DE3029348C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
L-Asparaginsäure durch Umsetzung von Fumarsäure oder einem
Salz derselben und Ammoniak oder einem Ammoniumsalz in
Gegenwart eines Enzyms.
L-Asparaginsäure stellt eine der wichtigsten Aminosäuren in
Proteinen dar. Man verwendet L-Asparaginsäure für
medizinische Zwecke wie auch als Nahrungsmittelzusatz.
Es ist bekannt, daß Aspartase, die man aus den Zellen von
Escherichia coli gewinnt, ein Enzym darstellt, das die
Umsetzung von L-Asparaginsäure aus Fumarsäure und Ammoniak
katalysiert. Kürzlich sind Verfahren gefunden worden zur
Herstellung von L-Asparaginsäure aus Fumarsäure und Ammoniak
unter Anwendung eines Fermentationsverfahrens mit
verschiedenen Mikroorganismen.
Bei einer üblichen Fermentierungskulturmethode wird
L-Asparaginsäure aus Fumarsäure und Ammoniak unter
Verwendung von Aspartase in Mikroorganismen hergestellt, und
deshalb ist es wirtschaftlich von großer Bedeutung, daß
der Mikroorganismus eine starke Aspartaseaktivität hat. Die
Abtrennung eines Mikroorganismus, der für diese Zwecke
geeignet ist, macht aber große Schwierigkeiten und dadurch
hat sich die technische Anwendung dieser Methoden bisher
verzögert.
DE-AS 12 68 569 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von
L-Asparaginsäure durch Fermentation. Dabei werden dem
Reaktions- und Kulturmedium die für das Wachstum der
Bakterien notwendigen Nährsubstanzen zugegeben. Bei diesem
Verfahren kommt es zur Bildung von Nebenprodukten, die bei
der Gewinnung von L-Asparaginsäure erst abgetrennt werden
müssen und zu einer Verunreinigung des Endproduktes führen
können.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Stamm vom
Genus Brevibacterium zur Verfügung zu stellen, der aufgrund
seiner Beständigkeit gegenüber alpha-Amino-n-buttersäure das
Verfahren zur Herstellung von L-Asparaginsäure aus
Fumarsäure oder einem Salz davon und Ammoniak oder einem
Ammoniumsalz besonders stark katalysiert.
Die vorstehende Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch das
eingangs genannte Verfahren gelöst, wobei das Enzym in den
aus einer Kulturbrühe abgetrennten Zellen von Brevibacterium
flavam MJ-233-AB-41 vorhanden ist.
Gemäß der Erfindung erfolgt somit die Katalyse der Reaktion
unter Einsatz eines Kulturproduktes, das durch aerobe
Kultivierung eines Mikroorganismenstammes von Genus
Brevibacterium erhalten wurde. Aufgrund intensiver
Untersuchungen konnte festgestellt werden, daß die
Aspartaseaktivität erheblich erhöht ist, wenn der
ausgewählte Mikroorganismus gegenüber
alpha-Amino-n-buttersäure beständig ist.
Der erfindungsgemäß verwendete Stamm, Brevibacterium flavam
MJ-233-AB-41 (FERM-P Nr. 3812) kann, ausgehend von
Brevibacterium flavam MJ-233 (FERM-P Nr. 3068) als ein
gegenüber alpha-Amino-n-buttersäure beständiger Stamm z. B.
nach dem folgenden Verfahren erhalten werden:
Man mutiert Brevibacterium flavam MJ-233 durch eine
Behandlung mit chemischen Mitteln, wie
N-Methyl-N′-nitro-N-nitrosoguanidin in einer Konzentration
von etwa 500 µg/ml während eines Zeitintervalls von ca. 1
bis 60 Minuten, und kultiviert die so erhaltene organische
Suspension dann auf einer Plattenkultur (Harnstoff 0,2%,
Ammoniumsulfat 0,7%, KH₂PO₄ 0,05%, K₂HPO₄ 0,05%,
MgSO₄ · 7 H₂O 0,05%, NaCl 2 mg/l, CaCl₂ · 2 H₂O 2 mg/l,
FeSO₄ · 7 H₂O 2 mg/l, MnSO₄ · 4-6 H₂O, ZnSO₄ ·7 H₂O
2 mg/l, Biotin 200 µg/l, Thiaminhydrochlorid 100 µg/l,
alpha-Amino-n-buttersäure 1,0%, Agar 2,0% und Ethanol 3
Vol.-% (nach dem Sterilisieren zugegeben) mehrere Tage bei
30°C, worauf die dann erhaltene große Kolonie abgetrennt
wird, und man den resistenten mutierten Stamm erhält.
Die morphologischen Eigenschaften des erfindungsgemäßen
Stammes sowie die Gründe für dessen taxonomische
Identifizierung als Brevibacterium flavam MJ-233-AB-41 sind
nachfolgend beschrieben:
Brevibacillus von ovaler oder Stäbchenform mit den ungefähren
Dimensionen 0,6 bis 0,8×1,0×2,4 µm, im allgemeinen
in Form von V-förmigen Paaren vorliegend, obwohl
auch zaunartige Formen beobachtet werden. Diese Bazillen
sind Gram-positiv, zeigen keine Sporenbildung, keine Motilität,
keine Kapselbildung und sind nicht säurebeständig.
- 1. Eine Bouillon-Agarkolonie:
Kreisförmige, flache Oberfläche, Kolonie fast flach oder leicht erhaben, die Peripherie etwas wellig, gelb, opak und etwas hell. - 2. Bouillon-Agar-Schrägkultur:
Mittleres Wachstum, fadenförmig und gelb. - 3. Bouillon-Flüssigkultur:
Mittleres Wachstum, schleimig, nicht trübe. - 4. Bouillon-Gelatine-Stabkultur:
Wächst gut auf der Oberfläche, im Inneren mäßiges Wachstum, fadenförmig.
- 1. Wachstumstemperatur: Geeigneter Temperaturbereich 15 bis 40°C, Optimaltemperatur 30 bis 37°C.
- 2. pH: Geeigneter Bereich 1 bis 10, optimaler pH 7 bis 8.
- 3. Verhalten gegenüber Sauerstoff: aerob.
- 4. Verwendung von Ammoniumsalz: Ja.
- 5. Verwendung von Harnstoff: Ja.
- 6. Verwendung von Nitrat: Ja.
- 1. Verflüssigt nicht Gelatine.
- 2. Verändert Lakmusmilch nicht.
- 3. Reduktion von Nitrat: Positiv.
- 4. Bildung von Indol: Negativ.
- 5. Bildung von Schwefelwasserstoff: Negativ.
- 6. Hydrolyse von Stärke: Negativ.
- 7. Ammoniakbildung aus Pepton: Positiv.
- 8. Vorges-Proskauer-Reaktion: Negativ.
- 9. Methyl-Rot-Test: Positiv (schwach).
- 10. Katalase: Positiv.
- 11. Urease: Positiv.
- 12. Bildung von Säure aus Kohlenwasserstoff: Säuren werden ohne Gasbildung gebildet aus Glukose, Saccharose, Trehalose, Maltose und Salizin. Keine Säure und kein Gas wurden gebildet aus Arabinose, Xylose, Laktose, Rhamnose, Raffinose, Mannit, Dulzit, Inosit und Adonit.
- 13. Vitaminerfordernisse: Biotin wird benötigt.
Veränderung in der Gram-Färbung: Eine morphologische Veränderung
oder Verzweigung der Zellen unter Profileration
wurde nicht festgestellt.
Der relative Wachstumsgrad von Brevibacterium flavam MJ-233-
AB-41 und dessen Elternstamm, Brevibacterium flavam MJ-233,
gegenüber α-Amino-n-buttersäure wird in Tabelle 1 gezeigt,
in welcher alle Prozentzahlen auf das Gewicht bezogen sind.
Anmerkungen:
1. Die Zahlen in den Spalten 2 und 3 der Tabelle 1 bedeuten
den Wachstumsgrad gemessen als O.D.₆₁₀ relativ zu dem Wachstumsgrad,
den man erhält, wenn keine α-Amino-n-buttersäure
zugegeben wird (100) (die Messung der Absorption wurde gemäß
Agricultural and Horticultural Chemistry, Tokyo University,
Agricultural Department, Band 1, Seite 212, veröffentlicht
von Asakura Shoten [1969], vorgenommen).
2. Zusammensetzung der verwendeten Kultur und Kulturmethode:
10 ml eines Mediums aus 0,2% Harnstoff, 0,7% Ammoniumsulfat,
0,05% KH₂PO₄, 0,05% K₂HPO₄, 0,05% MgSO₄ · 7 H₂O, 0,01% Hefeextrakt,
0,01% Casaminosäure, 2 mg/l FeSO₄ · 7 H₂O, 2 mg/l MnSO₄ ·
4 bis 6 H₂O, 2 mg/l NaCl, 2 mg/l CaCl₂ · 2 H₂O, 2 mg/l ZnSO₄ ·
7 H₂O, 200 µg/l Biotin und 100 µg/l Thiaminhydrochlorid, mit
dem in Tabelle 1 gezeigten Gehalt an α-Amino-n-buttersäure
wurden in ein großes Reagenzglas mit einem Durchmesser von
24 mm gefüllt, 10 Minuten bei 120°C sterilisiert und dann
mit Brevibacterium flavam MJ-233-AB-41 inokuliert.
Anschließend wurden 0,3 ml (3 Volumenprozent) Ethanol unter
aseptischen Bedingungen zugegeben, und die Kultur wurde
3 Tage bei 30°C geschüttelt.
Der α-Amino-n-buttersäure-beständige Stamm gemäß der vorliegenden
Erfindung hat vorzugsweise einen relativen Wachstumsgrad
gemäß der obigen Definition von wenigstens 15 bei Zugabe
von 2%iger α-Amino-n-buttersäure zu einem Kulturmedium
und 3tägigem Kultivieren unter Schütteln bei 30°C.
Anstatt einer chemischen Behandlung kann man Brevibacterium
flavam MJ-233 auch durch Bestrahlen mit ultraviolettem Licht
mutieren.
Die Zusammensetzung des Kulturmediums, d. h. die Kohlenstoffquellen,
Stickstoffquellen, anorganischen Salze, wie sie für
die erfindungsgemäße Kultur verwendet wird, ist bekannt und
in keiner Weise beschränkt.
Kohlenstoffquellen, wie Ethanol, Methanol, n-Paraffine und
Melasse können allein oder als Gemisch
verwendet werden. Als Stickstoffquellen können Ammoniak,
Ammoniumsulfat, Ammoniumchlorid, Ammoniumnitrat und Harnstoff
allein oder als Gemisch verwendet werden.
Anorganische Salze, wie Kaliummonohydrogenphosphat, Kaliumdihydrogenphosphat,
Magnesiumsulfat können zugegeben werden.
Falls für das Wachstum der Zellen erforderlich, können weitere
Nährstoffe zu dem Medium gegeben werden, z. B. Pepton, Bouillonextrakt,
Hefeextrakt, Maismaische, Casaminosäure, verschiedene
Vitamine.
Die Kultivierung wird unter aeroben Bedingungen durchgeführt,
z. B. durch Rühren unter Belüftung, Schütteln, wobei
die Temperatur der Kultur zwischen 20 und 40°C und vorzugsweise
zwischen 25 und 35°C gehalten wird. Der pH der Kultur
liegt zwischen 5 und 10 und vorzugsweise bei 7 bis 8, wobei
man die Einstellung des pH der Kulturflüssigkeit durch Zugabe
von Säure oder Alkali bewirkt.
Die Konzentration an zugegebener α-Amino-n-buttersäure liegt
zwischen 0,1 und 5 Gew.-% und vorzugsweise bei 1 bis 30 Gew.-%.
Die Konzentration an Ethanol zu Beginn der Kultur liegt bei
1 bis 50 Volumenprozent und vorzugsweise 2 bis 30 Volumenprozent.
Die Kulturzeit liegt im allgemeinen bei 2 bis 8
Tagen mit einer optimalen Zeit zwischen 4 und 5 Tagen.
Da das so erhaltene Kultivierungsprodukt hochaktive Aspartase
enthält, kann man damit wirksam L-Asparaginsäure aus
Fumarsäure oder einem Salz davon, z. B. dem Natriumsalz oder
Kaliumsalz, und Ammoniak oder einem Ammoniumsalz, z. B.
Ammoniumchlorid oder Ammoniumkarbonat, biosynthetisieren.
Das vorerwähnte Kulturprodukt bezieht sich auf alle durch die
Kultivierung erhaltenen Produkte, d. h. nicht nur auf die Kulturflüssigkeit
selbst, sondern auch auf die darin enthaltenen
Zellen, die zerstörten, zermahlenen und die selbstverdauten
Produkte solcher Zellen.
Die Biosynthese von L-Asparaginsäure aus Fumarsäure oder einem
Salz davon und Ammoniak oder einem Ammoniumsalz kann in üblicher
Weise durchgeführt werden, mit der Ausnahme, daß man das erfindungsgemäße
Kulturprodukt anstelle der üblichen Kulturprodukte
verwendet.
Nachfolgend wird die Erfindung in einem Beispiel
näher beschrieben.
In dem Beispiel wurde die qualitative Untersuchung der gebildeten
L-Asparaginsäure durchgeführt, indem man die Rf-Werte
bei der Papierchromatographie mit denen einer Standard-L-Asparaginsäure
verglich. Die quantitative Analyse erfolgte mittels
einer Analysenmethode für Mikroorganismen unter Verwendung von
Leuconostoc mesenterioides (ATCC Nr. 8042), siehe JIKKEN/
NOGEI KAGAKU (Experimental Agricultural Chemistry, 1. Band,
Seiten 284 bis 285, Tokyo Universität, Faculty of Agriculture,
Department of Agricultural Chemistry, veröffentlicht von Asakura
Shobo [1960]). Die gebildete L-Asparaginsäure wurde in
üblicher Weise gewonnen, z. B. durch isoelektrische Ausfällung,
durch Ionenaustauschharz-Chromatographie,
s. hierzu beispielsweise AMINOSAN HAKKO (Amino-Säure-Fermentation),
2. Band, Seiten 129 bis 138, veröffentlicht von Kyoritsu
Shuppan (Japan).
In ein großes Reagenzglas mit einem Durchmesser von 24 mm
wurden jeweils 10 mm eines Mediums eingefüllt aus 4,0 g Harnstoff,
14,0 g Ammoniumsulfat, 0,5 g KH₂PO₄, 0,5 g K₂HPO₄,
0,5 g MgSO₄ · 7 H₂O, 6 mg FeSO₄ · 7 H₂O, 6 mg MnSO₄ · 4 bis 6 H₂O,
1,0 g Hefeextrakt, 1,0 g Casaminosäure, 200 µg Biotin,
100 µg Thiamin und 1 l Leitungswasser. Das Ganze wurde bei
120°C unter Druck 10 Minuten sterilisiert, und dann wurden
zur Herstellung eines Vorkulturmediums 0,3 ml Ethanol zugegeben.
Die Medien wurden mit Brevibacterium flavam MJ-233
bzw. Brevibacterium flavam MJ-233-AB-41 inokuliert und 2 Tage
unter Schütteln bei 30°C kultiviert. Anschließend wurden
50-l-Mengen eines Mediums der gleichen Zusammensetzung wie
das obige Vorkulturmedium in 500-ml-Erlenmeyer-Kolben gegeben
und unter Druck 10 Minuten bei 120°C sterilisiert. Das so
erhaltene Kulturmedium wurde dann mit 1,0 ml der vorerwähnten
Vorkulturflüssigkeit inokuliert und 3 Tage bei 30°C einer
Schüttelkultur unterworfen, worauf man anschließend eine Zentrifugentrennung
(3000 Umdrehungen während 15 Minuten)
zum Sammeln der Zellen durchführte.
Getrennt davon wurden 10 g Fumarsäure zu 50 ml Wasser gegeben,
der pH wurde mit Ammoniakwasser auf 10,0 eingestellt, und
dann wurde mit Wasser bis zu einem Gesamtvolumen von 100 ml
aufgefüllt. 10 g (Naßgewicht) der oben gewonnenen Zellen
wurden zugegeben, und dann wurde unter leichtem Rühren
die Umsetzung während 3 Tagen bei 30°C durchgeführt.
Folgendes Ergebnis wurde erzielt:
Wurden die Zellen des Elternstammes, Brevibacterium flavam MJ-233 verwendet, erhielt man 1,1 g L-Asparaginsäure. Bei Verwendung der Zellen des α-Amino-n-buttersäure-beständigen Stammes, Brevibacterium flavam MJ-233-AB-41, erhielt man 3,2 g L-Asparaginsäure.
Wurden die Zellen des Elternstammes, Brevibacterium flavam MJ-233 verwendet, erhielt man 1,1 g L-Asparaginsäure. Bei Verwendung der Zellen des α-Amino-n-buttersäure-beständigen Stammes, Brevibacterium flavam MJ-233-AB-41, erhielt man 3,2 g L-Asparaginsäure.
Claims (1)
- Verfahren zur Herstellung von L-Asparaginsäure durch Umsetzung von Fumarsäure oder einem Salz derselben und Ammoniak oder einem Ammoniumsalz in Gegenwart eines Enzyms, dadurch gekennzeichnet, daß das genannte Enzym in den aus einer Kulturbrühe abgetrennten Zellen von Brevibacterium flavam MJ 233-AB-41 vorhanden ist.
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