DE388998C - Verfahren zur Gewinnung von Textilfasern und Zellstoff aus geeigneten Rohpflanzen, wie Brennesseln, Jute, Schilf, Typha u. dgl. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Textilfasern und Zellstoff aus geeigneten Rohpflanzen, wie Brennesseln, Jute, Schilf, Typha u. dgl.

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DE388998C
DE388998C DEB95824D DEB0095824D DE388998C DE 388998 C DE388998 C DE 388998C DE B95824 D DEB95824 D DE B95824D DE B0095824 D DEB0095824 D DE B0095824D DE 388998 C DE388998 C DE 388998C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Textilfasern und Zellstoff aus geeigneten Rohpflanzen, wie Brennesseln, Jute, Schilf, Typha u. dgl. Die Gewinnung -von Textilfasern aus schwach verholzten Pflanzen, -wie Brennessel, -Leinstroh, erfolgte in der Hauptsache durch das bekannte Röstverfahren oder durch Behandlung der genannten Pflanzen mit schwach alkalischen Laugen, die eine Erweichung der verklebenden Stoffe herbeiführt und eine Ablösung der Bastfasern auf mechanischem Wege ermöglicht. Hierbei geht nicht nur der ini holzigen Stengel enthaltene Zellstoff verloren, sondern es entstehen auch bei der folgenden mechan.-ischen Aufarbeitung des Z, Gutes nicht unbedeutende Verluste an wertvoller Faser in Gestalt von stark schebenhaltigem Abfallwerg, und die erhaltenen Bastfasern, wie z. B. die der Jute, erweisen sich ungemein schwer bleichbar. Wendet man jedoch alkalische Laugen in solcher Stärke und unter solchen Drucken und Temperaturen an, daß auch der holzige Stengelteil völlig aufgeschlossen wird, so daß er sich beispielsweise durch Ab-,spritzen von der langen Bastfaser trennen läßt, so wird diese durch die starke Wirkung der alkalischen Laugen so stark angegriffen, daß nur eine mürbe, wenig feste und sehr weiche Faser erhalten werden kann. So leidet z. B. ,lie Jutefaser sehr stark schon unter der Einwirkung schwacher Alkalien, wie Ätzkalk, Soda ti. dgl., und ergibt eine sehr geschwächte Faser.
  • Die sauren Sulfitverfahren aber, ganz gleich, ob sie mit viel oder wenig freier SO, arbeiten, a en "reif die Bastfasern der erwähnten Pflanzen so stark an, daß sie diese teilweise #hydrolysieren und schon aus diesen Gründen ausscheiden müssen. Die Anwendung von Alkalisulfiten unter Zusatz von Natriumthiosulfat in alkalischen Laugen, wie sie bereits benutzt wurden, gestattet zwar den völligen Aufschluß der erwähnten Pflanzen, schaltet aber, da sie noch immer wesentliche Mengen von ätzenden Alkalien enthalten, nicht die mögliche Schwächung der Bastfasern aus. Überdies ist bei der zum Zweck der Wiedergewinnung der wertvollen Natronsalze nötigen Regeneration nach der Verbrennung im Dreh- und Schmelzofen eine Kaustifizierung der erhaltenen Soda erforderlich, die bei dem nachstehend beschriebenen Verfährtn entfällt. Nach diesem Verfahren werden die genannt-en Pflanzen einer mehrmaligen Extraktion mit Wasser bei Temperaturen von nicht über iio0 C unterworfen. Die erhaltenen Auszüge können, sofern sie vergärbare Zucker und sonstige wertvolle Stoffe enthalten, auf Alkohol vergoren oder in anderer Weis-, verwendet werden. Diese Auslaugung mit Wasser ermöglicht nicht nur einen leichteren Aufschluß, sondern auch eine Ersparnis an Chemikalien bei dem nun folgenden Kochprozeß. Bei den an sich schon ziemlich frei-Cr gten Faserstoffen, wie bei Jute, kann diese Verlaugun,g mit Wasser entfallen.
  • Die gemäß diesem Verfahren in Anwendung kommende Kochlauge setzt sich aus einem Geinisch von viel Alkalikarbonat, Alkalisulfiten und nur sehr geringen Mengen von ätzenden Alkalien zusammen und wird unter Druck bei Temperaturen bis zu 1760 C benutzt. Die Zusammensetzung wechselt je nach dem zur Verarbeitung kommenden Rohmaterial.
  • Es ist bekannt, daß Alkalikarbonate erheblieh schwächer auf pflanzliche Fasern einwirken als Ätzalkalien; sie würden aber selbst in starken Lösungen einen völligen Aufschluß der holzigen Teile nicht ergeben. Das zugesetzte Al- k Z, alisulfit wirkt nicht nur als starker Dämpfer gegen die Ätzwirkung der Alkalien, sondern auch zleichzeitig aufschließend, wie aus der währind des fochprozesses erfolgenden Anlagerung der in ihnen enthaltenen SO., hervorgeht. Die in allen Fällen nur sehr geringen Mengen an Ätzalkalien aber bilden lediglich ein Lösungsmittel für die Chlorophylle und deren Umwandlungsprodukte sowie sonstiger Farbstoffe, ohne an dem Aufschließungsvorgang selbst wesentlichen Anteil zu nehmen, was daraus hervorgeht, daß der Aufschluß auch ohne sie möglich ist.
  • Diese Lauge hat die Eigenschaft, die verholzten Teile der Pflanze völlig zu Zellstoff aufzuschließen und die Bastfaser freizulegen, ohne sie zu schwächen, und ergibt Textilfasern und Zellstoffe von heller Farbe, die sich als leicht bleichbar erweisen. Die Ablauge wird in bekannter Weise zur Wiedergewinnung der Natronsalze regeneriert, bedarf aber keiner Kaustifizierung.
  • Aus f ührungsb ei sp i,el.
  • ioo kg lufttrockene Nesselstengel werden in einen eisernen Kocher eingefüllt und zunächst drei Stunden mit heißem Wasser, gegebenenfalls unter schwachem Druck bei Temperaturen bis zu iio' C, ausgelaugt. Der Auszug wird abgelassen und zum Zweck der Anreicherung wiederholt verwendet und nach erfolgter Sättigung, z. B. auf Alkohol, vergoren, da er ziernlieh viel vergärbare Zucker enthält.
  • Auf die ausgezogenen Nesselstengel wirrl 23 nun eine Littge gegeben, die enthält: 25 kg Natriunisulfit, 15 kg Natriu-mlarbonat, 3 kg Natriumhydroxyd, gelöst in 6oo 1 Wasser.
  • Hierauf wird der Kocher geschlossen und indirekt acht bis neun Stunden bei einer bis zu 176' C ansteigenden Temperatur erhitzt.
  • N 2 ach dieser Zeit ist die Kochuno- beendet,die Lau-e wird abgelassen und das Kochgut in be-25 kannter Weise weiterverarbeitet.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCII: Verfahren zur Gewinnung von Textilfasern und Zellstoff aus geeigneten Rohpflanzen, wie Brennessel, jute, Schilf, Typha u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die zerkleinerten Pflanzen zunächst mit heißem Wasser bei Temperaturen von nicht über iio' C extrahiert und. hierauf mit einer Kochlauge unter Druck bei Temperaturen bis zu 176' C behandelt werden, die aus einem Gemisch von Alkalikarbonat und neutralem Alkalisulfit mit einem geringen Zusatz von Ätzalkalien besteht.
DEB95824D 1920-09-08 1920-09-08 Verfahren zur Gewinnung von Textilfasern und Zellstoff aus geeigneten Rohpflanzen, wie Brennesseln, Jute, Schilf, Typha u. dgl. Expired DE388998C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE970908C (de) * 1941-10-19 1958-11-13 Henkel & Cie Gmbh Verfahren zur Herstellung von Karton aus einjaehrigen Pflanzen, insbesondere Stroh
DE1122362B (de) * 1956-11-08 1962-01-18 Eugene Gilbert Voiret Verfahren zur Herstellung von Papierstoffen fuer Druck- und Verpackungspapiere aus Hanf

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE970908C (de) * 1941-10-19 1958-11-13 Henkel & Cie Gmbh Verfahren zur Herstellung von Karton aus einjaehrigen Pflanzen, insbesondere Stroh
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