DE30683C - Diffuseurmitselbstthätig entleerbarem und mittelst hydraulischen Druckes abzudichtendem Schnitzelbehälter - Google Patents
Diffuseurmitselbstthätig entleerbarem und mittelst hydraulischen Druckes abzudichtendem SchnitzelbehälterInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C13B—PRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
- C13B10/00—Production of sugar juices
- C13B10/08—Extraction of sugar from sugar beet with water
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 89: Zücker- und Stärkefabrikation.
GEORGE FRANCOIS in WARSCHAU.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. September 1884 ab.
Um die ausgelaugten Schnitzel leicht aus den Diffuseuren entfernen zu können, habe
ich bereits im Jahre 1880 vorgeschlagen, die Schnitzel in einem Behälter aufzunehmen, welcher
zwischen dem eigentlichen Deckel und dem Boden des Diffuseurs angeordnet und derart drehbar gelagert ist, dafs er mit dem
ganzen Schnitzelinhalt behufs Entleerung zur Seite schwingen kann. Bei dieser Einrichtung
■mufste jedoch bisher sowohl das seitliche Herausdrehen des Behälters, als auch das Abdichten
desselben zwischen Boden und Deckel, sowie das Lösen der letzteren durchweg von Hand bewirkt werden. Dies alles selbstthätig
herbeizuführen, ist der Zweck vorliegender Erfindung, und ist hierbei auch noch der
Klappboden des eigentlichen Schnitzelbehälters derart eingerichtet, dafs er beim Seitwärtsschwingen
des letzteren sich von selbst vertical stellt und die ausgelaugten Schnitzel frei
aus dem Behälter fallen läfst. Ist der Behälter alsdann wieder mit frischen Schnitzeln gefüllt,
so wird derselbe mittelst hydraulischen'Druckes zurückgedreht, so dafs er mit Bezug auf Deckel
und Boden die richtige Lage einnimmt, worauf die Abdichtung erfolgt.
Auf beiliegenden Zeichnungen veranschaulicht Fig. ι einen Verticalschnitt durch einen
nach vorliegender Erfindung construirten Diffuseur; Fig. 2 zeigt die Anordnung der Scharniere,
mittelst deren der Schnitzelbehälter um die eine der den Deckel tragenden Säulen gedreht
werden kann; Fig. 3 ist ein Detail hierzu. Fig. 4 ist eine obere Ansicht eines Theiles der
Diffusionsbatterie, Fig. 5 ein Querschnitt durch die Anlage der Batterie; Fig. 6 zeigt die Lage
des seitlich herausgedrehten Schnitzelbehälters bei Entleerung der Schnitzel.
In einem besonderen, auf dem Fundament ruhenden cylindrischen Untertheil e, welcher
mittelst zweier Säulen q den oberen feststehenden Deckel b trägt, ist der gewölbte Boden d
angebracht, welcher als beweglicher hydraulischer Kolben fungirt und hierzu mit einem
cylindrischen Flantsch versehen ist. Die Dichtung zwischen diesem Kolben und dem Untertheil
e ist, wie Fig. 2 zeigt, in der bei hydrau- · lischen Pressen üblichen Weise hergestellt.
Der zwischen Boden und Deckel eingeschaltete Cylinder α zur Aufnahme der
Schnitzel ist mittelst der beiden seitlichen Scharniere r und t drehbar mit der einen der
beiden Säulen q verbunden. An dem einen Scharnier ist ein Stift mit einer Gleitrolle 5
befestigt, welche in eine schraubenförmige Führungsnuth \ der Säule eingreift, Fig. 3,
derart, dafs der Cylinder α beim Senken bezw. Heben gleichzeitig auch eine drehende Bewegung
ausführen mufs, und zwar in ersterem Falle um die Säule q seitlich nach aufsen
schwingt, in letzterem dagegen wieder in seine Lage zwischen Deckel b und Boden d zurückkehrt.
Das Senken und Heben des Schnitzelbehälters α erfolgt durch eine entsprechende Bewegung
des Kolbens bezw. Bodens d mittelst hydraulischen Druckes. Der Kolben wird
hierbei durch eine seitliche Nabe ν an der Säule q geführt und wirkt mit dieser Nabe
gleichzeitig auf den am Scharnier t des Cylinders α befestigten Stein u.
Der Schnitzelcylinder α wird unten durch einen Siebboden c abgeschlossen, welcher mittelst
einer excentrisch angeordneten Welle χ und eines dritten Stützpunktes derart gelagert
ist, dafs er bei Entfernung dieses dritten Stütz-
punktes durch einseitiges Uebergewicht in verticale Lage umklappt und die Schnitzel
hierbei frei herausfallen.
Der dritte Stützpunkt wird durch einen Riegel m hergestellt, welcher mittelst eines Hebels
η gehandhabt werden kann. Der Riegel, welcher auch durch eine federnde Klinke ersetzt
werden kann, wird für gewöhnlich durch eine auf den Hebel η wirkende Feder in eingeschobenem
Zustande erhalten.
Damit das Ausschalten des Riegels m beim Seitwärtsschwingen des Cylinders a automatisch
erfolgt, ist neben der Rinne, in welche die Schnitzel entleert werden, an einem Balken in
entsprechender Lage ein Nocken ο befestigt, an welchen der Hebel η anschlägt.
Zum Anwärmen der Säfte im Cylinder a sind in den Kolben d zwei Schlangenrohre g
eingesetzt, welche mit Dampf gespeist werden. Da sich diese Schlangen mit dem Kolben d
auf- und abbewegen, so sind ihre Enden in Stopfbüchsen f geführt, welche am Untertheil e
befestigt sind.
Die übrigen Rohrverbindungen sind in geeigneter Weise hergestellt, und circulirt das
Wasser wie gewöhnlich durch das Rohr D, Fig. 5, tritt durch das Ventil A in den Diffuseur,
durchfiiefst die Schnitzel im Cylinder a, steigt durch die Röhrencommunication HIK
wieder in die Höhe und tritt durch Ventil B nach dem nächsten Diffuseur über, wo es
■ einen gleichen Weg zurücklegt, und so weiter durch die ganze Batterie hindurchgeht und die
Schnitzel auslaugt. Inzwischen wird in die Schlange g Dampf eingelassen, welcher seine
Wärme an den niedersteigenden, zwischen den Schlangen hindurchfliefsenden Saft abgiebt und
bei L in condensirtem Zustande wieder austritt. Man kann auf diese Weise den Saft beliebig
stark anwärmen, und die Temperaturerhöhung, welche in jedem Diffuseur stattfindet,
läfst sich immer an dem Thermometer des nächsten Diffuseurs ablesen.
Sobald nun die Schnitzel des letzten Diffuseurs ausgelaugt sind und der Cylinder a entleert
werden soll, wird der Dampf abgesperrt, die Ventile ABC werden geschlossen und das
Ventil L\ Fig. i, ein wenig geöffnet. Sodann stellt man den Dreiweghahn w so ein, dafs
die Verbindung zwischen dem unter dem Kolben d befindlichen Raum e und dem Wasserdruckrohr
M unterbrochen ist und das in e befindliche Druckwasser durch den Schnabel S\
Fig. 4, des Dreiweghahnes in die Rinne R abfliefsen kann. Infolge dessen senkt sich der
Kolben d in entsprechendem Mafse und mit ihm das Gefäfs a, welches hierbei infolge der
Führung in der Schraubennuth ■{ zugleich eine
drehende Bewegung macht und um die Säule q nach aufsen schwingt.
Kurz bevor der Cylinder α seine äufserste
Lage erreicht, stöfst der Hebel η an die Nase ο an, wodurch der Riegel m ausgeschaltet
wird, der Boden des Behälters nunmehr sofort umklappt und die Schnitzel in die Rinne fallen. Nachdem das Gefäfs gereinigt
ist, wird der Boden zugeklappt, das Gefäfs mit frischen Schnitzeln gefüllt und nun
der Hahn w wieder in seine frühere Stellung gebracht, so dafs das Druckwasser durch das
Rohr M wieder unter den Kolben d tritt und denselben anhebt. Da der Cylinder a mittelst
des Steines u vollständig auf der Führungsnabe ν des Kolbens ruht, so wird also beim
Hochgange des Kolbens der Cylinder mit angehoben, und dieser schwingt nun zufolge der
durch die Schraubennuth % bedingten Führung in seine frühere Stellung in der Batterie
zurück und wird schliefslich mittelst der im Kolben d und Deckel b befindlichen Gummiringe
durch den Druck des Kolbens gehörig abgedichtet. Das Ventil L1 wird nun wieder
geschlossen, die Dampf- und Saftventile werden geöffnet und die Diffusion nimmt ihren Fortgang.
Der hydraulische Druck unter dem Kolben wird hierbei natürlich beständig aufrecht erhalten,
so dafs die Abdichtung des Schnitzelbehälters in sicherer Weise bewahrt bleibt.
Claims (3)
1. Bei Diffuseuren mit zur Seite drehbarem
Schnitzelbehälter die Anordnung eines als Abschlufsboden dienenden, hydraulischen
Kolbens und einer derartigen Führung des Schnitzelbehälters, dafs bei dem durch den
hydraulischen Kolben bewirkten Senken oder Heben des Behälters dieser hierbei gleichzeitig eine drehende Bewegung macht
und zur Seite nach aufsen bezw. zurück in die richtige Lage innerhalb der Batterie
schwingt, wobei in letzterer Lage der Kolben durch fortgesetzten hydraulischen Druck
auch das Abdichten des Schnitzelcylinders bewirkt.
2. Bei Schnitzelbehältern, welche behufs Entleerung seitlich herausschwingen, die Anordnung
eines auf einer excentrisch angeordneten Welle gelagerten Klappbodens, welcher durch einen Riegel oder Vorsprung
in seiner Lage gehalten wird und beim Zurücktreten dieses Riegels oder Vorsprungs
von selbst umklappt, so dafs die Schnitzel alsdann frei herausfallen.
3. Die Anordnung der Dampfschlange g zum Anwärmen des Saftes innerhalb des als
hydraulischer Kolben fungirenden Bodens.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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ID=306793
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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