DE4223259C2 - Klappenwehr - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Klappenwehr, insbesondere für eine
Regenentlastung in einer Mischwasserkanalisation.
Die Regenentlastungen in Mischwasserkanalisationen dienen
dazu, bei Überschreiten eines definierten maximalen Wasser
standes das überschüssige Wasser in den Vorfluter abzugeben,
um eine Überlastung der Kläranlage zu vermeiden und den Rück
stau im Kanalnetz zu begrenzen.
Die heute üblichen festen Überlaufschwellen haben jedoch den
Nachteil, daß sie bei kleinen Überfallhöhen nur eine geringe
Leistungsfähigkeit aufweisen. Aus diesem Grund müssen Schwel
len wegen der vorgegebenen Rückstauebene sehr lang werden.
Es ist nun schon versucht worden, Schwellen mit einer verän
derbaren Überlaufkante zu verwenden, sog. Wehrklappen. Dabei
handelt es sich um verschwenkbare Klappen oder auch ver
schiebbare Tore, die entweder überströmt oder unterströmt
werden. Zu ihrem Antrieb dienen Stellantriebe, so daß sie an
externe Energiequellen angeschlossen werden müssen. Es gibt
auch schon derartige Klappen, die mit Gegengewichten versehen
sind, so daß sie sich unter dem Druck des Wassers öffnen. Je
doch ist eine Regelung schwierig durchzuführen und aufgrund
der vielen mechanisch zu bewegenden Teile, wie Rollen, Seil
führungen u. dgl., sind diese Klappen sehr aufwendig und mit
großer Hysterese versehen, oder neigen zu unkontrollierten
Regelschwingungen.
Es ist bereits ein Klappenwehr bekannt (US-PS 4 787 774), bei
dem eine Klappe aus einer flexiblen, keine Eigensteifigkeit
besitzenden Membran besteht. Die Rückstellkraft wird von
einer Reihe von mit Abstand längs der Membran angeordneten
Federpaketen erzeugt, die aus mehreren unterschiedlich langen
Federn bestehen. Dadurch entstehen Federpakete, die an der
Unterseite des Bauwerks dicker und stärker sind als im
Bereich der Oberkante. Die Membran ist im Ruhezustand entge
gen der beabsichtigten Strömungsrichtung des Wassers ge
krümmt.
Ebenfalls bekannt ist eine den Wasserabfluß mit einer Krüm
mung begrenzende Wehrklappe (DE-PS 257 804). Diese Wehrklappe
ist um ihre untere waagrechte Kante drehbar gelagert und wird
durch ein Gegengewicht in eine bestimmte Stellung gebracht.
Bei zunehmendem Wasserstand verdreht sich die Klappe, ohne
ihre Form zu ändern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Klappenwehr zu
schaffen, das bei einfachem konstruktiven Aufbau eine mög
lichst gute Ausnutzung eines Regenentlastungsbauwerks ermög
licht.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ein Klappen
wehr mit den Merkmalen des Hauptanspruchs vor. Weiterbildun
gen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Erfindung schlägt also als Verschluß zwischen der Schwel
le und den seitlich angeordneten Seitenwänden ein Element
vor, das keine Klappe im herkömmlichen Sinn ist, da es nicht,
wie eine herkömmliche Klappe, um eine Achse verschwenkbar an
gelenkt ist. Vielmehr ist die Klappe eine steife Feder, die
vom Wasserdruck bewegt wird. Diese Feder ist nicht schwin
gungsanfällig, da die aufliegende Wassermasse eine große
Dämpfung bewirkt. Die abgedichtete feste Verbindung mit der
Schwelle hat zunächst den Vorteil, daß hier keine komplizier
ten Abdichtungen vorgenommen werden müssen wie bei einer her
kömmlichen überströmten Klappe. Die einzige Bewegung, die bei
dem von der Erfindung vorgeschlagenen Klapxenwehr$auftritt,
ist eine Verformung und Verbiegung der Klappe in sich, so daß
alle bisher üblichen Lager, Gegengewichte, Schwimmer, Rollen,
Seile u. dgl. überflüssig werden.
Die Verformung der Klappe und dadurch die Bewegung der Über
laufkante wird ausschließlich durch den Druck des Wassers und
die Eigenelastizität des Materials der Klappe bewirkt.
Damit die Klappe besonders feinfühlig und schnell anspricht,
kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, daß sie in geschlosse
nem Zustand von der Vertikalen in Öffnungsrichtung abweichend
verlaufend angeordnet ist. Sie ist also schon in geschlosse
nem Zustand leicht schräg in Öffnungsrichtung verlaufend an
geordnet.
Als besonders günstig hat sich herausgestellt, wenn die
Klappe in unverformtem, d. h. nicht vom Wasserdruck beauf
schlagten Zustand unter einem Winkel von etwa 15° gegenüber
der Vertikalen abweichend angeordnet ist.
Im unver
formten Zustand kann der flachere Bereich beispielsweise
mit Vorteil einen Winkel zwischen 50 und 55° mit der Horizon
talen einnehmen.
Sobald der Wasserdruck steigt und sich die Klappe verformt,
ändert sich natürlich auch der Winkel dieses flacheren Be
reichs. Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, daß bei Entla
stungswasserstand der flachere Bereich einen Winkel von etwa
15° mit der Horizontalen einnimmt.
Der flachere Bereich kann beispielsweise eben sein, was aber
nicht erforderlich ist. Die Erfindung schlägt vor, daß der
flachere Bereich von dem übrigen Bereich der Klappe durch
einen deutlichen Knick getrennt sein kann.
In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die
Klappe mindestens in ihrem sich an die feste Kante anschlie
ßenden Bereich im Ruhezustand vorzugsweise gebogen vorver
spannt ist. Die Verformung der an ihrer einen Kante festge
legten Klappe ist natürlich eine mehr oder weniger starke
Biegung. Die Vorverspannung ist so gewählt, daß die natürli
che Biegungsform mindestens im unteren Bereich schon vorge
geben wird.
Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, daß die Klappe minde
stens in ihrem sich an die feste Kante anschließenden Be
reich im Ruhezustand mit dem Randbereich ihrer Ober- bzw.
Vorderseite flächig an einem Absatz o. dgl. anliegt. Dieser
Absatz kann mit einer Dichtung versehen sein. Das flächige
Anliegen der Oberseite führt zu einer sich kaum abnutzenden
Dichtung, da die Öffnung der Klappe durch Verbiegung dazu
führt, daß sich die Klappe senkrecht zu der Ebene der Dich
tung wegbewegt. Es gibt also keine gleitende Dichtung, wie
dies bei den herkömmlichen schwenkbaren Klappen der Fall ist.
Gleitdichtungen haben eine Haftreibung, was zu einer Hystere
se führt.
In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die
Klappe einen sich an den vorverformten Bereich anschließenden
flacheren Bereich aufweist, der sich bis zur Überlaufkante
erstreckt. Dieser ggf. ebene, nicht vorverspannte Bereich
verläuft beispielsweise unter einem Winkel von 15° gegenüber
der Horizontalen im geschlossenen Zustand des Klappenwehrs.
Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, daß der gebogene vor
verspannte Bereich von dem ebenen Bereich durch einen Knick
getrennt ist. Da die Klappe aus handelsüblichem, nichtrosten
dem Federstahl hergestellt ist, braucht das eben vorliegende
Blech nur noch mit diesem einen Knick versehen zu werden, da
die Vorverformung im eingebauten Zustand durch eine Anlage
fläche bewirkt wird.
Erfindungsgemäß kann in Weiterbildung vorgesehen sein, daß
die Klappe an der Überlaufkante einen etwa rechtwinklig um
gebogenen Randstreifen aufweist, der zur Verbesserung der
Stabilität und zu einer guten Ablösung der Strömung im Be
reich der Überlaufkante dient. In Weiterbildung kann an dem
Randstreifen im seitlichen Endbereich der Klappe jeweils ein
Versteifungsblech vorhanden sein, das entweder einstückig mit
der Klappe ausgebildet oder an dieser befestigt ist.
Erfindungsgemäß kann in Weiterbildung vorgesehen sein, daß
hinter bzw. unter der Klappe eine Belüftungseinrichtung ange
ordnet ist, die das Entstehen von Unterdruck unter der Klappe
verhindert und damit die Hysterese der Klappe verkleinert.
Insbesondere kann die Belüftungseinrichtung ein parallel zu
der Befestigungskante der Klappe verlaufendes Belüftungsrohr
mit einer Vielzahl von Belüftungsöffnungen aufweisen, wobei
das Belüftungsrohr im Bereich seiner beiden Enden an Stellen
jenseits der Seitenwände des Wehrs mündet.
In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß das
Belüftungsrohr derart angeordnet ist, daß es einen Anschlag
für die Klappe bildet.
Insbesondere kann vorgesehen sein, daß das Belüftungsrohr
derart angeordnet ist, daß die Klappe in ihrer Anschlagstel
lung mit ihrem Knick auf dem Rohr aufliegt.
Zum einfachen Anbringen der Klappe kann ein etwa T-förmiger
Träger vorgesehen sein, der an die Innenseite der Schwelle
angedübelt wird und an dessen einen Schenkel die Klappe mit
ihrer einen Kante angenietet oder angeschraubt wird.
Das von der Erfindung vorgeschlagene Klappenwehr ermöglicht
die Erhöhung des Entlastungswasserspiegels bei gleichbleiben
der überströmter Länge und gleichem maximalen Wasserspiegel.
Es ist ein selbsttätig arbeitendes Gerät und benötigt keine
Fremdenergie. Sie benötigt keine beweglichen Lagerungen, was
zu einer hohen Betriebssicherheit, geringer Verschleißanfäl
ligkeit und langer Lebensdauer führt.
Das von der Erfindung vorgeschlagene Klappenwehr läßt sich
auch nachträglich bei bereits vorhandenen Regenentlastungs-
Bauwerken anwenden.
Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorzüge der Erfindung
ergeben sich aus den Patentansprüchen, der folgenden Be
schreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
sowie anhand der Zeichnung. Hierbei zeigen:
Fig. 1 vereinfacht eine perspektivische Ansicht eines
Klappenwehrs nach der Erfindung im Ruhezu
stand;
Fig. 2 vereinfacht einen Querschnitt durch das Klap
penwehr im Ruhezustand;
Fig. 3 eine Teilaufsicht auf das Klappenwehr;
Fig. 4 eine Vorderansicht von links vorne in Fig. 1;
Fig. 5 die Stellung des Klappenwehrs in unterschied
lichen Öffnungsstadien;
Fig. 6 eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung, bei
der das Klappenwehr als Rückflußverhinderer
eingesetzt ist;
Fig. 7 eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung
einer zweiten Ausführungsform eines Klappen
wehrs.
Fig. 1 zeigt einen perspektivischen Schnitt, in dem zunächst
eine Schwelle 1 eines Regenentlastungs-Bauwerks zu sehen ist.
Die Schwelle 1 weist eine horizontale Oberkante 2 auf. Von
dem Raum a vor der Schwelle 1 soll bei zu großem Wasserzulauf
das Wasser aus dem Regenentlastungs-Bauwerk über die Schwelle
1 hinweg in einen Vorfluter b laufen. An der Schwelle 1 ist
ein metallischer Träger 3 angedübelt, der im Querschnitt etwa
die Form eines T aufweist. An der Oberkante des Trägers 3 ist
eine Kante einer Klappe 4 mit Hilfe einer vorgesetzten Leiste
5 befestigt, beispielsweise angeschraubt oder angenietet. Da
bei ist der entsprechende Schenkel des T-Trägers 3 um einen
Winkel von beispielsweise 15° nach hinten abgeknickt, so daß
die Klappe 4 bereits hier eine Richtung abweichend von einer
Senkrechten aufweist.
Die Klappe 4 erstreckt sich nach oben und hinten bis zur Bil
dung einer Überlaufkante 6, die parallel zu der Kante ver
läuft, an der die Klappe 4 an dem Träger 3 befestigt ist.
Die Klappe 4 erstreckt sich stirnseitig beidseits bis zu
einer Seitenwand 7, von der in Fig. 1 nur die linke Seiten
wand 7 zu sehen ist.
Auf der Innenseite der Seitenwand 7 ist vor der Klappe 4 eine
Vorspannplatte 8 angebracht, die eine der Klappe 4 zugewandte
Schulter bildet, an der die Klappe 4 mit ihrer Vorder- bzw.
Oberseite im Randbereich flächig anliegt.
Die Klappe 4 weist zwei durch einen Knick 9 voneinander ge
trennte Bereiche auf. Der von der Befestigungskante an der
Schwelle 1 ausgehende Bereich ist aufgrund seiner Anlage an
der Vorspannplatte 8 leicht gekrümmt geformt, während der von
dem Knick bis zu der Überlaufkante 6 verlaufende Bereich im
Ausgangszustand der Klappe eben ist.
Im Bereich unterhalb der Klappe 4 ist ein Rohr 10 angeordnet,
das parallel zur Schwelle 1 und der Überlaufkante 6 verläuft.
Das Rohr 10 ist ein Belüftungsrohr und weist an seiner Ober
seite eine Reihe von Belüftungslöchern 11 auf.
Fig. 2 zeigt die Anordnung nun in einem Schnitt. Der T-Träger
3 ist so an der Schwelle 1 befestigt, daß sein horizontal
nach hinten gerichteter Schenkel 12 einen gewissen Abstand
von der Oberkante der Schwelle 1 aufweist. In diesen Raum
wird Mörtel zur Bildung einer Mörtelfuge 13 eingebracht, die
den T-Träger 3 zur Schwelle abdichtet und Druckkräfte von dem
Träger auf die Schwelle leitet.
Die Vorspannplatten 8 haben angenähert die Form eines recht
winkligen Dreiecks, dessen Hypotenuse leicht gekrümmt ist.
Die Krümmung entspricht der Form des Blechs bei gerade statt
findender Entlastung der Klappe. Dies bedeutet, daß sich die
Klappe 4 in ihrem bis zu dem Knick 9 reichenden Bereich be
reits mechanisch vorgespannt ist. Es handelt sich also nicht
um eine bleibende Vorverformung des Blechs der Klappe 4, son
dern um eine Vorspannung.
Die Abdichtung zwischen der Klappe 4 und den Seitenwänden ge
schieht im Bereich der Vorspannplatten 8 beispielsweise da
durch, daß an der gebogenen Unterseite der Vorspannplatte 8
eine Dichtung angeordnet ist, auf die die vorgespannte Klappe
4 flächig drückt. Der ebene Bereich der Klappe 4, der relativ
flach verläuft, braucht nicht durch Dichtungen gegenüber den
Seitenwänden 7 abgedichtet zu werden, weil die Schlitze zwi
schen der Klappe und den Seitenwänden schmal sind und bei
steigendem Wasserstand die Klappe in Kürze umfällt.
Fig. 3 zeigt eine Aufsicht auf die Anordnung. Die Seitenwand
7 ist mit einem gewissen Abstand vor dem Mauerwerk 14 ange
bracht. In dem vorderen Bereich ist dieser Zwischenraum durch
einen Seitenabdichtung 15 abgedichtet. Das bereits erwähnte
Belüftungsrohr 10 reicht bis in eine Öffnung der Seitenwand 7
und ist in dieser befestigt. Daher kann Luft aus dem Raum
zwischen der Seitenwand 7 und dem Mauerwerk 14 in das Innere
des Rohres 10 und dort durch die Belüftungsöffnungen 11 unter
die Klappe 4 gelangen.
Am stirnseitigen Ende der Überlaufkante 6 der Klappe ist ein
Versteifungsblech 16 angebracht, das ggf. in Längsrichtung
der Klappe 4 noch verstellbar ist. Aus Fig. 2 ist die Anbrin
gung dieses Versteifungsblechs 16 an einem umgebogenen Rand
17 des Klappenblechs 4 zu sehen. Diese Bleche 16 sollen ein
Verkanten der Klappe verhindern.
Die Vorderansicht des Klappenwehrs der Fig. 4 zeigt die An
ordnung der Klappe 4 zwischen den beiden Seitenwänden, so
daß zu sehen ist, daß die Klappe 4 insgesamt den Raum zwi
schen den beiden Seitenwänden 7, der Schwelle 1 und ihrer
Oberkante 6 abdichtet.
Die Fig. 5 zeigt schematisch das Klappenwehr und die Form der
Klappe in verschiedenen Zuständen. Fig. 5a zeigt den ge
schlossenen Zustand, bei dem das Wasser also die Klappe noch
nicht geöffnet hat. Die Klappe 4 weist die Form auf, wie sie
auch in Fig. 2 dargestellt ist.
In Fig. 5b ist gestrichelt der Entlastungswasserspiegel 18
dargestellt. Bei dieser Wasserhöhe tritt ein Gleichgewicht
zwischen der Vorspannung der Klappe 4 und den statischen
Kräften des Wassers ein. Sobald der Wasserstand erreicht bzw.
überschritten wird, tritt eine Verbiegung der Klappe 4 nach
unten ein. Dies bedeutet, daß sich die Klappe 4 von der an
der Unterseite der Vorspannplatte 8 gebildeten Schulter 19
löst. Gleichzeitig gelangt der ebene Bereich der Klappe 4 in
eine noch flachere bis horizontale Lage. Durch die Verbiegung
entsteht ein anderer Wasserkörper über dem Biegeblech, der
nun eine weitere Verbiegung bewirkt. Dies führt zu einer ra
schen Bewegung des Biegeblechs bis zu einem neuen Gleichge
wicht.
Fig. 5d zeigt die Klappe 4 in noch weiter verformtem Zustand,
während in Fig. 5 die Klappe 4 mit ihrem Knick 9 auf dem Be
lüftungsrohr 10 aufliegt.
Sinkt der Oberwasserstand wieder ab, so kann sich die Klappe
4 wieder aufrichten, bis sie schließlich wieder die Fig. 5a
dargestellte Position eingenommen hat, da das Belüftungsrohr
10 das Entstehen von Unterdruck unter der Klappe verhindert.
In Fig. 6 ist eine Einbaulage dargestellt, in der oberhalb
und etwas hinter der Schwelle 1 eine obere Wand 20 mit einer
Unterkante 21 angeordnet ist. An der Rückseite der Unterkante
21 ist eine Dichtlippe 22 vorhanden, die an der Oberseite der
geschlossenen Klappe 4 anliegt. Bei dieser Art der Anbringung
kann das Klappenwehr auch als Rückflußverhinderer dienen. In
diesem Fall sind die Vorspannplatten auf der ganzen Länmge
der Klappe weitergeführt.
Bei der Ausführungsform der Fig. 7 werden, soweit die Ausfüh
rungsform mit den vorhergehenden Ausführungsformen identisch
sind, die gleichen Bezugszeichen verwendet. Die Darstellung
entspricht etwa der Darstellung der Fig. 2. Sie zeigt das
Klappenwehr in einem Zustand, in dem kein Wasser an der Klap
pe 4 anliegt. Die Klappe 4 ist auf die gleiche Weise an der
Schwelle 1 befestigt, also mit einem T-Profil 3. Der obere
Schenkel, an dem die Klappe 4 mit Hilfe der Leiste 5 befe
stigt ist, verläuft etwas gegenüber der Vertikalen geneigt,
und zwar unter einem Winkel von 15°. An den Seitenwänden 7
sind bei dieser Ausführungsform keine Vorspannplatten 8 ange
bracht, so daß die Klappe 4 sich in ebener Form nach oben
erstreckt. An den ersten ebenen Abschnitt schließt sich,
durch den Knick 9 getrennt, ein zweiter flacherer Abschnitt
an, der bis zur Überlaufkante 6 führt. Der etwas flachere Be
reich zwischen der Überlaufkante 6 und dem Knick 9 verläuft
unter einem Winkel von etwa 50 bis 55° gegenüber der Horizon
talen. Steigt der Wasserstand an, so verformt sich die Klappe
4 in dem vom Wasser beaufschlagten Bereich, wobei diese Ver
formung eine Verbiegung ist. Bei der Verbiegung wird der Be
reich zwischen dem Knick 9 und der Oberkante 6 immer fla
cher, bis auch bei dieser Ausführungsform schließlich bei
Erreichen des Entlastungswasserstandes die in Fig. 2 darge
stellte Form der Klappe 4 erreicht ist. In diesem kurz vor
Eintreten des Überlaufs vorhandenen Zustand verläuft der
flachere Teil unter einem Winkel von etwa 15° gegenüber der
Horizontalen.
Während bei der Ausführungsform nach den Fig. 1 bis 5 eine
Abdichtung zwischen dem vorgespannten Teil der Klappe 4 und
den Seitenwänden 7 durch ein Aufliegen der Klappe an der Un
terseite 19 der Vorspannplatte 8 erfolgte, kann bei der Aus
führungsform der Fig. 7 einen Abdichtung anders vorgenommen
werden. Zunächst kann es ausreichen, daß die Klappe 4 bis
mit kurzem Abstand vor die Seitenwände 7 geführt ist, so daß
ein schmaler Spalt gebildet ist, durch den etwas Wasser
durchfließen kann. Eine absolute Dichtung ist nicht erforder
lich. Andererseits ist es auch möglich, übliche Dichtlippen
zu verwenden. Der flachere Bereich der Klappe 4 zwischen dem
Knick 9 und der Überlaufkante 6 braucht nicht abgedichtet zu
werden, da dann, wenn das Wasser soweit steigt, daß es dort
durchfließen könnte, die Klappe kurz vor ihrem Umkippen
steht.
Claims (17)
1. Klappenwehr mit
- 1. 1.1 einer horizontalen Schwelle (1),
- 2. 1.2 zwei die Schwelle (1) seitlich begrenzenden Seitenwänden (7), sowie mit
- 3. 1.3 einer Klappe (4), die
- 1. 1.3.1 mit ihrer einen Kante unverdrehbar an der Schwelle (1) abgedichtet befestigt ist,
- 2. 1.3.2 eine Überlaufkante (6) bildet,
- 3. 1.3.3 sich seitlich bis zu den Seitenwänden (7) erstreckte und derart angeordnet ist, daß
- 4. 1.3.4 der Durchgang von Wasser seitlich zwischen ihr und den Seitenwänden vernachlässigbar ist und
- 5. 1.3.5 daß eine Veränderung der Lage ihrer Überlauf
kante (6) durch Verformung der Klappe (4)
erreicht wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Klappe (4) aus einem im wesentlichen ebenen Blech aus Feder stahl besteht und
einen von ihrer Überlaufkante (6) ausgehenden Bereich aufweist, der flacher als der übrige Bereich verläuft,
und daß die Verformung der Klappe (4) nur durch den Druck des Wassers und der Eigen elastizität des Federstahls erfolgt.
2. Klappenwehr nach Anspruch 1, bei dem die Klappe
(4) in geschlossenem Zustand von der Vertikalen in Öff
nungsrichtung abweichend verlaufend angeordnet ist.
3. Klappenwehr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem die Klappe (4) in unverformtem Zustand unter einem
Winkel von etwa 15° von der Vertikalen abweichend befe
stigt und/oder angeordnet ist.
4. Klappenwehr nach einem der vorhergehenden Ansprüche bei dem der flachere Be
reich der Klappe (4) von ihrem übrigen Bereich durch
einen Knick (9) getrennt ist.
5. Klappenwehr nach Anspruch 4, bei dem der Knick (9) etwa
im Bereich des minimal möglichen Wasserstandes, bei dem
gerade noch ein Abfluß über die Klappe (4) erfolgt,
liegt.
6. Klappenwehr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem die Klappe (4) mindestens in ihrem sich an die feste
Kante anschließenden Bereich in geschlossenem Zustand
des Wehrs vorzugsweise gebogen vorgespannt ist.
7. Klappenwehr nach Anspruch 6, bei dem die vorgespannte
Klappe (4) die Form der Klappe (4) bei dem Entlastungs
wasserstand aufweist.
8. Klappenwehr nach Anspruch 6 oder 7, bei dem der flachere
Bereich sich an den vorgespannten Bereich anschließt.
9. Klappenwehr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem die Klappe (4) mindestens in ihrem sich an die feste
Kante anschließenden Bereich in geschlossenem Zustand
des Wehrs mit dem Randbereich ihrer Ober- bzw. Vorder
seite flächig an einem Absatz (19) o. dgl. anliegt.
10. Klappenwehr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem die Klappe (4) an ihrer Überlaufkante (6) einen etwa
rechtwinklig umgebogenen Randstreifen (17) aufweist.
11. Klappenwehr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem die Klappe (4) im Bereich ihrer Überlaufkante (6) im
stirnseitigen Endbereich je ein Versteifungselement (16)
aufweist.
12. Klappenwehr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit
einer Belüftungseinrichtung für die Rück- bzw. Untersei
te der Klappe (4).
13. Klappenwehr nach Anspruch 12, bei dem die Belüftungs
einrichtung ein parallel zur Überlaufkante (6) verlau
fendes Belüftungsrohr (10) aufweist.
14. Klappenwehr nach Anspruch 13, bei dem das Belüftungsrohr
(10) beidseits der Stirnseiten der Klappe (4) hinter den
Seitenwänden (7) mündet.
15. Klappenwehr nach Anspruch 13 oder 14, bei dem das Belüf
tungsrohr (10) einen Anschlag für die Klappe (4) bildet.
16. Klappenwehr nach einem der Ansprüche 13 bis 15, bei dem
das Belüftungsrohr (10) derart angeordnet ist, daß die
Klappe (4) in ihrer Anschlagstellung mit ihrem Knick (9)
auf dem Rohr (10) auf 1 liegt.
17. Klappenwehr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem zur Befestigung der Klappe (4) ein T-Träger (3) vor
gesehen ist, der an der Schwelle (1) eines Bauwerks be
festigt ist und an dessen einem Schenkel die Klappe (4)
befestigt ist.
Priority Applications (5)
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|---|---|---|---|
| DE4223259A DE4223259C2 (de) | 1992-07-15 | 1992-07-15 | Klappenwehr |
| AT0129593A AT401945B (de) | 1992-07-15 | 1993-07-01 | Klappenwehr |
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| FR9308713A FR2693752B1 (fr) | 1992-07-15 | 1993-07-15 | Barrage-clapet. |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE4223259A DE4223259C2 (de) | 1992-07-15 | 1992-07-15 | Klappenwehr |
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| DE4223259A1 DE4223259A1 (de) | 1994-01-20 |
| DE4223259C2 true DE4223259C2 (de) | 1999-06-17 |
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