DE533647C - Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Pflanzenfaserstoffen mittels Chlors - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Pflanzenfaserstoffen mittels Chlors

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DE533647C
DE533647C DEV22461D DEV0022461D DE533647C DE 533647 C DE533647 C DE 533647C DE V22461 D DEV22461 D DE V22461D DE V0022461 D DEV0022461 D DE V0022461D DE 533647 C DE533647 C DE 533647C
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DE
Germany
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chlorine
cellulose
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DEV22461D
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Dr Roland Runkel
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VER fur CHEMISCHE IND AKT GES
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VER fur CHEMISCHE IND AKT GES
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C1/00Pretreatment of the finely-divided materials before digesting
    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C5/00Other processes for obtaining cellulose, e.g. cooking cotton linters ; Processes characterised by the choice of cellulose-containing starting materials

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Pflanzenfaserstoffen mittels Chlors In neuerer Zeit sind leine Anzahl Verfahren bekannt geworden, welche eine Vereinfachung und Verbilligung der Zellstoffabrikation gegenüber den klassischen Verfahren anstreben und gleichzeitig unter Erhöhung der zellstoffchemischen Wirtschaftlichkeit leine allgemeinere Anwendbarkeit auf Pflanzenrohstoffe aller Art zum Ziele haben.
  • Hierzu gehört besonders der Chloraufschluß. Die geringe Tiefenwirkung und die damit verbundene Ungleichmäßigkeit beim Cbloraufschluß war bisher das Hau pthind@erni;s, weshalb sich diese Methoden, besonders in der Anwendung auf Holz, nicht einführen konnten.
  • Man hat die verschiedensten Maßnahmen versucht, die Tiefen- und damit gleichmäßige Wirkung des Chlors während des Aufschlußprozesses zu verstärken, aber die Versuche scheiterten bei Holz an der Dichte des Materials und an der geringen spezifischen Oberfläche, welche die Holzstückchen, auch bei bedeutender Zerkleinerung, dem Gase bieten.
  • So ist es bekannt, -die pflanzlichen Rohstoffe mit Alkali zu behandeln, zu zerfasern und dann mit Hypochlorit aufzuschließen. Dieses Verfahren führte jedoch nicht zum Ziele, da die Reaktionsfähigkeit des so hergestellten Faserproduktes nicht ausreichte, - um bei der nachfolgenden einfachem Hypochlort- _ behandlung einen brauchbaren Zellstoff zu erhalten. 0 Ferner hat man sich saurer oder auch basischer Einweichungsprozesse bedient, um die spätere Diffusion der Aufsc lußchemikalien zu erleichtern, wobei man speziell die leichtere Durchführung eines nachfolgenden Sulfitaufschlußprozesses im Auge hatte.
  • Es ist auch bekannt, das Rohmaterial, insbesondere Holz, nach einer doppelten aufeinanderfolgenden basischen und sauren Behandlung zu bleichen oder einem Sulfitaufschluß zu unterwerfen, aber auch eine derartige Methode hat sich nicht durchsefzen können, in dem einen Fall wegen der Umständlichkeit des ganzen Arbeitsprozesses, in dem anderen deshalb, weil die Bleiche ungleichm;äßig verlief und bereits erhebliche Anteile der Fasern überbleicht waren, während bei anderen das bleichende Agenz überhaupt noch nicht gewirkt hatte.
  • Es wurde nun die Beobachtung gemacht, daß das Pflanzenmaterial, sogar Hartholz, durch die doppelte, basische und saure aufeinanderfolgende Vorbehandlung eine eigenartige Durchlässigkeit und poröse Struktur erhält, besonders dann, wenn es der sauren. Behandlung in zerfasertem Zustande dargeboten wird. Die erforderliche Zerfaseru@g läßt sich nach dem basischen Teil der Vorbehandlung, welcher je nach der Beschaffenheit des Fasermaterials mit Lösungen wechselnder Stärke bei verschiedenen Temperaturgraden während kürzerer oder längerer Zeitdauer durchzuführen ist, besonders leicht ohne Faserschädigung-_durchführen. Die poröse Struktur, die das Material nach der Säurebehandlung annimmt,,- ermöglicht nun eine gleichmäßige Chlörierung bis zu einem gebleichten Zellstoff in einem einzigen Arbeitsgang unter Aufwand verhältnismäßig geringer Chemikalienmengen, obwohl das Fasermaterial vor der Chlorbehandlung keineswegs die Eigenschaften eines normalen ungebleichten Zellstoffes aufweist, vielmehr noch bedeutende Inkrustenmengen,entli,ält: Die Chlorierung kann nun derart vorgenommen werden, daß die Acidität, Alkalität, Hypochloritkonzentration und der Grad der Chloreinwirkung auf einfache Weise in der Art geregelt wird, daß, zu der wäßrigen Suspension des Faserbreies unter Bewegung kontinuierlich oder periodisch gemessene Mengen einerseits einer basischen Lösung, andererseits von Chlorgas zugesetzt werden.
  • Das Verfahren bedeutet die Schaffung eines allgemeinen, selbst für Harthölzer, Bambus u. dgl. anwendbaren Chloraufschlußverfahrens und ist an folgenden Beispielen !erläutert.
  • i. Zoo g BuchenholzhackspÄne, zerkleinerter Bambus, Strohhäcksel o. dgl. werden mit i l einer i, 5prozentigen Natronlauge 8 Stunden lang bei mehr oder weniger erhöhter Temperatur behandelt. Nach dem Trennen von der Lauge wird das Material -gewaschen und dann gegebenenfalls in Beine Diffusionsbatterieeiner o, i- bis 2prozentigen Schwefelsäure ohne Anwendung von Druck bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur ausgesetzt. Nach genügender Einwirkung wird die Holzmasse von der Säure getrennt, in Vorrichtungen bekannter Art zerfasert und ausgewaschen, darauf mit verdünnter Natronlauge, unter ständigem Chloreinleben, einige Stunden gerührt, bis gegebenenfalls nach Zusatz einer weiteren geringen Menge Natronlauge und weiterem Chlöreinleiten sein nein weißer' Zellstoff entsteht.
  • 2. soo g Buchenholzhackspäne, zeakleinerter Bambus, Strohhäcksel o. dgl. werden gegebenenfalls in einer Diffusionsbatterie der Wirkungeiner o,i- bis 2prozentigen Schwefelsäure ausgesetzt, wobei: Temperaturen und Zeitdauer der Einwirkung in weiten Grenzen. variiert werden können. Nach, dem Abtrennen von der Säure und dem Auswaschen wird mit i 1 verdünnter, beispielsweise- a,5prozeutiger Natronlauge behandelt und dann, in einem Kollergang o. dgl. zerfasert. Das zerfaserte Material wird unter Zusatz einer *eiteren Menge Natronlauge wie im Beispiel i chloriert.
  • 3. Zoo g Buc'henholzhackspäne, zerkleinerter Bambus, Strohhäcksel o. dgl. werden mit i 1 einer i, 5prozentigen Natronlauge 3 Stunden -lang bei mehr oder weniger erhöhtear Temperatur- behandelt. Nach einer Zerfaserung des vollständig durchweichten Materials in einem Kollergang wird der Stoff gegebenenfalls meiner Diffusionsbatterie in seinem nunmehr fein zerteilten Zustand der Wirkung einer o, i- bis 2prozentigen Schwefelsäure bei mehr oder weniger erhöhter Temperatur, aber ohne Anwendung von Druck, 3 Stunden lang ausgesetzt. Das Material wird nun von der Säure getrennt, ausgewaschen und in einem geeigneten Behälter mit Wasser suspendiert, wobei das Verhältnis Flüssigkeit zu Trockenfaser innerhalb weiter Grenzen variiert werden kann. Unter Bewegung des mehr oder weniger konsistenten Breies wird nun einerseits Chlorgas .eingelassen, andererseits sofort oder nacheiniger Zeit, periodisch oder kontinuierlich, in wechselnder Stärke eine solche Menge Natronlauge,- Sodalösung, Kalklösung o. dgl. zugeführt, daß je nach Bedarf zeitweise die alkalische, zeitweise die saure Reaktion eintritt. Nach 6 bis 12 Stunden besteht der Faserbrei m einem gebleichten, für die Papierfabrikation und andere Zwecke brauchbaren Zellstoff in hoher Ausbeute und von vorzüglicher Beschaffenheit.
  • Die milde Behandlung hinsichtlich Temperatur und Chemikalienkonzentration in allen Stufen des oben beschriebenen Prozesses ermöglicht selbst bei sehr empfindlichen Fasermaterialien besonders hohe Ausbeuten und gute Qualitäten des Endproduktes.

Claims (2)

  1. PAT LN TANSPRÜ-CI-IR i. Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Pflanzenfaserstoffen mittels Chlors unter -Vorbehandlung des Rohstoffes- mit erweichenden Mitteln und Zerfaserung vor der Chlorierung, gekennzeichnet durch. ;eine doppelte basische und saure -Vorbehandlung.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die- Zerfaserung nach dem basischen Teil der Vorbehandlung erfolgt.
DEV22461D 1927-04-26 1927-04-26 Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Pflanzenfaserstoffen mittels Chlors Expired DE533647C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE747455C (de) * 1940-07-02 1944-10-02 Sueddeutsche Zellwolle Ag Verfahren zur Vorbehandlung von Flachs- und Hanfschaeben

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE747455C (de) * 1940-07-02 1944-10-02 Sueddeutsche Zellwolle Ag Verfahren zur Vorbehandlung von Flachs- und Hanfschaeben

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