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Schutzvorrichtung für Kraftfahrzeuge gegen Seilsperren. Die Erfindung
bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Zerschneiden von die Fahrstraße sperrenden
Seilen oder Ketten. Die neue Vorrichtung soll bei Kraftwagen zwecks Vereitelung
verbrecherischer Anschläge Anwendung finden. Sie besteht im wesentlichen in zwei
kniehebelartig wirkenden Messern, die ihre Stützpunkte während des Schneidens ein
oder mehrere Male verändern, um den Schneidvorgang zu unterteilen, wodurch erreicht
wird, daß in den verschiedenen Schneidabschnitten jedesmal ein günstiger, ungefähr
gleichbleibender Anschnittwinkel wirksam wird. Die Messer wirken als ein Kniehebelpaar
mit selbsttätig veränderlichen Stützpunkten, wobei sich durch dieses neue Maschinenelement
am Ende eines jeden Scbneidabschnittes theoretisch ein unendlich großer Schnittdruck
bei einem geringen Seildruck in horizontaler Richtung erreichen läßt.
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Seilzerschneidvorrichtungen mit kniehebelartig wirkenden Messern sind
an sich bekannt. Bei den bekannten Vorrichtungen geht der Schneidvorgang in einem
Arbeitsgang vor sich, was zur Folge hat, daß auf das Kraftfahrzeug ein sehr heftiger
Stoß ausgeübt wird, der leicht den Bruch der Schneidvorrichtung herbeiführen kann.
Ein rechtzeitiges Zerschneiden des Seiles, durch welches der auf den Kraftwagen
ausgeübte Stoß verhindert wird, erfolgt mit Hilfe der bekannten Vorrichtung bei
größeren Seildurchmessern voraussichtlich nicht.
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Diese mit den bekannten Vorrichtungen verbundenen Nachteile werden
erfindungsgemäß dadurch beseitigt, daß der Schneidvorgang in mehrere Abschnitte
zerlegt wird, wobei infolge der selbsttätigen Veränderung der Lage des Unterstützungspunktes
der Messer auch bei großen Seildurchmessern ein günstiger kleiner Anschnittwinkel
gewahrt bleibt. Dadurch wird erreicht, daß immer eine gleichmäßig gute Schneidwirkung
erzielt wird, gleichgültig, ob die zu zerschneidenden Seile einen kleinen oder großen
Durchmesser haben. Da gleichzeitig die Messer als Kniehebel ausgebildet sind, wird
schon bei einem geringen, durch das zu zerschneidende Seil in .horizontaler Richtung
ausgeübten Druck eine außerordentlich hohe, als Schnittdruck wirkende Kraftkomponente
erzeugt, die während des Schneidvorganges "schnell weiterwächst und theoretisch
unendlich groß werden kann, so daß die Zerschneidung mit Sicherheit erfolgt. Irgendwelche
stärkeren Stöße sind ebenso wie ein Versagen der Schneidvorrichtung bei Anwendung
des Erfindungsgegenstandes ausgeschlossen.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht,
und zwar zeigt: Aob. i eine Ansicht auf die Messer der
Seilzerschneidvorrichtung
und den zu ihrer Bewegung dienenden Mechanismus.
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A.bb. a stellt einen Schnitt nach der Linie A-B-C der Abb.. i
von B aus gesehen dar. Abb. 3 zeigt ein Messer in halbgeschlossener, und
Abb. ¢ zeigt ein Messer in ganz geschlossener Stellung.
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Zwischen den eisernen Deckplatten a und b
werden durch eine
Anzahl von flacheisernen Zwischenstücken c, Cl, d, dl, e, t, t1, ä, zulj
welche gleichzeitig auch noch anderen, weiter unten näher beschriebenen Zwecken
dienen, flache Räume gebildet, die zur Aufnahmevon Messern h und ltl dienen, welch
letztere durch die Deckplatten a bzw. b und die Zwischenstücke i bzw. /l
derart geführt werden, daß sie zwar in ihrer Ebene, aber nicht senkrecht zu ihr
beweglich sind. Jedes der Messer h, hl ist an seinem hinteren Ende mit zwei
abgerundeten Zapfen i, k bzw. il, hl versehen, die genau in Lagerpfannen
1, m bzw. 11, ml der Lagerstückec,cl hineinpassen. Die Messerh,hl
tragen ferner je einen Stiftn, bzw. n1, der unter der Druckwirkung einer Blattfeder
o bzw. o' steht, welch letztere von den Zapfen p und g bzw. p1, g1 gehalten wird.
Die Schneiden r, r1 der Messer h, hl sind geschweift und endigen in Lappens, s1,
die dauernd übereinanderliegen. In der Ruhelage werden die Messer durch die Federn
o, öl in der in Abb. i gezeigten Stellung gehalten, bei welcher die an den Anschlägen
d, dl anliegenden ,Messer li, hl mit ihren Stützzapfen i, il
in den vorderen Lagerpfannen 1, 1l gelagert sind, während die Zapfen
k, k1 aus den Pfannen m, m1 ausgehoben sind. Der Anschlag e verhindert,
daß die Messer durch den Druck des Seiles t zu weit nach hinten geschoben werden.
An dem Gehäuse sind Seilfänger u, u1, durch die das zu zerschneidende Seil in das
Maul der Scherenmesser h, hl geführt wird, sowie zwei Arme v, v1 zwecks Befestigung
des Gehäuses am Kraftwagen angebracht. Zum Auswechseln der Federn o, o1 oder der
Messer lt, hl können die Lagerstücke c, cl nach Lösung der Bolzen w, x bzw. w1,
x1 aus dem Gehäuse herausgenommen werden.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist die folgende.
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Das zu zerschneidende Seil wird durch einen der Seilfänger u, ui in
das Maul der Messer lt, hl hineingeführt. Durch den Druck des Seiles auf
die Schneiden werden die Messer, die mit ihrem vorderen Stützzapfen i, il in der
vorderen Pfanne l bzw. 11 des Führungsstückes c bzw. cl gelagert sind, um
den Stützzapfen i bzw. tu gedreht, wobei die Schneiden mit großer Kraft in-das Seil
einschneiden, eine Kraft, die infolge der Kniehebelwirkung der Messer h, hl nach
einer Drehung um den Winkel a theoretisch unendlicl groß würde, falls ihr noch ein
Hindernis ent gegenstünde. Nach der Drehung um der Winkel a ist der erste Abschnitt
des Schneid vorganges beendet. Am Ende dieses erster Abschnittes liegen die Messerschneiden
r, r' noch nicht dicht aneinander, sondern zwischen ihnen befindet sich noch ein
Spalt, sc daß als undurchschnitten noch ein allerdings bedeutend verkleinerter,
in der Abb. 3 angedeuteter Querschnitt übrigbleibt. Während der Drehung um den Winkel
a haben sich aber gleichzeitig die hinteren Zapfen k, hl der Messer h, hl
in die hinteren Pfannen m, ml der Lagerstücke c, cl eingelegt. Werden nun
durch den fortdauernden Druck des zu zerschneidenden Seiles t die Messer
h, hl über den Winkel a hinaus weitergedreht, so werden die Zapfen i, il
aus den vorderen Pfannen 1,11 der Lagerstücke c, cl herausgehoben, und die hinteren
Stützzapfen k, k1 bilden nunmehr während des zweiten Abschnittes des Schneidvorganges
den Drehpunkt der ,Messer h, hl. Die Messer wirken also als Kniehebel mit selbsttätig
veränderlichen Stützpunkten, wobei durch dieses neue Maschinenelement erfindungsgemäß
erreicht wird, daß der zweite Abschnitt mit dem gleichen günstigen Anschnittwinkel
beginnt wie der erste Teil des Schneidvorganges. Nach einer weiteren Drehung um
den Winkel (3 (vgl. Abb. 3) ist auch dieser zweite Abschnitt des Schneidvorganges
erledigt und das Seil t durchschnitten. Da gleichzeitig der Druck des Seiles aufhört,
werden die Messer h, hl durch den mittels der Federn o, o1 auf die Stifte n, n1
ausgeübten Druck wieder in ihre Anfangsstellung zurückgeführt.
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Der durch die Erfindung erreichte neuartige und fortschrittliche technische
Effekt besteht darin, daß durch die Zerlegung des Schneidvorganges in mehrere Abschnitte,
wobei die kniehebelartig wirkenden Messer die Lage ihres Stützpunktes derart verändern,
da.ß bei jedem Schneidabschnitt der Anschnittwinkel annähernd gleich und günstig
bleibt, einerseits die Sicherheit des Durchschneidens des Seiles bedeutend vergrößert
wird, anderseits beim Durchschneiden des Seiles der Wagen vor Stößen und Erschütterungen
bewahrt bleibt.
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Es ist natürlich ohne weiteres möglich, den Schneidvorgang gemäß der
Erfindung über das in der Zeichnung gezeigte Ausführungsbeispiel hinaus in drei
oder mehr Abschnitte zu zerlegen und dadurch den Anschnittwinkel für jeden Abschnitt
weiter zu verkleinern.
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Das der Erfindung zugrunde liegende Verfahren und die zu seiner Ausführung
dienende Vorrichtung kann auch bei anderen als den zum Schutz von Kraftfahrzeugen
dienenden
Schneidvorrichtungen für Seile u. dgl. in sinngemäßer
Übertragung Anwendung finden.