DE3208346C2 - Einrichtung zum Abtragen des Gutes von in Reihe aufgestellten Ballen aus Spinngut - Google Patents
Einrichtung zum Abtragen des Gutes von in Reihe aufgestellten Ballen aus SpinngutInfo
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Abstract
Bei dem Abtragen des Gutes von in Reihe aufgestellten Ballen aus Spinngut, z.B. Baumwolle, wird die einseitig über eine Ballenreihe ragende Fräsvorrichtung zwischen den Ballenreihen hin- und herverfahren. Das Abfräsen kann sowohl längs der einen Ballenreihe als auch längs der anderen Ballenreihe vorgenommen werden, wobei eine abgearbeitete Ballenreihe durch eine neue ersetzt werden kann. Hierbei wird das Umschwenken der Fräsvorrichtung von der einen Ballenreihe zu der anderen Ballenreihe während des Abarbeitungsvorganges an den Ballenreihen mittels einer automatischen Steuerung durchgeführt. Auf diese Weise läßt sich die zur Mischung zu verarbeitende Ballenzahl wesentlich erhöhen.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Abtragen des Gutes von in Reihe aufgestellten Ballen
aus Spinngut, z. B. Baumwolle, synthetischem Fasermaterial u. dgl., durch Abfräsen von der Oberseite der
Ballen zur Herstellung einer Mischung, bei der ein mittels eines Wagens längs einer Schienenführung hin- und
herverfahrbarer Ständer einen quer zur Bewegungsrichtung sich erstreckenden Ausleger mit einer Fräsvorrichtung, z. B. einer Fräswalze, aufweist und der Ständer
auf dem Wagen an einem Ende der Bewcgungsbahn um 180° schwenkbar angeordnet ist.
vorrichtungen ist beispielsweise in der Literaturstelle »Melliand Textilberichte«. 1/1982, Seiten 14—18, beschrieben. Bei den bekannten Ballen-Öffnungsvorrichtungen dieser Art kann die Verschwenkung des Turmes
und auch die Arretierung desselben an den Schwenkendpunkten nur von Hand vorgenommen werden. Dies
ergibt sich aus der Arbeitsweise bei der Balten-Öffnungsvorrichtung, die darauf gerichtet ist, daß erst die
eine Seite der Ballenreihe vollständig abgefräst wird,
to während auf der anderen Seite der Bewegungsbahn des Turmes eine neue Ballenreihc aufgestellt wird. Erst
wenn die Ballenreihe auf der einen Seite des Turmes vollständig abgearbeitet ist, wird eine Schwenkung des
Turmes von Hand um 180° vorgenommen, um die neu
is aufgestellte Ballenreihe abfräsen zu können, wobei auf
der ersten Seite des Turmes wieder eine neue Ballenreihe aufgestellt wird.
Das manuelle Schwenken des die Fräsvorrichtung aufnehmenden Auslegers von der einen Bewegungs-
bahn des Turmes zu der anderen Seite ist umständlich
und erfordert auch verhältnismäßig viel Zeit, da auch erst die Arretierung von Hand gelöst werden muß und
der Fräsausleger in der umgeschwenkten Lage erneut zu arretieren ist. Darüber hinaus wirkt sich diese Me
thode.auch auf das Mischverhältnis bei den das abgetra
gene Material aufnehmenden Mischerbehältern aus. Einerseits kommt jeweils nur eine beschränkte Anzahl
von Ballen zum Vermischen in den Mischer, da jeweils die abgenommenen Flocken von nur so viel Ballen ver-
JO mischt werden, wie in einer Ballenreihe aufgestellt werden können. Andererseits ergibt sich ein krasser Übergang der Mischverhältnisse beim Wechsel des Abtragcns einer vollständig abgearbeiteten Ballenreihe zu
dem Abtragen einer auf der anderen Seite des Turmes
3r> befindlichen neuen Ballenreihc. Die Ballen sind unterschiedlich in ihrer Pressungsdichte von oben nach unten.
Die Baumwolle od. dgl. der letzten Lage der Ballenreihe der einen Seite hat somit eine andere Auflösung und
klimatische Beschaffenheit als die erste Lage einer neu-
«o en Ballenreihe auf der anderen Seite des Turmes. Dies wirkt sich technologisch nachteilig aus. Da ein solcher
abrupter Übergang und Wechsel der abtransportierten Fasern bzw. Flocken von dem anschließenden Mischer
nicht ausgeglichen werden können, schlägt sich dieser
krasse Wechsel auf die im Durchlauf arbeitenden Putzereimaschinen und damit auch direkt auf die Karden
nieder, was zu erheblichen Schwankungen in der Kardenbandqualität führen kann. Bei der bekannten Arbeitsweise mit manuellem Schwenken der Fräsvorrich-
lung werden somit immer nur die Ballen der einen Ballenreihe vollständig in der Mischung repräsentiert. Danach beginnt wieder praktisch ein neuer Anfang in der
Herstellung der Mischungsqualität.
Entsprechendes gilt für die unter 4. der Literaturstelle
»Melliand« beschriebenen Ballenabtragemaschine,
nämlich den Mischgreifer MG 30 mit Mikroprozessor-Steuerung. Das Abtragen erfolgt bei dieser Ballen-Öffnungsvorrichtung mittels eines Mischgreifers, der eine
mehr oder weniger große Fasermenge von oben aus
M> dem Ballen zupft. Der Mischgreifer besitzt einen automatisch schwenkenden Greifarm, wobei der Maschineniiufbau nicht verschwenkbar ist. Normalerweise
schwenkt der Greifann um 90", um das gegriffene Material in einen in der Miltenlängsachse der Vorrichtung
b5 befindlichen Wiegebehälter abzulegen. Insofern ist eine
automatische Verschwenkung des Greiferarms um 90° ohne weiteres vorhanden, um das gegriffene Material
überhaupt ablegen zu können, was durch die Abtrage-
vorrichtung als Greifvorrichtung bedingt ist Wie aus
Seite 16, linke Spalte unten, der Literaturstelle »Melli-
and«, 1/1982, hervorgeht, ist die Handhabung des Mischgreifers in der Weise vorgesehen, daß der Mischgreifer zunächst eine Ballenreihe abarbeitet, während
auf der anderen Seite der Vorrichung Material bereitgestellt wird.
Ein Schwenken um 180° wird bei dem Mischgreifer
MG 30 aus zwei Gründen durchgeführt. Ein solches automatisches Schwenken wird vorgenommen, um zwei
verschiedene Mischungen mit einer Maschine durchführen zu können. Hierbei wird die entsprechende Seite
und damit der Schwenkvorgang von dem Mengenbedarf der jeweiligen Mischung gesteuert. Das Schwenken
wird dabei auf Bedarf von der Nachfolgemaschine gesteuert
Eine zweite Anwendung ist in Abschnitt 5.2 geschildert Dabei wird sine Arbeitsweise beschrieben, bei der
eine Komponente einer Sorte auf der gegenüberliegenden Seite plaziert ist Dies kann so verdeutlicht werden:
eine Sorte besteht z. B. aus vier Komponenten mit jeweils 25% Mischungsanteil. Komponente 3 befindet
sich auf der gegenüberliegenden Seite. Von jeder Komponente werden z. B. ca. 4 kg in den Wiegebehälter eingefüllt Auf der ersten Seite werden die notwendigen
Kilogramm der Komponente 1 und 2 gegriffen und als nächstes wird Material der Komponente 3 zur Abfüllung benötigt Durch diesen Materialaufruf wird vom
Mikrocomputer festgestellt, daß Komponente 3 auf der anderen Seite liegt und der Schwenkvorgang wird ausgelöst. Liegt Komponente 4 wieder auf der Ausgänge-Seite, wird nach obigem Verfahren zurückgeschwenkt.
Das Schwenken dient zur Zusammenstellung einer Sorte aus mehreren Komponenten und wird vom Materialbedarf ausgelöst. Die beschriebene Steuerung des
Mischgreifers MG 30 ist auch entsprechend diesen Anforderungen ausgelegt (siehe hierzu Literaturstelie, Abschnitt 5, Punkt 2, Zeilen 6—10). Es werden in der Steuerung nur die Lage der Ballengruppen und der Gewichtsanteil der Komponenten je Sorte programmiert (siehe
auch Bild 8).
Aufgabe der Erfindung ist es, bei einer Abtragevorrichtung der anfangs genannten Art eine wesentliche
Verbesserung der Mischungsqualität der abgetragenen Flocken im kontinuierlichen Vorgang und eine Leistungssteigerung zu ermöglichen. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß der Ständer der Abtragevorrichtung mit einer steuerbaren Antriebsvorrichtung
zum Drehen desselben um 180° ausgerüstet ist, und daß
für die Dreh-Antriebsvorrichtung eine programmierbare Steuervorrichtung vorgesehen ist, die nach einer vorbestimmten Anzahl von Überfahrten oder nach einem
vorbestimmten Zeitablauf den Schwenkvorgang des Ständers veranlaßt.
Die Anordnung einer automatischen Steuerung für das Schwenken der Fräsvorrichtung an dem hin- und
herfahrbaren Ständer gibt die Möglichkeit, daß diese nach jeder Überfahrt längs der einen Ballenreihe auf der
einen Seite zu der anderen Ballcnreihc auf der anderen Seite geschwenkt wird. Dadurch wird die zu der Mischung verarbeitete Ballenzahl verdoppelt und es werden die Ballenreihen auf beiden Seiten des Ständers
gleichmäßig abgetragen. Es werden die Flocken sämtlicher Ballen an der Abiragevorrichtung und dem Mischer repräsentiert. Es können somit erheblich bessere
Mischungen erzielt werden, ohne daß ein größerer Platzbedarf als vorher erforderlich ist.
nen Ballenreihc zu der anderen Ballenreihe kann mittels
der Steuerung wahlweise nach einer vorbestimmten Anzahl von Überfahrten auf der einen und/oder anderen Seite oder beiden Seiten erfolgen. Auf diese Weise
s hat man es. in der Hand, schwerpunktmäßig beim Wechsel vor. der einen Ballenreihe zu der anderen Ballenreihe
zu arbeiten, wenn man nicht gleichzeitig mit beiden Ballenreihen beginnen oder fertig werden möchte. Beispielsweise kann schwerpunktmäßig bei der Ballenreihe
ία der einen Seite gearbeitet werden, wobei das Material
von der Ballenreihe der anderen Seite mehr oder weniger viel mit in die Mischung einbezogen wird. Je nach
der Art der Qualität der Ballen können vorbestimmte Mischungen in sehr wechselnder Art zustande gebracht
is werden. Hierbei kann man auch das Abarbeiten so steuern, daß auch beim intermittierenden Abarbeiten von
beiden Ballenreihen das Aufbauen einer neuen Ballenreihc während des Abarbeitens der anderen Ballenreihe
unter Wahrung vorbestimmter Mischungsverhältnisse
eingehalten werden kann. Wenn beispielsweise die Ballenreihe der einen Seite zuerst zu Ende gefahren worden ist, wird von der Ballenreihe der anderen Seite laufend abgefräst, wobei unterdessen eine neue Ballenreihe
auf der ersten Seite aufgestellt wird. Von dieser neuen
Ballenreihe wird zuerst mittels einer entsprechenden
Anzahl von Überfahrten so viel Material abgetragen, bis das Ungleichgewicht zwischen dem Grad der Abtragung bei den beiden Ballenreihen ausgeglichen ist. Danach kann eine Ballenreihe schwerpunktmäßig in der
Abarbeitung bevorzugt werden, wobei jederzeit ein Zumischen von Flocken der anderen Ballenreihe vorgenommen werden kann. Es lassen sich hierbei viele Variationen durchführen, so daß je nach Beschaffenheit der
Ballen einer Ballenreihe ganz bestimmte Mischungsver
hältnisse erreicht werden können.
Die Steuerung kann so ausgebildet sein, daß nach jeder Überfahrt über beide Ballenreihen eine Leerrückfahrt der Fräsvorrichtung auch über eine oder beide
Ballenreihen durchgeführt wird, wobei bekanntlich die
Leerrückfahrt mit erhöhter Geschwindigkeit erfolgt.
Dadurch läßt sich ein konstant bleibendes Mischungsverhältnis beim Abarbeiten beider Ballenreihen mittels
desselben Vorganges einhalten. Die Steuerung kann aber auch so vorgesehen werden, daß nach jeder Über
fahrt über beide Ballenreihen eine Arbeits-Umkehr-
Überfahrt über beide Ballenreihen vorgenommen wird. Das Mischergebnis fällt hierbei sozusagen spiegelbildlich an. In manchen Fällen kann auch eine solche Abtragungsmethode erwünscht sein.
so Das Schwenken der Fräsvorrichtung um 180° kann auch an beiden Enden der Ballenreihen zur Erzielung
eines kontinuierlichen Rundlaufes durchgeführt werden. Dies läßt sich dann ermöglichen, wenn die elektrische
Zuführung zu den Antriebsaggregaten in dem Ständer
funkenfrei ausgebildet ist.
Zweckmäßig erhält der Ständer, der mittels eines Wagens längs einer Schienenführung hin- und herverfahren
werden kann und einen quer zur Bewegungsrichtung sich erstreckenden Ausleger mit einer Fräsvorrichtung,
bo z. B. einer Fräswalze u. dgl, aufweist, ein besonderes
Antriebsaggregat, das das Drehen bzw. Schwenken des Ständers um !80" und zurück veranlaßt. Der Dreh-Antriebsvorrichtung ist eine programmierbare Steuervorrichtung zugeordnet.
br> Die Antriebsvorrichtung kann einen verzahnten
Drehkranz aufweisen, mit dem ein antreibbares Ritzel zusammengreift. Als Antriebsquelle für das Ritzel dient
vorteilhaft ein Eleklro-Bremseetriebemotor. Weiterhin
sind auch die Blockiervorrichtungen zum Feststellen des
Ständers in den Endstellungen der Schwenkung automatisch steuerbar. Beispielsweise können als Blockicrungsmittel
magnetisch betätigte Bolzen od. dgl. vorgesehen sein.
Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestellten Beispiele nachstehend erläutert. Es zeigt
F i g. 1 perspektivisch und schematisch eine Abtragevorrichtung zum Abarbeiten von Flocken von in Reihe
aufgestellten Ballen aus Spinngut in Stirnansicht,
Fig.2 eine Draufsicht der Abtragevorrichtung der F i g. 1 schematisch,
F i g. 3 eine Ansicht, zum Teil im Schnitt, des Ständers der Abtragevorrichtung für die automalische Schwenkbewegung
desselben um 180° im Schema,
c;<t Λ »!no Toii.nrn.ift^Ki „„msii ,u, ι ;„;,>
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■ 1 g. I WlItV I V.II L^l RuldlVllt g V. I I IU I·/ UVI IJIIIIV I T I *
der F i g. 3 im Schema.
Die Abtragevorrichtung weist einen verfahrbaren Ständer 1 auf, der auf einem Wagen 2 hin- und herverfahren
werden kann, und zwar auf einer Schienenführung 3, auf der die Laufräder 4 des Wagens 2 geführt
sind. Der Ständer 1 weist an einer Seite einen Ausleger 5 auf, in dem sich eine Fräsvorrichtung 6, z. B. Fräswalzcn
befinden. Der Ausleger 5 mit der Fräswalze 6 kann gemäß dem Pfeil 7 in Höhenrichtung mittels eines einstellbaren
Vorschubes bewegt werden. Zu beiden Seiten des verfahrbaren Ständers 1 können auf dem Boden 8 Ballen
9 und 10 aus Spinngut aufgestellt werden, und zwar in Ballenreihen 11 und 12. Unterhalb des Ständers 1 mit
dem Wagen 2 befindet sich eine Vorrichtung 14 zum Auffangen und Abtransportieren der von den Ballenreihen
abgearbeiteten Flocken. Diese Vorrichtung 14 weist einen Kasten 15 auf, der an den Enden geschlossen ist
und in den innerhalb des Ständers 1 die Flocken fallen können, wobei der Kasten mittels des Auslasses 16 an
eine pneumatisch arbeitende Förderleitung angeschlossen ist. Die obere Seite des Kastens 15 ist durch ein
Band 17 dichtend abgeschlossen, wobei die Enden des Bandes 17 auf jeder Seite des Ständers 1 mit diesem fest
verbunden sind. Das abdichtende Band 17 ist an den Enden des Kastens 15 um die Umlenkrollen 18 geführt.
Auf diese Weise kann der Ständer 1 unter Verschluß des Kastens 15 hin- und herbewegt werden, wobei die Flokken
innerhalb des Ständers 1 in den Kasten !5 durch Saugzug gelangen. In dem Wagen 2 ist ein Motor 19
zum Antrieb der Laufräder 4 vorgesehen, wobei die elektrische Zuleitung mittels mitgehender Kabel erfolgen
kann.
Wie insbesondere aus den F i g. 3 und 4 zu entnehmen ist, ist der Ständer 1 zusammen mit dem Ausleger 5 mit
einem Antriebsaggregat 20 zum Drehen desselben um mindestens ISO" und zurück ausgerüstet Ein Motor 2i
mit einem Getriebe 22 treibt ein Ritzel 23 an, das mit einer Innenverzahnung 24 eines mit dem Wagen 2 fest
verbundenen Ringkragens 25 zusammengreift. Für den Motor 21 ist eine programmierbare Steuervorrichtung
26 in dem Ständer 1 angeordnet
Weiterhin sind Blockiermittel 28 vorgesehen, mittels deren der Ständer 1 in den jeweiligen Endstellungen
einer Schwenkung um 180° festgesetzt werden kann. In
dem dargestellten Ausführungsbetspiel weisen die Blokkiermittel 28 Stifte 29 und 30 auf, die an dem ortsfesten
Kranz angeordnet sind. In dem drehbaren Ständer 1 ist eine gabelförmige Klaue 31 vorgesehen, die drehbar
gelagert ist In der Verriegelungsstellung der Klaue 31
stehen die Schenkel der Klauengabel quer zur Bewegungsrichtung,
wie dies bei dem Stift 31 in strichpunktierter Linienführung dargestellt ist Bei dem Stift 29
befindet sich auch die Klaue 31 in der Offenstellung. Statt einer mechanisch arbeitenden Blockiereinrichtung
mit Formschluß kann eine Blockierung auch mittels Magnetkräfte, z. B. durch ein Magnetfeld od. dgl. erzielt
r) werden.
Bei der automatisch angetriebenen Verschwenkung des Ständers 1 mit der Fräsvorrichtung 6 von einer BaI-lcnrcihc
11, 12 zur anderen zu jeder beliebigen Zeit während des Abarbeitungsvorganges läßt sich ohne
ίο weiteres ein sanfter Übergang beim Abarbeiten von der
einen Ballenreihc zu der anderen Ballenreihe durchführen, wobei vorzugsweise nach dem Grundprinzip gearbeitet
wird, daß schwerpunktmiißig auf der einen Seite abgearbeitet wird und das Abarbeiten auf der anderen
\ri Seite des Ständers 1 bei entsprechender Dosierung mit
in die Mischung einbezogen wird. Auf diese Weise kann
die eine Seite vollständig abgearbeitet werden und man gewinnt Zeit für die Ncuaufstelliing der Ballenreihe, wobei
beim Umschwenken zu der linderen Ballenreihe kein krasser Übergang hinsichtlich der anfallenden Flocken
entsteht. Hierzu dient folgendes Zahlenbeispiel:
Es wird von einer Ballenhöhe auf beiden Seiten von 1600 mm ausgegangen, die in 300 Fräszyklen pro Seite
iibgcfräst werden sollen. Für den Vorschub pro Fräszyklus
ergibt sich hierbei ein solcher von 5,33 mm in der Höhe. Die Einstellung der Steuerung erfolgt zweckmäßig
in folgender Weise:
Zuerst würde zwanzig mal folgender Zyklus ablaufen: Es würde fünf mal auf der einen Seite des Ständers
gefräst und dann einmal auf der anderen Seite. Nach zwanzig solcher Fräszyklen wäre auf der ersteren Seite
eine Höhe von etwa 1067 mm erreicht, während auf der anderen Seite die Ballenreihc noch in einer Höhe von
1490 mm stehen würde. Danach folgen zwanzig Fräszy-
j5 klen mit folgender Einteilung: Es wird nunmehr vier mal
auf der ersteren Seite des Ständers an der Bailenreihe
und einmal auf der anderen Seite abgearbeitet. Hiernach hätte die crstere Seite eine Höhe von 641 mm und
die Ballenreihc auf der anderen Seite eine Höhe von 1387 mm. Danach folgen wieder zwanzig Fräszyklen,
wobei jeweils drei mal eine Überfahrt auf der Ballenreihe der ersteren Seite und eine Überfahrt auf der Bailenreihe
der anderen Seite vorgenommen wird. Nunmehr hätir» Hi£ Baücnrcihe suf der ersteren Se!» eine Höhe
von 321 mm und die Ballenreihc auf der anderen Seite eine Höhe von 1281 mm. Es folgen weitere zwanzig
Fräszyklen, wobei zwei Überfahrten auf der Ballenreihe der ersteren Seite gefräst werden und eine Überfahrt
auf der Ballenreihe der anderen Seite. Die Ballenreihe
so der crstercn Seite hätte jetzt nur noch einen Rest von
etwa 108 mm und die Ballenreihe der anderen Seite einen Rcsi von 1175 mm. Bei den nächsien zwanzig Fräszyklen
würde jeweils eine Überfahrt an beiden Ballenrcihen vorgenommen. Dies führt dazu, daß die Ballenreihe
der ersteren Seite nunmehr abgearbeitet ist, während
die Ballenreihe auf der anderen Seite noch eine Resthöhe von 1067 mm haben würde. Jetzt wird nur
noch an der Ballenreihe der anderen Seite gefräst, und
zwar zwanzig Fräszyklen, was etwa vierzig Minuten in Anspruch nehmen würde. Während dieser Zeit wird auf
der ersteren Seite eine neue Ballenreihe aufgebaut Danach wird schwerpunktmäßig an der Bailenreihe der
anderen Seite gearbeitet, z. B. wurden bei den nächsten
zwanzig Fräszyklen fünf Fräsungen an der Ballenreihe der anderen Seite vorgenommen werden und nur eine
Überfahrt auf der Ballenreihe der ersteren Seite. Die
Ballen der ersteren Seite werden somit jetzt wieder langsam der zu erstellenden Mischung zugeführt Die
nächsten Fräsungen würden zwanzig Überfahrten mit
folgendem Zyklus erhalten: Vier mal an der Ballenreihe der anderen Seite und einmal an der Ballenreihe der
ersteren Seite. Wenn die Ballenreihe der anderen Seite vollständig weggefräst ist, würde wieder schwerpunktmäßig an der Ballenreihe der ersteren Seite gearbeitet,
wobei auf der anderen Seite eine neue Ballenreihe vorgelegt wird. Bei einer solchen Wahl der wechselseitig
erfolgenden Überfahrten über die Ballcnreihen kann ein grober Übergang in dem Anfall der Flocken von den
Ballenreihen der einen Seite und der anderen Seite vermieden werden. Zugleich lassen sich die abgefrästen
Ballenreihen während des Abarbeitens an der anderen Ballenreihe durch neue Ballenreihen ersetzen.
15
20
25
30
J5
40
50
55
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Claims (7)
1. Einrichtung zum Abtragen des Gutes von in Reihe aufgestellten Ballen aus Spinngut, z. B. Baumwolle, synthetischem Fasermaterial u. dgl., durch Abfräsen von der Oberseite der Ballen zur Herstellung
einer Mischung, bei der ein mittels eines Wagens
längs einer Schienenführung hin- und herverfahrbarer Ständer einen quer zur Bewegungsrichtung sich
erstreckenden Ausleger mit einer Fräsvorrichtung, z. B. einer Fräswalze, aufweist und der Ständer auf
dem Wagen an einem Ende der Bewegungsbahn um 180° schwenkbar angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Ständer (1) mit einer
steuerbaren Antriebsvorrichtung zum Drehen desselben um 180° ausgerüstet ist, und daß für die Dreh-Antriebsvorrichtung (20) eine programmierbare
Steuervorrichtung (26) vorgesehen ist, die nach einer vorbestimmten Anzahl von Überfahrten oder nach
einem vorbestimmten Zeitablauf den Schwenkvorgang des Ständers (1) veranlaßt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung (26) so ausgebildet ist,
daß nach jeder Überfahrt über eine oder beide Ballenreihen (11, 12) eine Leerrückfahrt der Fräsvorrichtung (6) erfolgt.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung (26) so ausgebildet ist,
daß nach jeder Überfahrt über beide Ballenreihen (11,12) eine Arbeits-Umkehr-Überfahrt erfolgt.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, dudurch gekennzeichnet, daß die Steuerung (26) so ausgebildet ist,
daß das Schwenken des Ständers (1) mit Fräsvorrichtung (6) um 180° an beiden Enden der Ballenreihe (U, 12) im Sinne eines kontinuierlichen Rundlaufes durchgeführt wird.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung (20) einen verzahnten Drehkranz (24) aufweist,
mit dem ein antreibbares Ritzel (23) zusammengreift, und daß der Ständer (1) mittels Blockiermitteln (28) automatisch feststellbar ist.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Antriebsvorrichtung (20) für das Ritzel (23) ein Elektro-Bremsgetriebemotor (21) dient, und daß als Blockiermittcl (28)
magnetisch betätigte Teile vorgesehen sind.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche I bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Ständer (1) mittels
einer mechanischen Verriegelungsvorrichtung (28-31) arretierbar ist.
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