DE439373C - Verfahren der Herstellung von lichtempfindlichen Silbersalzpapieren o. dgl. - Google Patents

Verfahren der Herstellung von lichtempfindlichen Silbersalzpapieren o. dgl.

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DE439373C
DE439373C DEJ26591D DEJ0026591D DE439373C DE 439373 C DE439373 C DE 439373C DE J26591 D DEJ26591 D DE J26591D DE J0026591 D DEJ0026591 D DE J0026591D DE 439373 C DE439373 C DE 439373C
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  • Silver Salt Photography Or Processing Solution Therefor (AREA)
  • Photosensitive Polymer And Photoresist Processing (AREA)

Description

  • Verfahren der Herstellung von lichtempfindlichen Silbersalzpapieren o. dgl. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Eierstellung eines photographischen Papiers finit Silbersalzen, aber ohne Kolloidschicht.
  • Solche Papiere sind als sogenannte Salzpapiere bekannt und wurden als Kopierpapiere verwendet. Das lichtempfindliche Salz war Chlorsilber, mit einem Zusatz von Zitronensäure oder dessen Salzen. Nach der Erfindung wird chlorsaures oder bromsaures oder jodsaures Silber oder Silbersalze, organischer Chlor, Brom oder Jod substituierter Säuren zum Sensibilisieren von Papier, Pergament o. ä. benutzt, wobei man zur Erhöhung der Haltbarkeit Zitronensäure, Weinsäure oder eine andere organische, kristallisierende Säure hinzusetzt. Die so gewonnenen Papiere werden belichtet, bis ein schwaches Bild sichtbar ist, und dann mit einem der bekannten organischen Entwickler fertig entwickelt. Zuweilen ist es erforderlich, die Bilder noch »physikalisch« zu entwickeln, d. h. in einer Lösung, die eine Wasserstoff-Ionen-Konzentration von o,0001 bis zu o,oi hat und genügend lösliches Silbersalz enthält, um die gewünschte Bildintensität zu ergeben, in Verbindung mit einem organisch reduzierenden Agens, das geeignet ist, eine vollständige Entwicklung innerhalb eines Zeitraumes von r bis 2o Minuten zu bewirken.
  • Die vorzugsweise für die Behandlung des Papiers verwendeten Substanzen sind chlorsaures Silber und Zitronensäure.
  • Bei der praktischen Ausführung der Erfindung wird das lichtempfindlich zu machende Papier vorzugsweise mit einer Lösung bestrichen, die Silberchlorat enthält, dessen Löslichkeit § g pro ioo ccm von Wasser bei 18° beträgt. Diese Lösung wird direkt auf die Oberfläche des Papiers aufgetragen. Wenn indessen Silberbromat oder -jodat von geringerer Löslichkeit in Wasser benutzt werden sollen, so-wird dasSilbersalz auf derOberfläche selber durch doppelte Zersetzung gebildet. Z. B. wenn das Papier mit bromsaurem Silber lichtempfindlich gemacht werden soll, so wird eine ioprozentige Lösung von salpetersaurem Silber auf das Papier gebracht, welches dann getrocknet wird, und auf die Oberfläche des getrockneten Papiers wird ein überschuß einer Lösung von einem lösbaren bromsauren Salz, z. B. bromsaures Natron, aufgestrichen.
  • Um das Papier zu schonen, wird eine wasserlösliche, nicht flüchtige, kristallisierbare, schwache Säure, die selbst in konzentriert wäßriger Lösung keine höhere Wasserstoff-Ionen-Konzentration als o,a ergibt, der Lösung zugesetzt, bevor sie auf das Papier aufgestrichen wird. Zitronensäure und Weinsteinsäure sind für diesen Zweck geeignet und verhältnismäßig billig. Die Menge von Säure, welche dein Papier zugesetzt wird, kann innerhalb weiter Grenzen schwanken. Es hat sich aber herausgestellt, daß, wenn ein Silbersalz von geringerer Lösbarkeit verwendet wird, weniger Säure für die Konservierung des Papiers nötig ist, als wenn ein Silbersalz höherer Lösbarkeit verwendet wird.
  • Die Menge Säure, welche vorzugsweise verwendet wird, hängt von der Menge von Silbersalz ab, die gegenwärtig ist, und die folgenden Verhältnisse geben zufriedenstellende Resultate:
    Löslichkeit des Silbersalzes g pro i ooo ccm Lösung
    in g für t g Silbersalz Säure
    o,oi o,i bis 5
    o,i To
    I 20
    io 40
    Zufriedenstellende Ergebnisse werden erhalten, wenn das Papier o. dgl. nach der Behandlung o,ooo5 g chlorsaures Silber und 0,o2 g Zitronensäure pro Quadratzentimeter lichtempfindlich gemachter Oberfläche enthält. In gewissen Fällen können das Silbersalz und die schwacheSäure gleichzeitig auf dasPapier aufgetragen werden. Die besten Ergebnisse werden aber erzielt, wenn das Papier zuerst durch die Anwendung einer wäßrigen Lösung eines geeigneten Silbersalzes auf seiner Oberfläche lichtempfindlich geniacht und nach dem Trocknen mit einer Lösung der wasserlöslichen, nicht flüchtigen, kristallisierbaren, schwachen Säure behandelt wird. Die schwache Säure, z. B. Zitronensäure, Weinsteinsäure 2, 3, 6-Trichlorbenzolsäure o. dgl., wird vorzugsweise in Methyl- oder Äthylalkohol aufgelöst, so daß das Auftragen der Säurelösung in keiner Weise die vorher lichtempfindlich- gemachte Oberfläche beeinträchtigt.
  • Die wäßrige, gesättigte Silbersalzlösung kann entweder auf das Papier gespritzt oder durch einen Pinsel oder auch mittels Glasrollen o. dgl. aufgetragen werden. Das lichtempfindliche Papier wird dann mit einer Lösung von z. B. 5o g Zitronensäure in ioo g Alkohol von etwa 95 Vol.-Prozent behandelt. Die in den Fasern des Papiers eingelagerte Zitronensäure dient dem doppelten Zweck, nämlich das Papier zu konservieren und die nötige Säure für die nachfolgende Entwicklung des Papiers zu liefern. Papier, welches mit chlorsaurem Silber in Verbindung mit Zitronensäure in der oben beschriebenen Weise lichtempfindlich gemacht worden ist, hält sich für eine unbegrenzte Zeitdauer, wenn es im Dunkeln und in einem luftdichten oder feuchtigkeitsfreien Behälter gelagert wird.
  • Es hat sich herausgestellt, daß Papier, welches wenigstens o,ooo5 g eines löslichen Silbersalzes auf jedes Quadratzentimeter lichtempfindlicher Oberfläche enthält, keinen Zusatz eines löslichen Silbersalzes zu der Entwicklerflüssigkeit erfordert, um die notwendige Dichte des entwickelten Bildes zu ergeben. Wenn indessen das lichtempfindliche Papier weniger als 0,0005 g eines löslichen Silbersalzes enthält, ist es nötig, dem Entwickler ein lösliches Silbersalz zuzusetzen. Zu diesem Zweck wird dem Entwickler von il/g- bis 2mal der berechneten Fehlmenge des löslichen Silbersalzes im Papier zugesetzt. Wenn z. B. ein Stück Papier in der Größe 9 : z2 cm o,oooi g chlorsaures Silber pro Quadratzentimeter enthält, muß man zwischen 0,0q:9 b und 0,o65 g chlorsaures Silber oder eine gleiche Menge eines anderen in Wasser löslichen Silbersalzes, z. B. salpetersaures Silber, dem Entwickler zusetzen. Die Verlängerung in der verlangten Menge hängt von der veränderlichen Bildmenge auf dem Papier ab. Bis zum Zehnfachen des erwähnten Verhältnisses von löslichem Silbersalz kann dem Entwickler zugesetzt werden, wobei der Überschuß keine schädliche Wirkung auf das Papier hat und lediglich verlorengeht. In Fällen, wo die Originalmenge von löslichem Silbersalz in dem lichtempfindlichen Papier nicht bekannt ist, werden vorzugsweise o,ooog g salpetersaures Silber dem Entwickler für jedes Quadratzentimeter lichtempfindlicher Oberfläche zugesetzt.
  • Von den drei genannten Silbersalzen, die für die Zwecke der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, hat sich das des Jods als etwas minderwertiger gezeigt. Die hauptsächlichen löslichen Silbersalze, die verwendet werden können, sind chlorsaures Silber, überchlorsaures Silber, bromsaures Silber und Silbersalze von chlor-, brom- und jodsubstituierten organischen Säuren, die in Wasser in höherem Maße löslich sind als o,oi Gewichtsteile in ioo GewichtsteilenWasser bei Zimmertemperatur, wie 2, 3-dichlorbenzoesaures Silber, 2, 3, 4-trichlorbenzoesaur es Silber, trichlorsalicylsaures Silber, dichlorsalicylsaures Silber, orthochlorbenzoesaures Silber, orthobrombenzoesaures Silber, 2, 3, 4, 5-tetrachlorbenzoesaures Silber, 3, 4. 5, 6-tetrachlorbenzoesaures Silber, dichlorbenzoesulfosaures Silber o. dgl.
  • Für die meisten Zwecke ist ein dickes, weißes Papier von feinem Korn geeignet.
  • Nach dem vorliegenden Verfahren lichtempfindlich gemachtes Papier, welches wenigstens 0,0005 g Silbersalz und 0,o2 g einer wasserlöslichen, nicht flüchtigen, kristallierbaren, schwachen Säure pro Quadratzentimeter enthält, wird einen weiten Bereich von Tönen je nach der Belichtung des Papiers und je nach dein verwendeten Entwickler ergeben.
  • Für Papier, welches mit chlorsaurem Silber in Verbindung mit Zitronensäure behandelt worden ist, können die folgenden Töne durch Entwicklung mit einer Lösung von i g Metol in 500 ccm Wasser erhalten werden.
  • Bläulichschwarz durch Belichtung während 2 Sekunden im Sonnenlicht. Schwarz durch Belichtung während 4. Sekunden im Sonnenlicht.
  • Warmes Schwarz durch Belichtung während io Sekunden im Sonnenlicht.
  • Sepia durch Belichtung während 40 Sekunden im Sonnenlicht.
  • Warmes Braun durch Belichtung während 2 Minuten im Sonnenlicht.
  • Durch Verwendung eines Entwicklers, welcher 0,3 g Metol und 2,o g Hydrochinon enthält, die in 5oo ccm Wasser aufgelöst sind, lassen sich die folgenden Tönungen erreichen: Sepia durch Belichtung während .4 Sekunden im Sonnenlicht.
  • Warmes Braun durch Belichtung während io Sekunden im Sonnenlicht.
  • Ein Entwickler, welcher aus 2 g Pyrogallol in 5oo ccm Wasser besteht, ergibt warm braune Tönungen. bei Belichtungen wechselnd von 2 Sekunden bis zu 5 Minuten.
  • Die oben angeführten Belichtungsdauern gelten für ein Negativ von normaler Dichte. Wenn das Papier nur kurz belichtet würde, z. B. 2 Sekunden im Sonnenlicht, würden nur die tiefsten Schatten auf dem Papier sichtbar sein, während der Rest des Bildes latent ist, aber die Belichtung kann derart erhöht werden, daß das Bild fast die nötige Intensität hat, worauf das Bild einer kurzen Behandlung im Entwickler unterworfen wird. Aus Vorstehendem ist ersichtlich, daß das Papier einen außerordentlich großen Bereich betreffs Belichtung besitzt, was ein großer praktischer Vorteil ist.
  • Die Entwicklung des Papiers nach dem vorliegenden Verfahren kann im zerstreuten Tageslicht oder im künstlichen Licht erfolgen, so daß keine Dunkelkammer nötig ist. Nachdem die Entwicklung des belichteten Papiers beendet ist, muß das Papier gut in Wasser gewaschen werden, z. B. i Minute in laufendem Wasser, um jeden Rest von Silbersalz, Säure und Entwickler zu entfernen. Die Abdrücke werden dann in der nachbezeichneten Lösung fixiert: iog Natriumthiosulfat, 5 g doppelkohlensaures Natrium und genfgend Wasser, um ioo ccm zu ergeben.
  • Das Fixieren ist in i oder 2 Minuten vollendet, worauf das Papier in der gebräuchlichen Weise gewaschen und getrocknet werden kann.
  • Bei lichtempfindlichen Papieren gemäß der Erfindung mit weniger als o,ooo5 g löslichem Silbersalz auf jedes Quadratzentimeter lichtempfindlicher Oberfläche muß man lösliches Silbersalz dem Endwickler zusetzen und die Belichtungsdauer des Papiers kürzen, um ein möglichst dichtes und klares Bild zu erhalten. Es muß, um schwarze Tönungen zu erhalten, das Papier kopiert werden, bis die tiefsten Schatten nur schwach sichtbar sind, woraufes in einer Lösung entwickelt wird, die aus o,i g Metol, i,o g Zitronensäure, 0,ö5 bis o, i g Salpetersäure, 30 ccm Wasser besteht.
  • Diese Menge Lösung genügt für ein Stück Papier von g _ 12, cm und soll nur einmal .be= nutzt werdeh. An Stelle von salpetersaurem Silber kann irgendein anderes lösliches Sil= bersalz, mit Ausnahme von Silberpermanganat und salpetersaurem Silber verwendet werden, welche den Entwickler zerstören.
  • Kalte Sepiatönungen werden dadurch erhalten, daß man in einer Lösung entwickelt, in welcher an Stelle von Zitronensäure Weinsteinsäure verwendet ist, und in der folgenden Lösung: 0,15 g Hydrochinon, o,o5 g Metöl, o,o5 bis o, i g salpetersaures Silber, 2,o g Zitronensäure, 30 ccm Wasser.
  • Warmbraune Tönungen werden durch Entwickeln in der folgenden Lösung erhalten: 0,4 g Pyrogallol, o, i g Zitronensäure, o,5 bis o,i g salpetersaures Silber, 30 ccm Wasser.
  • Um gute Resultate beim Entwickeln von Papier zu erhalten, welches nach dem vorliegenden Verfahren lichtempfindlich gemacht wurde, ist es wichtig, die Wasserstoff-Ionen-Konzentration des hntwicklers innerhalb der Grenzen von o,oooi bis zu o,oi zu halten. Hochionisierte Säuren, wie Schwefelsäure, sind daher für den vorliegenden Zweck von geringem Nutzen. Da die wenig ionisierbaren Säuren leichter zu kontrollieren sind, so kann die Menge Zitronensäure im Entwickler zwischen i und 25 Prozent schwanken, ohne die Natur des entwickelten Bildes wesentlich zu beeinflussen. Die vollständige Entwicklung des Papiers kann i bis 2o Minuten dauern, wobei das organisch reduzierende Agens in solcher Menge zugesetzt wird, daß die Entwicklungsdauer zwischen diesen annähernden Grenzen liegt. Bei der praktischen Ausführung ist es vorteilhaft, das Entwickeln in 3 Minuten zu bewirken. Nach dem Belichten eines Papiers, welches mehr als o,ooo5 g lösliches Silbersalz pro Quadratzentimeter in Verbindung mit einer geeigneten Menge einer wasserlöslichen, nicht flüchtigen, kristallisierbaren Säure enthält, kann das belichtete Papier in eine Schale gelegt werden, die genügend Wasser enthält, um das Papier in einer Tiefe von o,2 bis o,5 cm zu bedecken, und eine konzentrierte Lösung des reduzierenden Agens wird zugesetzt, unter ständigem Umrühren, bis das Entwickeln die gewünschte Geschwindigkeit annimmt. Der einzige photographische Entwickler, der keine guten Resultate ergibt, wenn in dieser Weise verfahren wird, ist Diamidophenol (Amidol). Die Säure, welche verwendet wird, um den Entwicklern die gewünschte Wasserstoff-Ionen-Konzentration zu geben, darf nicht eine unlösliche Verbindung mit dem löslichen Silbersalz bilden. Die Gegenwart von Salzsäure im Entwickler verhindert die Bildung von metallischem Silber.
  • Da das Silbersalz aus dem Papier ausgelöst wird und in den Entwickler übergeht, aus welchem es als metallisches Silber auf dem schwachen oder latenten Bild, welches durch Belichtung gebildet worden ist, sich wieder niederschlägt, muß die Entwicklungsschale peinlich sauber und ganz frei von Teilchen oder Flecken metallischen Silbers sein. Glasschalen sind am zweckmäßigsten, und diese können mit konzentrierter Salpetersäure gereinigt werden. Schalen aus Vulkanit, Emaille oder Papier können ebenfalls für die Entwicklung verwendet werden, aber sie müssen vorher mit einer Schicht von Hartparaffin überzogen werden.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren der Herstellung von lichtempfindlichen Silbersalzpapieren o. dgl., also ohne Kolloid, dadurch gekennzeichnet, daß auf das Papier oder ähnliches Material eine Lösung aufgetragen wird, die ein iri Wasser lösliches Silbersalz enthält, das Chlor, Brom oder Jod als Sauerstoffsäuren oder als Substituenten organischer Säuren enthält und eine wasserlösliche, nicht flüchtige, kristallisierbare organische Säure.
  2. 2. Lichtempfindliches Papier nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Papier mit chlorsaurem Silber und Zitronensäure behandelt ist.
  3. 3. Verfahren zur Behandlung der Papiere nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Bild nach Belichtung bis zu schwacher Sichtbarkeit in einer organischen Entwicklerlösung vollständig hervorgerufen wird. q.. Verfahren zum Behandeln von Papieren nach Anspruch i, welche nicht genügend lösliches Silbersalz enthalten, darin bestehend, daß man in einer Lösung entwickelt, die eine Wasserstoff-Ionen-Konzentration von o,oooi bis zu o,oi hat und genügend lösliches Silbersalz enthält, um die gewünschte Bildintensität zu ergeben, in Verbindung mit einem organisch reduzierenden Agens.
DEJ26591D 1925-08-16 1925-08-16 Verfahren der Herstellung von lichtempfindlichen Silbersalzpapieren o. dgl. Expired DE439373C (de)

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