DE329232C - Verfahren zur Gewinnung von hochschmelzenden Fettsaeuren und wasseraufnahmefaehigen Neutralstoffen aus dem nach Patent 286244 erhaeltlichen Wollfettsaponifikat - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von hochschmelzenden Fettsaeuren und wasseraufnahmefaehigen Neutralstoffen aus dem nach Patent 286244 erhaeltlichen Wollfettsaponifikat

Info

Publication number
DE329232C
DE329232C DE1915329232D DE329232DD DE329232C DE 329232 C DE329232 C DE 329232C DE 1915329232 D DE1915329232 D DE 1915329232D DE 329232D D DE329232D D DE 329232DD DE 329232 C DE329232 C DE 329232C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
fatty acids
water
wool fat
wool
production
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE1915329232D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
ISAAC LIFSCHUETZ DR
Original Assignee
ISAAC LIFSCHUETZ DR
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by ISAAC LIFSCHUETZ DR filed Critical ISAAC LIFSCHUETZ DR
Application granted granted Critical
Publication of DE329232C publication Critical patent/DE329232C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B11/00Recovery or refining of other fatty substances, e.g. lanolin or waxes
    • C11B11/005Lanolin; Woolfat

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fats And Perfumes (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von hochschmelzenden Fettsäuren und wasseraufnahmefähigen Neutralstoffen aus dem nach Patent 286244 erhältlichen Wollfettsaponifikat. Bei den bisher veröffentlichten Vorschlägen zur Verwertung des Wollfettes findet man häufig die Empfehlung seiner festeren Bestandteile als Kerzenmaterial. Allein bei den sorgfältigsten Nachprüfungen dieser Empfehlungen findet man, daß kein einziges der betreffenden Wöllfettpräparate den Anforderungen, die man an ein brauchbares Kci-zeninaterial stellt, zu entsprechen pflegt. Vor allem ist es die bekannte starke Rußabscheidung bei der Verbrennung des Wollfettes, die auch bei allen bisher als Kerzenmaterial empfohlenen Wollfettprodukten in Kerzenform stets aufzutreten pflegt, welche diese Verwendungsart illusorisch macht.
  • Die eigentliche Ursache der stark rußenden Verbrennung des Wollfettes ist bis jetzt unbekannt geblieben.
  • In der Patentschrift 167849, K1.3oh, ist zuerst die Ursache der starken Wasseraufnahmefähigkeit des Wollfettes angegeben worden. Es@wurde dort experimentell nachgewiesen, daß dieser starken Wusscraüfnahmefähigkeit nicht das 'Wollfett als Esterkomplex, sondern die darin enthaltenen freien Alkohole - vorzüglich die freien Cholesterinstoffe -zugrunde liegen, so daß wenige Prozente dieser unverseifbaren Stoffe in Versrlimelzung mit wesentlich geeigneteren Fetten und Ölen als das Wollfett selbst, z. B. mit Vaselin, eine stark wasseraufnahmefähige Salbenbasis an Stelle des Lanolins darzustellen vermögen. Diese Salbenbasis hat sich auch tatsächlich seither unter dem Namen Eucerin für medizinische und kosmetische Zwecke vorzüglich bewährt. In der genannten Patentschrift ist auch ein Verfahren beschrieben zur Herstellung des wasseraufnahmefähigen Bestandteiles der Wollfettalkohole, das an sich aber recht umständlich ist und sehr kostspielig wird, wenn man die nicht wasseraufnahmefähigen Bestandteile möglichst vollständig beseitigen will. Auch gelingt es nur schwer, auf diesem Wege die ziemlich dunklen Pigmente der wasserawfnahmefähigen Substanz ohne Nachteile iür die Wasseraufnahmefähigkeit völlig wegzuschaffen, was - namentlich für kosmetische Zwecke - störend wirkt.
  • Gelegentlich zahlreicher Versuche zur Ermittlung der Zusammensetzung der nach Patent 2862.4¢ erhältlichen Wachsmasse (Wollwachs) stellte sich heraus, daß dieser Wachskörper zu etwa gleichen Teilen aus den höchstschmelzenden Fettsäuren des Wollfettes einerseits und aus größtenteils dessen hellsten und wasseraufnahmefähigsten N eutralsubstanzen andererseits besteht.
  • Die auffallende Tatsache, daß unter allen bekannten Fetten und Wachsarten das Wollfett allein unter starker Rußentwicklung verbrennt, führte zu der Annahme, daß dieser Erscheinung vorzugsweise der reichliche Gehalt dieser fettigen Wachsart an ungesätti ton, unverseifbaren Neutralstoffen, die ja auch ihrerseits das Wollfett ton der ganzen Klasse der Fette-und Wachsarten scharf unterscheiden, zugrunde liegen müßte.
  • Die genannten Versuche mit dem hierfür geeignetsten Material, dein Wollwachs, bestätigten diese Anschauung vollständig. Eine z. B. aus dem sauren Anteil des Wollwachses hergestellte Kerze brennt tatsächlich mit normaler ruhiger Flamme ohne jede Rußabscheidung, während eine aus .dem Wollwachs selbst gefertigte Kerze mit langer, stark blakender Flamme, wie das Wollfett selbst, zu brennen pflegt.
  • Diese Versuche ergaben, daß der unverseifbare Teil des Wollwachses unmittelbar nach seiner Abscheidung vom sauren Teil und ohne weitere Reinigung einen sehr hellen, ureichen Körper von hoher Wasseraufnahmefähigkeit und von großer Reinheit darstellt.
  • Das Verfahren zur Trennung der beiden Bestandteile des Wollwachses voneinander läßt sich vorteilhaft an die Wollwachsfabrikation nach Patent a86244 selbst anschließen; und zwar in folgender Weise: Das bei der Herstellung des Wollwachses nach dem Patent 286244 bis zum hellen Kristallbrei ganz oder annähernd wachsfertig ausgewaschene Wollfettsaponifikat wird nach dem Abpressen in an sich bekannter Weise mit solchen Fettlösungsmitteln erschöpfend extrahiert, in denen die Seifenkörper unlöslich oder nur schwer, dagegen -das Unverseifbare der Fette leicht löslich sind (z. B. Äther, Schwefel- oder Chlorkohlenstoffe, Azeton u. dgl.). Nach der Behandlung des im Extraktor ungelöst gebliebenen Extraktionsgutes, das für manche technische Zwecke schon in dieser Seifenform brauchbar ist, mit Säure, erhält man die höchstschmelzbaren Fettsäuren in der Form eines hartwachsartigen, hellbraunen, sehr festen, spröden und nicht fettigen Kuchens, der sich nötigenfalls gut und lohnend bleichen läßt. Dieses Fettsäuregemisch (»Hartfettsäuren«) schmilzt bei 77 bis 8o° C, besitzt, da das Unverseifbare_ entfernt ist, die hohe Verseifungszahl von 130 bis 140 und nähert sich in seinem ganzen Aussehen -dem Karnaubawachs. Für sich oder im Gemisch mit anderen hierfür geeigneten Materialien in Kerzenform gebracht, verbrennt es mit normaler, ruhiger und völlig rußfreier Flamme.
  • Das Produkt soll als Hartwachsersatz in den für diese Wachsarten bekannten Verwendungszweigen seine technische Verwertung finden.
  • Kommt es auf sehr hohe Schmelzbarkeit der Fettsäuren nicht so sehr an, so kann die Ausbeute an rußfrei verbrennenden Fettsäuren dadurch erhöht werden, däß man die Auslaugung des Saponifikates nur so weit treibt, wie es die jeweilige Zweckmäßigkeit erfordert: Aus dem hellen Extrakt der Wollwachsseife scheidet sich beim Stehen in der Kälte ein weißer"kristallinischer Niederschlag ab. Die darüber stehende. klare Lösung liefert nach der Beseitigung des Lösungsmittels eine unverseifbare, weiche, teigartig knetbare Masse von sehr heller, zitronengelber Farbe, die ungefähr bei 45 bis 50° C schmilzt. -Zu wenigen Prozenten mit Fetten und ölen verschmölzen verleiht sie diesen eine sehr hohe Wasseraufnahmefähigke'it und liefert so , z. B. mit Vaselin - mit 2350 bis 300 Prozent Wasser verrieben -, haltbare schneeweiße Salben von außerordentlicher Homogenität und seltener Zartheit. Da die auskristallisierende, gleichfalls unverseifbare Substanz hauptsächlich aus hochschmelzbaren (sie schmelzen. bei 65 bis 70° C) gesättigten und rußfrei brennenden Verbindungen besteht, so kann die Extraktion durch Temperaturregulierung im Extraktor auch so geleitet werden, .daß auch diese Neutralstoffe neben den Fettsäuren (Seifen) im Extraktionsgut verbleiben, falls es auf eine sehr hohe Verseifbarkeit (z. B. für Kerzen) des Endproduktes nicht ankommt. Da die Kristallmasse eine noch beträchtliche Wasseraufnahmefähigkeit .besitzt, so kann sie auch für sich oder mit der Hauptmenge des Ätherextraktes zusammen für Salbenemulsionszwecke u. dgl. Verwendung finden.
  • Die Ausbeuten. an. »Hartfettsäuren« und dem -unverseifbaren Teil betragen rund je 50 Prozent vom Wollwachs. Die aus dem Extrakt ausgeschiedenen Kristalle betragen 15 bis 2o Prozent vom Unverseifbaren des Wollwachses und bestehen, -wie erwähnt, aus hochschmelzbaren Wollfettalkoholen. Diese Substanz kann auch für sich oder im Verein mit der Hauptmenge des Unverseifbaren als Kunstwachs Verwendung finden.
  • An sich ist die Trennung der Fettsäuren vom Unverseifbaren durch Extraktion des Wollfettsaponifikats mit Lösungsmitteln bekannt. Unbekannt .ist jedoch bis jetzt die Abscheidung der höchstschmelzbaren Wollfettbestandteile in der oben geschilderten Dualität; vor allem aber in rußfrei verbrennender Form einerseits und ' die gleichzeitige einfache Abtrennung des. hochwasseraufnahmefähigen Neutralanteils des Wollfettes in reiner und gebrauchsfähiger Form andererseits. Dieser Effekt ist erst möglich geworden durch die vorher nicht vorauszusetzende Tatsache, daß bei der Herstellung des Wollwachses die Seifenlaugen die leicht schmelzbaren Fettsäuren und gleichzeitig die stark dunkelgefärbten und nur weniger wasseraufnahmefähigen Anteile des Unverseifbaren auf. zunehmen und zu beseitigen vermögen,

Claims (1)

  1. PATENT-A.NSPRUCH: -Verfahren -zur Gewinnung von hochschmelzenden Fettsäuren und wasseraufnahmefähigen Neutralstoffen aus dem nach Patent 862q.4 erhältlichen Wollfettsaponifikat, - dadurch gekennzeichnet, daß das Saponifikat annähernd oder ganz ausgewaschen und in an sich bekannter Weise mit solchen Lösungsmitteln extrahiert wird,-die nur das Unverseifbare lösen, die Seife dagegen ungelöst zurücklassen, aus welcher durch Behandlung mit Säuren die Fettsäuren gewonnenwerden können, während aus der bei der Extraktion erhaltenen, das Unverseifbare enthaltenden L6= sung, zweckmäßig nach Abscheiden des sich bildenden Niederschlages, das Lösungsmittel entfernt wird.
DE1915329232D 1915-06-08 1915-06-08 Verfahren zur Gewinnung von hochschmelzenden Fettsaeuren und wasseraufnahmefaehigen Neutralstoffen aus dem nach Patent 286244 erhaeltlichen Wollfettsaponifikat Expired DE329232C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE329232T 1915-06-08

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE329232C true DE329232C (de) 1920-11-16

Family

ID=6186847

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1915329232D Expired DE329232C (de) 1915-06-08 1915-06-08 Verfahren zur Gewinnung von hochschmelzenden Fettsaeuren und wasseraufnahmefaehigen Neutralstoffen aus dem nach Patent 286244 erhaeltlichen Wollfettsaponifikat

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE329232C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1910062A1 (de) Margarinefett und Verfahren zu seiner Herstellung
DE1045777B (de) Verfahren zur Herstellung von essbaren, bei einer Temperatur von 16íÒC noch fliessfaehigen Suspensionen fester Glyceride in fluessigen Glyceriden
DE2608991A1 (de) Fettprodukt
DE329232C (de) Verfahren zur Gewinnung von hochschmelzenden Fettsaeuren und wasseraufnahmefaehigen Neutralstoffen aus dem nach Patent 286244 erhaeltlichen Wollfettsaponifikat
DE1617722C3 (de) Lippenstifte
AT87278B (de) Verfahren zur Gewinnung von Hartfettsäuren und hydrophilen Neutralstoffen aus Wollfett.
DE1816167B2 (de) Fettzusammensetzung
DE2635549A1 (de) Mangokernfettzusammensetzung und verfahren zu ihrer herstellung
AT71476B (de) Verfahren zur Herstellung von Glacéleder.
DE936228C (de) Verfahren zur Herstellung von Wachspasten
DE337562C (de) Verfahren zur Gewinnung von Vaseline
DE433294C (de) Verfahren zur Herstellung einer neutralen fettfreien Salbengrundlage
DE523201C (de) Verfahren zur Reinigung von Montanwachs
DE559278C (de) Verfahren zur Herstellung trocken haltbarer kosmetischer und pharmazeutischer Zubereitungen in Pulverform
DE589080C (de) Verfahren zur Herstellung schnell und leicht loeslicher persalzhaltiger Seifen
DE509428C (de) Verfahren zur Reinigung von Montanwachsdestillaten
DE581778C (de) Verfahren zum Verfestigen von reiner Milchsaeure
AT238022B (de) Verfahren zur Herstellung von Kakaobutterersatz
SU61253A1 (ru) Способ приготовлени заменител масла какао
DE866830C (de) Hautpflegemittel und Verfahren zu dessen Herstellung
DE2064373C3 (de) Schmelzbare Überzugsmittel, insbesondere für Lebensmittel und pharmazeutische Präparate
DE523938C (de) Verfahren zum Reinigen und Entfaerben von Kolophonium
DE1027366B (de) Verfahren zur Herstellung hochprozentiger stabiler Emulsionen von insbesondere in Alkohol unloeslichen bzw. schwerloeslichen Glycerin-1, 2-difettsaeure-3-phosphorsaeureaminoalkoholestern oder Glycerin-1,3-difettsaeure-2-phosphor-saeureaminoalkoholestern bzw. deren Homologen
DE1078562B (de) Verfahren zur Herstellung von fuer die Margarinebereitung geeigneten festen Fetten aus Palmoel
AT103730B (de) Verfahren zur Herstellung von Schuhcreme, Bohnermassen u. dgl. Erzeugnissen.