstoffe ersichtlich, handelt es sich meist um kolloidale, jedenfalls höheres Molekulargewicht aufweisende Stoffe als die Zitronensäure, von welch letzterer sie durch deren größere Diffusionsgeschwindigkeit überholt werden. Es ist einleuchtend, daß ein an diesen Begleitstoffen ärmerer Saft leichter prezipitierbar ist, da diese Begleitstoffe als Kolloide die reine, kristallinische Fällung nicht nur stören und somit die Qualität beeinflussen, sondern durch schutzkolloidartige Wirkung sogar noch Verluste an der Quantität des prezipitierten Kalkzitrats verursachen können.
- Zu dem technisch,ökonomischen Effekt, der sich in der Ersparnis an Energie beider Anwendung speziell der kalten Diffusion ergibt, kommt gegen die vorerwähnten Methoden noch der weitere technische Effekt, daß man durch Diffusion Säfte von einer Konzentration erhalten kann, die wegen des günstigen Diffusionsgefälles nicht viel niedriger ist als die Konzentration der Zitronensäure im Pastazzo selbst. Es ergeben sich somit neue Energieersparnisse dadurch, daß diese Säfte, um zur Fällung geeignet zu sein, nicht so stark weiterkonzentriert werden müssen wie die nach anderen Methoden erhaltenen, verdünnteren Lösungen. Ein weiterer technischer Effekt besteht darin, daß die Diffusion das Filtrieren der Säfte überflüssig macht, denn die gewonnenen Diffusionssäfte sind genügend klar und klären sich bei evtl. kurzem Stehen sehr rasch noch mehr. Durch diese Umstände wird erklärlich, warum die durch Fällung solcher Diffusionssäfte erhaltenen Kalkzitrate sehr rein und hochprozentig sind, wodurch auch die durch Zersetzung mit Schwefelsäure erhaltenen Zitronensäurelösungen reiner sind als solche aus anderen Zitraten, wodurch weitere Energie und Materialersparnisse bei der nachfolgenden Raffination dieser Lösungen Hand- in Hand gehen.
- Die Anwendung der Diffusion zeitigt aber noch andere ökonomische Effekte; das Pastazzo wird durch Diffusion so weitgehend entsäuert, daß es praktisch als säurefrei bezeichnet werden kann, besonders wenn es noch durch Abpressen von der enthaltenen Flüssigkeit zum Teil befreit wird. In diesem Zustande gewinnen die Preßrückstände als Viehfutter an Wert, da sie so vom Vieh viel lieber entgegengenommen werden, als die immerhin noch stark säurehaltigen, aus der Anwendung anderer Methoden resultierenden Rückstände. Aber auch als Ausgangsstoff zur Pektingewinnung eignen sich diese entsäuerten Rückstände ganz hervorragend, da bei- dieser Fabrikation schon kleine Säuremengen störend wirken.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von Zitronensäure neben einem als Viehfuttermittel und als Ausgangsmaterial für die Pektingewinnung geeigneten Rückstand aus den Preßrückständen von Zitronen, dadurch gekennzeichnet, daß man die Preßrückstände einer Diffusion, insbesondere einer kalten, unterzieht.
Priority Applications (1)
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