AT116059B - Verfahren zur Herstellung hochwertiger Faserhalbstoffe. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung hochwertiger Faserhalbstoffe.

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  Verfahren   zur Herstellung   hochwertiger   Faserhalbstoffe.   



   Die chemische Aufschliessung eines in sich sehr verschiedenartigen Rohfaserstoffes bereitet be-   kanntlich recht beträchtliche Schwierigkeiten.   So ist z. B. bis zum heutigen Tage kein Verfahren bekannt, um Flachsstroh - also Abfälle, wie sie nach erfolgter Flachsernte   jährlich   in ungeheuren Mengen zurückbleiben-zu Papierrohstoff aufzuschliessen, obwohl der hohe Gehalt dieser Rohstoffe an wertvoller Zellulose und die Unversehrtheit und Langfaserigkeit der Flachsfaser hier besonders günstige Aussichten schaffen. Beispielsweise wchreiben Sidney D. Wells und Earl R. Schafer als Vorwort zu ihrer Abhandlung   über     "Die'chemischen   Bestandteile des   Flachsstrohes"in   der Zeitschrift "Paper Trade   Journal", Vol.

   LXXXI,   S. 47 (23.4. 25), das Folgende (übersetzt) :   "In   diesen Studien wird gezeigt, dass die Bestandteile des   Flachsstengels,   die im   Textilhandel   und in ihm verwandten Zweigen als Bast und Sehäben bekannt sind, in ihrer chemischen Kennzeichnung weit voneinander verschieden sind. Der Bast scheint aus verhältnismässig reiner Zellulose zu bestehen, an welche Kohlehydrate adsorbiert   sind, welche durch Behandlung mit heissem   Wasser oder mit schwachen Alkalien gelöst werden können, während die Schaben aus einer Zellulose bestehen, die mit Pentosanen und Lignin eng verbunden ist.

   Eine grosse Zahl verschiedenartiger Behandlungsweisen konnte nur den Beweis   da1Ür'erbringen, dass   es kein Verfahren gibt, welches im Stande ist, die   Schäben   zu erweichen oder in ihre Bestandteile zu trennen, ohne dass eine ausgeprägte Schwächung in der Festigkeit der Bastfaser'eintrat. "   ''Weiterhin   heisst es noch :

   ,,Dass es chemische Verfahren gibt, mit denen man die   Schäben   aufschliessen kann, ohne den Bast zu schwächen, ist den Verfassern nicht bekannt geworden."
Es geht aus dieser Literaturstelle aus neuester Zeit eindeutig hervor, dass die verschiedenartige Zusammensetzung mancher Rohfaserstoffe, namentlich der   Spinnereiabfälle,   aber auch anderer ähnlicher.   Hilosehaltiger   Abfälle, eine chemische   Aufschliessung   mit den bisher bekannten Verfahren ausschliesstas   , :

   n1mss daher   als wertvoll betrachtet werden, dass es mit Hilfe einer neuartigen Laugenzusammensetzung gelingt, auch diese Rohstoffe   aufzuschliessen,   ohne dass man dabei eine Schädigung der Festigkeitsoigeitschaften der Faser   befürchten   oder eine mangelhafte Ausbeute in Kauf nehmen müsste. 



   Es ist bekannt, in den in der Zellstoffabrikation   üblichen   Kochlaugen einen Teil des Kalziums durch magnesium oder Natrium zu ersetzen. So hat bereits Keller anfangs der siebziger Jahre die Verwendung von Natriumbisulfit vorgeschlagen, und Graham (britisches Patent 5365/82) arbeitet unter 
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 lich das Bisulfit im Laufe des Verfahrens entstehen und neben Sulfit wirken. 



   Im Gegensatz hiezu beruht die vorliegende Erfindung zunächst auf der Erkenntnis, dass von 
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 und Sulfit einem besonderen Verteilungsverhältnis folgen muss und dass dies in der Regel die Zusammensetzung :   NaHS03   :   NaSO3 = (3'0-3'5) Gewiehtsteile   : 1 Gewichtsteil als das Verhältnis sieh erwiesen hat, bei dem   ungewöhnlich   günstige Ergebnisse erzielt werden. Infolge der   Schwerlöslichkeit   der Sulfite 
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   Es ist ferner erforderlich, der in der beschriebenen Weise zusammengesetzten Koehlauge gewisse Neutralsalze zuzusetzen, die anscheinend die Auslösung der Inkrusten erleichtern, ohne sich selbst an der chemischen Umsetzung zu beteiligen. Vorzugsweise sind hier Neutralsalze verwendbar, die in wässeriger Lösung bei erhöhter Temperatur eine hydrolytische Spaltung erfahren. 



   Das Verfahren gestaltet sieh nun beispielsweise für Flachs oder Spinnabfälle wie folgt. In einem säurefesten   Drehkocher   werden 10.   000leg Spinnabfälle (Flaehsstroh)   mit 35.   000 l einer   Lauge versetzt. die   1800 fg Natriumbisulfit und 540 kg Natriumsulfit   sowie   100 leg Chlormagnesium   enthält. Der Kocher wird verschlossen und unter stetem Drehen etwa eine halbe Stunde ohne Heizung belassen. Hienach wird mit direktem Dampf langsam auf   1100 erwärmt und   bei dieser Temperatur etwa eine Stunde belassen.

   Nach diesem Zeitraum wird die Temperatur allmählich auf   145-1500 gebracht   und nach zehn Stunden die Koehlauge unter Druck abgestossen, das Kochgut im Kocher mehrmals mit Wasser gewaschen und hienach wie   üblich     weiter bearbeitet. Man   erhält auf diese Weise einen reinen, leicht hochweiss   bleichbaren   Halbstoff, dessen Fertigkeitseigensehaften sehr gut sind. 



   Das Verfahren findet unter sinngemässer Anpassung der Zusätze von Neutralsalzen und der Kon- 
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 treidestroh kann hienach aufgeschlossen werden. 



   Anstatt, wie in dem Beispiel geschildert, die Faser unmittelbar mit der   Koehflüssigkeit   zu behandeln, kann auch so verfahren werden, dass man die Fasermasse zunächst mit einer wesentlich stärkeren Lauge von der   Zusammensetzungsart   der Koehflüssigkeit   durchtränkt,   dann den   Laugenübersehuss   mechanisch abtrennt und nun die Faser mit Wasserdampf unter Druck bei erhöhter Temperatur behandelt, so dass allmählich die Konzentration der Tränkungsflüssigkeit in die der Kochlauge übergeht. 



   Es ist bekannt, eine   Tränkung des aufzusehliessenden   Faserstoffes mit   Kalziumsulfitlösungen   bei niedriger Temperatur und daran anschliessend ein Dämpfen vorzunehmen, wobei man die Tränkungsflüssigkeit unter dem eigenen Druck ablässt oder durch Zufuhr von   Schwefligsäuregas   aus dem Kocher   herausdrückt.   In der verbleibenden, Wasserdampf und Sehwefeldioxyd enthaltenden Atmosphäre wird dann unter fortgesetzter Dampfzuleitung gedämpft oder von dieser Dämpfung noch   Sehweflig-   säuregas in den Kocher geleitet. Auf jeden Fall werden bei dem bekannten Verfahren Laugen mit grossem
Gehalt an schwefliger Säure verwendet. Auch   bezüglich   der Verwendung von Alkalibisulfit-bzw.

   Erdalkalibisulfitlaugen wird bei dem bekannten Verfahren ausdrücklich gesagt, dass die freie,   sehweflige   Säure, d. h. die über Bisulfit hinaus vorhandene schweflige Säure, in ihrer Menge der gebundenen mindestens gleichkommen   muss,   Bei dem vorliegenden Verfahren hingegen werden Laugen von ganz bestimmter Zusammensetzung benutzt, die neben   Bisulfit beträchtliche Mengen   an neutralem Sulfit, also praktisch keine   sehweflige   Säure im freien Zustande, enthalten. Die Vorteile, die mit dem Verfahren der vorliegenden Anmeldung gegenüber dem Bekannten erzielt werden, beruhen gerade auf der wesentlich anderen Zusammensetzung der   Koehflüssigkeit.   



   Nach einem anderen bekannten Verfahren werden zur Erzeugung von Halbzellstoffen die Rohpflanzen mit einer Lauge behandelt, die neben   sehwaeh   gebundenen Alkalien, wie Natriumcarbonat oder Seifen der Alkalimetalle, je nach dem beabsichtigten Zweck, wechselnde Mengen von   schweflig-   
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 dieses bekannte Verfahren unterscheidet sich grundsätzlich von dem vorliegenden, bei welchem eine wesentlich andere   Laugendurehtränkung   vorgenommen wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1.. Verfahren zur Herstellung hochwertiger Faserhalbstoffe,   insbesondere aus Spinnabfällen, Flachs,   Hanfstroh, Jute u. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass man diese Rohstoffe mit einer Lauge aus Monound Bisulfiten unter Zusatz von Neutralsalzen bei höherer Temperatur, vornehmlich unter Druck, behandelt, wobei in der Lauge auf 1 Teil Monosulfit 3-3Y2 Teile Bisulfit und Zuschläge von   löslichen   Sulfaten und (oder) Chloriden der Alkalien oder Erdalkalien des Magnesiums oder Aluminiums,   ent-   halten sind.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man den mit einer gemäss Anspruch 1 EMI2.3 der Lauge mechanisch befreiten Faserstoff mit Wasserdampf bei Temperaturen über 100Q unter Druck behandelt.
    3. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuschläge vorwiegend aus solchen Neutralsalzen bestehen, die in wässriger Lösung bei erhöhter Temperatur eine hydrolytische EMI2.4
AT116059D 1926-01-25 1926-11-27 Verfahren zur Herstellung hochwertiger Faserhalbstoffe. AT116059B (de)

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