AT53101B - Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Stroh und dgl. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Stroh und dgl.Info
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Description
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Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Stroh und dgl.
Das nachstehend beschriebene Verfahren betrifft die Gewinnung von Zellstoff aus Stroh und ähnlichen Materialien vermittelst des Natron-bzw. Sulfatverfahrens. Während jedoch der bisher aus Stroh erzeugte Zellstoff stets von sehr kurzer Faser und daher brüchig und dem aus Nadelholz gewonnenen Zellstoff gegenüber minderwertig und an Festigkeit nachstehend war, gelingt es dem weiters dargelegten Verfahren gemäss, aus Stroh Zellstoff von ausnahmsweise langer, fester und dabei mehr geschmeidiger und gut bleich- fähiger Faser zu erzielen, der dem aus Nadelholz gewonnenen vielfach überlegen ist.
Überdies wird eine um zozo erhöhte Ausbeute gegenüber der bisherigen Arbeitsweise erreicht, so dass das Verfahren in zweifacher Hinsicht, sowohl im Hinblick auf die erzielte Qualität als auch Quantität des Endproduktes einen wesentlichen technischen Fortschritt darstellt. Man hat schon versucht, eine schwache Kochlauge unter hohem Druck und Temperatur zu verwenden, man hat auch versucht, bei Anwendung hoher Konzentrationen den Druck bzw. die Temperatur herabzusetzen und dafür länger zu kochen. Diese Verfahren haben sich jedoch in der Praxis nicht bewährt, man kocht daher überall wieder Illit starker Lauge und hohem Druck bzw. Temperatur und gewinnt hiebei stets verhältnismässig wenig Stoff von kurzer minderwertiger Faser.
Es hat sich nun überraschender Weise gezeigt, dass, wenn das Gut gemäss dem den Hrnndungsgegonstand bitdenden Verfahren mit stark verdünnter Lauge ohne oder bei ganz geringem Druck bei einer um 100"C liegenden Temperatur durch kurze Zeit behandelt wird, eine bessere Faser in grösserer Ausbeute und auf viel ökonomischere Weise er- halten wird.
Das Verfahren besteht im Wesen darin, dass das verwendete Rohmaterial (Stroh nsw.) mit dem fünf-bis zehnfachen Gewicht einer entsprechend schwachen Lauge ohne oder nur mit geringem Druck bei einer um 1000 C liegenden Temperatur erhitzt wird. Der
Konzentrationsgrad der Lauge richtet sich nach dem verwendeten Kochgut und der an- gewandten Verdiinnung (fünf-bis zehnfach). Die Zusammensetzung der Kochlauge unter- scheidet sich von der gebräuchlichen nahezu ganz kaustischen Kochlauge dadurch, dass zumindest 25 his 300/0 (bereehnet auf die vorhandene Trockensubstanz) Natriumkarbonat darin vorhanden sind ;
überdies werden dem Verfahren gemäss überhaupt um 10 bis 12"/u weniger Alkaliverbindungen verwendet. als bisher in Rechnung gezogen wurden. Der ver- hältnismässig hohe Gehalt der Lauge an Soda hat sich für die günstige Aufschliessung als notwendig erwiesen. Bei dem Verfahren erfolgt durch die reichliche Anwesenheit von Lösungswasser eine umso leichtere Lösung der inkrustierenden Substanzen, so dass ein
Arbeiten bei hohem Dampfdruck von 4'5 bis 10 Atm. wie'bisher ganz unnötig wurde und ein Erhitzen auf ungefähr Siedetemperatur vollständig genügte.
Eine Folge der an- gewandten niedrigen Temperatur und der mit dem bedeutend höherem Flüssigkeitsquantum in Beziehung stehenden geringen Stärke der angewandten Lauge ist nun sowohl die erhöhte
Ausbeute an Zellstoff (zirka 60% Zellstoff gegenüber bisher 40%) als die bessere Qualität des gewonnenen Produktes. Überdies wird bei dem Verfahren neben verminderter Koch- dauer eine bedeutende Ersparnis an Alkali erzielt, da die Lauge hiebei nur die Inkrusten, nicht aber auch Zellstoff auflöst.
Der Kochprozess bedarf keiner rotierenden Kocher, sondern wird vorteilhafter in grossen stehenden Kochern vorgenommen. Das Rohmaterial muss hiebei stets von der Lauge
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ganz bedeckt sein, wozu man mindest das fünffache Strohgewicht Laugo benötigt. Entsprechend dem vergrösserten Laugenquantum wird eine geringere Konzentration der Lauge gewählt, wobei ihm ein Überschuss an Lauge jedoch nichts schadet, da bei der niedrigen Temperatur von etwa 100"C diese den Zellstoff selbst nicht wirklich angreift.
Die sonstige Behandlung erfolgt in der beim Natron- bzw. Sulfatverfahren bisher üblichen Weise.
Claims (1)
- Während jedoch nach dem alten Verfahren in einem Kocher innerhalb 24 Stunden höchstens drei Operationen gemacht werden konnten, lassen sich gemäss dem beschriebenen Verfahren leicht fünf bis sechs Kochungen erzielen, PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Stroh und dgl. gemäss dem Natron-bzw.Sulfatverfahren unter Verwendung der üblichen Menge von Natron bzw. Sulfat, dadurch gekennzeichnet, dass das verwendete Rohmaterial mit der ungefähr fünf-bis zehnfachen (lowichtsmenge Lauge von entsprechend geringem Konzentrationsgrad und einem Gehalt von mindest 2 5% Soda berechnet, auf den Gesamtgehalt an Alkaliverbindungen, bei einer Temperatur von etwa 1000 C durch einige Stunden behandelt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT53101T | 1908-07-04 |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| AT53101D AT53101B (de) | 1908-07-04 | 1908-07-04 | Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Stroh und dgl. |
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| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT53101B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2843329A (en) * | 1957-01-15 | 1958-07-15 | Newton L Matthews | Rock crusher |
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1908
- 1908-07-04 AT AT53101D patent/AT53101B/de active
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