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Rechenmaschine mit Vorrichtung zum selbsttätigen Verschieben des Zählwerkschlittens
beim Multiplizieren. Es sind Rechenmaschinen mit einem gegen das Antrieb- oder Einstellwerk
verschiebbaren Schlitten bekannt, auf dem in der Regel ein Haupt- und ein Umdrehungs-
(Quotienten-) Zählwerk angeordnet sind. Soll mit einer solchen Maschine beispielsweise
eine Zahl x mit 3005o6 multipliziert werden, so wird zunächst die Zahl x am Antrieb-
oder Einstellwerke eingestellt und darauf wird, nachdem der Schlitten in seine Anfangslage
gebracht ist, mit dem Multiplizieren begonnen, indem das Antriebglied (Kurbel oder
Handhebel)
sechsmal betätigt wird. Alsdann verschiebt man den Schlitten
um zwei Wertstellen, betätigt das Antriebglied fünfmal und verschiebt den Schlitten
um drei Wertstellen, worauf das Antriebglied noch dreimal bedient wird. Im ganzen
sind bei diesem Rechenbeispiele 6 + 5 + 3 = 14 Betätigungen
(Drehungen) des Antriebgliedes und zwischendurch zwei Schlittenverschiebungen erforderlich.
Gerade die von Hand auszuführenden Schlittenverschiebungen, die eine Unterbrechung
der Antriebgliedbetätigung bedingen, erschweren die Handhabung der Maschine und
sind sehr häufig die Ursache falscher Rechenergebnisse. Es sind bereits Vorrichtungen
zum selbsttätigen Verschieben des Schlittens vorgeschlagen worden, an denen oder
durch die der Multiplikator eingestellt wird und bei denen unmittelbar nach der
letzten Antriebgliedbewegung in einer Wertstelle der Schlitten durch das Antriebglied
in die nächste, der Rechnung dienende Wertstelle verschoben wird, so daß ohne Unterbrechung
der Antriebgliedbewegung die ganze Rechnung durchgeführt wird. Alle diese Vorrichtungen
haben wegen ihres außerordentlich verwickelten Baues und der umständlichen raumbeanspruchenden
Hilfsmittel in die Praxis keinen Eingang gefunden. Bisher haben sich immer noch
Maschinen mit einem von Hand verschiebbaren Zählwerkschlitten behauptet.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine ebenso einfache wie
übersichtlicbe und sicher wirkende Vorrichtung mit Mitteln zum Einstellen eines
Multiplikators und zur selbsttätigen Schlittenverschiebung entsprechend der jeweiligen
Multiplikatoreinstellung. Ein besonderer Vorzug, den die Erfindung gegenüber bekannten
Vorrichtungen dieser Art bietet, besteht darin, daß die Verschiebung um beliebig
viele Wertstellen in einem Arbeitsgange genau so leicht zu bewältigen ist wie die
Verschiebung um eine einzelne Wertstelle. Außerdem wird die Schlittenverschiebung
von der Aufmerksamkeit des Bedienenden gänzlich unabhängig gemacht, da die Einstellung
des Multiplikators vorher erfolgt und jederzeit während der eigentlichen Ausführung
der Rechnung nachgeprüft bzw. überwacht werden kann.
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Eine als Beispiel dienende Ausführungsform der Erfindung ist in der
Zeichnung dargestellt. In dieser ist Abb. i ein senkrechter Querschnitt, Abb. 2
ein Grundriß. Abb. 3 zeigt vergrößert eine Einzelheit iin senkrechten Teilschnitt.
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Der durch eine Feder im Sinne der Verschiebung von der niederen nach
der höheren Wertstelle beeinflußte Zählwerkschlitten a trägt eine Zahnstange
b, in die ein Zahnsektor c eingreift. Dieser Sektor dreht sich auf einem
Zapfen d und trägt jenseits des Zapfens d
einen Arm cl, der zwei nebeneinander
verlaufende, um den Zapfen d gekrümmte Lochreihen e aufweist. Diese Löcher e dienen
zum Einstecken von Stiften oder Stöpseln f, die durch Drehen des Armes cl,
d. h. durch Verschieben des Schlittens a, mit einem etwa tangential zu beiden
Lochreihen stehenden, uni einen festen Drehpunkt g (Abb. 2) schwenkbaren
Stößer lt wechselweise in Eingriff gegebracht werden können. Unter dem Einflusse
der Schlittenverschiebefeder ruht jeweilig ein Stöpsel f an dem Stirnende
des Stößers A.
Die Teilung der Löcher e ist so bemessen, daß beim Ausschwenken
des Stößers k von einer Lochreihe auf die andere der Schlitten um eine Wertstelle
oder uni mehrere Wertstellen zugleich verschoben wird, je nachdem ob der
Stößer beim Überschw#nhen einen Stöpsel f in dem nächsten oder einen entfernteren
Loche e dieser neuen Lochreihe vorfindet.
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Zum Hin- und Herschwenken des Aufhalters oder Stößers A dient
eine um den Sektorzapfen d (oder einen besonderen Zapfen) drehbare Schaltscheibe
i, die bei jeder Betätigung des Antriebgliedes (also beispielsweise bei jeder Kurbeldrehun#)
durch eine Schaltklinke k (Abb.2) und einen Schaltzahnkranz il um eine Teilung
weitergedreht wird. Entsprechend dieserTeilung weist die Schaltscheibe i einen Lochkranz
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auf zum Einstecken von Stiften oder Stöpseln in. In die Bahn dieser Einsteckstifte
in wird durch eine Feder n' ein Hubhebel it gedrückt, dcr beim Vorbeibewegen eines
Stiftes m zur Seite gedrängt wird. Der Hubhebel n dient zum Antriebe eines Schaltrades
o, mit dem ein Nockenrad p verbunden ist. Von diesem Nockenrade p aus wird
bei dessen Drehung eine Wippe q hin und her bewegt, die fest mit dem Aufhalter oder
Stößer Iz verbunden ist.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende. Angenommen, eine Zahl
x soll mit 3oo5o6 multipiliziert werden. Zunächst wird in der üblichen Weise der
Zählwerkschlitten a in die Ruhe(Anfangs-)lage nach Abb. 2 gebracht und am Einstellwerk
die Zahl x eingestellt. Alsdann wird an dem Schaltrade i, dessen mit »i« bezeichnetes
Einsteckloch 1 bei An--fangslage vor dem Hubhebel n stehen muß, entsprechend
den Wertziffern 6, 5 und 3 des Multiplikators 3005o6 je ein
Stöpsel m in die mit 6, 11 und 14 bezeichneten Schaltradlöcher
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gesteckt. Außerdem wird ein Stöpsel f in das erste Loch e der einen
Lochreihe, ein zweiter Stöpsel f in das dritte Loch e der anderen Reihe und
ein:dritter Stöpsel f in das sechste Loch der ersten Reihe c.gesteckt. Der
Stößer oder Aufhalter A liegt, dann an dem ersten Stöpsel f an, wie
das Abb. 2 zeigt. Hierauf beginnt man die Rechnung, d. h. die Kurbeldrehungen.
Nach der- sechsten Drehung trifft
der erste Stöpsel m der wandernden
Schaltscheibe i gegen den Hubhebel n und drängt diesen ab, wodurch der Stößer
oder Aufhalter k
zur Seite geschwenkt und der Schlitten a durch seine Feder
verschoben wird, bis der Aufhalter k an den Stöpsel f der neuen Lochreihe
e stößt. Das entspricht einer Verschiebung des Schlittens um zwei Wertstellen. Nach
weiteren fünf Kurbeldrehungen drängt der mit »ii(, bezeichnete Stöpsel ot der Schaltscheibe
i den Hubhebel m abermals ab, wodurch der Stößer h auf die andere Lochreihe
e hinübergeschwenkt wird. Demzufolge wandert der Schlitten a bis zum Antreffen des
Stößers h an dem Stöpsel f der ersten Lochreihe, also um drei Wertstellen.
Nachdem in die5er neuen Lage drei Kurbeldrehungen ausgeführt sind, trifft mit der
»14« bezeichnete Schaltscheibenstöpsel m den Hubhebel n und schwenkt dadurch den
Aufhalter A erneut um, worauf der Schlitten a, da kein weiterer Stöpsel
f eingeschaltet ist, bis in seine Endlage führt, in der in an sich bekannter
Weise ein optisches oder akustisches Zeichenwirksamgemachtwerdenkann. DieRechnung
ist alsdann beendet. Ein Irrtum während der Rechnung ist ausgeschlossen. Der Aufhalter
k ist so gestaltet (abgeschrägt), daß er das Zurückschieben des Schlittens
a, wobei die Verschiebefeder gleich wieder aufgezogen wird, nicht verhindert.
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Für den jeweilig letzten Stöpsel m der Schaltscheibe i kann ein Stift
von solcher Gestalt verwendet werden, daß an Stelle des Hubhebels ii ein besonderer
Hebel oder Anschlag einer Sperre oder Anzeigevorrichtung getroffen und diese selbst
dadurch zur Wirkung gebracht wird, z. B. eine Glocke mit Klöppel.
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Es ist zweckmäßig, Stöpsel f von der in Abb. 3 dargestellten
oder ähnlicher Form zu verwenden, bei denen der Schaft fl einen Vierkantkopf oder
doch wenigstens eine ebene Fläche f 2 aufweist, die dem Aufhalter
lt sichere Auflage gewährt. Die Drehung des Stöpsels f
in seinem Loche
e kann durch einen mit ihm verbundenen, in das nächste Loch e dergleichen Lochreihe
eingreifenden Zapfen f3 verhütet werden.
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Statt durch eine Feder kann der Schlitten a auch durch das Antriebglied
der Maschine selbst verschoben werden. Solche Mittel sind im Rechenmaschinenbau
bereits bekannt.