DE295840C - - Google Patents

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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K35/00Medicinal preparations containing materials or reaction products thereof with undetermined constitution
    • A61K35/12Materials from mammals; Compositions comprising non-specified tissues or cells; Compositions comprising non-embryonic stem cells; Genetically modified cells
    • A61K35/14Blood; Artificial blood

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es wurde gefunden, daß sich aus Blut eine lipoidartige stickstoffhaltige Verbindung herstellen läßt, welche in hohem Grade die Eigenschaft besitzt, die Blutgerinnung zu befördern.
Beispiel.
Man läßt 40 1 Blut entweder in 4 kg einer iprozentigen Natriumoxalatlösung oder in 10 kg einer 25 prozentigen Magnesiumsulf at-
iq lösung unter Rühren einlaufen, setzt zu der erhaltenen Mischung 1201 hochprozentigen Alkohol hinzu und läßt unter stetem Rühren und unter Kühlen mit Rückflußkühler 5 Stunden kochen. Hierauf wird der alkoholische Auszug bei 700C filtriert, der in Alkohol unlösliche Anteil wird leicht ausgepreßt und nochmals mit 40 1 hochprozentigem Alkohol 5 Stunden in der angegebenen Weise gekocht. Es wird wiederum bei 700C filtriert und der Rückstand scharf ausgepreßt.
Die alkoholische Lösung wird sofort in hohem Vakuum und bei niedriger Temperatur eingedampft; gegen das Ende der Destillation werden 10 1 destilliertes Wasser eingesaugt und die Destillation so geleitet, daß zum Schluß noch 16 bis 20 1 Emulsion verbleiben.
Diese Emulsion wird:
i. mit 5 1 Chloroform,
2. - 3I -
je 10 Minuten ausgeschüttelt. An Stelle von Chloroform können mit ähnlichem Erfolg auch ändere chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Tetrachlorkohlenstoff, Tetrachloräthan, Perchloräthylen oder Pentachloräthan, angewendet werden.
Die Chloroformlösung wird mit io 1 Aceton versetzt, wobei eine starke Fällung entsteht, während in dem Chloroform-Acetongemisch die unwirksamen Begleitkörper gelöst bleiben. Man filtriert nun die Acetonfällung ab und wäscht mit Aceton nach. Die Acetonfällung (etwa 170 g) wird mit ungefähr 12 1 Äther extrahiert und die erhaltene Ätherlösung im Vakuum zur Trockne eingedampft, wobei etwa 80 g (= 0,2 Prozent des angewandten Blutes) der neuen Verbindung erhalten werden. Für die therapeutische Verwendung wird das Produkt in geeigneter Weise verdünnt.
Reaktion.
Bringt man 2 ecm 1Z10 Blutplasma, 1Z2 ecm Blutserum und x/2 ecm einer 2 prozentigen Lösung der nach obigem Verfahren erhältlichen Verbindung zusammen, so gerinnt die Mischung nach 5 bis 7 Minuten, während 2 ecm 1I10 Plasma, 1Z2 ecm Serum und 1Z2 ecm physiologische Kochsalzlösung nach 55 Minuten nicht fest wird.
Das so erhaltene hochwirksame und haltbare Produkt ist eine lipoidartige Verbindung von hellbrauner bis gelblichweißer Farbe (je nach der Blutart, aus der es hergestellt wurde), welche Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Phosphor und Spuren von Eisen enthält. In Benzol und Tetrachlorkohlenstoff ist sie sehr leicht, in Chloroform, Äther, Toluol und Schwefelkohlenstoff ziemlich leicht, in Alkohol
teilweise löslich mit gelber Farbe; in Aceton ist die Verbindung unlöslich. Die therapeutische Anwendung der Verbindung erfolgt in Form einer sterilen Lösung, z. B. in Form von Ampullen.
Gegenüber den in der Literatur beschriebenen Verfahren zur Herstellung von die Blutgerinnung befördernden Verbindungen aus Blut unterscheidet sich das vorliegende Verfahren ίο in mehrfacher und wesentlicher Beziehung. Das in Abderhalden, Handbuch der Biochemischen Arbeitsmethoden V, ι (1911), Seite
275 beschriebene Verfahren von A. Schmidt zur Herstellung von die Blutgerinnung befördernden Thrombinlösungen besteht im Fällen von Serum mit Alkohol, Filtration und Trocknen des abgeschiedenen Niederschlages und Extraktion des letzteren mit Wasser. Der Alkohol dient also hier einmal zum Fällen der wirksamen Verbindung aus dem Serum und weiterhin zum Lösen eines Teils der begleitenden Eiweißstoffe, während im Gegensatz hierzu nach dem vorliegenden Verfahren dem Blut mit Alkohol die gerinnungsbefördernde Verbindung entzogen wird; aus der alkoholischen Lösung wird durch die oben beschriebene weitere Behandlung der wirksame Bestandteil in haltbarer fester Form gewonnen, während nach dem Verfahren von A. Schmidt nur wenig haltbare Lösungen eines gerinnungsbefördernden Stoffes gewonnen werden. Nach dem in Abderhalden, Handbuch der Biochemischen Arbeitsmethoden V, 1 (1911), Seite
276 weiterhin beschriebenen Verfahren von Howell wird das Thrombin, also das nach dem vorstehend genannten Verfahren in Lösung erhaltene Produkt, in fester Form gewonnen durch Extraktion von hämoglobinfreiem Fibrin aus Schweineblut mit 5prozentiger Kochsalzlösung, Filtration und Schütteln des erhaltenen etwas trüben, stark thrombinhaltigen Filtrats mit Chloroform, wodurch diesem die Eiweißkörper entzogen werden sollen j während die wirksame Thrombinsubstanz nach mehrmaliger Wiederholung der Chloroformextraktion in Form einer wasserklaren, nahezu eiweißfreien Lösung erhalten wird. Aus der letzteren kann das Thrombin nach den Angaben des genannten Forschers durch möglichst rasches Eintrocknen kleiner Mengen bei 35 bis 40° in trockenem Zustand gewonnen werden. Das organische Lösungsmittel, nämlich das: Chloroform, dient also auch bei diesem Verfahren zur Entfernung der Begleitstoffe, während der wirksame Bestandteil in Chloroform unlöslich ist, zum Unterschied von dem vorliegenden Verfahren, bei welchem die zu gewinnende, gerinnungsbefördernde Verbindung in das Chloroform übergeht und aus diesem durch Aceton wieder gefällt werden muß. Überdies ist die nach dem Verfahren von H ο w e 11 dargestellte trockene Thrombinsubstanz in wässeriger Lösung selbst bei Chloroformzusatz nicht haltbar, sondern die erhaltenen Lösungen verlieren im Gegenteil sehr rasch an Wirkung (vgl. a. a. O. Seite 276, Zeile 27). Im Gegensatz hierzu sind die wässerigen Lösungen des nach dem vorliegenden Verfahren darstellbaren Produktes unbeschränkt haltbar und können infolge ihrer Kochbeständigkeit durch halbstündiges Behandeln im strömenden Wasserdampf (105 °) anstandslos sterilisiert werden.
Das neue Verfahren unterscheidet sich also nicht nur nach der Art der Durchführung vollkommen von den bisher zur Darstellung von gerinnungsbefördernden Substanzen beschriebenen, sondern es wird nach ihm auch ein neues, besonders wertvolles Produkt dargestellt, das gegenüber dem bisher einzig in fester Form dargestellten Thrombin von H ο we 11 ganz besondere Vorteile aufweist, die namentlich in einem größeren Wirkungswert und vollkommener Haltbarkeit seiner Lösungen bestehen. Außerdem eignet sich das vorliegende Verfahren auch zur Ausführung im Großbetriebe, während dies für die früher bekannten Verfahren nicht zutrifft.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung einer lipoidartigen stickstoffhaltigen Verbindung aus Blut, darin bestehend, daß man die durch Extraktion von mit Natriumoxalat oder Magnesiumsulfat vorbehandeltem Blut mit starkem Alkohol in der Wärme erhaltene Lösung durch Eindampfen bei niedriger Temperatur vom größten Teil des; Alkohols befreit, den Destillationsrückstand mit Wasser vermischt, die erhaltene Emulsion mit Chloroform oder anderen chlorierten Kohlenwasserstoffen ausschüttelt, diese Lösung mit Aceton fällt, den entstandenen Niederschlag mit Äther extrahiert und die ätherische Lösung im Vakuum zur Trockne eindampft.
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