DE339027C - Verfahren zur Entfernung der freien Fettsaeuren aus Fetten oder OElen - Google Patents

Verfahren zur Entfernung der freien Fettsaeuren aus Fetten oder OElen

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DE339027C
DE339027C DE1918339027D DE339027DD DE339027C DE 339027 C DE339027 C DE 339027C DE 1918339027 D DE1918339027 D DE 1918339027D DE 339027D D DE339027D D DE 339027DD DE 339027 C DE339027 C DE 339027C
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fatty acids
fats
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water
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DE1918339027D
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C & G Mueller Speisefettfabrik
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B3/00Refining fats or fatty oils
    • C11B3/02Refining fats or fatty oils by chemical reaction
    • C11B3/06Refining fats or fatty oils by chemical reaction with bases

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Description

  • Verfahren zur Entfernung der freien Fettsäuren aus Fetten oder Ölen. Zur Entfernung der freien Fettsäuren aus Ölen oder Fetten sind verschiedene Verfahren bekannt, welche darauf beruhen, daß die Fettsäuren durch Behandeln mit einem AIkali, Natronlauge oder Soda in Seifen übergeführt werden, welche sich am Boden des Gefäßes, in dem die Neutralisation vorgenommen wird, ansammeln. Aus den abgeschiedenen Seifen werden dann die Fettsäuren durch Behandeln mit einer Säure in Freiheit gesetzt.
  • Den Methoden, die auf der Entfernung der Fettsäuren aus den Fetten durch Neutralisation mittels Soda usw. beruhen, haften trotz der großen und langjährigen Erfahrung, die man auf diesem Gebiete besitzt, verschiedene Mängel an.
  • Die wichtigstenÜ belstände sind diefolgenden Erstens gelingt es nicht, nach diesen Neutralisationsverfahren die Fettsäuren ohne Verdunkelung abzuscheiden. Die Fettsäuren, die man aus den Fetten durch Überführen in Seifen und Zersetzung der letzteren mit Mineralsäure gewinnt, sind stets bedeutend dunkler als die Fette, aus denen sie gewonnen wurden. Sie müssen deshalb nachträglich gebleicht werden, und diese Bleichung der Fettsäuren ist oft außerordentlich schwierig. In vielen Fällen gelingt es überhaupt nicht, den Fettsäuren eine helle Farbe zu verleihen.
  • Andererseits erhält man oft bei - der Behandlung der Öle mit Alkali sehr unliebsame, schwer zu beseitigende Emulsionen, was den ganzen Vorgang sehr verzögert.
  • Drittens gellen bei dem Verfahren große Mengen Alkali und Mineralsäure, die bei der Überführung der Fettsäuren in Seifen und der Zersetzung der Seifen chemisch gebunden werden, verloren.
  • Viertens entstehen bei diesem Verfahren Verluste an Neutralfett, und zwar nicht bloß durch eine Emulgierung des Fettes durch die Seifenlösung, sondern auch dadurch, daß das zugesetzte Alkali neben der . Neutralisation der bereits vorhandenen Fettsäuren auf das Fett eine verseifende Wirkung ausübt.
  • Es wurde von verschiedenen Seiten versucht, die Entfernung der Fettsäuren auf einem anderen Wege vorzunehmen. So wurde z. B. vorgeschlagen, dieFette unterhalb ihresSchmelz-Punktes bzw. die flüssigen Öle unterhalb ihres Erstarrungspunktes nach Zerkleinerung in geeigneten Vorrichtungen mit kaltem Alkohol oder Azeton zu extrahieren. Bei genügend langer Einwirkung des Alkohols sollen die Fettsäuren aus dem Fett herausgelöst werden, wahrend die Neutralfette ungelöst bleiben..
  • Auch diesem Verfahren haften verschiedene Mängel an. Erstens ist das Verfahren sehr umständlich. Die eiste Schwierigkeit besteht in der Vermahlung der Fette.. Auch die hochschmelzenden Fette lassen sich bekanntlich nur sehr schwierig vermahlen, da sie dabei leicht verkleben und unter der Einwirkung eines Druckes leicht erweichen. Zweitens sind die hochschmelzenden Fettsäuren, wie Stearinsäure, in kaltem Alkohol nur sehr wenig löslich, so daß für die Entfernung der Fettsäuren unter Umständen ein sehr langer Extraktionsprozeß erforderlich sein wird. Bei Ölen ist nun das Verfahren kaum anwendbar, da während der ganzen Extraktion mit starker künstlicher Kühlung gearbeitet werden müßte, ebenso müßte die Zerkleinerung des Extraktionsgutes unter starker Kühlung vorgenommen werden.
  • Auch die Extraktion der Fette mit Alkohol bei höherer Temperatur hat sich nicht bewährt, da dabei sehr unliebsame Emulsionen entstehen und die Trennung nur eine ganz unvollständige ist.
  • Es wurde nun ein Verfahren gefunden, welchem die geschilderten Nachteile nicht anhaften und welches in kürzester Zeit und ohne Verlust an Chemikalien eine weitgehende Trennung der Fettsäuren und Fette gestattet.
  • Dem neuen Verfahren liegt folgende überraschende Beobachtung zugrunde: In wasserfreien, mit Wasser mischbaren Lösungsmitteln, wie zum Beispiel Pyridin, sind sowohl Neutralöle wie freie Fettsäuren leicht schon in der Kälte löslich. Versetzt man aber tlie Lösung der Fette in Pyridin mit Wasser, so scheidet sich das Fett schon nach einem geringen, mit der Art des Öles wechselnden Wassergehalt der Lösung aus. Die Fettsäuren sind dagegen in Pyridin bis -zu einem weit höheren Gehalt der Lösung an Wasser ,(auch hierbei spielt die Art der Fettsäure. eine Rolle) in dem wäßrigen Pyridin löslich. Erst bei einer weitergehenden Verdünnung des Pyridins mit Wasser scheiden sich auch die Fettsäuren aus.
  • Versetzt man nun eine Lösung eines freie Fettsäuren enthaltenden Öles in Pyridin mit Wasser, so tritt bei einem bestimmten, für jede Ölart durch Vorversuche zu bestimmenden Wassergehalt. des Pyridins die Bildung von zwei Schichten ein, nämlich einer unteren, vorwiegend aus einer Lösung von Fettsäuren in wäßrigem Pyridin bestehenden Schicht und einer oberen Schicht, welche im, wesentlichen aus Neutralöl besteht und noch etwas Pyridin enthält. Die Bildung der Schichten erfolgt in kürzester Zeit, meistens augenblicklich; Emulsionen bilden sich' nicht. Verdünnt man die abgezogene wäßrige Pyridinlösung der Fettsäuren weiter mit Wasser, so erfolgt wiederum Bildung von zwei Schichten, indem sich die Fettsäuren aus der Lösung ausscheiden und über dem Pyridin als Schicht ansammeln. Das Öl und die Fettsäuren werden -nun durch Waschen mit Wasser, gegebenenfalls unter Zusatz von etwas Salzsäure, vom noch anhaftenden Pyridin befreit. Selbstverständlich kann man vom Öl und den Fettsäuren mitgerissenes Pyridin auch durch mäßiges Erwärmen unter vermindertem Druck entfernen. Das Pyridin wird durch Destillation oder -in irgendeiner anderen bekannten Weise vom . Wasser teilweise cder gänzlich befreit und aufs neue für den vorgenannten Zweck verwendet.
  • Die nach dem neuen Verfahren gewonnenen Fettsäuren sind im Gegensatz zu den durch Verseifung gewonnenen Fettsäuren ebenso hell wie die angewandten Öle; eineNachdunkelung der Fettsäuren findet durch die Behandlung mit Pyridin nicht statt. Die Fette selbst sind in vielen Fällen hellfarbiger als die Ausgangsprodukte. Das Pyridin kann restlos wiedergewonnen werden, so daß man mit einer gegebenen Menge Pyridin unendliche Ölmengen behandeln kann.
  • Statt die Öle in wasserfreiem Pyridin zu lösen und die Lösung dann. zwecks Abscheidung der Fettsäuren mit Wasser bis zu einem gewissen Grade zu verdünnen, kann man sie von vornherein mit wasserhaltigem Pyridin behandeln. In beiden Fällen wird dasselbe erreicht.
  • Zweckmäßig wird das Verfahren im ununterbrochenen Arbeitsgange ausgeführt, indem zu jedem Zeitpunkte nur kleine Mengen Öl dem Trennungsprozeß unterworfen werden, die Schichten abgetrennt, das Pyridili teilweise oder gänzlich entwässert und neuen Ölmengen zugeführt wird.
  • Statt Pyridin kann man auch das als »Pyridinbasencc bekannte Gemisch anwenden; bei manchen Ölen läßt sich die geschilderte Trennung auch mittels Azeton durchführen, namentlich bei an festen Glyzeriden armen Fetten.
  • Es ist bereits bekannt, Fette in der Weise mit Azeton zu behandeln, daß die Azetonlösung der Rohfette durch Wasserzusatz von den öligen Bestandteilen befreit werden. Indessen handelt es. sich dort nicht um eine Entsäuerung der Fette, sondern lediglich um eine Anreicherung der Fette an hochschmelzenden Glyzeriden. Eine Entsäuerung kann bei Ausübung des bekannten Verfahrens überhaupt nicht stattfinden. Die freien Fettsäuren sind nämlich die in verdünnter Azetonlösung am leichtesten löslichen Bestandteile des Fettes. Setzt man der Azetonlösung des Fettes nur so viel Wasser zu, als zur Ausfällung der ungesättigten, öligen Bestandteile erforderlich ist, so findet sogar eine Anreicherung an Fettsäuren der in Lösung verbliebenen Hauptmenge des Neutralfettes statt.
  • Eine Trennung der Neutralfette von den freien Fettsäuren kann dagegen erst dann stattfinden, wenn die Fettlösung mit weit größeren Wassermengen versetzt wird, so daß ein Verdünnungsgrad erreicht wird, bei ,dem sowohl die gesättigten wie ungesättigten Bestandteile desNeutralfettes abgeschiedenwerden und nur noch die freien Fettsäuren in Lösung verbleiben.
  • Nach dem bekannten Verfahren kann also nur eine Erhöhung des Schmelzpunktes der Rohfette erreicht werden, die unter Umständen mit einer Anreicherung an freien Fettsäuren verbunden ist, während bei dem vorliegenden Verfahren eine Änderung der Zusammensetzung des Fettes nicht eintreten kann, wohl aber eine weitgehende Entsäuerung.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUcH: Verfahren zur Entfernung der freien Fettsäuren aus Fetten oder Ölen, dadurch gekennzeichnet, daß die Fette oder Öle mit solchen Lösungsmitteln bei gleichzeitigem oder späterem Zusatz von Wasser behandelt werden, welche, wie beispielsweise Pyridin, einerseits Fette und Fettsäuren schon in der Kälte leicht zu lösen vermögen und andererseits mit Wasser mischbar sind, wobei die Verdünnung mit Wasser so weit getrieben wird, daß alle Neutralfette ausgeschieden werden, die freien Fettsäuren dagegen noch gelöst bleiben.
DE1918339027D 1918-11-23 1918-11-23 Verfahren zur Entfernung der freien Fettsaeuren aus Fetten oder OElen Expired DE339027C (de)

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