DE29750C - Verfahren zum Raffiniren von Rohzucker - Google Patents

Verfahren zum Raffiniren von Rohzucker

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DE29750C
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DE
Germany
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sugar
syrup
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boiled
green syrup
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Application number
DENDAT29750D
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Original Assignee
E. PECHNIK in Skrivan bei Neubidschow
Publication of DE29750C publication Critical patent/DE29750C/de
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B30/00Crystallisation; Crystallising apparatus; Separating crystals from mother liquors ; Evaporating or boiling sugar juice
    • C13B30/04Separating crystals from mother liquor
    • C13B30/12Recycling mother liquor or wash liquors

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Sustainable Development (AREA)
  • Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Meat, Egg Or Seafood Products (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Das verbesserte Verfahren zum Raffiniren des Rohzuckers, welches den Gegenstand dieses Patentes bildet, besteht wesentlich darin, dafs der Grünsyrup, welcher bei der Verarbeitung des vom Decken der Raffinade herrührenden Syrups zu Broden oder Würfeln resultirt, . erst osmosirt, dann mit den Absüfswässern der Filter verdünnt, mit etwas Kalk gekocht, saturirt, filtrirt und schliefslich zu Rohzucker verkocht wird, wobei man den durch Abschleudern aus letzterem Rohzucker gewonnenen Grünsyrup so lange ersterem Grünsyrup zusetzt, als sein Gehalt an Zucker nicht unter 73 bis 75 pCt. der gelösten Körper gesunken ist.
Ist dieser Moment eingetreten, so wird der Grünsyrup von dem angegebenen Quotienten zu sogenanntem zweiten Producte eingekocht, wovon man nur 1 bis 2 pCt. des zu raffmirenden Rohzuckers erhält. Statt den vom Decken der Raffinade herrührenden Grünsyrup, wie angegeben, auf Brode oder Würfel und den dabei gewonnenen Syrup auf Rohzucker zu verarbeiten, kann aus diesem Grünsyrup gewonnenes Klärsei auch zum Lösen, des Rohzuckers verwendet werden, dessen Lösung .man, nachdem sie eine Filterpresse passirt hat, osmosirt, filtrirt und auf Erode oder Würfel verkocht. Das gewonnene Osmosewasser wird, entsprechend eingedickt, als Melasse verkauft.
Die industrielle Durchführung dieses Verfahrens geschieht in folgender Weise:
Der Rohzucker von ca. 87 bis 90 pCt. Rend, wird in einer Auflöspfanne in Wasser mittelst eines offenen Dampfrohres auf 66 bis 670 Sacch. (Balling) aufgelöst, mit 1J10 bis Y20 pCt. Kalk geklärt und sodann mittelst der in der Auflös-.pfanne befindlichen' Dampfschlange oder des Doppelbodens langsam aufgekocht, so dafs alle fremden Substanzen zu einer compacten Masse gerinnen. Diese Lösung, welche den Quotienten 96 hat, wird durch Schlammpresseh (Filterpressen) geleitet und über 60 bis 65 pCt. Spodium filtrirt.
Dadurch wird der Reinheitsquotient auf 97,5 bis 98 erflöht. Der reine Saft (Klärsei) wird auf Primaraffinade oder Würfel verkocht und dieselben entweder wie gewöhnlich am Boden oder in Centrifugen in 1 bis 1'/2 Stunden mit Deckklärsel oder mit Dampf gedeckt.
Der hiervon gewonnene Grünsyrup, der einen Quotienten von 90,5 hat, wird mit dem Wasser der Formwäsche auf 64 bis 66° Sacch. (Balling) verdünnt, mit 2/10 pCt. Kalk bis ioo° C. aufgekocht und entweder als Nachlauf über die Raffinadefilter oder separat filtrirt und zu Deckzucker verkocht. Diese Masse wird entweder am Boden in den Formen oder in Centrifugen mit Deckklärsel oder in Segmenten mit Dampf gedeckt. Dieselbe hat einen Quotienten von 94,5.
Der halb gedeckte bessere Syrup des Deckzuckers, sowie der halb gedeckte Syrup der Raffinade, der einen Quotienten von 95,5 bis 96 hat, wird in die Auflöspfanne als Einwurf geleitet. Der zuletzt abfließende weifse Syrup wird als Vordecke verwendet.
Der zuerst abfliefsende Grünsyrup des Deckzuckers dagegen, der einen Quotienten von ca. 86 hat, wird osmosirt, hierbei der Quotient um -4 bis 5 verbessert, sodann durch die Absüfswässer der Filter auf 13 bis 140 Sacch. verdünnt, mit 3/i pCt. Kalk gut aufgekocht, bis auf einen Kalkgehalt von 0,014 pCt. aussaturirt
und diese Lösung (womöglich als Dünn- und Dicksaft) über 40 pCt. Spodium filtrirt. Der Quotient der Lösung ist 91,8; sie wird auf Rohzucker (erstes Product) gekocht, in Kessel oder Segmente gefüllt und in den Centrifugen ausgeschleudert. Dieser Zucker rendirt bis 96 pCt. und wird sogleich in die Auflöspfanne zum Rohzucker und halb gedeckten Syrup eingeworfen.
Der von diesem Rohzucker (erstes Product) gewonnene Syrup, der einen Quotienten von 79 bis 80 hat, wird mit dem Grünsyrup des Deckzuckers zusammen gemengt, abermals osmosirt, mit den Absüfswässern der Filter auf 13 bis 140 Sacch. verdünnt, mit 3/4 pCt. Kalk versetzt, gut gekocht, saturirt, filtrirt und abermals auf Rohzucker (erstes Product) gekocht.
Die Manipulation wird so lange wiederholt, bis der Quotient des Deckzückergrünsyrups auf 73 bis 75 herabgesunken ist. Dann erst ist die Raffinadegewinnung beendet und es wird der letzte Grünsyrup von dem Rohzucker (erstes Product) als zweites Product eingekocht, von welchem man ca. 1, höchstens 2 pCt. des eingeworfenen fremden Rohzuckers erhält.
Das gewonnene Osmosewasser wird bis auf
'78° Sacch. (Balling) eingedickt und als Melasse mit einem Quotienten von 58 bis 60 verkauft.
Statt den beim Decken der Raffinade-Brode oder -Würfel abfliefsenden Grünsyrup in der angegebenen Weise zu Deckzucker und den vom Deckzucker herrührenden Grünsyrup zu zweitem Producte zu verarbeiten, kann ersterer Syrup auch mit dem Absüfswasser der Filter auf 10 bis 120 Sacch. verdünnt, mit '/2 pCt. Kalk gut gekocht, sodann zur Saturation geleitet, bis auf 0,014 pCt. Kalk aussaturirt, die Lösung filtrirt und dieselbe zum' Auflösen des Rohzuckers und der halb gedeckten Syrupe anstatt Wasser in der Auflöspfanne verwendet werden.
Die auf 66 bis 670 Sacch. gebrachte und gut geklärte' Lösung (Klärsei) wird durch eine Schlammpresse geleitet, osmosirt, das Klärsei über 70 bis 80 pCt. Spodium gut filtrirt und auf Brode oder Würfel gekocht.
Die Manipulation kann so lange wiederholt werden, bis der Quotient des Grünsyrups auf ca. 79 bis 80 herabgesunken ist, worauf man diesen letzteren erst als Nachproduct sehr schoner Qualität einkocht.
Diese Methode ist bei der Erzeugung von Broden in Centrifugen sehr leicht durchführbar, weil die Syrupe gut getrennt werden können.
Sollten schlechtere Producte zur Manipulation gelangen, so wird nach 6 oder 7 Tagen ein kleines Quantum, 2 bis 3 pCt, des Grünsyrups als zweites Product in Kästchen eingekocht und ausgeschleudert. Das Osmosewasser wird, eingedickt, als Melasse verkauft.
Auf diese Art ist es möglich, das Raffiniren des Zuckers zu vereinfachen, den ganzen gewinnbaren Zucker in kürzester Zeit zu gewinnen und auf den ersten Wurf mindestens 76 bis pCt. weifse Waare in den Handel bringen zu können, wobei wenigstens 15 bis 20 pCt. Nachproduct weniger erzeugt und daher Kohle, Arbeitslohn, Zinsen, Assecuranz u. s. w. gespart werden.

Claims (2)

Pa tent-An Sprüche:
1. Ein Verfahren zum Raffiniren von Rohzucker, darin bestehend, dafs der Grünsyrup, welcher beim Decken der aus dem Rohzucker durch Lösen, Kochen mit Kalk, Filtriren in der Filterpresse und über Spodium und schliefsliches Verkochen gewonnenen Raffinade abläuft, mit dem Wasser der Formwäsche gemengt durch den gleichen Procefs zu Deckzucker verarbeitet, der von letzterem herrührende Grünsyrup erst osmosirt, dann mit dem Absüfswasser der Filter verdünnt, mit Kalk gekocht, saturirt, filtrirt und zu Rohzucker (erstes Product) verkocht wird, wobei dieser Rohzucker so lange in die Lösepfanne, und der davon abgeschleuderte Syrup, so lange dem vom Deckzucker herrührenden Grünsyrup zugesetzt wird, als der Quotient dieses Grünsyrups nicht unter 73 bis 75 gesunken ist, in welchem Falle man ihn zum zweiten Product einkocht.
2. Eine Variante des unter 1. angegebenen Verfahrens, darin bestehend, dafs man den von der Raffinade herrührenden Grünsyrup in der angegebenen Weise, statt zu Deckzucker, zu Dünnsaft verarbeitet, in diesem den zu raffinirenden Rohzucker löst, die Lösung klärt, eine Filterpresse passiren läfst, osmosirt, über Spodium filtrirt, schliefslich auf Brode oder Würfel verkocht und deckt und in dieser Weise so lange fortfährt, bis der Quotient des Grünsyrups auf 79 bis 80 herabgesunken ist, worauf er zu Nachproduct eingekocht wird.
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