DE69598C - Herstellung eines niedrig schmelzenden neutralen Wollfetts aus Suinter - Google Patents

Herstellung eines niedrig schmelzenden neutralen Wollfetts aus Suinter

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DE69598C
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NORDDEUTSCHE WOLLKÄMMEREI und KAMMGARNSPINNEREI in Bremen
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B11/00Recovery or refining of other fatty substances, e.g. lanolin or waxes
    • C11B11/005Lanolin; Woolfat

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 23: Fettindustrie.
in BREMEN.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 16. August 1892 ab.
Die neutralen Wollfette des Handels zeigten bisher nur Schmelzpunkte, welche oberhalb 450 C. liegen und nicht selten bis zu 6o°, ja 65 ° steigen. Derartige Wollfette waren bei allen gewöhnlichen Temperaturen viel zu consistent, um sich salbenartig verreiben zu lassen, und es waren daher die mannigfachsten Zusätze, wie Wasser, Schmalz oder OeIe, nothwendig, um einigermafsen die vom Consum verlangte Geschmeidigkeit zu erzielen; derartige Zusätze aber setzen wieder die bekannten, vorzüglichen Eigenschaften des reinen unvermischten Wollfetts herab.
Es ist uns nun gelungen, direct aus dem aus den Wollwaschwässern abgeschiedenen Suinter ein neutrales Wollfett zu gewinnen, welches neben anderen hervorragenden Eigenschaften einen ganz aufserordentlich niedrigen Schmelzpunkt besitzt, so dafs das Fett bei Zimmertemperatur eine dickölige bis schmalzartige Consistenz zeigt, und zwar kann man die Höhe des Schmelzpunktes ganz beliebig zwischen 250 und 360C. verlegen.
Erreicht wird dieses Resultat durch einen Schlämmprocefs, welchem der Suinter unterworfen wird. Es hat sich gezeigt, dafs ein Wollfett um so leichter fortgeschlämmt werden kann, je niedriger es schmilzt, und es liegt dies daran, dafs das niedrigst schmelzende Wollfett auch das kleinste specifische Gewicht besitzt. Bei der Schlämmung bleiben die Erdalkaliseifen zurück und mit ihnen zugleich die schwer schmelzenden Bestandtheile des Wollfetts, welche auch ein höheres specifisches Gewicht zeigen.
Zur praktischen Ausführung des Verfahrens wird das von den Waschmaschinen ablaufende Wollwaschwasser nach seiner Befreiung von Thon, Sand und Wollfasern in. grofse Behälter geleitet und in diesen nach unserem Verfahren (D. R. P. Nr. 41557) mittelst saurer Chlorcalciumlösung gefällt. Hierzu ist es nöthig, dafs die Menge der im Wasser enthaltenen Alkalicarbonate für jeden Behälter genau durch Analyse festgestellt wird, um hiernach den Zusatz von Säure berechnen zu können; es ist dies aufserordentlich wichtig, um eine Zersetzung der Seifen zu vermeiden; andererseits mufs sämmtliche Kohlensäure aus den Alkalicarbonate^ ausgetrieben sein, da die sonst bei der Fällung entstehenden Erdalkalicarbonate bei der Schlämmung des Suinters den ganzen Betrieb stören. Während also auf diesen Säurezusatz sehr viel ankommt, ist es gleichgültig, ob statt Chlorcalcium Chlörmagnesium oder Magnesiumsulfat verwendet wird; hierfür ist der jeweilige Preis mafsgebend.
Es entsteht nun nach dieser Fällung die bekannte Abscheidung des Suinters, d. h. eines Gemisches von Schmutzbestandtheilen der Wolle mit Erdalkaliseifen, sowie mit niedriger oder höher schmelzenden Wollfetten. Es mufs darauf gesehen werden, dafs dieser Suinter sich möglichst dicht ablagert und ist demselben daher mindestens eine Zeit von 12 Stunden zum Absetzen zu gönnen. Nach dieser Zeit kann mit
der Schlämmung begonnen werden, welche in dem nachstehend beschriebenen Apparat erfolgt.
Der Apparat besteht aus einem oben offenen Kessel (von 6 m Höhe und 5 m Durchmesser). Dicht über dem Boden erfolgt der Eintritt des Schlämmwassers, während das Schlämmgut durch einen Rohrstutzen am oberen Rand des Kessels wieder abgeleitet wird. Da es unbedingt erforderlich ist, dafs die Strömung sich über den ganzen Querschnitt des Kessels vertheilt, so ist über dem Boden als Verlängerung des Einströmungsrohres ein Vertheilungsrohrnetz angebracht, bestehend aus einem Hauptrohr mit angesetzten 14 Nebenrohren, welche über den ganzen Boden .gleichmäfsig vertheilt sind. In diese Nebenrohre sind kleine Löcher (von 3 mm Durchmesser) eingebohrt, aus welchen der Austritt des Schlämmwassers erfolgt.
Es hat sich gezeigt, dafs die Stromgeschwindigkeit des Schlämmwassers, auf den Querschnitt des Kessels bezogen, 0,25 mm pro Minute nicht überschreiten darf. Berechnet man danach auf einen Kesseldurchmesser von 5 m die zuzuführende Menge Schlämm wasser, so ergiebt sich diese zu annähernd 5 1 pro Minute, also 300 1 pro Stunde. Diese Wassermenge wird mittelst gleichmäfsig wirkender Pumpe durch das Vertheilungsrohr in den abgelagerten Suinter geprefst und schlämmt diesen auf. Die Erdalkaliseifen und die specifisch schwereren Bestandtheile des Wollfetts erheben sich beim Schlämmen nur ganz wenig, während das specifisch leichtere Wollfett, welches zugleich das gesuchte niedrig schmelzende ist, bei dem sehr langsamen Emporströmen schliefslich ganz mitgenommen wird und durch den oberen Ueberlaufstutzen den Kessel verläfst.
Dieser Schlämmprocefs wird erleichtert, wenn man das specifische Gewicht des Schlä'mmwassers durch Auflösen irgend eines indifferenten Salzes so weit erhöht, dafs die Erdalkaliseifen noch ein wenig specifisch schwerer bleiben als die Schlämmwassersalzlösung; letztere besitzt dann ungefähr das specifische Gewicht 1,02 bis 1,04. Als solche indifferente Salze können dienen: Chlornatrium, Chlorkalium, Chlormagnesium oder Magnesiumsulfat; die Wirkung tritt bei allen diesen genannten übereinstimmend und gleich gut ein. Um an Wasser und an den genannten Salzen zu sparen, ist es vortheilhaft, gleich das nach der Abscheidung des Suinters restirende geklärte Wollwaschwasser zu verwenden , welches infolge seines Gehaltes an verschiedenen Salzen bereits ein specifisches Gewicht von 1,01 bis 1,02 hat. Man arbeitet dann zweckmäfsig mit mehreren Schlämmapparaten und nimmt in diesen zugleich die Fällung vor. Als Beispiel möge der Betrieb von vier Schlämmapparaten dienen, welche zugleich als Fällungskessel dienen sollen. Nachdem , der erste Apparat mit dem von den Waschmaschinen kommenden Wollwaschwasser gefüllt ist, wird die nöthige Menge saurer Chlorcalciumlösung zugefügt und der Apparat der Ruhe überlassen.
Das Wollwaschwasser ergiefst sich inzwischen in den folgenden Apparat, dann in den dritten und vierten; jeder Apparat wird, nachdem er gefüllt ist, wie der erste behandelt. Ist der erste und zweite Apparat geklärt, so wird vermittelst Pumpe das. geklärte Wasser aus dem ersten- in das Vertheilungsrohr des zweiten Kessels geprefst; der zweite Kessel dient also als Schlämmapparat und das fetthaltige Wasser fliefst aus dem oberen Ueberlaufstutzen dieses Kessels zur weiteren Verarbeitung ab. Sobald alles geklärte Wasser aus dem ersten Apparat in den zweiten Apparat eingeführt ist, wird der übrig gebliebene Schlamm aus dem ersten Apparat entfernt, und dieser ist dann wieder zur Aufnahme von Wollwaschwasser fertig. Im zweiten Apparat befindet sich jetzt ausgeschlämmter Suinter und darüber fetthaltiges Schlämmwasser; dieses wird wiederum durch die Pumpe in das Vertheilungsrohr des dritten Kessels geprefst; der dritte Kessel wird demnach jetzt Schlämmapparat und aus seinem oberen Ueberlaufstutzen ergiefst sich das fetthaltige Schlämmwasser zur weiteren Verarbeitung. Dasselbe Spiel wiederholt sich zwischen dem dritten und vierten, dann zwischen dem vierten und ersten Kessel. Es findet also ein continuirlicher Betrieb statt; aus den Apparaten resultirt einerseits das- geklärte Wasser mit dem niedrig schmelzenden Wollfett, andererseits der beim Schlämmen zurückbleibende. Schlamm, aus dem nach den üblichen Verfahrensweisen mittelst Pressen gewöhnliches Wollfett abgeschieden wird.
Das erhaltene Schlämmwasser, welches das niedrig schmelzende Wollfett mitführt, enthält letzteres in absolut neutralem und seifenfreiem Zustande; es ist fast weifs und kann ganz direct ohne weitere chemische Behandlung auf das reine, neutrale, niedrig schmelzende Wollfett verarbeitet werden. Am einfachsten läfst sich das Fett mittelst Kalk-, Gyps- oder Anhydridfilter abfiltriren; es resultirt aber dann in einem stark wasserhaltigen Zustande, und man benutzt daher besser einen continuirlich wirkenden Extractionsapparat, um das gesammte Schlämmwasser damit zu extrahiren, z. B. den Colonnenextractionsapparat von H. Hirzel.
Das Schlämmwasser passirt den Apparat von oben nach unten, während das Extractionsmittel —■ Benzin oder Aether — entgegensteigt.
Das Extractionsmittel nimmt alles Fett auf, es verläfst als gesättigte Fettlösung den Apparat, kann nach kurzem Abklären direct eingedampft werden und hinterläfst schliefslich das gesuchte neutrale, niedrig schmelzende Wollfett.
Die Ausbeute richtet sich nach der Schlämmgeschwindigkeit, d. h. nach der Strömungsgeschwindigkeit des Schlämmwassers. Je langsamer geschlämmt wird, um so weniger niedrig schmelzendes Fett erhält man; letzteres schmilzt dafür aber um so leichter. Je höher die Stromgeschwindigkeit, um so höher ist die Ausbeute, um so höher aber auch der Schmelzpunkt.
Hiernach wechselt die Ausbeute zwischen 2 und 5 pCt. des gesammten Wollfetts.
Das vorstehend beschriebene Verfahren ist also gekennzeichnet durch eine vollständig neue Trennung des Wollfetts in einen niedriger und einen höher schmelzbaren Antheil, welche Trennung bislang weder technisch durchgeführt, noch im Kleinen probirt, noch überhaupt nur vorgeschlagen ist; ja es war nicht einmal die Existenz solcher niedrig schmelzenden Wollfette bekannt. Der zu dieser Trennung angewendete Schlämmprocefs für den Suinter ist ebenfalls eine in der Wollfett-Technik vollkommen neue Manipulation, .ganz besonders hierbei die Verwendung von Salzen zur Erhöhung des specifischen Gewichts des Schlämmwassers. Für die praktische Durchführung des Processes ist schli eislich die Verwendung des geklärten Wollwaschwassers als Schlämmwasser ebenfalls gänzlich neu; sie gestaltet, das Vesfahren zu einem continuirlichen und sehr viel wohlfeileren. Die bisher üblichen Operationen, wie Centrifugiren, Absitzenlassen, Filtriren, Einspritzen von Lösungen von Erdalkalisalzen, sind sämmtlich ganz werthlos, wenn aus dem Wollfett ein hoch und niedrig schmelzender Antheil gewonnen werden soll; dieses ist nur möglich durch die von uns zuerst angewendete Schlämmung. Auch ist das Resultat des Schlämmprocesses in chemischer Beziehung ganz neu, indem ein vollkommen neutrales, seifenfreies Fettwasser erhalten wird, welches jede weitere nachherige chemische Behandlung des Fettes überflüssig macht und eine äufserst einfache Extraction mit beliebigen fettlösenden Mitteln gestattet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Trennung des unter Benutzung des durch Patent Nr. 41 557 geschützten Verfahrens dargestellten Suinters in ein unter 40° C. schmelzendes, reines, neutrales Wollfett einerseits und ein Gemisch von Erdalkaliseifen nebst höher schmelzendem Wollfett andererseits durch Schlämmung des Suinters mittelst gewöhnlichen Wassers oder mittelst wässeriger Lösungen von indifferenten Salzen, wie Chlornatrium, Chlorkalium, Chlormagnesium, Chlorcalcium, Magnesiumsulfat oder mittelst geklärten Wollwaschwassers, wie ,solches in der Beschreibung angegeben ist.
DENDAT69598D Herstellung eines niedrig schmelzenden neutralen Wollfetts aus Suinter Expired - Lifetime DE69598C (de)

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