DE293160C - - Google Patents
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- A43D13/00—Machines for pulling-over the uppers when loosely laid upon the last and tacking the toe end
Landscapes
- Portable Nailing Machines And Staplers (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
M 293160 -■ KLASSE 71 c. GRUPPE
Maschine zum Überholen des Oberleders. Patentiert im Deutschen Reiche vom 16. Februar 1909 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Überholmaschine, deren Arbeitsgang,
in zwei getrennten Zeitabschnitten er-■ folgt, von denen der erstere alle willkürlichen
und der zweite alle mechanischen Tätigkeiten umfaßt. Zu dem ersten sind ihrem Wesen
entsprechend zu rechnen das Ergreifen des Oberleders mittels . der Spitzen- und Seiten-.
zangen, das Ausrecken dieses den Leisten bis
ίο zu seiner unteren Kante einhüllenden Oberleders
und das gleichzeitig mit oder neben dem Ausrecken stattfindende Zurechtrücken desselben in der Längsrichtung des Leistens
sowie der Anschluß der Leistenstütze an das selbsttätige Getriebe der Maschine, während
zu den mechanischen Tätigkeiten das Umlegen des Oberlederrandes um die Leistenkante
ohne Änderung der Spannung des Oberleders oberhalb der Leistenkante, das Befestigen
dieses Randes auf der Brandsohle bzw. . auf dem Leistenboden, die Freigabe des fertig
bearbeiteten Werkstücks und die Rückbewegung der Werkzeuge in ' eine regelbare Anfangslage
gehören.
Als Folge der durch weitestgehende Funktionstrennung
der Getriebe herbeigeführten Unabhängigkeit der Bewegungen für das dem
Arbeiter unterstellte Spiel der Kräfte können die willkürlichen Tätigkeiten des ersten Zeitabschnittes,
sowohl in ihrer Gesamtwirkung als auch im einzelnen ohne Störung der übrigen willkürlichen Tätigkeiten bis zur zufriedenstellenden
Gesamtwirkung, vor dem Beginn des Zeitabschnitts der mechanischen Tätigkeiten berichtigt oder in beliebiger Reihenfolge
wiederholt werden. Auf diese Weise gelingt es außerdem, durch die besondere Art der Durchführung jeder einzelnen willkürlichen
Tätigkeit zugleich die Wirkung der anderen willkürlichen Tätigkeiten günstig zu
beeinflussen. Eine hervorragend vorteilhafte technologische Wirkung ergibt sich insbesondere
aus der ermöglichten Gleichzeitigkeit des Ausreckens und Zurechtrückens. Dieserhalb
erhalten die zum Ausrecken bestimmten Spitzen- und Seitenzangen ihre Bewegung
zum Zwecke des öffnens und Schließens von Fußhebeln aus in der Weise, daß der Arbeiter
während des ganzen ersten Zeitabschnittes beide Hände für das durch unabhängige Ver-Schiebung
der Seitenzangen zu bewerkstelligende Zurechtrücken frei hat und imstande ist, die Gesamtwirkung- wie auch die Einzelwirkungen
der .willkürlichen Arbeitsvorgänge in bezug auf die im Oberleder erzeugten 55'
Spannkräfte und Dehnungen sowie auf das Anliegen des Oberleders auf dem Leisten durch Betasten genau zu beurteilen.
Nach Erreichung der gewünschten Gesamtwirkung legt der Arbeiter dieses' Ergebnis
durch Anschluß der zur Ausführung der willkürlichen Arbeitsvorgänge benutzten Getriebe
an das übrige Getriebe der Maschine fest, um dann erst durch Ingangsetzen des letzteren die
mechanischen Tätigkeiten unter Aufrechterhaltung der vorher erzielten. Spannungsund
Lagenverhältnisse sich vollziehen zu lassen..
Abweichend von dem geschilderten Arbeitsgang führt eine seit Jahren bekannte Überholmaschine
ihren Arbeitsgang in drei Zeitabschnitten durch, indem der Arbeiter zunächst die Maschine in Gang setzt, um das
Oberleder vollständig automatisch auszurecken, so daß dieser Arbeitsvorgang seiner
Willkür entzogen ist; alsdann tritt im Gang
/2. Auflage, ausgegeben am 5. Juni igzo.J
der Maschine automatisch eine Pause ein, in welcher der Arbeiter das ausgereckte oder
mittels Handhebel teilweise wieder entspannte Oberleder durch Längs- und Querbewegungen
der Seitenzangen von Hand zurechtrückt, worauf die Maschine vom Arbeiter durch einen
Fußhebel zum zweiten Male in Tätigkeit gesetzt wird, damit ein mechanisches Überschieben des Oberlederrandes über die Brandsohle
ίο und Befestigten des Randes auf derselben erfolgt.
Bei einer anderen vorbenutzten Überholmaschine sind an einwärts schwingbaren
Trägern je eine Zange, ein Überschieber und eine Nagelvorrichtung angebracht. Die
Spitzen und Seitenzangen wirken derart zusammen, daß dem durch Niederbewegen eines
Fußhebels um einen vorherbestimmten Betrag herbeigeführten ersten Ausrecken außerdem
ein selbsttätiges Nachspannen des Oberleders folgt, wobei das Maß des Ausreckens nicht
von dem Willen des Arbeiters abhängt. Man hat ferner in Vorschlag gebracht, den Arbeitsgang
einer Überholmaschine so zu gestalten, daß zunächst ein willkürliches Ausrecken in
einer Ebene bei nur teilweise um die Leistenoberfläche herumgelegtem Oberleder erfolgt,
worauf das völlige Anlegen des Oberleders an die Leistenoberfläche durch einen selbsttätigen
Arbeitsvorgang stattfindet, der insofern auf praktische Schwierigkeiten stößt, als
das in der Ebene ausgereckte und gespannt gehaltene Oberleder sich nicht an die eine unregelmäßige
Raumfläche bildende Leistenoberfläche bis zur Leistenkante hin anlegen läßt, ohne daß eine Änderung in dem Spannungszustacide
des Oberleders eintritt.
Auf der Zeichnung ist ein Aüsführungsbei=
spiel der Erfindung veranschaulicht.
Fig. ι zeigt die Maschine in der Ansicht
,40 von vorn.
Fig'. 2 ist eine Ansicht der Maschine von der Seite.
Fig. 3 ist eine Ansicht der Tischplatte von unten.
Fig. 4a ist eine Einzeldarstellung der Zangen und ihrer anschließenden Getriebe sowie
der Zangenfänger und der Nagelzuführung. Fig. 4b enthält die Darstellung der Verschiebbarkeit
der Zangen in der Längsrichtung' des Leistens.
Fig. 5 ist eine Einzeldarstellung des Sohlendrückers und der mit ihm verbundenen Getriebe.
Fig. 6a bis 6d zeigen die Fersenstützen und ihren Zusammenhang mit dem Sohlendrücker.
Fig. 7a bis yc sind Einzeldarstellungen des oberen Leistendrückers.
I. D i e Zangen und ihre O f f η
u η g s g e t riebe (Fig. 4).
Auf einer Grundplatte 1 (Fig. 5) sitzen Seitenständer 2 und 3, von denen die
Tischplatte 4 getragen wird, und die durch eine Traverse 5 miteinander verbunden sind
(Fig. 1). In der Tischplatte (Fig. 3) ist ein Längs- und ein Querschlitz. In dem ersteren
' schwingen die Spitzenzangen, in dem letzteren schwingen die beiden Seitenzangen, die alle
drei den gleichen Aufbau aufweisen. Die Zangen bestehen aus dem Zangenkörper 6 und
dem Zangentreiber 7. Der Zangenkörper trägt die eigentliche Zange, die von einem
festen Backen 8 (Fig. 4a) und einem beweglichen Backen 9 gebildet wird. Letzterer ist
mittels Bolzen 92 drehbar an dem Zangenkörper 6 befestigt. Beide Backen sind gezahnt.
ι Zur Bewegung des losen Zangenbackens 9
dient eine Vierzylinderkette mit Totpunktsperrung bei Zangenschluß. Sie besteht aus
! dem Zangenbecken 9, der Kurbel iö, der Kop-.
pel ίΐ und dem relativ feststehenden Steg,
der durch den Zangenkörper 6 und den an diesen angeschlossenen Lenker 13 gebildet wird.
Kurbel 10 und Koppel 11 sind zweiteilig aus-
;■ geführt und umfassen den Zangenkörper. Die Kurbel 10 ist auf dem Zapfen 12 des Lenkers
13 drehbar gelagert, der mittels Zapfen 14 an den Zangenkörper angeschlossen
ist. Lenker 13 kann gegen die Kraft der Feder 15 nach dem Zangenkörper hin nachgeben,
während er nach der entgegengesetzten. Seite hin durch die Halteschraube 16 am Ausweichen
gehindert ist. Zum Öffnen der Zangen wird Kurbel 10 durch, die Gabelstange 17
nach Unten gedreht, bis sie sich bei einem Ausschlag von 6o° gegen eine Anschlagfläche
des Lenkers 13 legt. Dabei wird der lose Zangenbäcken 9 durch die Koppel 11 vom
festen Zangenbacken 8 entfernt. Wird die Kurbel durch die Stange 17 wieder in die Totlage
gedrückt, so schließt sich die Zange, indem der Zapfen 12 des Lenkers 13 um den
Betrag der Dicke des in der Zange befindlichen Leders nach links ausweicht und die
Feder 15 um den gleichen Betrag zusammendrückt. Durch die Schraube 16 ist die Feder
15 um einen bestimmten Betrag vorgespannt und dadurch, die Haltekraft der Zange
festgelegt. Soll diese verstärkt werden, so braucht man die Länge der Feder im vorgespannten
Zustande nur durch Unterlegen, eines Scheibchens zu verringern. Auf diese Weise·
kann man die Haltekraft der Zangen inner- ■ halb weitester Grenzen regeln. Zugleich
bietet diese Zangenkonstruktion aber auch den Vorteil, daß die Zangen dickeres Leder, das
beim Überholen naturgemäß einen stärkeren Zug beansprucht, ganz von selbst fester halten
als dünneres, da in diesem Falle Feder 15 in der Totlage des Zangenschlußgetriebes stärker
gespannt ist. Bei der großen Steifigkeit dieser Feder· haben kleine Änderungen der Kompression
sehr erhebliche Änderungen der Spannkraft zur Folge. . ■ .
Schließlich ist die zum Zangenschluß aufzuwendende Kraft gering, da das hierfür
dienende Getriebe mit Kniehebelwirkung arbeitet. Man braucht nur mit Hilfe der
Schraube 16 die Feder 15 so weit zusammenzudrücken, daß sie dem Schließen der Zangen
erst dann Widerstand entgegensetzt, wenn die Kurbel 10 sich bereits ihrer Totlage nähert.
Dadurch erreicht man gleichzeitig, daß sich die Zange nahezu ebenso leicht öffnen und
schließen läßt, gleichgültig, ob ihre Haltekraft sehr groß oder geringer eingestellt ist.
Die Gabelstange 17 ist mit ihrem unteren Ende an einen Hebel 18 angeschlossen, der auf
eine Spindel 19 aufgekeilt ist (Fig. 4a, I, 3). Diese ist mittels Böckchen 20 drehbar an der
Tischplatte 4 gelagert und trägt außer dem Hebel 18 noch die beiden Hebel 21 und 22,
die gleichfalls fest mit ihr verbunden sind.
An den Hebel 21 greift die Feder 23 an, die an Ständer 2 bzw. 3 befestigt ist, und die die
Zange stets geschlossen, d.h. das Öffnungsgetriebe in der Totlage hält, wie weiter unten
beschrieben wird. An den Hebel 22 faßt die Zugstange 24 an (PIg. 1 und 2), die nach,
unten führt.und auf der rechten Seite der Maschine (Fig. 1) an den Hebel 25 angeschlossen
ist, der fest auf der Welle 26 sitzt. Auf diese Welle ist links der Fußtritthebel 27
aufgekeilt, von dem aus die Zugstange 24 in derselben Weise, wie soeben beschrieben,
nach dem Öffnung'sgetriebe der linken Seitenzange führt. Tritt also der Arbeiter auf den
Fußtritt des Flebels 27, so öffnet er gleichzeitig beide Seitenzangen; läßt er den Fußtritt
los, so schließen sichjjeide Seitenzangen
unter dem Einfluß der Feder 23.
Um die Seitenzangen nach dem Nageln des' Schuhes selbsttätig zu öffnen, trägt der Hebei
27 eine Rolle 28, die auf einer Schubkurvenscheibe 29 läuft. Diese Scheibe ist auf
die -Hauptwelle 30 der Maschine aufgekeilt ■ und macht mit dieser eine Umdrehung während
einer vollen Arbeitsperiode der Maschine. Die Kurvenscheibe 29 drückt nun im
geeigneten Augenblick den Hebel 27 und durch Vermittlung der Welle .26 auch den Hebel
25 nach unten und öffnet dadurch die Seitenzangen selbsttätig', um sie während des
Aufwärtsganges der Zangen sich wieder schließen zu lassen. Die Kurve der Scheibe 29
ist so ausgebildet, daß sie im übrigen die Zangenöffnungsgetriebe beständig in ihrer
Totlage erhält, indem die Rolle 28 unter dem Zug' der Feder 23 stets auf ihr anliegt. Tritt jedoch
der Arbeiter auf den Fußtritt des Hebels 27, so hebt sich die Rolle von ihrer Kurve ab.
Das Öffnungsgetriebe der Spitzenzange ist genau dasselbe wie das der Seitcnzängen, nur
ist hier die Gabelstange 17 an den Hebel 31
(Fig. 2 und 3) angeschlossen, der ebenso wie die Hebel 32 und 33 auf die Öffnungsspindel
34 aufgekeilt ist. Spindel 34 ist wiederum mittels Böckchen 35 und 36 drehbar an der
■Tischplatte 4 gelagert. An den Hebel 33 greift die Spitzenzangenschlußfeder 37 an, die
anderseits am Ständer 2 befestigt ist. Von dem Hebel 32 aus führt die Zugstange 38 nach
dem Fußtritthebel 39, durch den der Arbeiter die Spitzenzange öffnet, während sie durch
die Feder 37 geschlossen wird. Der Hebel 39 trägt gleichfalls eine Rolle 40, die auf einer
Kurvenscheibe 41 läuft, welche in der bei den Seitenzangen geschilderten Weise die Spitzenzangen
gleichzeitig" mit den S.eitenzangen selbsttätig öffnet und durch den Zug der Feder
37 sich, schließen läßt bzw. das Öffnungsgetriebe der Spitzenzange in seiner Totlage
erhält. Auch hier hebt sich die Rolle 40 von der Kurve ab, wenn der Arbeiter den Fußtritt- '80
hebel 39 betätigt.
II. Die Z a η g e η b e w e g'ü η g (Fig. 4a).
Der Zangenkörper 6 der Seitenzangen ist drehbar auf je eine Nagelspindel 50 gesteckt,
die im Lagerböckchen 51 und 52 (Fig. 3) ruht und deren Bedeutung weiter unten beschrieben
wird.. Die Böckchens: und 52 sind an der Tischplatte 4 angeschraubt. Der .Zangenkörper
6 wird von dem Zangentreiber 7, der U-förmigen Querschnitt hat, umfaßt (Fig. 4a,
ι und 3) und ist mit diesem auf folgende Weise verbunden. Die beiden Seitenwangen
des Zangentreibers tragen oben je einen Zapfen 53, von denen aus zwei sjTnmetrisch geleg'ene
Zuglaschen 54 nach außen gehen. Diese sind an den Zapfen eines Gleitstückes 55 angelenkt,
welches auf einer Führungsstange 56 steckt, die mittels Zapfen 57 an den Zangenkörper
6 angeschlossen ist. Bei der in Fig. 4a dargestellten Relativlage von Zangenkörper
und Zangentreiber fallen die Achsen der Zapfen 53 und 57 zusammen. Über die Stange 56
ist eine Druckfeder 58 gesteckt, die sich einerseits gegen den Rücken der bei Zapfen 57 befindlichen
Gabel der Stange 56 legt, anderseits sich auf das Gleitstück 55 stützt. Ferner
ist der Zangenkörper 6 mit einem Stift 59 \rersehen,
der durch einen Schlitz 60 der Zangentreiberwangen ragt. Ist nun die Druck- no
feder 58 vorgespannt, so drückt sie den Zangenkörper 6 (rechte Seitenzange der Fig. 4a)
so weit nach links, bis sich der Stift 59 gegen den linken Rand des Schlitzes 60 legt, indem
Zangenkörper und Zangentreiber eine kleine Relativdrehung um die Achse der Nagelspindel
50 ausführen. Auf diese Weise ist eine elastische Verbindung zwischen Zangenkörper
und Zangentreiber geschaffen, deren Nachgiebigkeit durch Regulierung der Spännkraft
der Feder 58 beliebig verändert werden kann. Der Zweck dieser Einrichtung ergibt
sich aus folgendem: ■ .
Die Zängentreiber haben beiderseits einen
hohlen Zapfen 61, durch den die Nagelspindel
50 hindurchgeht, während er mit seiner äußeren Tragfläche in den Lagerböckchen 51
und 52 drehbar ruht. Zangenkörper und Zangentreiber sind demnach konaxial ge- j
lagert. Der Antrieb der Zange erfolgt nun
■ durch den Zangentreiber in der Weise, daß die Zange eine schwingende Bewegung um
die Spindel 50 erhält. Zu diesem Z\vecke trägt der Zangentreiber 7 unten beiderseits
einen Zapfen 62, an den eine gegabelte Stange 63 angeschlossen ist, die mit ihrem
zweiten Ende an den Zapfen 64 einer Hülse 65 angreift. Diese Hülse kann auf einem langen
Führungsbolzen 66 gleiten, der oben in der Tischplatte 4, unten in der Traverse 5 ruht.
Hülse 65 trägt unterhalb der Traverse 5 eine Mutter mit Zapfen 67, an die zwei lange
Laschen 68 angreifen. Diese sind an ihrem unteren Ende durch einen Zapfen 69 gelenkig
mit einem Hebel 70 verbunden, der drehbar auf der Welle 26 gelagert ist und eine Rolle 78
trägt, die in eine paarschlüssige Kurvenscheibe 71 greift. Durch diese Kurve wird
.25 nun der Hebel 70 und die Hülse 65 derart auf und nieder bewegt, daß die Zangen, die alle
drei in. analoger Weise, wie eben beschrieben, 'durch Gabelstangen 63 an die Hülse 65 angeschlossen
sind, eine ganz bestimmte Schwingbewegung nach innen und außen um die Achse der Nagelspindel ausführen. Um zu erreichen,
daß das Oberleder während des Nagelns auch wirklich fest angezogen ist, ist eine
Kniehebelwirkung in den Zangenantriebsmechanismus hineingelegt, indem die Gabelstangen
63 bei der innersten Stellung der Zangentreiber nahezu rechtwinklig zur Achse der Hülse 65 stehen.
Die Übertragung der von der Kurvenscheibe 71 ausgeübten Triebkraft vom Zangentreiber
auf den Zangenkörper erfolgt nun j durch die oben beschriebene Verbindung mit- '
tels der Druckfeder 58, die den Zweck hat, eine gleichmäßige Zugbeanspruchung des Leders
während des Einwärtsganges der Zangen zu. gewährleisten. Dies ist von besonderer
Bedeutung, wenn der Zangentreiber^durch die oben erwähnte Kniehebelwirkung mit großer
Kraft nach innen getrieben wird, der Ober- j
ledereinschlag' aber bereits so stark angespannt i§t, daß er sich nicht weiter dehnen kann, sondern
zerreißen würde. Um letzteres zu vermeiden, ist die Führungsstänge 56 außen
durch die Bohrung eines Bolzens 72 gesteckt, .
der in einem auf der Tischplatte 4 angeschraubten Böckchen 73 drehbar gelagert ist.
Stange 56 ist auf ihrem äußeren Ende mit Gewinde versehen und trägt eine Anschlagmutter
74 mit Gegenmutter 75. Die Anschlagmutter kann nun vom Arbeiter so eingestellt
werden, daß der Zang-enkörper nur bis in eine g-anz bestimmte, der Leistenbreite entsprechende,
innerste Stellung gelangen kann, während der Zang'entreiber weitergeht und
auf seinem letzten Wegstück die Feder 58 zusammendrückt. Dieser gesteigerte Federdruck
wird aber nicht etwa auf das Leder des Schaftes übertragen, sondern von dem Anschlagböckchen
73 aufgenommen, indem sich die Mutter 74 auf das Gasrohr 1^] und dieses
auf den Bolzen 72 stützt. Auf diese Weise wird für j ede Schuhgröße die Zangenbewegung
genau abgegrenzt und zugleich eine gleichmäßige, eine einstellbare Grenze niemals überschreitende Lederbeanspruchung während des
selbsttätig wirkenden Arbeitsabschnittes der Maschine erreicht.
Der Antrieb der zweiten Seitenzange ist das Spiegelbild desjenigen der ersten, während
der der Spitzenzange in analog'er Weise erfolgt. Nur sitzt hier die Nagelspindel 76
(Fig. 1) etwas tiefer unter der Tischplatte 4, so daß sie unter den beiden Spindeln 50 vorbeigeht.
Ihr Anschluß an die Hülse 65 erfolgt gleichfalls durch eine Stange 63.
Um das bei vielen Schäften, erforderliche Verschieben der Schäfte auf dem Leisten in
ungespanntem oder gespanntem Zustande zu ermöglichen, ist die vorliegende Maschine so
eingerichtet, daß die Seitenzangen auf den Nagelspindeln 50 hin und her geschoben werden
können, wobei sich auch die anschließenden Antriebsstangen für die Zangenbewegung
sowie für die Zangenöffnungsgetriebe verschieben.
Fig. 4b zeigt die Einrichtungen, welche getroffen sind, um diese Verschiebung der Seitenzangen
jederzeit während des kritischen Arbeitsabschnittes vornehmen zu können.
Die Seitenzangen, welche, wie bereits erwähnt, drehbar auf den Spindeln 50 (Fig. 4b)
gelagert sind, sich jedoch in der Längsrich-• tung" der Spindeln 50 nur mit diesen verschieben
können infolge der auf den Spindeln befestigten Hubscheiben 88 (s. weiter unten),
haben zwischen den zur Lagerung der Spindeln 50 dienenden Böckchen 51 und 52 so viel
Spiel, als ihre Verschiebbarkeit erfordert. Das · Verschiebungsgetriebe greift an der
Spindel 50. vermittels einer sie umschließenden Muffe α an, welche ihrerseits durch einen
mittels Zapfen b am Kulissenhebel c drehbar, aufgehängten Ring d nach rechts oder links
verschoben wird, wenn der Hebel c um seinen .mittels Böckchen e an den festen Tisch 4 angeschlossenen
Drehpunkt f nach rechts oder links ausschlägt. Die Bewegung des Hebels c
wird durch den Arbeiter mit Hilfe des an c befestigten Handgriffhebels g bewirkt. Die
in Fig. 4b noch dargestellte Kulisse am Hebei c sowie die Hebel h und i dienen dazu, die
verschobene Seitenzange in ihre Mittellage zurückzuführen, bevor sie in den Zangenfänger 244 (Fig. 4) eintritt (vgl. weiter
unten). Dies geschieht dadurch:, daß der Schlitz der Kulisse c bei denjenigen Stellungen
der Seitenzangen, in denen! diese verschoben werden müssen, so breit ausgeführt ist, daß
die erforderliche Verschiebung vorgenommen werden kann, ohne daß die Rolle k des Hebels
h dies verhindert (vgl. strichpunktierte Stellung von· h und k). Sind jedoch die
Seitenzangen auf ihrem Weg nach außen an
ίο einer bestimmten Stelle angekommen, so tritt
die Rolle allmählich in den engeren Teil des Schlitzes der Kulisse ein, wodurch diese und
mit ihr die Spindel 50 sowie die Seitenzange selbst in ihre Mittellage geschoben wird.
Die Bewegung des Hebels h, der auf einer in der feststehenden Traverse 5 drehbar gelagerten
Spindel / sitzt, wird durch den gleichfalls auf I aufgekeilten Hebel i besorgt. Die1
ser ist mit einer Rolle m versehen, die durch eine Feder η beständig auf die Hubplatte 0
einer Muffe p gedrückt wird, welche fest auf die Zangenbewegungshülse 65 geschraubt ist.
AVälirend der Anschlag q des Hebels i im allgemeinen
durch den Zug der Feder η auf der entsprechenden Rast r der Traverse 5 gehalten
wird, nimmt die Hubplatte 0 bei ihrem Aufwärtsgang, d^ i. beim Aufwärtsgang der Zangen,
die Rollet« und damit die Hebel i und h
an bestimmter Stelle mit und bewirkt auf
.30 diese Weise während des Weges der Hebel i und h aus ihrer strichpunktierten in die stark
gezeichnete Lage die Zentrierung der Zange.
Die Hebel c und h befinden sich in sym-.
metrischer Lage zu beiden Seiten des Hebels i und bewirken dadurch die Zentrierung jeder
der beiden Seitenzangen.
III. Die Nagelvorrichtung
(Fig. 4a).
(Fig. 4a).
Nachdem die Zangen ihre innerste Stellung erreicht haben und der Schuh durch den
oberen Leistendrücker fest auf die Zangen gedrückt ist, werden an jeder Seite zwei, an der
Spitze ein oder ζλνεί Nägel zur Befestigung
des Oberleders auf der Brandsohle eingeschlagen. Zu diesem Zwecke ist folgende Einrichtung
getroffen.
Der feste Zangenbacken 8 hat eine oder zwei Bohrungen von ungefähr dem Durchmesser
des Nagelkopfes, die von je einem Hammer 80 ausgefüllt werden. Die Hämmer sind mittels Druckplatte 81 und Nase 82 fest
mit der Hammerstange 83 verbunden, die in einer Längsnut des Zangenkörpers 6 auf und
nieder gleiten kann, und nach außen hin durch zwei Führungsplatten 90 gehalten ist. An
ihrem unteren Ende trägt sie mehrere Lederscheibchen 84, die sich gegen eine Mutter 85
mit Gegenmutter 86 legen. Wenn die Enden der Hämmer 80 mit der Oberkante des Zangenbackens
8 abschneiden-, so liegen die Lederscheiben auf dem Zangenkörper 6 auf. Die Hammerstange 83 trägt eine Hubnase 87,
unter die eine mit der Nagelspindel 50 fest verbundene Hubscheibe 88 (Fig. 4a) greift,
so daß sie die Hammerstange anhebt. Dabei wird eine Zugfeder 89 gespannt, die einerseits
an einem Stift 91 der Hammerstange 83, anderseits an dem Bolzen 92, der den losen
Zangenbacken 9 trägt, aufgehängt ist. Wenn beim Drehen der Nagelspindel 50 der sperrzahnartige
Absatz der Hubscheibe 88 unter die Hubnasenkante gelangt, so wird die Hammerstange
durch die Feder 89 nach oben geschnellt und treibt dabei die auf den Hämmern
80 mit dem Kopf nach unten liegenden Nägel so kräftig durch Stiefelschaft und Brandsohle, daß sie sich auf dem Stahlbeschlag
des Leistens vernieten. Dabei wird der Hub der Hammerstange nach oben durch die Lederscheibchen 84 begrenzt, die zugleich
den Schlag elastisch auffangen und den Schall dämpfen. Hierauf wird die Hammerstange
durch die Hubscheibe sofort wieder angehoben, indem dieNagelspindel,5o bei jeder vollen
Arbeitsperiode der Maschine eine volleUrndrehung macht, die sich während einer sechstel
Umdrehung der Hauptwelle 30 abspielt. Der oben beschriebene Nagelapparat ist an jeder der drei Zangen in gleicher Weise angebracht,
und wird für alle drei durch ein einziges Getriebe betätigt. Zu dem Zwecke tragen
die beiden Nagelspindeln 50 an den Lagerböckchen 52 je ein Schraubenrad 93 (Fig. 3),
das in je ein Schraubenrad 94 der Nagelspindel 76 der Spitzenzange eingreift, die gleichfalls
an den Lagerböckchen 52 sitzen. Spindel 76 ist einseitig verlängert (Fig. 1 und 3)
und neben, dem Ständer 3 nochmals in einem an der Tischplatte 4 festgeschraubten Bockchen
95 gelagert, neben dem sie ein Zahnrad 96 trägt. In dieses greift ein zweites, gleich großes, ebenfalls am Böckchen 95 gelag'ertes
Zahnrad 97 ein, das' seinen Antrieb von einem sechsmal größeren Zahnrad 98 erhält
(Fig. ι und 2). Rad 98 ist auf einen am"
Ständer 3 befestigten Zapfen 99 aufgesteckt und mit sechs strahlenförmig angeordneten,
nach der Mitte der Maschine hin vorspringenden Leisten 100 versehen, gegen die eine
Rolle 101 trifft, so daß letztere bei je einer
Umdrehung der Hauptwelle 30 das Rad 98 um eine sechstel Umdrehung vorwärts treibt,
indem sie jedesmal mit einer der sechs Rasten in Eingriff und dann wieder außer Eingriff
gelangt. Die Rolle 101 sitzt auf einem Triebstock
102; dieser ist in eine Scheibe 103 eingeschraubt, welche auf die Hauptwelle 30 fest
aufgekeilt ist. -
IV. Der Sohlendrücker
(Fig. 5 und 6a bis 6d).
Das Aufspannen des Oberleders auf den Leisten erfolgt in der. Weise, däß ein Drücker
sich von unten gegen die Brandsohle legt und durch Anheben den Leisten in den Schaft hineinpreßt,
während dieser von den nahezu senkrecht unter der Leistenkante stehenden Zangen festgehalten wird. Dieser Sohlendrücker
besteht aus einem Gleitstück no, das mit einem auswechselbaren Kopf 111 versehen ist
(Fig. i, 2 und 6a bis 6d). Das Gleitstück no wird mit seinem unteren, zylindrischen Schaft
in der Tischplatte 4, mit seinem oberen, pris-' matischen Teil, der eine Drehung desselben
verhindert, in einem auf der Tischplatte 4 festgeschraubten Böckchen 112 geführt und steht
während des Einhängens des Schaftes in die
*5 Zangen so tief, daß diese Arbeit bequem vorgenommen
werden kann. Das Heben und Senken des Gleitstückes wird durch einen zweiarmigen Hebel 113 bewirkt, der mittels
Zapfen 114 und Gleitstein 115 am Gleitstück
110 angreift und mittels Zapfen 116 im
Böckchen 112 gelagert ist, während sein freies
Ende einen Zapfen 117 trägt, von dem aus
eine Zugstange 118 nach dem Überholfußhebel
119 führt; mit diesem ist sie durch den Bolzen 120 verbunden. Tritt nun der Arbeiter
während des Stillstandes der Maschine1 auf den Fußtritt 121 des Überholfußhebels
119, so drückt er, der eingeschalteten Übersetzung entsprechend, die durch Umstecken
des Bolzens 120 geändert werden kann, den Leisten mit großer Kraft in den
Schaft hinein und hat es im Gefühl des Fußes, das Oberleder mehr oder weniger stark anzuspannen,
während er mit beiden Händen diese Spannung durch Streichen prüft. Sitzt der Schaft zu seiner Zufriedenheit auf dem
Leisten, so drückt er auf den Knopf 122 (Fig. 5), wodurch er die Stange 123 senkt
und den an der Fußplatte 1 drehbar gelagerten Winkelhebel 124 betätigt, der durch die Zugstange
125 eine Nockenscheibe 126 um einen solchen Winkelbetrag dreht, daß der Nocken
die Sperrzahnstange 127 freigibt. Diese wird nun durch den Zug der Feder 128, die an den
Bolzen 140 angreift, in die Strecklage mit der Feder gezogen, da sie sich um den Bolzen 129
des Lenkers 130 drehen kann. In dieser Strecklage fällt sie in das als Sperrzahn ausgebildete
Ende des Hebels 119 ein und hält diesen in der gerade befindlichen Stellung mit
: der Zugkraft der Feder 128 fest. Zweck dieser
Einrichtung ist nun, die dem Oberleder vom Arbeiter erteilte Spannung während des
selbsttätigen Arbeitsabschnittes der Maschine tunlichst konstant zu erhalten, was in folgender
Weise erreicht wird:
Die Feder 128 ist an einem Bolzen 131, der
auf dem zweiarmigen Hebel 132 angebracht ist, aufgehängt und kann vermittels einer Anschlagschraube
133, die den Lenker 130 nach oben hin stützt, nach Bedarf vorgespannt werden.
Der Lenker 130 ist durch den Zapfen 134, der Überholfußhebel durch den Zapfen
135 an dem Bock 137 drehbar befestigt, der auf der Grundplatte 1 festgeschraubt ist,
während der Hebel 132 mittels Zapfen 136 drehbar auf dem Arm 144 ruht, der fest auf
der ruhenden Welle 165 sitzt.
Sobald nun der Arbeiter seine kritischen Tätigkeiten beendet hat und die Maschine zu
selbsttätiger Weiterarbeit einrückt, fahren die Zangen annähernd horizontal unter die Brandsohle
und ziehen dabei den Leisten vertikal nach unten, bis der Einschlag des Oberleders
vollständig auf die Brandsohle aufgelegt ist und der Leisten auf allen drei Zangen aufsitzt.
Soll nun die im Oberleder, insbesondere die im Einschlag vom Arbeiter erzeugte Spannung während des Einwärtsganges der
Zangen in gleicher Größe erhalten bleiben, so muß der Widerstand, den der Leisten bei
seinem Niedergang der Zangenbewegung entgegensetzt, nach einem ganz bestimmten, durch das Bewegungsverhältnis zwischen
Sohlendrücker und Zangen festgelegten Ge-Setz abnehmen und theoretisch gleich. Null
werden, sobald die Brandsohle auf die Zangen aufliegt. Dieser letzte Teil der Abwärtsbewegung
des Sohlendrückers \vird jedoch bei der vorliegenden Maschine nicht mehr dem
Zangertzug überlassen, sondern durch einen oberen Leistendrücker besorgt, der weiter
unten beschrieben wird, und der den Sohlendrücker gegen einen Widerstand von endlicher
Größe so weit abwärts drückt, daß sich der Leisten fest und sicher auf alle drei Zangen
aufsetzt.
Die Abnahme des Sohlendrückerwiderstandes, wie er zu Beginn der Einwärtsbewegung
der Zang'en herrscht, wird dadurch erzielt, daß die Feder 128 nach dem oben erwähnten
Gesetz entspannt wird, während der Leisten und somit die Sperrzahnstange 127 und mit
ihr der eingeklinkte Sperrzahn des Überholhebels 1x9 sich senken. Zu diesem Zwecke ί05
trägt der zweiarmige Hebel 132 an seinem linken Ende eine Rolle 138, die auf der Kurvenscheibe
139 aufliegt. Diese ist auf die Hauptwelle 30 aufgekeilt und so profiliert, daß
in dem Maße, wie der Leisten sich senkt, die Rolle 138 sich hebt und Zapfen 131 sich senkt,
jedoch so, daß der Bolzen 131 sich in bestimmtem Verhältnis schneller senkt als der Bolzen
140, wodurch eine Entspannung der. Feder 128 und eine. Verminderung" des. Sohlendrückerwiderstandes
erfolgt. Kleine Differenzen werden durch die Elastizität der
Feder 128 ausgeglichen, was sich praktisch als durchaus zulässig erweist.
Nachdem die Nagelung erfolgt ist und sich die Zangen zur Freigabe des Schaftes geöffnet
haben, wird die Rolle 138 durch die Kurve 139 wieder gesenkt, dadurch die Sperrzahnstange
127 mit dem Hebel 119 und somit auch der
Sohlendrücker und der Schuh seihst gehoben, so daß letzterer gänzlich von den Zangenmäulern
befreit wird und von dem Arbeiter in Ruhe weggenommen werden kann. Gleichzeitig
wird die Feder'128 auf ihre anfängliehe
Zugkraft wieder gespannt, indem der Lenker 130 sich gegen die Anschlagschraube 133
legt. Kurz VOi" dem Stillstand der Maschine
wird die Stange 123 durch einen Nocken 141,
ίο der auf der Kurvenscheibe 71 angebracht ist,
selbsttätig gehoben und dadurch die Sperrzahnstange 127 außer Eingriff mit dem Sperrzahn
142 gebracht, worauf der Fußtritt des Überholhebels 119 durch eine Feder 143, die
gerade ausreicht, um die ihr entgegenwirkenden Gewichte 'zu überwinden, wieder in seine
■ höchste Lage gehoben wird. Nach dem Stillstand der Maschine kann demnach der Arbeiter
den Überholfußhebel sofort wieder in der anfänglich beschriebenen Weise benutzen.·
V. Der obere Leistendrücker
, (Fig. 7a bis /c).
, (Fig. 7a bis /c).
Um die Leisten während des Nageins fest auf die Zangen zu pressen, ist ein oberer
Leistendrücker angeordnet (Fig. 1, 2 und 7a bis 7c), der aus einer durch lamellenartig geschichtete
Lederscheibeben gebildeten Rolle 150 bestellt. Diese sitzt art dem freien Ende
eines aus zwei Bügeln 151 gebildeten Kragarmes, der auf dem Anschlagbolzen 72 der
Spitzenzange beiderseits gelagert ist (Fig. 7a bis 7c). Die Rolle 150 steht während des
Stillstandes der Maschine so hoch über den
35' Zangen, daß sie weder den Händen noch dem
Auge des Arbeiters hinderlich ist. Nach dem Einrücken der Maschine beginnt sie, sich zu
senken, um sich kurz vor dem Nageln fest auf die Schuhspitze zu legen, die sie unmittelbar
nach dem Schlag der Hämmer wieder verläßt. Die schwingende Bewegung des
Armes 1.51 wird durch folgendes Getriebe hervorgebracht.
Dicht hinter der Rolle 150 wird der Arm 151
durch zwei senkrecht zur Tischplatte 4 liegende Schienen 152 umfaßt, die mittels Zapfen
153, Lenker 154 und Zapfen 168 an die Bügel 151 angeschlossen sind. Oberhalb der
Arme 151 sind sie durch ein Querhaupt 155
verbunden, auf dessen Zapfen 156 sie eine Drehbewegung ausführen können. Gegenüber
dem Querhaupt 155 sitzt ein ähnlich gestaltetes Querhaupt 157, das mit seinen Zapfen
158 drehbar in den Armen 151 ruht. In der in Fig. 7a bis 7c dargestellten Lage sind
die Zapfen 158 und 153 konaxial. Die beiden Querhäupter 155 und · 157 sind durch einen
Bolzen 159 verbunden, der in den Bohrungen der Ouerhäupter gleiten kann und diesen dadurch
gestattet, sich gegen den Druck einer Feder 160 einander zu nähern, während ' der
Bund 161 und die Muttern 162 des Bolzens
159 das Auseinandergehen der Querhäupter begrenzen und eine bestimmte Vorspannung
der Feder 160 bedingen. Sobald sich nun die Rolle 150 auf den Schuh aufgelegt
hat, bleibt der ,Kragarm 151 stehen, während die Schienen 152 sich noch ein Stück
senken, wobei sie durch die Lenker 154 geführt werden. Sie ziehen das Querhaupt 155 7,0
nach unten, komprimieren dadurch die Feder 16p und üben durch diese einen bestimmten,
regulierbaren Druck auf das Querhaupt 157 und somit auf die Rolle 150 aus,
so daß der Leisten gegen den Druck des Sohlendrückers fast auf die Zangen gepreßt
und in dieser Lage während des Nageins erhalten wird. Die Schienen 152 sind unmittelbar
unter dem Kragarm 151 nach außen so weit abgekröpft, daß sie um die Spitze des
Schuhes herumgreifen (Fig. 1 und 7): Unterhalb des Schuhes sind sie wieder näher aneinander
gebogen, so daß sie durch den Schlitz der Tischplatte 4, in ' dem die Spitzenzange
schwingt, hindurchtreten können, wobei sie die Spitzenzange zwischen sich lassen. Ihr
unteres Ende ist an den Zapfen 163 des zweiarmigen Hebels 164 angeschlossen, der auf
der feststehenden Welle 165 drehbar gelagert ist. Die Welle 165 ruht in den Seitenständem
2 und 3. Hebel 164 trägt eine Rolle 166, die in eine paarschüssig'e Kurvenbahn 167 der
Kurvenscheibe 71 eingreift. Diese Kurvenscheibe ist, wie früher bereits erwähnt, auf
der Hauptwelle 30 festgekeilt und enthält auf ihrer rechten Seite die Kurvenbahn für die
Zangenbewegung". Durch die Kurve 167 wird der Tragarm 151: periodisch auf und nieder
bewegt und die Druckrolle 150 abwechselnd von oben auf die Leistenspitze g'epreßt und j
wieder abgehoben.
VL' Die F e r s e η s tu t ζ e
(Fig. 6a bis 6d).
Um zu verhüten, daß der Leisten während des Überholens unter dem Druck des Sohlendrückers
sowie während des Einwärtsganges ! der Spitzenzange nach hinten ausweicht, ist, j ähnlich wie bei fast allen Bettzwickmaschinen,
! eine Fersenstütze vorgesehen, die so eingerich- ! tet ist, daß sie sich um die gleichen Beträge
wie der Sohlendrücker hebt und senkt. Außerdem ist der eigentliche Sohlendrücker 189 auf
einem Lenker 188 gelagert, der leicht, nach oben ausschlagen kann und dadurch der
Schuhspitze eine freie Einstellung ihrer Neigung in der Längsrichtung des Schuhes gestattet.
Zweck dieser Einrichtung ist folgender: ' j Nachdem der Leisten mit Hilfe des Sohlen-
\ drückers fest in den Schaft, gepreßt ist, senkt
; er sich, wenn die Zangen unter die Brandsohle fahren, und setzt sich schließlich unter
dem Drucke des oberen .Leistendrückers gleichmäßig auf die Köpfe der drei Zangen
auf. Letzteres ist unerläßliche Bedingung für eine zuverlässige Nagelung". Da nun die drei
Zangenköpfe im Augenblicke der Nagelung nahezu in einer horizontalen Ebene liegen und '
die drei Stützpunkte 111. des Sohlendrückers
beim Auf- und Niederbewegen desselben gleichfalls immer eine horizontale Ebene bilden,
so muß dafür gesorgt werden, daß die Leistenspitze beim Anspannen des Schaftes
zugleich auf allen drei Druckpunkten ι11 des Sohlendrückers aufsitzt, so daß während des
Nageins selbst die drei Zangenköpfe und die drei Stützpunkte des Sohlendrückers an-'
nähernd in einer einzigen, gemeinschaftlichen Ebene liegen. Der Leisten stellt sich nun bei
der vorliegenden Maschine während des Anspannens des Schaftes folgendermaßen ein:
Sobald der Arbeiter den Überholfußtritt betätigt und dadurch den Leisten in den von den
drei Zangen festgehaltenen Schaft hineinpreßt, hat der Leisten das Bestreben, sich mit
seiner Spitze auf alle drei Stützpunkte 111 des
Sohlendrückers aufzulegen. Da aber der Leisten beim Anspannen des Schaftes zugleich
nach hinten auszuweichen versucht, legt er sich meist mit großer Kraft gegen den Fersenstützwinkel
189 und wird durch die dabei entstehende Reibung an der Hinterkappe des
Schuhes so festgeklemmt, daß beim Heben des Sohlendrückers zum Zwecke des scharfen
Einpressens des Leistens in den Schaft die Hacke des Schuhes durch den Fersenstützwinkel
unten zurückgehalten, der Leisten von vorn nach hinten schräg gestellt und die
Leistenspitze von den beiden vorderen Stützpunkten in des Sohlendrückers abgehoben
werden würde, wenn nicht die Fersenstütze genau in der gleichen Weise wie der Sohlen-
: drücker während des Anspannens des Schaftes mitgehoben würde. Sollte beim Einhängen
des Schaftes in die Zangen die Ferse des Schuhes, die während dieser Tätigkeit mit
dem Fernstützwinkel 189 auf dem Gleitstück 183 ruht, so tief stehen, daß die Leistenspitze nur auf dem hinteren Stützpunkt in
des .Sohlendrückers aufliegt, so hebt sich die Ferse beim Anspannen des Schaftes sofort,
indem der Lenker 188 um seinen Drehpunkt 187 nach oben' ausschlägt, so daß die Leistenspitze unverzüglich zur vollen Auflage auf
den Sohlendrücker gelangt, in der sie durch das vorerwähnte gleichzeitige Heben der
Fersenstütze mit dem Sohlendrücker erhalten wird. Die Konstruktion der Fersenstütze ist
folgende (Fig. 6a bis 6d).
An dem Gleitstück 110 des Sohlendrückers ist oberhalb des Führungsböckchens 112 im
rechten Winkel zu 110 eine Schiene 180 befestigt, welche an den Auf- und Abwärtsbewegungen
des Sohlendrückers teilnimmt.
Mit der Mittelschiene 180 sind durch Distanzbolzen 181 zwei Seitenschienen 182 fest verbunden,
die als Führung eines Gleitstückes 183 dienen. Dieses wird durch ,Sperrklinke 184
und Handgriff 185 auf der Mittelschiene 180,. die mit einer Sperrverzahnung 186 versehen
ist, an .jeder Stelle seiner Gleitbahn nach außen hin festgehalten, da die Sperrklinke 184
durch ihr .Eigengewicht und das des,Handgriffes 185 stets in den Sperrzähnen 186 liegt,
gegen die sich das Gleitstück 183 auf seiner unter 300 geneigten Gleitbahn unter dem
Einfluß seiner Schwere stützt. Jedem Druck nach außen leistet es Widerstand, während es
nach innen frei verschoben werden kann. Der Handgriff 185 dient dazu,-die Sperrklinke 184
auszuheben, wodurch das Gleitstück 183 von selbst nach außen rutscht. An das Gleitstück
183 ist mittels zweier angenieteter Schienen der Drehzapfen 187 angeschlossen, der den
Lenker 188 trägt; an diesem sitzt fest der Rotgußwinkel 189, der die eigentliche Fersenstütze
bildet. Beim Einhängen des Schaftes ruht der Winkel 189 auf dem Gleitstück 183,
kann sich aber von diesem im Verlauf der weiteren Tätigkeiten des Überholens frei abheben.
Um zu vermeiden, daß die Mittelschiene 180 an ihrem äußeren freien Ende durch irgendwelche
Kräfte abwärts oder seitwärts verbogen oder gar das Führungsböckchen 112 beschädigt
wird, ist dieses Ende besonders geführt durch eine am Zapfen 181 hängende Gabelstange
191, die sich mittels Zapfen 192 auf einen zweiarmigen Hebel 193 stützt. Dieser
ist an einem auf der Tischplatte 4 festgeschraubten Böckchen 194 drehbar gelagert
und gleitet mit seinem doppelt gegabelten, schnabelartigen linken Ende (Fig. 6a und 6b)
auf den Steinen 195, die zu beiden Seiten des Hebels 113 den Zapfen 117 umschließen. Auf
diese Weise entsteht eine durch die Hebel 113 und 193 gebildete Parallelführung der
Schiene 180, die durch die Zugstange 118 betätigt wird und den ganzen Schuh -während
des Einspannens des Leistens in den Schaft in zuverlässiger Weise hebt und senkt.
VII. Die N a g e 1 ζ u f ü h r u η g.
Das Prillen der Zangen mit Nägeln erfolgt
durch eine im allgemeinen bekannte Vorrichtung, welche aus einer Nageltrommel 200 mit
Nagelschleuderorganen und einem hin und her bewegten Nagelabteilschieber besteht. Die
Nageltrommel 200 ruht auf einem feststehenden Untersatz 201 und wird durch "eine auf
der Triebstpckscheibe 103 (Fig. 1 und 2) angebrachte
. Schubkurve vermittels der Rolle 202 des auf der festen Achse 165 drehbar gelagerten
zweiarmigen Hebels 203, der Stange 204 mit Kugelzapfen 205, des Zahnsegmentes
206 und des Zahnrädchens 207 bei je einer Umdrehung der Hauptwelle 30 einmal hin und
her geschwungen. Die Nägel gelangen von der Trommel 200 aus durch entsprechende
Leitkanäle in die nach den Zangenfängern 244 führenden Röhren 243, um von dort aus in der.
Richtung von unten nach oben in das Werkstück eingetrieben zu werden. Die Zangenfänger
244 bestehen aus einem würfelartigen Kopf, in den die Röhrchen 243 münden und einem zylindrischen Schaft, der in einer Boh-
-10 rung des feststehenden Tischaufsatzes 245 gleiten kann. Um ein Drehen des Schaftes zu
verhindern, ist an dem Kopfe des Zangenfängers eine Führungsplatte .246 angeschraubt,
die auf einer entsprechenden ebenen Bahn des Tischaufsatzes 245 aufliegt. Diese PJatte ist
an ihrem vorderen Ende gegabelt und sitzt als Rahmen, der nach der. Maschinenmitte zu
offen ist, unter dem Kopf des Fängers. In diesen Gabelrahmen fährt die Zange bei ihrer
äußersten Stellung ein, wobei sie sich an den seitlichen Wangen des Rahmens, der sich an
■der Einfahrtsstelle etwas erweitert, führt. Der Rücken 247 des Rahmens dient als Anschlag
für die Zange und weicht mit dem ganzen Zangenfänger 244 um das letzte,
einige Millimeter betragende Wegstück der Zange nach außen gegen den Druck der Feder
248 zurück, die über den in den Fänger eingeschraubten Bolzen 249 gesteckt ist und
sich gegen die am Tischaufsatz 245 befestigte "Druckplatte 250 stützt. Die auf dem Bolzen
249 sitzenden beiden Muttern 251 haben die Aufgabe, den Fänger in seiner Lage nach
der Maschinenmitte hin einzustellen und dadurch die Zeit, während der die Zange unter
dem Fänger verweilt, in geringen Grenzen zu regulieren.
Innerhalb des Rahmens der Führungsplatte 246 ist auf dem Kopf des Zangenfangers
244 eine Mundstückplatte 252 aufgeschraubt, gegen die der Zangenkopf bei seiner Einfahrt streicht. Wenn die Zange an, dem
Rücken 247 ihres Führungsrahmens anliegt, so stehen ■ die im Zangenmaul 8 befindlichen
Bohrungen für die Hämmer 80 genau unter entsprechenden Bohrungen 253 des Mundstückes
252, die ihrerseits wieder die Fortsetzung der Bohrungen 254 des Fängerkopfes bilden, in welche die Röhrchen 243 münden.
■50 Dadurch, daß sich die Zange mit dem Druck der Feder 248 gegen ,den Rücken 247 legt und
außerdem durch die Wange der Führungsplatte 246 auch seitlich in ihrer Lage zum Zangenfänger genau gesichert wird, ist ein
richtiges Aufeinanderpassen des Nagelkanals an der Übergangsstelle vom Fänger 244 zum
Zangenmaul 8 gewährleistet.
VIII. Das Ein-urid Auslösen des
Maschinenantriebs (Fig. 1 und 2).
Der Antrieb der Hauptwelle 30 der Maschine erfolgt mittels Zahnrädervorgelege. am
Ständer 2. Auf der Hauptwelle sitzt fliegend das große Zahnrad 270, in'das der Trieb 271
eingreift, der auf der Vorgelegewelle 272 aufgekeilt ist. Diese Welle ist in den Ständern 2
und 3 drehbar gelagert und trägt, am Ständer 3 ·
fliegend die Reibungskupplung 273 mit Riemenscheibe 274. Die Kupplung wird ein- und
ausgelöst durch das axiale Verschieben der ,Muffe 275 auf der Welle 272, das durch den
dreiarmigen Hebel 276 bewirkt wird. Dieser ist in . dem am Ständer. 3 festgeschraubten.
Böckchen 277 drehbar gelagert. Der eine Arm trägt an seinem freien Ende an Zapfen 278 die
Backen 279, welche die Muffe umfassen und bei einer Schwingbewegung des Dreiarmhebels
verschieben. An das freie Ende des zweiten Armes ist mittels Kugelzapfen 280 die Zugstange 281 angeschlossen, . die nach
oben führt und dort mittels Kugelzapfen 282 an dem Krummhebel 283 angreift, der auf der
Spindel 284 festgekeilt ist. Diese ist in dem. am Ständer 3 festgeschraubten. Böckchen 285
drehbar gelagert und trägt an ihrem nach der Maschinenmitte zeigenden Ende den aufgekeilten
Handhebel 286. Wenn der Arbeiter diesen niederdrückt, so schiebt er dadurch .die
Kupplungsmuffe 275 nach rechts und rückt die Maschine ein, die nunmehr eingerückt
bleibt, auch wenn er den Hebel 286 wieder losläßt.
Letzteres wird durch folgende Einrichtung erreicht: Der dritte Arm des Hebels 276 ragt
an dem Ständer 3 vorbei nach innen und trägt, an seinem freien Ende einen Zapfen 287 mit
Rolle 288, die auf einer mit der Hauptwelle 30 fest, verbundenen Kurvenscheibe 289 läuft.
Diese Kurve ist im allgemeinen kreisrund, hat jedoch an bestimmter Stelle eine Aussparung, 1°°
in die die Rolle 288 durch zwei Zugfedern 290 (Fig. 2) hineingezogen wird, wenn sie an dieser.
Stelle vorüberkommt. Die Federn 290 sind einerseits an den beiden Tragarmen 291 des
Dreiarmhebels 276, anderseits am Ständer 3 i°5 angehängt und werden gespannt, sobald der
Arbeiter den Handhebel 286 niederdrückt. In diesem Augenblicke läuft die Rolle 288 auf
die kreisförmige Bahn der Kurve 289 auf und erhält den Dreiarmhebel in der ihm durch den no
Handhebel gegebenen Lage. Dabei bleiben gleichzeitig die Federn 290 gespannt. Sobald
jedoch die Rolle 288 von der kreisförmigen Bahn der Kurve 289 abläuft, ziehen die Federn
den Dreiarmhebel zurück und rücken die 11S
Maschine aus. Dies geschieht in dem Augenblick, da die Zangen auf ihrem Einwärtsgäng, ;
vom .Nagelempfang aus gerechnet, in derjenigen Lage ankommen, die der größten vorkommenden
Leistenbreite entspricht.
Der ablaufende Ast der Kurve 289 ist nun so gestaltet, daß die Kupplung nicht sofort
vollständig gelöst, wird, sondern in dem oben bezeichneten Augenblick anfängt zu schleifen,
und zwar nur mit so großer Durchzugskraft,
daß die Hauptwelle 30 der Maschine durch einen geringen Widerstand sofort zu vollem.
Stillstand gebracht werden kann. Die Kupplung selbst löst erst bei derjenigen Stellung
der Zangen -während ihrer Einwärtsbewegung vollkommen aus, die der kleinsten vorkommenden
Leistenbreite entspricht. Die Zwischenstellungen werden von einer Sperrvorrichtung
in folgender Weise beherrscht:
Auf der Hauptwelle 30 sitzt fliegend neben dem Ständer 3 eine Scheibe 292, die mit einem
Sperrzahn 293 versehen ist. Auf der Nabe der Scheibe 292 sitzt drehbar ein Kurbelarm
294, an den mittels Zapfen 295 eine Sperrklinke 296 angelenkt ist. An einem
zweiten Zapfen 297 der Kurbel 294 ist dreh-
' bar die Stange von 298 angeschlossen, die an ihrem oberen Ende Rechteckgewinde und
darauf. als Mutter ein Handrad 299 trägt. Dieses stützt sich auf die obere Fläche der
Nabe eines an der Tischplatte 4 angeschraub-
': ■ ten Lagerböckchens 300, während an der
unteren Fläche dieser Nabe eine Druckfeder 301 anliegt, die die Stange 296 vermittels des
Bundes 302 beständig so stark nach unten drückt, daß das Handrad 299 sich niemals von
: der Fläche, auf der es ruht, abheben kann.
Daher wird durch eine Rechtsdrehung des Handrades der Kurbelarm 294 durch die
Stange 296 nach dem Arbeiter hin-, durch eine Linksdrehung von ihm weggedreht, wo-
■ bei die Spitze der Sperrklinke 298 um einen
bestimmten Winkelbetrag, bezogen auf die Hauptwelle 30, ausschlägt. In ihrer Mittellage
steht die Spitze der Sperrklinke, in horizontaler Richtung gesehen, auf der Mittel-•
linie der Kupplungsstange 281, die genau durch die Mitte der Hauptwelle 30 und der
Vorgelegewelle 272 gelegt ist. An die Spitze der Sperrklinke 296 greift nun mittels Zapfen
303 eine weitere Zugstange 304 an, die mit ihrem oberen Ende, an dem Zapfen 305
des Klemmstückes 306 angehängt und auf diese Weise mit der Stange 291 gekuppelt ist.
Beim Einlösen der Kupplung 273 drückt der Arbeiter auf den Handhebel 286, zieht dadurch
die Kupplungsstange 281 nach oben und hebt vermittels der Zugstange 304 die Sperrklinke
296 so hoch, daß die Sperrscheibe 292 frei unter der Klinkenspitze vorbeiwandern
kann. In dieser Stellung verharrt die Klinke, solange die Rolle 288 auf dem kreisförmigen
Teil der Kurve 289 läuft. Läuft jedoch die Rolle von ihr nach der Wellenmitte 30 zu ab,
so fällt die Sperrklinke 296 in die vor dem Sperrzahn 293 der Sperrscheibe 292 angebrachte
Lücke, die eine genügende Längenausdehnung hat, und bringt die Maschine zum Stillstand, sobald sie an den Sperrzahn 293
selbst anschlägt. Da nun vermittels des Handrades 299 die Lage der Klinkenspitze 296 verschoben
werden kann, so gelangt der Zahn 293 je nach Einstellung früher oder später an die
Klinke 296, und die Maschine bleibt dementsprechend früher oder später stehen.
Das auf der Stellstange 298 angebrachte Gewinde ist so steil, daß eine volle Umdrehung
des Handrades 299 genügt, um alle Leistengrößen zwischen . der größten und
kleinsten Nummer einzustellen. Um dem Arbeiter ein schnelles und genaues Einstellen der
Maschine zu ermöglichen, sind auf'dem Handrad für jede Leistengröße Rasten angebracht,
denen die zugehörigen Nummern des Leistens beigefügt sind, und in die, wenn der Arbeiter
das Handrad dreht, eine leicht federnde Schneide 307 einspringt und das Handrad in
der betreffenden Stellung arretiert. Dem Vor- und Rückwärtsdrehen des Handrades durch
den Arbeiter ist diese Arretiervorrichtung nicht hinderlich.
IX. Die Arbeitsweise der
Maschine. g5
Der Schaft wird, nachdem er über den Leisten gesteckt und, wenn dies wünschenswert
erscheint, an der Ferse durch einen Stift auf die Brandsohle geheftet ist, in drei Zangen
8,9 eingehängt, von denen eine an der Spitze und je eine an jeder Seite des Schuhes
sitzt. Diese Zangen werden durch Federkraft beständig geschlossen gehalten, können aber
durch zwei Fußtritte 39, 27, von denen der eine die Spitzenzange, der zweite die beiden
Seitenzangen betätigt, jederzeit geöffnet werden. Auf diese Weise ist es dem Arbeiter
während der ganzen Dauer des kritischen Arbeitsabschnittes möglich, das Leder immer
wieder aus den Zangen herauszunehmen und von neuem einzuhängen, falls dies aus dem
einen oder dem anderen Gründe erforderlich wird. . ·
Zuerst hängt er den Schaft, den er mit beiden Händen am Rande der Spitze gefaßt hat,
genau in seine Mitte in die Spitzehzange ein. Glückt ihm das genaue Einhängen nicht sofort,
so beläßt er seinen Fuß auf dem Tritt 39, der die Spitzenzange offen hält, und schiebt den
Schaft so lange nach rechts oder links oder hängt ihn so lange mehr oder weniger tief in
das Zangenmaul ein, bis er nach Wunsch sitzt. Läßt er den Fußtritt 39 los, so sitzt der Schaft
fest in der Zange. Darauf wird der Schaft in gleicher Weise in die beiden Seitenzangen eingehängt,
die durch den zweiten Fußtritt 7 offengehalten werden. Dabei kann er rechts oder links oder auf beiden Seiten durch beliebiges
Schieben mit der rechten oder linken Hand oder beiden Händen zugleich je nach
Wunsch weiter vorn oder hinten und ebensogut mehr oder weniger tief eingehängt werden.
Vor allem kann der Arbeiter auch ähnlich, wie bei den meisten Bettzwickmaschinen,
die eine Seitenzange weiter vorn oder weiter
hinten ansetzen als die andere und dadurch den Sitz des Schaftes.sowie die 'Zwickwirkung
des Überholens erheblich beeinflussen. Auch dieses Ansetzen der Seitenzangen an beliebiger
Stelle kann er während, der ganzen Dauer des kritischen Arbeitsabschnittes vornehmen.
Nachdem auch der zweite Fußtritt losgelassen ist, sitzt der Schaft in allen drei Zangen
fest und wird nunmehr fest auf den Leisten gespannt, indem er nahezu senkrecht zum
Leistenboden angezogen wird. Dies geschieht vermittels des dritten an der Maschine befindliehen
Überholfußtrittes 121. Wenn der Arbeiter
diesen niedertritt, so wird der Leisten in den Schaft hineingedrückt, und zwar mit
solcher Kraft, daß sich der Schaft von der Spitze bis zur Spanne überall genau auf dem
Leisten anlegt und das Oberleder ganz ausgezogen wird. Durch stärkeres oder ' schwächeres Treten hat es der Arbeiter in
der Hand, den auf das Oberleder ausgeübten Zug genau den elastischen Eigenschaften desselben
anzupassen. Von besonderem Werte ist es dabei, daß er die Spannung nach Belieben
nachlassen und erneuern und durch Befühlen mit den Händen, die er beide frei hai,
sich überzeugen kann, ob der Schaft überall gut und straff auf dem Leisten anliegt. Sollte
der Schaft nach dem Anspannen schief sitzen, so kann er entweder die Spannung nachlassen
und die. eine oder andere Zange an anderer Stelle und in anderer Weise ansetzen, oder er
kann durch Belassung seines Fußes auf dem Überholtritt 121 die Spannung in. gleicher
oder geringerer Stärke erhalten und eine oder beide Seitenzangen nach vorn oder hinten verschieben,
um dadurch den Schaft bei geschlossener oder g'eöffneter Spitzenzange auf
dem Leisten zurechtzurücken. Wenn der Schaft gerade und fest auf dem Leisten sitzt,
so drückt der Arbeiter auf einen Knopf 122, worauf Schaft und Leiste in ihrer Lage
verharren und der Überholfußtritt 121 vom Arbeiter freigegeben wird.
Damit sind die willkürlichen Tätigkeiten des Überholens beendet. Der Arbeiter rückt
nun die Maschine mit einem Handhebel 286 ein, worauf die Zangen selbsttätig unter die
Brandsohle fahren und dadurch das Oberleder um die Leistenkante legen. Gleichzeitig senkt
sich der Leisten, bis er auf den Zangen fest aufsitzt, und wird, nachdem diese ihre innerste
Stellung erreicht haben, durch einen sich von oben auf die Schuhspitze auflegenden oberen
Leistendrücker 150 fest auf die Zange gepreßt. Darauf werden durch die Seitenzangen hindurch
je' zwei Nägel, durch die Spitzenzange ein oder gleichfalls; zwei Nägel eingetrieben,
die das Oberleder mit der Brandsohle verbinden. Nun hebt sich der obere Leistendrücker
wieder und die Zangen öffnen sich,' um den Schuh freizugeben und durch den Sohlendrücker
ausheben zu lassen, so daß die Zangen selbst ungehindert nach außen wandern j können. In ihrer äußeren Endstellung- ver
harren die Zangen eine kurze Zeit, bis sie mit Nägeln gefüllt sind, und wandern alsbald wieder
so weit nach innen, daß ihre Mäuler un-. gefahr senkrecht unter der Leistenkante des
nächsten Schuhes stehen. An diesem Punkte · gelangt die Maschine selbsttätig zur Ruhe,
und der Arbeiter kann sofort mit dem Einhängen des nächsten Schuhes beginnen. Ist
der nächste Schuh größer oder.kleiner als dei j vorhergehende, so braucht der Arbeiter nur
nach dem Auswerfen des Schuhes das Handrad 299 um einen geringen Winkelbetrag zu
drehen, worauf die Maschine an einer anderen, der Schuhgröße entsprechenden Stelle stehenbleibt.
Claims (11)
1. Maschine zum Überholen des Oberleders, dadurch gekennzeichnet, daß dieselbe
mit einer willkürlich (121) zu bewegenden Vorrichtung (119, 118, 117.
113, 115, 110, in) zum Ausrecken des.
Oberleders über die Leistenoberfläche, und mit willkürlich einzurückenden (298, 284,
281, 276, 275, 273, 274), danach jedoch selbsttätig bewegten Vorrichtungen zum
Umlegen (272, 271, 270, 30, 71, 78, 70,
68, 65, 63, 7, 54, 55, 58, 56, 6) des Oberlederrandes
um die Leistenkante, und zum Eintreiben (272, 271, 270, 30, 103, 101,
100, 98, 97, j55, 76, 94, 93, 50, 88, 89, 87, 83,
80) von Zwecken in den Oberlederrand ausgerüstet ist (Fig. 1, 2, 3, 4a, 5 und 6a),
wobei der Vorrichtung zum Ausrecken des Oberleders während der Arbeit der selbsttätig
bewegten Vorrichtungen eine be- : sondere Bewegung zwecks Gleichhaltens
der bis zur Beendigung des Reckrorgangevios
erreichten Spannung des Oberleders.erteilt wird. .
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spitzenzange sowie
die beiden Seitenzangen (8,9) mit je einer ohne Zuhilfenahme der Hände willkürlich
zu bewegenden Vorrichtung zum Öffnen (10, 11, 17, 18, 19, 22, 24, 25, 26,
2.7; 10, 11, 17,. 31, 32, 34, 38, 39) und
Schließen (21, 23; 33, 37) der Zangen ausgerüstet sind. .·■■■"
3. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die für das willkürliche Ausrecken des Oberleders angebrachte Vorrichtung (il I, 189, 180, HO,
114, 113, 191, 193, 117, 118) ohne Zuhilfenahme
der. Hände (121) bewegt werden kann, so daß der Arbeiter beide Hände zur
Prüfung des Anliegens des Oberleders auf
dem Leisten sowie zum Verschieben (gjg)
. der Seitenzangen frei hat und imstande ist, während des Zurechtrückens des Oberleders
auf dem Leisten die Spannung desselben beliebig zu ändern.
4. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit einer vor dem
Einlösen des motorischen Antriebes willkürlich (122, 123, 124, 125, 126) ein-und
auszulösenden Sperrvorrichtung (127) ausgerüstet ist, die, sobald sie in Sperrstellung
gebracht ist, jede unbeabsichtigte Rückwärtsbewegung der zum Ausrecken des Oberleders dienenden Vorrichtung
(121, 119, 118, 117, 113, 115, ι ro,
111) verhindert, und letztere derart an die Hauptwelle (30) der Maschine anschließt,
daß die Hauptwelle (30) dem Werkstück die für seine Bearbeitung während des selbsttätigen Arbeitens der Maschine erforderliche
Be\vegung erteilt.
5. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß infolge einer während
des mechanischen Abschnittes des Überholvorganges vorgenommenen Einstellung (307, 299, 298, 294, 296) die Maschine
bei der dem zunächst folgenden Überholvorgänge entsprechenden Anfangslage der Zangen selbsttätig (272, 271, 270, 30,
289, . 288, 290, 276, 279, 275, 273, und 292, 293, 296) stehenbleibt (Fig. 1 und 2).
6. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zangen (8,9)
durch eine Vierzylinderkette (9, 11, 13,6)
mit Totpunktsperrung bei Zangenschluß geöffnet und geschlossen werden (17),
derart, daß die Haltekraft der Zange vermittels einer in das Getriebe eingeschalteten
Feder (15) beliebig erhöht (16) werden
kann und mit zunehmender Lederdicke von selbst größer wird, während die
Schlußkraft der Zange dabei nur wenig zunimmt (Fig. 4a). . .
7. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die durch Zangentreiber
(7) nach innen bewegten (272, 271, 270, 30, 71, 78, 70, 68, 65, 63, 7, 54; j
55, 58, 56, 6) Zangen (8,9) bei gleichbleibendem Hüb der Zangentreiber an jeder
Stelle ihrer Einwärtsbewegung vermittels einstellbarer (74, 75) Anschläge (77) zum
Stillstand (72, 73) gebracht werden, derart, daß die von den Zangen während ihres
Stillstandes auf den Oberledereinschlag ■ ausgeübte Zugkraft eine bestimmte, von
vornherein eingestellte Größe nicht überschreitet (53, 54, 55, 56, 57, 58) (Fig. i,
2 und 4a).
8. Maschine nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Sohlendrücker (11 o, in) dem durch die einwärts fahrenden
(272, 271, 270, 30, 71, 78, 70, 68, 65, 63. 7. 54, 55. 58, 56, 6) Zangen (8, 9) abwärts
bewegten Leisten einen nach dem Bewegungsverhältnis der Zangen und des Sohlendrückers gesetzmäßig abnehmenden
(272, 271, 270, 30, 139, 138, 128, 127,
142, 119, 118) Widerstand entgegensetzt,
zu dem Zwecke, die Zugspannung im Oberleder konstant zu erhalten (Fig. 1, 2,
4a, 5 und 6a).
9. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fersenstütze
(189) sich mitsamt der Hacke des Schuhes
heben kann (187, 188) zu dem Zwecke, ein volles Aufliegen der Leistenspitze auf
dem Sohlendrücker (in) zu sichern (Fig. 6a).
10. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Fersenstütze
(189) mit dem Sohlendrücker (n 1) um gleiche Beträge hebt und senkt (180, 11.3,
193, 191, 118), zu dem Zwecke, das volle
Aufliegen der Leistenspitze auf dem Sohlendrücker in allen Lagen des letzteren zu erhalten (Fig. 6a).'
11. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zangen (8, 9) in
ihrer äußersten Stellung durch in dem festen Tisch (245) der Maschine nachgiebig
(248) geführte Fänger (244) eine
1 ganz bestimmte Lage zu diesem erhalten (246, 247, 252), zu dem Zwecke, einen
genauen Anschluß der Zangen (8, 9) an ihre Nagelfüllvorrichtung (243) zu sichern
(Fig. 4a).. . . -■ ■
■Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE293160C true DE293160C (de) |
Family
ID=547852
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT293160D Active DE293160C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE293160C (de) |
-
0
- DE DENDAT293160D patent/DE293160C/de active Active
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