DE375708C - Verfahren zur Herstellung von Presshefe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Presshefe

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DE375708C
DE375708C DEE26214D DEE0026214D DE375708C DE 375708 C DE375708 C DE 375708C DE E26214 D DEE26214 D DE E26214D DE E0026214 D DEE0026214 D DE E0026214D DE 375708 C DE375708 C DE 375708C
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yeast
nitrogen
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sugar
mineral acids
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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N1/00Microorganisms; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
    • C12N1/14Fungi; Culture media therefor
    • C12N1/16Yeasts; Culture media therefor
    • C12N1/18Baker's yeast; Brewer's yeast

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Preßhefe. Für diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage vom 2. Juni 191i die Priorität auf Grund der Anmeldung in Belgien vom 26. Mai igig beansprucht. Bekanntlich sind die Arüinosäuren, welche man durch die Hydrolyse der Eiweißstore mit konzentrierten Mineralsäuren erhält, für Hefe leicht assimilierbar. Diese Aminosäuren liefern den im Entstehen begriffenen Hefezeilen gleichzeitig den zu ihrer Bildung notwendigen Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff. Sind sie in der Nährlösung enthalten, so wird der darin befindliche Zucker in fast theoretischer Ausbeute in Alkohol und Kohlensäure zerlegt, ohne anderen unwirtschaftlichen Zersetzungen zu unterliegen, wie das etwa der Fall ist, wenn man andere Stickstoffnährquellen benutzt, z. B. Ammoniumsalze oder natürliche Eiweißstoffe. Die Anwesenheit der Aminosäuren schont also gewissermaßen den Zucker, der ohne ihre Gegenwart sonst zum Teil zum Aufbau des Hefeprotoplasmas verbraucht werden würde. Verwendet man dagegen die Produkte des weit vorgeschrittenen, mittels der Hydrolyse bewirkten Abbaus der Eiweißstoffe als Stickstoffnährsubstanz für die Hefe, so erhält man eine sehr große Ausbeute an Hefe und gleichzeitig auch an Alkohol.
  • Der Gebrauch von rohen Eiweißabbauprodukten als Stickstoffnährsubstanz für Hefe ist an sich bekannt. Er liefert indes nicht unter allen Umständen so gute Resultate, wie wenn man reine Aminosäuren benutzt. Wenn man nämlich die rohen Hydrolysierungsprodukte der Eiweißstoffe verwendet, o welche durch Hydrolyse mittels Mineralsäuren unter Druck oder ohne Druck, aber bei veränderlicher Konzentration der Säure, erhalten werden, so siößt man auf Schwierigkeiten; man erhält nämlich schlechte Ausbeuten. Es bilden sich nämlich bei der Hydrolyse der Eiweißstoffe mit Mineralsäuren neben Aminosäuren Giftstoffe, welche das Wachstum der Hefe hemmen.
  • Die Wirkung der Giftstoffe hat die Folge, daß in der Hefeindustrie stark hydrolysierte Produkte der Eiweißstoffe bisher nur eine ganz beschränkte Anwendung gefunden haben.
  • Bei Zusatz von 2 bis 3 kg hydrolysierter Proteine auf too kg Zucker hat man stets ungünstige Resultate erhalten, und bei Anwendung kleiner Mengen erzielt man keine Ersparnis an Malz und Malzkeimen.
  • Bei dem neuen Verfahren sind diese Schwierigkeiten beseitigt, und zwar dadurch, daß einerseits die Hydrolyse der Proteine in der Art durchgeführt wird, daß Karamelisierung und Bildung von Giftstoffen sehr bedeutend vermindert werden, und anderseits die trotzdem gebildeten Giftstoffe durch Reduktionsmittel vollständig entfernt werden.
  • Bei dem neuen Verfahren hält man die Hydrolyse der Proteine, die Konzentration der Säure und die Temperatur in ganz bestimmten Grenzen, und zwar ohne Anwendung von Druck, und vermeidet sowohl eine starke Verdünnung wie eine stärkere Konzentration, zwei Umstände, welche sehr ungünstig .auf den erlauf der Reaktion wirken.
  • Zu diesem Zwecke werden die prote inlialtigen Stoffe mit der Säure in dem Verhältnis zusammengebracht, daß ein Gemisch entsteht, (las nicht unter 1o3° und nicht über 1o8` C siedet.
  • Die Verdiinnung der Masse wird dadurch verhindert, daß man überhitzten Dampf verwendet.
  • Nachdem das Gemisch etwa .18 Stunden lang vier Temperatur von 1o3° bis 1o8" C ausgesetzt ist, ist der gesamte Stickstoff der rohen Produkte in Lösung gebracht, ohne daß die Bildung von Amnioniakstickstof io Prozent des gesamten Stickstoffes übersteigt.
  • Das erhaltene Produkt wird alsdann der Einwirkung von Schwefelwasserstof-i cAer Alkalisulfiden ausgesetzt, und zwar zwecks Ausscheidung der gebildeten Giftstoffe.
  • Das Verfahren zur Herstellung des stickstoffhaltigen Nährextrzcktes wird also in folgender Weise ausgeführt: In einen Behälter aus Steinzeug oder aus verbleitem Eisen von Zoo hl Inhalt bringt man 2o hi Schwefelsäure von 27° Be und 2 ooo kg eiweißreiche Substanz, wie z. B. Erdnußkuchen, Sojabohnenkuchen, Destillationstrester, Brauereitrester u. dgi., und leitet dann trockenen Dampf in das Gemisch, um die Temperatur auf 103c' bis 1o8° C zu bringen, wodurch das Volumen sich um 2o bis 25 Prozent erhöht. Wenn nun die Temperatur von o8° C erreicht ist und die Flüssigkeit anfängt zu kochen, so hört man mit dem Einiciten des Dampfes auf und führt erst wieder weiteren Dampf zu, wenn die Temperatur sinkt. Wenn man diese Arbeitsbedingungen einhält, so ist das Volumen der Flüssigkeitsmenge am Ende des Kochens, also nach ungefähr 48 Stunden, ebenso groß wie zu Anfang. Dann gibt man ungefähr .4o hl warmes Wasser hinzu und neutralisiert mit Kalk bis zu einem Gehalt an freier Schwefelsäure von 2 bis 5 g im Liter.
  • Darauf gibt man ganz allmählich 1 bis 2 kg Schwefelnatrium hinzu, das man zuvor in Wasser gelöst hat, läßt 1 bis 2 Stunden ab-,#etzen und filtriert.
  • Die filtrierte Flüssigkeit wird nun mit Kaliumkarbonat neutralisiert und darauf direkt zu der noch nicht filtrierten oder auch zur filtrierten Zuckerlösung hinzugegeben.
  • Zur Hefefabrikation benutzt man vorzugsweise Rübensaft, durch Malz oder Säure verzuckerte,Korn- oder Stärkemaische oder Meiasse. Diese Maischen werden auf die bekannte-Weise hergestellt.
  • Auf Zoo kg Zucker in der Maische setzt man bis 21J2 kg Stickstoff in Form von Aminosäuren hinzu. Wenn man 2 kg oder etwas mehr Stickstoff in Form von Aminosäuren hinzufügt, hat die Gärflüssigkeit das spezilische Gewicht 1,oo8. Gibt man nur 25o bis 5oo g Stickstoff in Form von Aminosäuren hinzu, so beträgt das spezifische Gewicht i,o2o.
  • Arbeitet man mit einem Zusatz von 21/. kg Stickstoff in Form von Aminosäuren auf Zoo kg Zucker, so erreicht man eine Ausbeute von 125 bis 140 kg Hefe auf Zoo kg angewandten Zucker.
  • Die goo g Stickstoff enthaltende Gärflüssib keit von 1,02o spezifischem Gewicht gibt eine Ausbeute von 6o bis 7o kg Hefe und 53 bis ,5 5 1 Alkohol auf Zoo kg angewandten Zucker.
  • Wenn man Ölkuchen, Erdnußkuchen oder Sojabohnenkuchen bei der obenbeschriebenen Bereitung des stickstoffhaltigen Extraktes benutzt und die angegebene Menge von 1 kg Schwefelnatrium in Lösung auf looo kg ölkuchen verwendet, braucht man nicht zu befürchten, daß man zuviel von diesem Reagenz zugesetzt hat. Arbeitet man dagegen mit Destillationstrestern, so kann es vorkommen, daß man bei Verwendung von 1 kg Schwefelnatrium auf looo kg Trester schon einen überschuß an Schwefelnatrium hinzugesetzt hat. Man kann den geringen Überschuß an Schwefelnatrium in diesem Falle aus der filtrierten Flüssigkeit entfernen. Man fügt zum Filtrat eine geringe Menge Schwefelsäure hinzu, um den Schwefelsäuregehalt auf 5 bis 6 g im Liter zu steigern, erhitzt zum Kochen und leitet einen Luftstrom durch die Flüssigkeit.
  • Wenn man an Stelle von Natriumsulfid Schwefelwasserstoff verwendet, arbeitet man zweckmäßig mit einem Überschuß davon, der dann im geeigneten Augenblick entfernt wird. Zu diesem Zweck filtriert man die Flüssigkeit, nachdem man sie 2 Stunden mit dem Schwefelwasserstoff hat stehenlassen, erhitzt zum Sieden und leitet kräftig Luft hindurch.
  • Diese Arbeitsweise bietet folgende erhebliche Vorteile: 1. Die Stickstoffsubstanz geht praktisch quantitativ in Lösung, während bei den bekannten Verfahren, bei denen die Hydrolyse unter Druck vor sich geht, 2o bis 3o Prozent Stickstoff nicht hydrolysiert werden oder in Form von stickstoffhaltiger Kohle zurückbleiben.
  • 2. Der erzielte Extrakt enthält wenig Humusstoffe, ist nur wenig karamelisiert und schwach gefärbt. Das Druckverfahren dagegen ergibt eine schwarze Flüssigkeit. %\-eiche die Hefe in der Maische dunkel färbt. Diese dunkle Farbe kann nicht entfernt werden.
  • 3. Nach dem neuen Verfahren entstellt eine vier- bis fünfmal geringere Menge an Giftstoffen, als nach dem Verfahren, das mit Druck arbeitet. Die Reinigung der Hefe, welche mit der nach dein neuen Verfahren hergestellten Nährlösung erzielt wird, gestaltet sich viel einfacher als nach den bisher bekannten Verfahren.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCF1 Verfahren zur Herstellung von Preßhefe unter Verwendung eines durch Behandlung von Ölkuchen und ähnlichen proteinreichen Stoffen mit konzentrierten Mineralsäuren hergestellten, stickstoffhaleigen Extraktes als Zusatz zur zuckerhaltigen Maische, gekennzeichnet durch eine 3o- bis 48 stündige Behandlung der rohen Proteinstoffe mit konzentrierten Mineralsäuren in offenen Gefäßen bei einer Temperatur von 1031 bis 1o8° C und durch die nachherige Zugabe von Schwefelwasserstoff oder Alkalisulfiden zu dem mit Wasser stark verdünnten und auf einen Säuregehalt von etwa 5 g im Liter gebrachten Erzeugnis.
DEE26214D 1919-05-26 1921-02-09 Verfahren zur Herstellung von Presshefe Expired DE375708C (de)

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